16. Januar 2010: Wiederherstellungsorgie

Zwei Jahren lief er. Nahezu ununterbrochen. Dennoch kam ich letzte Woche leider nicht mehr drumherum in neu aufzusetzen, meinen kleinen Heim-Server. Die Fehlermeldungen haben sich zuletzt arg gehäuft. Beim Aufrufen der Einstellungen in der WHS Konsole stürzte selbige immer ab. Und neue Rechner konnten auch nicht mehr eingehängt werden. Gut, dass es genau dafür eine ausgeklügelte Wiederherstellungs-Funktion gibt!

Wiederherstellung
Um den Server wieder her zu stellen, muss lediglich ein Programm von einer CD gestartet und ein wenig gewartet werden. Theoretisch jedenfalls, denn leider wurde mir stets auf neue gesagt, dass bei der Harware-Initialisierung ein Fehler aufgetreten sei. Nach einigem Hin und Her stellte sich heraus: Die getauschte CPU sowie die nachträglich hinzugefügte Festplatte waren der Grund. Die schnelle Wiederherstellung zog sich daher über insgesamt gut drei Tage hin.

Homeserver-Grundkonfiguration
Bei der Wiederherstellung wird lediglich das Betriebssystem neu installiert. Vorhandenen Daten bleiben dabei ausdrücklich erhalten. Jedenfalls wenn alles glatt geht. In meinem Fall waren alle nicht-gespiegelten Daten verloren, was jedoch nicht weiter tragisch war. