4 Tage zuvor: Digitales lesen
Das Lesen im 21. Jahrhundert wird sich ja komplett ändern. Sagt man. Bücher werden nur noch in Museen ausgestellt werden, genauso wie Buchpressen. Sagt man. Die Verlagsindustrie wird dramatisch umgekrempelt und somit ganze Industriezweige insolvent werden. Sagt man. Man hat auch gesagt, dass mit dem Eroberungszug der Computer in Unternehmen das Papierlose Büro ähnlich dramatische Auswirkungen haben werde.
Dennoch habe ich mich immer mal wieder auch mit dieser Nischenanwendung meines kleinen Nook Color beschäftigt. Zugegeben, zuletzt ausschlaggebend war für mich in erster Linie das kürzlich ausgelaufene Wochenend-Abo des Miami Herald und nicht etwa mein Verlangen nach einer umwerfend neuen Erfahrung im Zeitung-lesen. In dieser Hinsicht habe ich meine Hoffnungen eher auf die digitale Ausgabe des Spiegel gesetzt, doch dazu später mehr.
10 Tage zuvor: Amerikanische Redewendungen I
I call Shotgun! – wer eine Zeit lang in den USA verweilt oder sich gerne Sitcoms in der Original-Version anschaut wird diese Aussage sicherlich schon einmal gehört haben. Doch was hat es damit eigentlich auf sich?
Dazu muss man zunächst einmal wissen, dass in den USA das fahren im Beifahrersitz eines Auto auch als Riding Shotgun bekannt ist. Hat man diese Hürde genommen erschließt sich auch die Aussage recht schnell: Derjenige, der Shotgun als erster ruft, sitzt im Beifahrersitz. Um das komplexe Regelwerk kurz zu halten. Doch woher kommt diese Bezeichnung? Einmal mehr handelt es sich dabei um eine – historisch nicht allzu ernst zu nehmende – Anspielung auf den Sitzplatz neben dem Kutscher in Western. Jener Beifahrer hielt, zumindest in Romanen und Filmen, eine Schrotflinte in der Hand.
Hat man dies verinnerlicht, ergeben Witze wie dieser auf einmal auch einen Sinn:
Leonard: Refresh my memory. Why didn’t I just put you in the trunk?
Sheldon: Because I called Shotgun, remember?
46 Tage zuvor: Nook-Eis selbstgemacht
Letzte Wochenende habe ich ein wenig mit dem Port der neuen Android-Version, Ice Cream Sandwich, auf den Nook Color gespielt. Die vorherige Version, “Honeycomb”, war zwar auch schon ein Fortschritt auf dem Nook – auch wenn es zugegeben spürbar keine richtige Unterstützung für die Hardware gab. Umso erstaunlicher das selbst ohne richtige Ausnutzung der Ressourcen (es handelt sich um eine frühe Alpha-Version) ICS die wesentlich bessere Erfahrung bietet: Menüs sowie Applikationen laufen sehr flüssig und trotz fehlender Sound- und 3D-Unterstützung finde ich es schon jetzt wesentlich angenehmer.
Da es trotz hervorragender Beschreibung im XDA-Developers Forum einiger Tüftelei bedarf die richtigen Dateien korrekt zu kombinieren um eine lauffähige Version (in meinem Fall von einer SD-Karte laufend) zu bekommen, folgen nach der Pause meine Notizen.
51 Tage zuvor: Zweigleisiger Firefox
Ab und an, vornehmlich wenn man Web-Anwendungen entwickelt, kommt man in die Bredouille verschiedene Versionen eines Browsers nutzen zu müssen. Zumal es mittlerweile allein von Mozillas Firefox für Windows vier verschiedene Versionen gibt – von anderen Herstellen oder Betriebssystemen mal ganz abgesehen. Aber als fürsorglicher Entwickler möchte man dennoch gerne wissen ob sich auch mit anderen Browsern als dem eigenen alles korrekt verhält. Oder aber man möchte gerne eine andere Version nutzen als jene, die einem der Arbeitgeber vor-installiert. Nicht, dass ich das damit sagen oder unterstützen wollen würde…
Wie dem auch sei, zwei Versionen von Firefox lassen sich in der Tat problemlos unter Windows installieren. Zumindest wenn man dabei zwei Dinge beachtet:
- Das Installationsverzeichnis der beiden Versionen muss unterschiedlich sein.
- Beide Installationen müssen unterschiedliche Profile verwenden.
Ist der erste Punkt noch offensichtlich und kann schon bei der Installation hinreichend ausgeräumt werden, muss man beim zweiten manuell nachhelfen und optimieren.
57 Tage zuvor: Zähl mich!
Manchmal gibt es Weisheiten, deren Klarheit sich erst nach Jahren vollständig erschließt. You can’t manage it if you can’t measure it ist eine von Ihnen. So offensichtlich diese Erkenntnis auch sein mag: Ich habe einige Zeit gebraucht um sie zu schätzen – und noch länger um sie auch zu leben.
