3. January 2009: Die Geräusche der Stadt

…sind in New York besonders laut. Was man allerdings auch sehr gut nachvollziehen kann, denn diese Stadt ist einfach nur gross riesig. Um nicht zu sagen überwältigend. Ungleich aller anderer US-Städte, die ich bislang gesehen habe, wirkt sie dabei kein Stück künstlich. Das mag vor allem daran liegen, dass sie mit Abstand die älteste Stadt auf diesem Kontinent ist, die ich bislang besucht habe. Faszinierend und einschüchternd zugleich.

New York (Brooklyn)

Zu sehen ist das auch allenthalben, vor allem abseits der üblichen Routen. In den Seitenstraßen der Upper West Side gibt es durchaus Straßenzüge, die an den Charakter so mancher europäischer Großstadt erinnern. Auf erstaunlich engem Raum zusammen gestaucht gelangt man so mit wenigen Schritten von Madrid nach London.

Die Menschen, die hier leben, sind hingegen alles andere als idyllische Abbilder ihrer europäischen Ahnen. Das der gemeine New Yorker ein eingebildeter, rücksichtsloser Egomane ist, wurde einem ja bereits durch diverse Filme (im letzten Jahr auch vermehrt durch die Nachrichten von der Wall Street) versinnbildlicht. Aber in der Realität sind Taxifahrer, die beim Rückwärts-fahren trotz anwesender Polizei keine Rücksicht auf Kinderwagen nehmen, doch noch weit erschreckender. Oder die Mutter, die, nachdem wir bereits zehn Minuten mit Bauklötzen im Kindermuseum gespielt haben, mit ihren beiden Kindern auftaucht und meint, man solle gefälligst Platz machen da sie schon vorher dort gespielt hätten – es gab noch weitaus mehr unbesetzte Kisten mit Bauklötzen.

Trotzdem ist New York eine beeindruckende Stadt, deren Besuch ich jedem auch nur halbwegs metrophilen Menschen nur empfehlen kann. Allerdings am besten nicht im Winter, denn wenn der New Yorker sagt es sei kalt, dann meint er das wirklich. Und das gilt nicht nur für verwöhnte Floridians.