1. June 2007: Wenn einer...

6:45 – Ettlingen
Nachdem eine unruhige und nicht unbedingt erholsame Nacht überstanden ist, geht es nun also los. Das ungute Gefühl im Magen meiner Wohnung zu sehr zu vertrauen weil ich sie so lange sich selbst überlasse, trotte ich meinen Weg – unter einem wolkenverhangenen Himmel mit seichtem Regen bei gefühlten 15 Grad – der Straßenbahnhaltestelle entgegen. Etappe Eins beginnt.

7:36 – Karlsruhe
Wie viele Stunden habe ich eigentlich schon am Hauptbahnhof, diesem Gleis Drei, wartend verbracht? Es müssen etliche sein. Und heute kommen wieder einige Minuten hinzu. Langsam schreit der Kreislauf nach Schmiermittel, das Bord-Restaurant klingt daher ziemlich verlockend. Leider wird die Zeit nicht für ein Frühstück reichen.

8:06 – Mannheim
Sieben Minuten zum Umsteigen. Was auf dem Papier und vor allem während des gemütlichen Einrollens in den Bahnhof ziemlich wenig zu sein scheint, nach Lauferei und Hektik riecht, entpuppt sich dann doch als ideale Zeitspanne. Noch einen Kaffee trinken, einige weitere Minuten die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen – Routine aus den zahlreichen Bahnfahrten der letzten Jahre – und es beginnt die dritte Etappe.

10:07 – Frankfurt
Zwei Stunden Schlange-stehen später. Angesichts dieser doch recht imposanten, wenn auch nicht unbedingt langweiligen, Zeitspanne wundert es doch nicht weiter das man bei Auslands-Flügen zwei Stunden vor Abflug einchecken soll. Das mag allerdings auch daher rühren, dass es dieses Mal – im Gegensatz zum letzten Besuch des hiesigen Flughafens vor drei Wochen – überhaupt so etwas wie eine Schlange gab. An meiner Antipathie für die vermutlich größte Dauer-Baustelle mit permanentem Flugverkehr ändert das jedoch nichts. Auch wenn die Anreise mit dem Zug, das muss man tatsächlich so sagen, wesentlich angenehmer ist als jene mit dem Auto. Nichtsdestotrotz werde ich auch die vorerst letzte Stunde auf europäischem Boden vor allem mit einem verbringen: Warten.

19:05, oder doch 13:05? – Philladelphia
Da ist er also, der neue Kontinent. Acht Stunden dauerte der Flug über den Atlantik. Acht Stunden, in denen mir mein kroatischer Sitznachbar nicht nur seine Ansichten (keine wirklich guten) über seine Wahlheimat in den Staaten ausführlich beschrieben hat, sondern sich auch ausgesprochen gerne – und freiwillig – bereit erklärte meine Wissensdefizite über den Balkankrieg auszugleichen. Immerhin verging so die Zeit relativ schnell. Und so sitze ich nun also, nach nicht ganz so imposanten 45 Minuten weiteren Schlange-stehens, wiederum nichts-tuend herum und warte auf den Anschlussflug.

03:49 / 21:49 – irgendwo über der US-Ostküste
Erwähnte ich im Verlauf dieser Notizen eigentlich schon das alle Verbindungen (sei es die S-Bahn, der Zug als auch der Flug) pünktlich waren? Nun, der letzte Flug ist es jedenfalls nicht. Mit einer Verspätung von immerhin 20 Minuten begann das Boarding. Das ist nicht weiter wild. Unschöner war hingegen die (wiederum wirklich imposante) Warteschlange von circa 35 Flugzeugen vor uns auf dem Weg zur Runway. Diese Form das Schlange-stehens wiederum hat es dann auf recht beachtliche anderthalb Stunden gebracht. Immerhin ist der Flug als solcher wesentlich komfortabler als der Hüpfer über den Atlantik – auch wenn es durchaus schwer fällt wach zu bleiben in einem Flugzeug, dass alle Lichter ausgeknipst hat, in dem einige Leute lauthals schnarchen, viele andere dösen und sogar eine der Flugbegleiterinnen auf einem der leeren Plätze neben mir ein Nickerchen gehalten hat. Aber nun sollte ich ja auch langsam endlich am (vorläufigen Zwischen-) Ziel ankommen.