Ich über mich

Autobiografie

Ruhrpott-Peripherie. Dortmund-Hörde. Winter ’78. Direkt neben einem beschaulichen, qualmenden Stahlwerk. Dies sollte der Ort sein, an dem alles begann.

Eine Wohnung, gelegen an einer Hauptstraße mit mindestens einem Unfall pro Monat: Das erste Domizil. Krabbelstube, Kindergarten, Einschulung – prägende Erinnerungen, lustige Erlebnisse, erste Lebenserfahrungen. Sieben Jahre lang Heimat.

Von der dreckigen Industriestadt, die sich über ihren Fußball-Verein definiert, geht es in die Leinemetropole Hannover. Genauer gesagt in den Neue-Heimat Vorort Laatzen; später besser bekannt als Expo-Parkplatz. ’85 war das, als Bob Geldof noch nicht verkommerzialisiert war und Bernhard Langer als erster Deutscher Golf lernte. Der Wechsel von Schmutz und Dreck zu sauberer Luft und grüner Natur, er fiel schwer. Schule, Freunde, Interessen, Liebschaften. Umdefinierung des (W-)Ortes Heimat. Erste Wohnung, erste Jobs. Zivildienst, Ausbildung, Arbeit. Der Ernst des Lebens. 20 Jahre die geprägt haben.

2005. Ortswechsel. Karlsruhe, Baden(-Württemberg). Nette Menschen, komische Sprache. Warum? Arbeit. Die dritte Wohnung, die dritte Stadt, das dritte Bundesland. Alles neu. Heimat? Dazu hat es dann doch nicht gereicht. Zwei Jahre, die Spaß gemacht haben. Man lernt dazu, wenn man auf sich allein gestellt ist – nicht nur privat.

Doch das Leben hatte andere Pläne. Verliebt, verlobt, verheiratet. Kind, Haus, Baum. Und Ausgewandert: Neues Land, neuer Kontinent, neue Kultur. Neue Herausforderungen!

Das Leben geht weiter…

Was: Homo sapiens, ♂
Seit: 05.01.1978
Höhe: 185cm
Last: 82kg
Wo: +25° 52' 11.94", -80° 7' 33.75

Laufbahn

Die Schule, das Leben und die Arbeit. Ein schlauer Mensch meinte einmal zu mir ich solle die Schule genießen solange ich noch hingehen darf. Es war mein hoch-geschätzter Großvater väterlicherseits. Ich dachte immer er wüsste gar nicht wovon er redet, ignorierte solche Sätze stets. Letztendlich stellte ich fest: Er hatte recht.

Los ging die schulische Karriere noch in Dortmund. Einschulung, großartig. Alle Freunde mit dabei, in derselben Klasse. Die Lehrerin, unvergessen: Frau Bucklewitz. Spitzen-Lehrerin. Weiter in Laatzen. Auch diese Lehrerin unvergessen: Hexenschuss und regelmäßige Aufwallungen. Grundschule – das erste (und einzige) Mal Nachsitzen. In Kunst. War bestimmt prägend für meine weiteren Misserfolge in diesem Fach. Orientierungsstufe – zwei Jahre mentale Abwesenheit. Das Resultat: Hauptschulempfehlung. Ignoriert und dennoch auf die Realschule gegangen – mit Bravour bestanden. Auch diese Zeit unverwischlich: Freunde, Liebe, Pubertät. Gymnasium? Nebenbei gemacht. Das Leben war so spannend und einnehmend.

Danach: Zivildienst. War wider Erwarten länger als ein Praktikum; anstrengender. Erste Einblicke in das, was es heißt jeden Tag acht Stunden Arbeiten zu müssen. Putzen, Einkaufen – und immer wieder Reden. Sehen was es heißen kann Alt zu werden. Aber auch glückliche Gesichter wenn sie sich freuen dass man wieder da ist. Und dennoch: Froh als es vorbei ist. Aber auch Hannover bis in die letzten Winkel kennen gelernt.

Nächster Stopp: Ausbildung. Informatikkaufmann sollte es sein. Informatik, gut. Kaufmann, weniger gut. Aber das stellte sich erst in den dahin-fließenden Monaten heraus. Und wieder: Schule. Berufsschule. Unvergleichbar mit der bekannten Schule, aber ähnlich kurzweilig. Im Betrieb gelernt wozu Computer eigentlich da sind – nicht zum Spielen. Drei Jahre duale Ausbildung und abschließend ein Test, in dem auf die vermittelten Inhalte nur am Rande eingegangen wird. Dennoch mit gut bewertet.

Danach: Festanstellung. Ein eigenes Arbeitsgebiet. Natürlich das Einzige, zu dem man vorher keinerlei Bezugspunkte hatte: SAP. Nur drei simple Buchstaben, aber eine Unmenge an Komplexität, Aufgaben und Verantwortung. Viel Spaß dabei. Und auch hier: Kurzweile. Genügend um einen Umzug dafür zu riskieren. Und jeden Tag etwas neues lernen zu können.

Jetzt? Elternzeit. Pause, vorerst. Doch die Planungen laufen bereits für neue Aufgaben. Es gibt noch viel zu tun!

‘84-‘98 Schule
‘98-‘99 Zivildienst
‘99-‘02 Ausbildung
‘02-?? Angestellter

Verwendung

Jeder Mensch ist zu etwas gut. Ein paar praktische Beispiele.

Mit dem Daddeln ist es wie mit dem Rauchen: Entweder man hasst es und hält all jene, die es tun für geisteskrank, oder man liebt es und kann nicht nachvollziehen wie man es nicht mögen kann. Und man kann es auch übertreiben. ’84 muss es gewesen sein als ich meine viel zu jungen Hände an das erste Computerspiel legte. War es Droll oder doch mittlerweile namentlich unbekannter Flipper? Jedenfalls war es ein Apple IIe. Supermodern. Begleitete mich auch über Jahre hinweg. Bis die Freunde (und des Nachbarn Tochter) mit einem C64 viel tollere Sachen hatten. Ewigkeiten später bekam ich auch einen – aber da war man längst auf dem PC-Trip. Die harte Schule des Wie-hack-ich-den-PC-meines-Vaters durchlaufen um danach an Wie-bleibe-ich-dabei-unerkannt zu feilen. Zumeist erfolgreich. Irgendwann dann einen eigenen PC bekommen. LAN-Parties begannen die Wochenendplanung zu bestimmen. Viel Spaß und irrlichtere Momente. Online-Gaming, LAN-Turniere, Rüstungswahn, Kommerzialisierung des Marktes und dessen Überschwemmung mit Spielen brachte einen dann zu den beschaulicheren Alternativen XBox und PS/2. Einst waren lediglich die Handheld-Varianten GameBoy und GameGear akzeptabel. Doch es war ein MMORPG, das mich zurück zum PC brachte – und dort bisweilen auch noch hält.

Sequentiell hat es begonnen – zwangsweise. Basic, auf dem guten alten Apple IIe. Ging ja gar nicht anders. Weiter ging es mit Basic, auf dem C64. Ging zwar auch ohne, machte aber Spaß. Danach kam Basic, auf dem PC. War überhaupt nicht erforderlich, machte auch keinen Spaß. Doch dann kam eine Beschreibungssprache, HTML. Machte Spaß und war im Zusammenspiel mit CSS und JavaScript sogar spannend. Allerdings schaffbar. Begeisterung kam dann erst wieder mit der Objektorientierung: Java. Komplex, fordernd, verwirrend und interessant. Erleichterung schaffte nebenbei die Skriptsprache, PHP. Einfach, vielfältig und mächtig. Aber nichts gegen die Macht des Frameworks: .NET. C#, um es beim Namen zu nennen. Nie war es so leicht und unverständlich zugleich Applikationen und Erweiterungen zu schreiben. Nebenher immer mal wieder ABAP, das Chamäleon unter den Sprachen. Danach ein Abstecher zurück zu den Skripten. Mit LUA. Und einem oben angerissenen MMORPG. Momentan? Es sind wieder die Webseiten; mit PHP und JavaScript. Jedoch nunmehr in Frameworks: CakePHP, Textpattern – um sie beim Namen zu nennen.

Wenn man sich täglich stundenlang damit beschäftigt hat, muss man dort wohl zu etwas gut sein: SAP Administration – Basisadministration, um genau zu sein. Der Lumpensammler aller Themengebiete und der Rücken, auf dem der Kampf der Anwender mit den Entwicklern ausgetragen wird. Ordnungskraft und Ansprechpartner. Ein epischer Konflikt. Und dabei immerzu komplex. Man wird es wohl niemals in Gänze verstehen (können). Dabei ist es gerade das, was es so interessant macht. Grenzen verwischen zwischen Technik, Anforderungen und Anwendungen. Spannend!

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