Nun wurde ich vor einigen Monaten auf die Quantified Self Bewegung aufmerksam. Im Prinzip geht es dabei darum eben diese Weisheit auf ein neues Feld auszudehnen: Den eigenen Körper. Der Gedanke dabei ist, dass man wesentlich gesünder und bewusster lebt wenn man weiß wie man mit sich umgeht. Im Grunde genommen ist das keine neue Erkenntnis, beruht doch zum Beispiel Weight Watchers auf derselben Annahme. Doch bei QF(Quantified Self) wird der Gedanke noch ein wenig weiter gesponnen – und um ein paar neu-modische Spielereien angereichert auch wesentlich kurzweiliger gestaltet. Fitbit ist eine davon.

Dahinter versteckt sich ein kleines Gerät, das erfasst wie viel man sich tagsüber bewegt. Wirklich interessant wird es jedoch erst sobald man es mit der Fitbit Webseite abgleicht: Auf einmal erhält man Aufschluss über die eigenen Gewohnheiten, Routinen… und Unzulänglichkeiten. Wer hätte gedacht wie wenig man sich als Schreibtischtäter im Land der unbegrenzten Möglichkeiten tatsächlich bewegt? Erfasst man dazu noch weitere Daten (wie viel Kalorien nehme ich zu mir, wie viel Sport betreibe ich) gewinnt man schnell Erkenntnisse über sich, die einem kein Arzt in diesem Maße hätte veranschaulichen können.
Hat man dann Gefallen daran gefunden an seinen Schwächen zu arbeiten (und vielleicht den ein oder anderen auch dafür begeistert), kann man sich auch gegenseitig messen: Wer bewegt sich mehr, wer erreicht sein Ziel als erster? Und Dank Internet funktioniert das sogar über Kontinente hinweg.
65 Tage zuvor: Wunschzettel
Alljährlich stellt sich für manchen dieselbe Frage: Was kann man dem Kai wohl zu Weihnachten schenken? Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, hier eine kleine Auswahl.
HTC Vivid: ~$550,-
Nachdem eine meiner geliebten Töchter es geschafft hat mein Telefon zu zerdeppern, wäre ein neues durchaus angebracht. Passend, dass gerade der Nachfolger von AT&T herausgebracht wurde: Das HTC Vivid for AT&T.
Withings Scale: ~$150,-
Eine Wage fehlt in unserem Haushalt noch. Und zwar eine ganz bestimmte, wie es sich für einen Nerd gehört: Die Whitings Scale!
Tassimo-Kaffee: ~$9,-
Leider kann man meinen Lieblings-Kaffee hierzulande nicht im Supermarkt kaufen. Aber Online bestellen kann man ihn durchaus: Jacobs Krönung.
Diverse Elektronik: ~$10,-
Sie fehlt mir nicht nur beim Löten – aber speziell dafür gibt es sie immerhin zu kaufen, die Dritte Hand. Und für eines der nächsten Projekte werden auch noch zwei Volt-Messgeräte benötigt.
67 Tage zuvor: Was ist eigentlich...
…proprietäre Software? Und warum wird das Wort meistens in einem negativen Zusammenhang genannt? Ein Beispiel.
Als ich mir Anno 2009 den HP Dreamscreen näher angeschaut habe, dachte ich noch es wäre ein ganz wunderbares Gerät:
Dieser digitale Bilderrahmen, der dank seiner WiFi-Anbindung nicht auf mühselig manuell zu beladener USB-Sticks angewiesen ist, besitzt das Potential zum zentralen Familien-Kalender zu avancieren.
Im Prinzip ist es auch genau das – WiFi Anbindung ist vorhanden, man kann Radio und Bilder aus dem Internet herunterladen, den lokalen Wetterbericht einsehen und seine Facebook-Updates lesen. Leider kann es aber auch nur genau das: Alles, wofür HP eine Applikation spendiert hat. Selber Applikationen schreiben darf man nicht (es ist halt proprietäre Software). Somit ist der Funktionsumfang dieser – auf dem Papier – tollen Hardware leider arg beschränkt.
Anfang letzten Jahres hatte ich dann zumindest eine Lösung für mein Dilemma mit dem automatisch generierten Familienkalender gefunden: Snapfish. Für HP’s Foto-bestell-Website gibt es eine Applikation im Dreamscreen. Zwar muss man selbst das anzuzeigende Foto aufrufen (anstatt es automatisch aktualisieren zu lassen), aber immerhin hat der Bilderrahmen damit endlich das getan, wofür er von vornherein gedacht war.
Zumindest vorerst. Denn (und hier kommt der zweite Nachteil proprietärer Software zum tragen) vor gut dreieinhalb Monaten hat die Applikation plötzlich ihren Dienst eingestellt:
Dreamscreen cannot access the Snapfish Servers at this time. Please try again later or check your Internet Connection.
Geduldig wie man ist wartet man. Darauf, dass die Webseite wieder funktioniert. Oder auf ein Update. Vielleicht einen Hinweis vom Support? Doch nichts passiert – scheinbar hat HP den Support für die Dreamscreen-Geraete eingestellt. Keine Updates heißt keine Bilder-Downloads mehr. Und damit ist der teure Bilderrahmen nicht mehr als ein Stück Plastik – nutzlos.
