12. February 2013: Versichert?

In Deutschland ist man verw├Âhnt. Um nicht zu sagen geradewegs verh├Ątschelt. Vermutlich k├Ânnte man sogar dasselbe ├╝ber jeden Sozialstaat auf dieser Erde behaupten. Zumindest auf die Krankenversicherungen bezogen. Wann hat man denn schon mal eine Abrechnung des Arztes gegen├╝ber der eigenen Krankenversicherung gesehen? Ich wurde von derlei kapitalistischen Entartungen stets wohl beh├╝tet, zumindest wenn man von der ber├╝hmt-ber├╝chtigten (und mittlerweile wieder eingestampften) Praxis-Pauschale einmal absieht.

Die USA sind auch in dieser Hinsicht dem Kapitalismus folgsam. ├ärzte wollen Geld direkt vom Patienten, Versicherung hin oder her. Sicher, man wird brav gefragt ob meine eine Versicherung hat (und welche). Aber da f├Ąngt es dann auch schon an: Hat der Arzt einen Rahmenvertrag mit der eigenen Versicherung? Wenn nicht zahlt die Versicherung weniger (prozentual).

Und was genau zahlt sie eigentlich? Auch hier herrscht weithin Unklarheit. Zwar ruft der Arzt brav bei der Versicherung an um sich zu erkundigen – allerdings scheinbar eher um den Maximal-Betrag f├╝r eine bestimmte Behandlung zu erfahren, der dann anschlie├čend auch prompt auf der Rechnung ausgewiesen wird. Aufwands-gerechte Abrechnungen sehen anders aus. Sicher, man darf (und soll, laut Versicherung) eine detailliert aufgeschl├╝sselte Abrechnung einfordern. Allerdings werden diese scheinbar eher umgekehrt kalkuliert: Wie viel muss ein Wattest├Ąbchen kosten damit an Ende der Maximalbetrag herauskommt?

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23. January 2012: Digitales lesen

Das Lesen im 21. Jahrhundert wird sich ja komplett ├Ąndern. Sagt man. B├╝cher werden nur noch in Museen ausgestellt werden, genauso wie Buchpressen. Sagt man. Die Verlagsindustrie wird dramatisch umgekrempelt und somit ganze Industriezweige insolvent werden. Sagt man. Man hat auch gesagt, dass mit dem Eroberungszug der Computer in Unternehmen das Papierlose B├╝ro ├Ąhnlich dramatische Auswirkungen haben werde.

Dennoch habe ich mich immer mal wieder auch mit dieser Nischenanwendung meines kleinen Nook Color besch├Ąftigt. Zugegeben, zuletzt ausschlaggebend war f├╝r mich in erster Linie das k├╝rzlich ausgelaufene Wochenend-Abo des Miami Herald und nicht etwa mein Verlangen nach einer umwerfend neuen Erfahrung im Zeitung-lesen. In dieser Hinsicht habe ich meine Hoffnungen eher auf die digitale Ausgabe des Spiegel gesetzt, doch dazu sp├Ąter mehr.

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21. November 2011: Was ist eigentlich...

propriet├Ąre Software? Und warum wird das Wort meistens in einem negativen Zusammenhang genannt? Ein Beispiel.

Als ich mir Anno 2009 den HP Dreamscreen n├Ąher angeschaut habe, dachte ich noch es w├Ąre ein ganz wunderbares Ger├Ąt:

Dieser digitale Bilderrahmen, der dank seiner WiFi-Anbindung nicht auf m├╝hselig manuell zu beladener USB-Sticks angewiesen ist, besitzt das Potential zum zentralen Familien-Kalender zu avancieren.

Im Prinzip ist es auch genau das ÔÇô WiFi Anbindung ist vorhanden, man kann Radio und Bilder aus dem Internet herunterladen, den lokalen Wetterbericht einsehen und seine Facebook-Updates lesen. Leider kann es aber auch nur genau das: Alles, wof├╝r HP eine Applikation spendiert hat. Selber Applikationen schreiben darf man nicht (es ist halt propriet├Ąre Software). Somit ist der Funktionsumfang dieser ÔÇô auf dem Papier ÔÇô tollen Hardware leider arg beschr├Ąnkt.

