25. Juli 2010: Wasser im Schaltkasten

Vorgestern blieb auf ungeklärte Weise das Licht draußen, am Fußweg am Haus entlang, an. Da es keinen direkten Schalter gibt (Insteon sei Dank) konnte ich in der Nacht leider nichts mehr daran ändern. Aber gestern habe ich mir die Zeit genommen um im Schaltkasten nach dem rechten zu sehen:

Und es sah ganz und gar nicht gut aus. Irgendwie hatte sich Wasser seinen Weg in den Kasten gebahnt – und die Elektronik arg in Mitleidenschaft gezogen. Ein Wunder, dass der obere Schalter überhaupt noch aktiv war. Wenngleich er auch auf keinerlei Signale mehr reagiert hat. Erschreckend ist allerdings, dass bei diesem Szenario keine Sicherung gesprungen ist.

24. Juni 2010: *braus*

Es hat ein wenig gedauert (manche Autohändler hierzulande scheinen keine Kunden zu brauchen), aber gestern gab es dann doch ein neues Auto.

Damit sollten sich die täglichen 60km zur Arbeit deutlich angenehmer gestalten. Und vor allem sorgloser.

2. Juni 2010: Einer dieser Tage

Gestern war also einer dieser Tage, an denen man besser im Bett geblieben wäre. Eigentlich hätte ich das direkt merken müssen als das Auto nicht an-sprang – für sich genommen schon Grund genug den 37km-Weg zur Arbeit gar nicht erst zu versuchen. Das es kurz darauf auch noch angefangen hat Sintflut-artig zu regnen, hat dann auch nicht zur Besserung beigetragen.

Dennoch habe ich es irgendwie auf den Highway geschafft. Direkt in den (für diese Uhrzeit und diesen Abschnitt sehr ungewöhnlichen) Stau. Scheinbar gab es einen Regen-bedingten Unfall und zwei der fünf Spuren waren blockiert. Während ich mich so durch den Stop-and-Go auf absehbaren zehn Kilometern schlich, viel mir auf, dass ich durch die morgendlichen Start-Schwierigkeiten auch noch etwas vergessen hatte: Tanken.

Grundsätzlich ist so etwas lapidares wie Tanken im Land des Automobils kein Problem. Leider braucht man auch hier dazu Geld – und das hatte ich samt Portemonnaie zu Hause vergessen. Wie passend. Wie auch immer, es blieb mir nichts anderes übrig als um zudrehen und zu hoffen, dass das Benzin noch reichen würde. Immerhin war der Stau in die andere Richtung (für diese Uhrzeit und diesen Abschnitt durchaus normal).

Es wäre nur passend gewesen, wenn es nicht gereicht hätte. Tat es aber. Als Belohnung war dann lediglich besagter stürmischer Regen zur Begrüßung zu Hause wieder präsent – und selbstredend kein Regenschirm im Auto. Aber immerhin hatte ich jetzt mein Portemonnaie und konnte mich, endlich, mit Umweg über die nächstgelegene Tankstelle auf den Weg zur Arbeit machen.

Dachte ich jedenfalls. Denn einmal an der Zapfsäule angekommen stellte sich heraus, dass die Kreditkarte nicht akzeptiert wurde. Durch den Regen wollte ich allerdings nicht zum Wärter gehen, also stieg ich wieder in mein Auto und fuhr die nächste Tankstelle an. Ein Glücksgriff, wie sich herausstellen sollte, denn die Gallone war hier stattliche $0,40 günstiger! Sollte sich mein Glück damit endlich zum besseren wenden?

Nicht ganz, denn auch hier wurde die Karte nicht akzeptiert. Weiterfahren war diesmal allerdings keine Option. Also ging es, diesmal zumindest mit Regenschirm, zum Wärter, der mir erklärte das die Kartenleser nicht funktionierten und er die Zapfsäule für mich freischalten würde. Tat er jedoch nicht, wie sich herausstellte als ich durch den Regen zurück zum Auto gegangen war. Denn ich sollte meine Karte bei ihm lassen, während ich tanke, wie er mir sagte als ich (wiederum durch den Regen) zurück zu ihm gegangen war. Ein paar andere Missverständnisse und Regen-Märsche später saß ich dann mit einer falschen Abrechnung (wie sich später herausstellen sollte) im voll-getankten Auto Richtung Fort Lauderdale.

Damit schien sich dann das Pech für den Tag endgültig aufgebraucht zu haben. Zwar musste ich mir nach wie vor durch den schweren Regen meinen Weg in den Norden bahnen, doch der Stau hatte sich mittlerweile aufgelöst. Und auch wenn ich stattliche zweieinhalb Stunden später als geplant ankam, war ich doch noch rechtzeitig zu einem Meeting mit der lokalen Geschäftsführung und meinem Manager dort.

29. April 2010: Angekommen

Manchmal ist es schon ein wenig irritierend, wie sich kleine Dinge zu einem großen ganzen fügen. Zumindest wenn man genug Geduld aufbringen kann:

Arbeitsgenehmigung?
Sozialversicherung?
Green-Card?
Führerschein?
Kindergarten-Plätze?
Job?

Vor recht genau sechs Monaten habe ich in einem gewissen sozialen Netzwerk einen Kontakt gefunden, der für meinen alten Brötchen-Geber arbeitet. Soweit nichts ungewöhnliches, allerdings nannte er als Standort Fort Lauderdale – ein Standort, der bei meinen Recherchen zuvor nie aufgetaucht ist. Was nicht weiter verwundert wenn man bedenkt das er erst mit dem Zukauf eines anderen Unternehmens in Portfolio gekommen ist. Ungewöhnlich ist zudem, dass genau an diesem Standort eine Position für meine Qualifikationen offen war.

Parallel dazu habe ich nach einer Antrags-Dauer von erstaunlich kurzen neun Monaten Anfang Dezember meine Green-Card erhalten. Abgesehen von der damit einhergehenden Möglichkeit die USA nicht nur verlassen zu können, sondern danach auch wieder einreisen zu dürfen, war es mir damit erlaubt in den USA zu arbeiten. Und auch Dinge wie Sozialversicherung oder Führerschein (der gleichzeitig als Personalausweis dient) konnten angegangen werden.

Letzte Woche kamen die Stücke dann langsam zusammen. Am Donnerstag erfuhr ich, dass für unsere Jüngste im Kindergarten überraschend ein Platz frei geworden ist. Am darauf folgenden Freitag kam dann der Anruf, auf den ich ein halbes Jahr gewartet hatte: Der mit der definitiven Aussage das ich den Job in Fort Lauderdale bekommen habe. Und heute nun kam auch endlich ein Angebot in schriftlicher Form – kommenden Montag geht es auch direkt los.

Somit bin ich nun, nach zwei-einhalb Jahren, endlich angekommen. Und auch wenn ich die Zeit für das genutzt (und genossen) habe, für was sie mir zusteht – meine Kinder – fühlt es sich sehr gut an wieder einem Job nachgehen zu können. Und noch viel besser da ich dort weitermachen kann, wo ich zuvor aufgehört habe.

1. April 2010: Führerscheinprüfung II

Nach GreenCard und Sozialversicherung fehlte bis gestern vor allem noch ein kritisches Dokument hiesiger Verwaltungsfreude: Der Führerschein. Abgesehen von seiner eigentlichen Bedeutung, der Erlaubnis Auto zu fahren, erfüllt er hierzulande bekannter maßen auch den Zweck eines Personalausweises in Deutschland. Im Gegensatz zur GreenCard bekommt man diesen allerdings recht unbürokratisch – jedenfalls solange man alle zuvor genannten Unterlagen beisammen hat. Und, ganz nebenbei, darf man mit einer ausländischen Fahrerlaubnis lediglich sechs Monate in Florida Auto fahren…

Also hieß es die letzten Tage wieder lernen, lernen, lernen. Die entsprechenden Regeln sind im Florida Driver’s Handbook übersichtlich und verständlich zusammen gefasst. Man kann es quasi herunter lesen wie ein Buch. Und auch wenn man nach einigen Jahren des Auto-Fahrens tatsächlich noch etwas dazu lernt, ist das meiste doch alt-bekannt. Oder gar lustig, wie zum Beispiel die Handzeichen als Blinker-Ersatz, das (Licht-) Hupen bevor man zum Überholen ansetzt oder die Fluchtrichtung wenn man mal schnell aus dem liegen gebliebenen Auto auf dem Bahnübergang flüchten muss. Auch Hinweise auf die richtige Vorgehensweise wenn das Auto mal ganz von alleine beschleunigt fehlen nicht.

Bestanden habe ich dann direkt auf Anhieb.

Kurze Frage-Antwort-Stunde zu ein paar Fragen die ich persönlich immer hatte:

  • Muss man einen internationalen Führerschein haben?
    Nein. Der übliche (Euro-)Führerschein aus Deutschland ist ausreichend.

  • Wie lange darf man mit einem deutschen Führerschein in den USA Auto fahren?
    Dies ist von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich. In Florida sind es sechs Monate.
  • Muss man alle Prüfungen ablegen wenn man einen Führerschein in Florida machen möchte?
    Nein. Der Praxistest wird einem erlassen. Theorie-Prüfung sowie der vierstündige Drug-and-Alcohol-Test sind dennoch erforderlich.
  • Gibt es in den USA ein Rechts-Fahr-Gebot?
    Ja. Man darf lediglich auch rechts überholen wenn es der Verkehr zulässt und ausreichend Fahrspuren vorhanden sind.
  • Wieso gibt es gelbe und weiße Linien?
    Gelb trennt die Verkehrsrichtungen, Weiß trennt Fahrspuren mit Verkehr in dieselbe Richtung. Durchgezogene Gelbe Linien dürfen gar nicht, Weiße nur bei Verkehrshindernissen überquert werden.

16. Dezember 2009: Heiz-Kosten

Die letzte Rechnung unserer Freunde von FPL hat mich dazu gebracht mal wieder bei Microsofts Hohm rein zuschauen. Und tatsächlich gibt es dort jetzt ein Diagramm, das mich schon öfter interessiert hat:

Die täglichen Stromkosten in Relation zur Durchschnittstemperatur (wir sind eher am oberen Ende des grünen Streifens). Allerdings sieht man dort auch sehr schön, dass wir bereits die monatlichen Stromkosten durchaus drücken konnten.

3. Dezember 2009: Selbstvermarktung

Endlich konnte ich heute meine Bewerbung bei der Walden University komplettieren und somit zur Bewertung und Genehmigung weiterreichen lassen. Keine wirklich einfache Angelegenheit. Das bis vor kurzem der entsprechende Einwanderungs-Status gefehlt hat war noch die einfachste Hürde. Die Zeugnisse in das US-amerikanische System übersetzen zu lassen hat zwar ein wenig Geld, aber keinen Schweiß gekostet. Die absolvierte Ausbildung und die anschließende Berufserfahrung anrechnen zu lassen war jedoch in der Tat eine Herausforderung. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass ich auf diese Weise versuche den Bachelor zu überspringen und mich direkt dem Master zuzuwenden.

Die letzte Hürde habe ich überrunden indem ich heute meine Bewerbung eingereicht habe. Jetzt bleibt mir nur noch die Entscheidung der Universität abzuwarten – in zwei Wochen sollte ich schlauer sein.

