2. June 2010: Einer dieser Tage

Gestern war also einer dieser Tage, an denen man besser im Bett geblieben wĂ€re. Eigentlich hĂ€tte ich das direkt merken mĂŒssen als das Auto nicht an-sprang – fĂŒr sich genommen schon Grund genug den 37km-Weg zur Arbeit gar nicht erst zu versuchen. Das es kurz darauf auch noch angefangen hat Sintflut-artig zu regnen, hat dann auch nicht zur Besserung beigetragen.

Dennoch habe ich es irgendwie auf den Highway geschafft. Direkt in den (fĂŒr diese Uhrzeit und diesen Abschnitt sehr ungewöhnlichen) Stau. Scheinbar gab es einen Regen-bedingten Unfall und zwei der fĂŒnf Spuren waren blockiert. WĂ€hrend ich mich so durch den Stop-and-Go auf absehbaren zehn Kilometern schlich, viel mir auf, dass ich durch die morgendlichen Start-Schwierigkeiten auch noch etwas vergessen hatte: Tanken.

GrundsĂ€tzlich ist so etwas lapidares wie Tanken im Land des Automobils kein Problem. Leider braucht man auch hier dazu Geld – und das hatte ich samt Portemonnaie zu Hause vergessen. Wie passend. Wie auch immer, es blieb mir nichts anderes ĂŒbrig als um zudrehen und zu hoffen, dass das Benzin noch reichen wĂŒrde. Immerhin war der Stau in die andere Richtung (fĂŒr diese Uhrzeit und diesen Abschnitt durchaus normal).

Es wĂ€re nur passend gewesen, wenn es nicht gereicht hĂ€tte. Tat es aber. Als Belohnung war dann lediglich besagter stĂŒrmischer Regen zur BegrĂŒĂŸung zu Hause wieder prĂ€sent – und selbstredend kein Regenschirm im Auto. Aber immerhin hatte ich jetzt mein Portemonnaie und konnte mich, endlich, mit Umweg ĂŒber die nĂ€chstgelegene Tankstelle auf den Weg zur Arbeit machen.

Dachte ich jedenfalls. Denn einmal an der ZapfsĂ€ule angekommen stellte sich heraus, dass die Kreditkarte nicht akzeptiert wurde. Durch den Regen wollte ich allerdings nicht zum WĂ€rter gehen, also stieg ich wieder in mein Auto und fuhr die nĂ€chste Tankstelle an. Ein GlĂŒcksgriff, wie sich herausstellen sollte, denn die Gallone war hier stattliche $0,40 gĂŒnstiger! Sollte sich mein GlĂŒck damit endlich zum besseren wenden?

Nicht ganz, denn auch hier wurde die Karte nicht akzeptiert. Weiterfahren war diesmal allerdings keine Option. Also ging es, diesmal zumindest mit Regenschirm, zum WĂ€rter, der mir erklĂ€rte das die Kartenleser nicht funktionierten und er die ZapfsĂ€ule fĂŒr mich freischalten wĂŒrde. Tat er jedoch nicht, wie sich herausstellte als ich durch den Regen zurĂŒck zum Auto gegangen war. Denn ich sollte meine Karte bei ihm lassen, wĂ€hrend ich tanke, wie er mir sagte als ich (wiederum durch den Regen) zurĂŒck zu ihm gegangen war. Ein paar andere MissverstĂ€ndnisse und Regen-MĂ€rsche spĂ€ter saß ich dann mit einer falschen Abrechnung (wie sich spĂ€ter herausstellen sollte) im voll-getankten Auto Richtung Fort Lauderdale.

Damit schien sich dann das Pech fĂŒr den Tag endgĂŒltig aufgebraucht zu haben. Zwar musste ich mir nach wie vor durch den schweren Regen meinen Weg in den Norden bahnen, doch der Stau hatte sich mittlerweile aufgelöst. Und auch wenn ich stattliche zweieinhalb Stunden spĂ€ter als geplant ankam, war ich doch noch rechtzeitig zu einem Meeting mit der lokalen GeschĂ€ftsfĂŒhrung und meinem Manager dort.