13. October 2009: Adios Exchange!

Ich hatte es kurz bei identi.ca erwähnt: Googlemail bietet neuerdings die Möglichkeit Email-Konten via Active-Sync mit Windows Mobile-Geräten abzugleichen. Gratis, selbstredend. Da ich bislang einen (kostenpflichtigen) Exchange-Account bei einem Hoster hatte, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen das Google-Pendant zu testen.

Dafür habe ich zunächst meine Email-Accounts in Googlemail integriert (sprich, Google ruft dort meine Mails ab und kennzeichnet sie entsprechend der Konten, von denen sie kamen). Anschließend wurden die Kontakte sowie mein Kalender von Outlook (Export als Windows-CSV) nach Googlemail (Import) übertragen. Das alles ging wunderbar einfach und schnell gleichermaßen. Selbst das Einrichten von Googlemail unter Windows-Mobile war absolut problemlos. Nach einigen Minuten tröpfelten dann die so abgeglichenen Mails, Kalendereinträge und Kontakte auf meinem Handy ein.

Doch einen Haken hat die Geschichte leider. Denn als Desktop-Frontend taugt Outlook für Googlemail leider nicht mehr. Zwar kann man Kalender (als Internet-Kalender) und Mails (via IMAP) weiterhin abgleichen, aber für die Kontakte gibt es nur dubiose Synchronisierungs-Programme. Unter Linux hat man Dank Evolution hier keinerlei Probleme: Alle Funktionen von Googlemail werden unterstützt – selbst das Versenden von Mails unter verschiedenen Accounts. Doch unter Windows musste ich ein wenig suchen. Gelandet bin ich dann bei Thunderbird.

Von Haus aus unterstützt Thunderbird zwar Googlemail direkt, allerdings nur als POP-Abruf (und ohne Kontakt / Kalender-Synchronisation). Ein IMAP-Konto ist jedoch schnell auch manuell eingerichtet. Mittels der Identitäts-Verwaltung kann man auch unter anderen Accounts Mails über das so eingerichtete Konto versenden. Doch wirklich integriert wird Googlemail erst durch das bereits von Firefox bekannten Addon-Konzept. So bietet Google-Contacts die Schnittstelle zu den Kontakten, Lightning bietet die Kalender-Funktionalität und Provider for Google Calendar die dazugehörige Schnittstelle für den Google-Kalender.

Alles in allem bin ich also quasi wieder da, wo ich am Anfang war. Allerdings kostenlos, Plattform-übergreifend (unter Linux funktioniert es gleichermaßen) und mit einem mächtigen Web-Frontend.