2. November 2009: Brownouts

Das FPL die ein oder andere merkwürdige Auffassung hat ist ja nichts neues. Nachdem nun in den letzten Wochen wieder etliche Gerätschaften im Haushalt plötzlich den Geist aufgegeben haben (vornehmlich die Hausautomation, die selbstredend nicht von einer USV geschützt werden kann) habe ich mich heute daran gemacht das Log der Server-USV auszulesen (GridJunction ist ein tolles AddOn und er Autor sehr fix beim helfen!) und aufzuarbeiten. Dabei kam diese traurige Grafik heraus:

Gab es am Anfang des Jahres vielleicht ein bis zwei Brownouts pro Monat, verschlechterte sich die Lage im Juni imens. Trauriger Höhepunkt sind die 82 Ausfälle am letzten Samstag (die wieder zwei Geräte dahingerafft haben). Zwar bekommen wir bislang noch alles kostenlos ersetzt, aber das Austauschen und neu-konfigurieren dauert auch seine Zeit – und die ersetzt mir niemand. Vom Aufwand der damit einhergeht einmal ganz zu schweigen.

Mal schauen was unser Strom-Monopolist diesmal dazu zu sagen hat. Schließlich brennt es ja nirgends…

25. Oktober 2009: Wunschzettel

Weihnachten steht vor der Tür, das weiß jeder der Kinder hat spätestens seit Ostern. Und da zu den neuen Tugenden ja auch das gegenseitige beschenken der nicht-Kinder der Familie im Allgemeinen und der Mitglieder des Haushalts im speziellen gehört, hier ein paar Produkt-Ideen deren Anschaffung mir schon seit geraumer Zeit vorschwebt.

HP DreamScreen 100: ~$250,-
Dieser digitale Bilderrahmen, der dank seiner WiFi-Anbindung nicht auf mühselig manuell zu beladener USB-Sticks angewiesen ist, besitzt das Potential zum zentralen Familien-Kalender zu avancieren. Jedenfalls wenn man es schafft die Daten aus dem Google-Kalender in ein entsprechendes Startbild zu pressen. Und fernsehen kann man damit auch noch!

Acer Aspire Revo: ~$250,-
Dieser kleine Rechenknecht interessiert für zweierlei: Dank nVidia’s Ion- sowie intel’s Atom-Chip ist er winzig klein und verfügt zudem direkt über alle Anschlüsse um ihn an einen (HD) Fernseher anzuschließen. Das macht ihn zum idealen XBMC Client, der mich durchaus einige Stunden früher pro Woche ins Bett zu befördern könnte. Zum anderen habe ich ihn als Rechner für die Kinder im Auge – schließlich kommt er (in der richtigen Version) Standard-mäßig mit kabelloser Tastatur und Maus daher.
Vorsicht: Momentan ist in den USA lediglich die abgespeckte Version mit Single-Core CPU und Ion-LE erhätlich. Aber ein Newegg Geschenkgutschein tut es auch.

Optimus Maximus Keyboard: ~€1.200,-
Die ultimative Tastatur. Leider auch mit ultimativen Preis. Dafür aber auch das ultimative Geschenk!

22. Oktober 2009: Freizeit-Gestaltung?

Die letzten Tage ist zugegeben einiges liegen geblieben. Besuch war da, am Wochenende gab es einen Ausflug und Dienstag stand eine Prüfung an – wen wundert es da. 45 Mails warten noch auf eine Antwort (Sorry an alle, die warten müssen). 3,5 GB Photos wollen durchgesehen, aussortiert und eingeordnet werden (sorry an die Schwieger-Oma, die noch immer auf ein Foto ihrer neuen Enkelin wartet). Außerdem wollen nach wie vor zwei Webseiten weiter programmiert und diverse Firmen-Anträge eingereicht werden. Heute kam dann auch noch ein Paket mit Büchern an, die (für die nächste Zertifizierung) gelesen werden wollen. Wo soll man da anfangen?

Immerhin habe ich heute das Spin-Off Blog fertig stellen können. Das ist ja schon mal ein Anfang – und die Frau muss nicht mehr vertröstet werden.