Mit Zugriff auf die Programm-Sourcen des Dreamscreens (das Prinzip Open Source) könnte man das Problem sicherlich leicht lösen – oder eine alternative Lösung entwickeln. Abertausende von Programmieren wären dazu problemlos in der Lage – kostenlos! Doch da es sich jedoch um eine geschlossene Software-Lösung handelt ist man damit leider auf das Wohlwollen des Lieferanten angewiesen. Und wenn der sich verweigert bleibt man zwangsweise auf seiner Investition sitzen.
Und das ist dann auch der Grund wieso regelmäßig negativ über proprietäre Software berichtet wird. Und Jailbreaks so beliebt sind.
71 Tage zuvor: Blog-Update
Ich habe heute die Zeit gefunden ein Update von Textpattern (dem CMS dieses Blogs) einzuspielen.
Da es keine größeren Änderungen gab, ging das auch recht fix. Dennoch lasse ich vorerst einmal Fehlermeldungen anzeigen – falls also jemandem eine kryptische Meldung auffallen sollte, wäre ein entsprechender Hinweis darauf nett.
Ansonsten sollte jetzt wieder einiges funktionieren. Twitter hauptsächlich (der Feed auf der rechten Leisten und der Tweet bei neuen Artikeln).
139 Tage zuvor: Genugtuung
Projekte fertigstellen macht Spaß. Es gibt einem Genugtuung. Das Gefühl, etwas vollbracht zu haben. Vor allem, wenn man schon gar nicht mehr weiß wie lange man eigentlich daran gebastelt hat. Nicht, weil es so lange dauern würde – vielmehr weil man in ein Problem gerannt ist und die Lösung immer wieder vor sich her geschoben hat.
Doch zurück zum wesentlichen: Dem fertigen Produkt. Ich habe es also endlich geschafft mir meinen Open Camera Controller funktionsfähig zusammen zu löten. Zwischen mir und dem direkten Erfolg standen (wie ich heute herausgefunden habe) eine kalte Lötstelle, ein falsch eingebauter Sockel sowie ein komplett falsch gepoltes Kabel. Rückblickend frage ich mich nun schon, warum mir das nicht von vornherein aufgefallen ist. Aber wie dem auch sei…
Letztendlich ausschlaggebend bei der Fehlersuche war das leichte adaptieren des Mikrocontroller-Codes. Nachdem ich die LED bei der Initialisierung leuchten ließ viel mir auf, dass der Mikrocontroller nicht bootet – was mich auf den Sockel brachte. Nachdem diese Hürde erst einmal genommen war, stellte das falsch gepolte Kabel denn auch keine Herausforderung dar. Hurra!
#define HalfPressPin 5
#define LEDPin 7
void CloseShutter() {
digitalWrite(FullPressPin, LOW);
digitalWrite(HalfPressPin, LOW);
digitalWrite(LEDPin, LOW);
}
void OpenShutter() {
digitalWrite(HalfPressPin, HIGH);
digitalWrite(LEDPin, HIGH);
digitalWrite(FullPressPin, HIGH);
}
void setup() {
pinMode(HalfPressPin, OUTPUT);
pinMode(FullPressPin, OUTPUT);
pinMode(LEDPin, OUTPUT);
digitalWrite(LEDPin, HIGH);
delay(3000);
digitalWrite(LEDPin, LOW);
attachInterrupt(0, CloseShutter, RISING);
attachInterrupt(1, OpenShutter, FALLING);
}
void loop() {}
Heute also ist einer dieser fantastischen Tage an denen nahezu alles klappt. Und ich genieße ihn – wohl wissend, dass noch weitere halbfertige Projekte anstehen.
144 Tage zuvor: Löten nach macht Spaß!
Programmieren ist ja im Grunde genommen nichts anderes als Löten mit der Tastatur: Kreatives kombinieren bekannter Zutaten zu etwas Neuen. Oder, wie manch einer sagen mag, Legos für Erwachsene. Auch wenn das in meinen Augen den Legos nicht gerecht wird. Um den heranwachsenden Lego-Fans den Übergang zu vereinfachen, gibt es nun jedenfalls zwei gelungene Anleitungen. Passender Weise im Comic-Format.
Das eine beschäftigt sich nicht nur mit den Grundlagen des Lötens. Es möchte auch den Spaß vermitteln, den man dabei haben kann. Ob nun beim Basteln nach Anleitung oder eigenen Gehversuchen (allen Vätern sei empfohlen mit einem roten Schalter zu einer bunten Lampe anzufangen – es lohnt sich). Soldering is easy ist im übrigen auch bereits in etliche Sprachen übersetzt worden.
Das zweite Werk, das mir in dieser Woche untergekommen ist, beschäftigt sich mit Arduino – und auch hier stehen wieder die Grundlagen im Mittelpunkt. Wenn auch mehr Sinn und Zweck des Open-Source Baukastens denn handwerkliches Know-How. Introduction to Arduino sollte dennoch jedem Bastler einen Blick wert sein – denn die Möglichkeiten des Arduino sind schier endlos (wenn man weiß wie man einen Lötkolben zu bedienen hat).