Anfang letzten Jahres hatte ich dann zumindest eine L├Âsung f├╝r mein Dilemma mit dem automatisch generierten Familienkalender gefunden: Snapfish. F├╝r HPÔÇÖs Foto-bestell-Website gibt es eine Applikation im Dreamscreen. Zwar muss man selbst das anzuzeigende Foto aufrufen (anstatt es automatisch aktualisieren zu lassen), aber immerhin hat der Bilderrahmen damit endlich das getan, wof├╝r er von vornherein gedacht war.
Zumindest vorerst. Denn (und hier kommt der zweite Nachteil propriet├Ąrer Software zum tragen) vor gut dreieinhalb Monaten hat die Applikation pl├Âtzlich ihren Dienst eingestellt:

Dreamscreen cannot access the Snapfish Servers at this time. Please try again later or check your Internet Connection.

Geduldig wie man ist wartet man. Darauf, dass die Webseite wieder funktioniert. Oder auf ein Update. Vielleicht einen Hinweis vom Support? Doch nichts passiert ÔÇô scheinbar hat HP den Support f├╝r die Dreamscreen-Geraete eingestellt. Keine Updates hei├čt keine Bilder-Downloads mehr. Und damit ist der teure Bilderrahmen nicht mehr als ein St├╝ck Plastik ÔÇô nutzlos.

Mit Zugriff auf die Programm-Sourcen des Dreamscreens (das Prinzip Open Source) k├Ânnte man das Problem sicherlich leicht l├Âsen ÔÇô oder eine alternative L├Âsung entwickeln. Abertausende von Programmieren w├Ąren dazu problemlos in der Lage ÔÇô kostenlos! Doch da es sich jedoch um eine geschlossene Software-L├Âsung handelt ist man damit leider auf das Wohlwollen des Lieferanten angewiesen. Und wenn der sich verweigert bleibt man zwangsweise auf seiner Investition sitzen.

Und das ist dann auch der Grund wieso regelm├Ą├čig negativ ├╝ber propriet├Ąre Software berichtet wird. Und Jailbreaks so beliebt sind.

17. January 2010: Tages-Planung

Vor nicht allzu langer Zeit erw├Ąhnte ich, dass der HP DreamScreen eine tolle Sache sei. Denn er bietet die M├Âglichkeit Bilder (und Musik) ├╝ber die integrierte WiFi-Schnittstelle nachzuladen. Soweit, so gut.

Nachdem ich mir Ende November g├╝nstig einen zugelegt habe, konnte ich die letzten Tage auch endlich ein wenig intensiver Zeit investieren um ihn f├╝r das zu nutzen, f├╝r das er gedacht war. N├Ąmlich morgendlich eine ├ťbersicht ├╝ber all jenes anzuzeigen, was den Tag ├╝ber so los ist. Ist heute etwas geplant? Was macht Mami? Wer kommt zu Besuch? Wie wird das Wetter? Was ist ├╝ber Nacht in der Welt passiert?

Das Programm um ein entsprechendes Bild aus diversen Feeds zu erstellen war auch recht z├╝gig geschrieben. Allerdings sind die Grenzen des DreamScreen ein wenig zu eng gesteckt, um das Ziel zu erreichen. Denn es gibt zwar die M├Âglichkeit Daten drahtlos abzugleichen und Musik direkt aus dem Netzwerk abzuspielen (auch wenn man dazu den Windows Media Player installiert haben muss). Man ist dabei jedoch leider auf Pull-Dienste angewiesen, sprich man muss manuell am DreamScreen die Daten abfragen – eine Push-M├Âglichkeit, bei der ein Programm ein Bild zur Anzeige an den Bilderrahmen schickt, gibt es nicht.

Damit ist das Projekt also fr├╝hzeitig gescheitert. An einer unzureichenden Software-Implementation seitens HP. Auch ein SDK um gegebenenfalls eine eigene L├Âsung daf├╝r zu entwickeln, gibt es nicht. Dabei l├Ąuft der DreamScreen auf einer Embedded Linux Plattform und bietet daher theoretisch alle Funktionalit├Ąten um das gew├╝nschte Verhalten problemlos zu bieten. Zwar offenbarte ein Netzwerk-Sniffer das die Daten mittels SOAP abgeglichen werden, man auf diese Weise vermutlich auch automatisch Bilder hochladen k├Ânnte, allerdings fehlen damit immer noch Steuerungsfunktionen wie zum Beispiel ein bestimmtes Bild anzeigen zu lassen.

Bleibt nur zu hoffen, dass HP seine angeblichen Pl├Ąne umsetzt und in der Tat grosses aus der ansonsten guten Hardware macht – oder zumindest jemand es schafft Zugang zu dem Linux-System zu erhalten.

21. September 2009: Der Preis des W├Ąhlens

Ich habe heute Morgen einen Preis an meine W├Ąhlerstimme geklebt. Einfach so. Ging auch sehr schnell. Um genau zu sein wurde mir der Preis f├╝r meine Stimme genannt, von der netten Dame bei der Post um die Ecke. Und, soviel sei gesagt, von seinem Recht zum W├Ąhlen Gebrauch zu machen ist alles andere als g├╝nstig. Was aber vor allem daran liegen d├╝rfte, dass ich die Briefwahlunterlagen erst jetzt, am Montag vor dem Wahlsonntag, absende. Woran wiederum die weniger freundlichen Leute bei einer andere Poststelle eine gewisse Mitschuld tragen. Aber das w├Ąre wieder eine Geschichte f├╝r sich.

Wenn ich Bettina Freitag vom ARD-Hauptstadtstudio Berlin glauben soll, h├Ątte ich mir die Investition besser sparen sollen. Sie ist n├Ąmlich scheinbar der Ansicht, dass die Parteien die W├Ąhler-Interessen nur dann akzeptieren, wenn sie ihnen passen. Als Beispiel wird die Landtagswahl in Hessen dieses Jahr genannt, bei der keiner mit irgendwem koalieren wollte nur um nochmal erneut w├Ąhlen zu lassen. ├ähnliches k├Ânnte sich wohl in Schleswig-Holstein wiederholen. So betrachtet w├Ąre allerdings das Ypsilanti-Gen wieder eine gute Sache – schlie├člich wollte die werte Dame das beste aus dem W├Ąhlerwillen machen.

Mir als W├Ąhler gibt das, im Gegensatz zu Frau Freitag, weniger zu Denken als das Verhalten der Politiker selbst bei alledem. Und in diesem Punkt hat sie durchaus recht: Wie soll ich jemandem vertrauen f├╝r mich Entscheidungen zu treffen wenn er allem Anschein nach nicht vern├╝nftig mit seinen Konkurrenten umgehen, geschweige denn reden, kann? Mag sein, dass das alles nur Wahlkampf ist; das es eine Show f├╝r die W├Ąhler ist mit dem Versuch zu polarisieren, seine Standpunkte herauszustellen. Aber wenn dem so ist, bewirkt es bei mir eher das Gegenteil. Vielleicht meinte Norbert Lammert, amtierender Bundestagspr├Ąsident, ja genau dies, als er sagte das man sich nicht jeden Tag f├╝r Politik interessieren muss?

Wie dem auch sei, um in einer Demokratie etwas zu ver├Ąndern muss man an Wahlen teilnehmen. Das gillt f├╝r das aktive Wahlrecht genauso wie f├╝r das passive, auch in Deutschland. Und wenn man ├╝ber den Tellerrand der Bundesrepublik hinausschaut stellt man doch auch schnell fest, dass $41,95 eigentlich kein hoher Betrag f├╝r ein St├╝ck Demokratie sind.

8. September 2009: Land of the free

Joe Klein von der Time ist der Ansicht, dass die Republikaner Obama nur deshalb so harsch wegen einer Gesundheitsreform angreifen, um ihn zu besch├Ądigen. Sehe ich ganz genauso. Doch was sich Jim Greer, immerhin Vorsitzender der Republikaner in Florida, geleistet hat ist wirklich unglaublich:

As the father of four children, I am absolutely appalled that taxpayer dollars are being used to spread President Obama’s socialist ideology. The idea that school children across our nation will be forced to watch the President justify his plans for government-run health care, banks, and automobile companies, increasing taxes on those who create jobs, and racking up more debt than any other President, is not only infuriating, but goes against beliefs of the majority of Americans, while bypassing American parents through an invasive abuse of power.

Es gibt einige Leute, die seinem Beispiel folgen und ihre Kinder heute nicht zur Schule geschickt haben. Kurzer Hintergrund: Obama wird heute eine Rede halten, die direkt an alle Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler dieses Landes adressiert ist. Er wird im Kern sagen, dass man zur Schule gehen und gute Leistungen erbringen soll:

IÔÇÖm working hard to fix up your classrooms and get you the books, equipment and computers you need to learn. But youÔÇÖve got to do your part too. So I expect you to get serious this year. I expect you to put your best effort into everything you do. I expect great things from each of you. So donÔÇÖt let us down ÔÇô donÔÇÖt let your family or your country or yourself down. Make us all proud. I know you can do it.

Immerhin sehen das diverse Medien genauso Haar-str├Ąubend. Sogar die stille Grand Madame der Republikaner-Garde (4:30):

Ich werde mir die Rede um 12:00h mit der kleinen Sophia live anschauen – um ein kleines, stilles Signal f├╝r meine Kinder zu setzen.

3. September 2009: Gesundheitsreform in ├ťbersee

Fragt man sich nur noch, warum es da so eine riesige Diskussion dr├╝ber gibt.

31. August 2009: Made in the USA

Wer schonmal ein Auto aus den USA besessen hat, dem sind vielleicht diverse Qualit├Ątsunterschiede aufgefallen (Achtung: Verallgemeinerung!). Leider ist auch Volkswagen da keine Ausnahme – jedenfalls wenn das entsprechende Modell aus den USA stammt. Hier und heute ein paar Beispiele.

Da wei├č man doch gleich wieder, warum es Made in Germany hei├čt. Oder zumindest warum die Autos in Deutschland ungleich teurer sind.

28. July 2009: Frequent Power Loss

Thank you for checking on the status of your concern.
We are sorry to hear about any trouble you are having with your power. We are aware of an electric problem in your area.
We have received your report and it has been entered into our system.

Ist ja nicht so, dass man denen das nicht schon Wochen im voraus vorhergesagt hat. Nunja, gebrannt hat es nun ein wenig. Und der Strom ist daf├╝r jetzt ganz weg – inklusive Klimaanlage. Im Hochsommer ist das ja aber nicht weiter wild, wem machen denn die 30┬░C (steigend) im Haus schon was aus? Den Kindern etwa, die gerade in’s Bett gehen? Ach was…!

PS: 19:25h ging der Strom aus, 22:45h sollte er wieder angehen, 0:30 war er dann da. Da will man gar nicht weiter dr├╝ber nachdenken wie lange es dauert bis man nach einem Hurrikan wieder Strom hat.

8. July 2009: Sorgfalt in den USA

Der hiesige Stromanbieter nennt sich FPL. Das steht eigentlich f├╝r Florida Power & Light Company, wird aber auch gerne mit Frequent Power Loss bezeichnet. Aber das erw├Ąhnte ich ja bereits. Jedenfalls hatte ich mich, bedingt durch diverse Stromschwankungen bei st├╝rmischen Regen in letzter Zeit, aufgemacht einen Baum auf der Webseite von FPL anzuzeigen, der die Stromleitungen ber├╝hrt. Ganz wie dort verlangt.

Heute nun, nach einigen Wochen, kamen dann auch ein paar Herren von FPL vorbei um sich das mal anzuschauen. Mit geschultem Blick konnte die auch gleich (nach circa einer halben Sekunde)erkennen:

Some minor contact. But no fires. I’m not gonna send out a crew for that.

Aha. Gut. Solange das Problem nicht akut ist, ist es also kein Problem. Verstehe. Immerhin hat sein Kollege den Zynismus in meiner Antwort, I guess I will call you then once the tree is on fire, verstanden – er lachte kurz.