17. Januar 2010: Tages-Planung

Vor nicht allzu langer Zeit erwähnte ich, dass der HP DreamScreen eine tolle Sache sei. Denn er bietet die Möglichkeit Bilder (und Musik) über die integrierte WiFi-Schnittstelle nachzuladen. Soweit, so gut.

Nachdem ich mir Ende November günstig einen zugelegt habe, konnte ich die letzten Tage auch endlich ein wenig intensiver Zeit investieren um ihn für das zu nutzen, für das er gedacht war. Nämlich morgendlich eine Übersicht über all jenes anzuzeigen, was den Tag über so los ist. Ist heute etwas geplant? Was macht Mami? Wer kommt zu Besuch? Wie wird das Wetter? Was ist über Nacht in der Welt passiert?

Das Programm um ein entsprechendes Bild aus diversen Feeds zu erstellen war auch recht zügig geschrieben. Allerdings sind die Grenzen des DreamScreen ein wenig zu eng gesteckt, um das Ziel zu erreichen. Denn es gibt zwar die Möglichkeit Daten drahtlos abzugleichen und Musik direkt aus dem Netzwerk abzuspielen (auch wenn man dazu den Windows Media Player installiert haben muss). Man ist dabei jedoch leider auf Pull-Dienste angewiesen, sprich man muss manuell am DreamScreen die Daten abfragen – eine Push-Möglichkeit, bei der ein Programm ein Bild zur Anzeige an den Bilderrahmen schickt, gibt es nicht.

Damit ist das Projekt also frühzeitig gescheitert. An einer unzureichenden Software-Implementation seitens HP. Auch ein SDK um gegebenenfalls eine eigene Lösung dafür zu entwickeln, gibt es nicht. Dabei läuft der DreamScreen auf einer Embedded Linux Plattform und bietet daher theoretisch alle Funktionalitäten um das gewünschte Verhalten problemlos zu bieten. Zwar offenbarte ein Netzwerk-Sniffer das die Daten mittels SOAP abgeglichen werden, man auf diese Weise vermutlich auch automatisch Bilder hochladen könnte, allerdings fehlen damit immer noch Steuerungsfunktionen wie zum Beispiel ein bestimmtes Bild anzeigen zu lassen.

Bleibt nur zu hoffen, dass HP seine angeblichen Pläne umsetzt und in der Tat grosses aus der ansonsten guten Hardware macht – oder zumindest jemand es schafft Zugang zu dem Linux-System zu erhalten.

21. September 2009: Der Preis des Wählens

Ich habe heute Morgen einen Preis an meine Wählerstimme geklebt. Einfach so. Ging auch sehr schnell. Um genau zu sein wurde mir der Preis für meine Stimme genannt, von der netten Dame bei der Post um die Ecke. Und, soviel sei gesagt, von seinem Recht zum Wählen Gebrauch zu machen ist alles andere als günstig. Was aber vor allem daran liegen dürfte, dass ich die Briefwahlunterlagen erst jetzt, am Montag vor dem Wahlsonntag, absende. Woran wiederum die weniger freundlichen Leute bei einer andere Poststelle eine gewisse Mitschuld tragen. Aber das wäre wieder eine Geschichte für sich.

Wenn ich Bettina Freitag vom ARD-Hauptstadtstudio Berlin glauben soll, hätte ich mir die Investition besser sparen sollen. Sie ist nämlich scheinbar der Ansicht, dass die Parteien die Wähler-Interessen nur dann akzeptieren, wenn sie ihnen passen. Als Beispiel wird die Landtagswahl in Hessen dieses Jahr genannt, bei der keiner mit irgendwem koalieren wollte nur um nochmal erneut wählen zu lassen. Ähnliches könnte sich wohl in Schleswig-Holstein wiederholen. So betrachtet wäre allerdings das Ypsilanti-Gen wieder eine gute Sache – schließlich wollte die werte Dame das beste aus dem Wählerwillen machen.

Mir als Wähler gibt das, im Gegensatz zu Frau Freitag, weniger zu Denken als das Verhalten der Politiker selbst bei alledem. Und in diesem Punkt hat sie durchaus recht: Wie soll ich jemandem vertrauen für mich Entscheidungen zu treffen wenn er allem Anschein nach nicht vernünftig mit seinen Konkurrenten umgehen, geschweige denn reden, kann? Mag sein, dass das alles nur Wahlkampf ist; das es eine Show für die Wähler ist mit dem Versuch zu polarisieren, seine Standpunkte herauszustellen. Aber wenn dem so ist, bewirkt es bei mir eher das Gegenteil. Vielleicht meinte Norbert Lammert, amtierender Bundestagspräsident, ja genau dies, als er sagte das man sich nicht jeden Tag für Politik interessieren muss?

Wie dem auch sei, um in einer Demokratie etwas zu verändern muss man an Wahlen teilnehmen. Das gillt für das aktive Wahlrecht genauso wie für das passive, auch in Deutschland. Und wenn man über den Tellerrand der Bundesrepublik hinausschaut stellt man doch auch schnell fest, dass $41,95 eigentlich kein hoher Betrag für ein Stück Demokratie sind.

8. September 2009: Land of the free

Joe Klein von der Time ist der Ansicht, dass die Republikaner Obama nur deshalb so harsch wegen einer Gesundheitsreform angreifen, um ihn zu beschädigen. Sehe ich ganz genauso. Doch was sich Jim Greer, immerhin Vorsitzender der Republikaner in Florida, geleistet hat ist wirklich unglaublich:

As the father of four children, I am absolutely appalled that taxpayer dollars are being used to spread President Obama’s socialist ideology. The idea that school children across our nation will be forced to watch the President justify his plans for government-run health care, banks, and automobile companies, increasing taxes on those who create jobs, and racking up more debt than any other President, is not only infuriating, but goes against beliefs of the majority of Americans, while bypassing American parents through an invasive abuse of power.

