12. February 2013: Versichert?

In Deutschland ist man verwöhnt. Um nicht zu sagen geradewegs verhätschelt. Vermutlich könnte man sogar dasselbe über jeden Sozialstaat auf dieser Erde behaupten. Zumindest auf die Krankenversicherungen bezogen. Wann hat man denn schon mal eine Abrechnung des Arztes gegenüber der eigenen Krankenversicherung gesehen? Ich wurde von derlei kapitalistischen Entartungen stets wohl behütet, zumindest wenn man von der berühmt-berüchtigten (und mittlerweile wieder eingestampften) Praxis-Pauschale einmal absieht.

Die USA sind auch in dieser Hinsicht dem Kapitalismus folgsam. Ärzte wollen Geld direkt vom Patienten, Versicherung hin oder her. Sicher, man wird brav gefragt ob meine eine Versicherung hat (und welche). Aber da fängt es dann auch schon an: Hat der Arzt einen Rahmenvertrag mit der eigenen Versicherung? Wenn nicht zahlt die Versicherung weniger (prozentual).

Und was genau zahlt sie eigentlich? Auch hier herrscht weithin Unklarheit. Zwar ruft der Arzt brav bei der Versicherung an um sich zu erkundigen – allerdings scheinbar eher um den Maximal-Betrag für eine bestimmte Behandlung zu erfahren, der dann anschließend auch prompt auf der Rechnung ausgewiesen wird. Aufwands-gerechte Abrechnungen sehen anders aus. Sicher, man darf (und soll, laut Versicherung) eine detailliert aufgeschlüsselte Abrechnung einfordern. Allerdings werden diese scheinbar eher umgekehrt kalkuliert: Wie viel muss ein Wattestäbchen kosten damit an Ende der Maximalbetrag herauskommt?

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