Es gibt einige Leute, die seinem Beispiel folgen und ihre Kinder heute nicht zur Schule geschickt haben. Kurzer Hintergrund: Obama wird heute eine Rede halten, die direkt an alle Schülerinnen und Schüler dieses Landes adressiert ist. Er wird im Kern sagen, dass man zur Schule gehen und gute Leistungen erbringen soll:

I’m working hard to fix up your classrooms and get you the books, equipment and computers you need to learn. But you’ve got to do your part too. So I expect you to get serious this year. I expect you to put your best effort into everything you do. I expect great things from each of you. So don’t let us down – don’t let your family or your country or yourself down. Make us all proud. I know you can do it.

Immerhin sehen das diverse Medien genauso Haar-sträubend. Sogar die stille Grand Madame der Republikaner-Garde (4:30):

Ich werde mir die Rede um 12:00h mit der kleinen Sophia live anschauen – um ein kleines, stilles Signal für meine Kinder zu setzen.

3. September 2009: Gesundheitsreform in Übersee

Fragt man sich nur noch, warum es da so eine riesige Diskussion drüber gibt.

31. August 2009: Made in the USA

Wer schonmal ein Auto aus den USA besessen hat, dem sind vielleicht diverse Qualitätsunterschiede aufgefallen (Achtung: Verallgemeinerung!). Leider ist auch Volkswagen da keine Ausnahme – jedenfalls wenn das entsprechende Modell aus den USA stammt. Hier und heute ein paar Beispiele.

Da weiß man doch gleich wieder, warum es Made in Germany heißt. Oder zumindest warum die Autos in Deutschland ungleich teurer sind.

28. Juli 2009: Frequent Power Loss

Thank you for checking on the status of your concern.
We are sorry to hear about any trouble you are having with your power. We are aware of an electric problem in your area.
We have received your report and it has been entered into our system.

Ist ja nicht so, dass man denen das nicht schon Wochen im voraus vorhergesagt hat. Nunja, gebrannt hat es nun ein wenig. Und der Strom ist dafür jetzt ganz weg – inklusive Klimaanlage. Im Hochsommer ist das ja aber nicht weiter wild, wem machen denn die 30°C (steigend) im Haus schon was aus? Den Kindern etwa, die gerade in’s Bett gehen? Ach was…!

PS: 19:25h ging der Strom aus, 22:45h sollte er wieder angehen, 0:30 war er dann da. Da will man gar nicht weiter drüber nachdenken wie lange es dauert bis man nach einem Hurrikan wieder Strom hat.

8. Juli 2009: Sorgfalt in den USA

Der hiesige Stromanbieter nennt sich FPL. Das steht eigentlich für Florida Power & Light Company, wird aber auch gerne mit Frequent Power Loss bezeichnet. Aber das erwähnte ich ja bereits. Jedenfalls hatte ich mich, bedingt durch diverse Stromschwankungen bei stürmischen Regen in letzter Zeit, aufgemacht einen Baum auf der Webseite von FPL anzuzeigen, der die Stromleitungen berührt. Ganz wie dort verlangt.

Heute nun, nach einigen Wochen, kamen dann auch ein paar Herren von FPL vorbei um sich das mal anzuschauen. Mit geschultem Blick konnte die auch gleich (nach circa einer halben Sekunde)erkennen:

Some minor contact. But no fires. I’m not gonna send out a crew for that.

Aha. Gut. Solange das Problem nicht akut ist, ist es also kein Problem. Verstehe. Immerhin hat sein Kollege den Zynismus in meiner Antwort, I guess I will call you then once the tree is on fire, verstanden – er lachte kurz.

3. Mai 2009: Brücken-Bewohner

Letzte Woche noch drüber geredet und heute schon auf der Titelseite: A life of tension, fear for sexual predators living under Miami bridge. Manchmal schon ein wenig merkwürdig, solche Zufälle. Erschreckend allerdings finde ich, dass mittlerweile so viele Leute dort leben – vor gut zwei Jahren ist der erste dort zwangs-angesiedelt worden, wenn ich mich recht entsinne.

Dazu fällt mir immer wieder ein reichlich abgenutztes Zitat ein: Man messe eine Gesellschaft daran, wie sie mit ihren schwächsten Gliedern umgeht.

6. September 2008: Kleine Abhandlung zur Ironie

Juli Zeh in ihrem Essay Krieg und auch nicht in Spiegel-Ausgabe 34/2008, über die Funktion von Ironie. Dort in Bezug auf den Umgang der Intellektuellen mit der Bundeswehr, aber das gilt auch ganz allgemein. Nicht nur in Bezug auf die Öffentlichkeit.

Wir ziehen uns Spott und Hohn wie einen Gummihandschuh über, bevor wir das Thema anfassen, als könnte man sich schmutzig machen. Ironie schafft Distanz. Sie dient als Schutzschild gegen die Abwehrsysteme der öffentlichen Meinung […] Ansonsten gilt: tarnen, täuschen, verpissen.

Das Essay in Gänze ist übrigens lesenswert. Vor allem, wenn man im Land der vermeintlich coolen und heroischen GIs verweilt.

17. Juli 2008: Kopfschmerzen

Höchst interessante Lektüre, die Spiegel-Titelgeschichte Die Sekunde Null. Und falls im August die Welt, trotz der gegenteiligen Behauptungen der wissenschaftlichen Weltelite, doch untergehen sollte, weiß man wenigstens warum.

Aber eigentlich darf man den Herren und Damen des CERN ja durchaus einiges zutrauen. Immerhin haben sie auch das WWW erdacht.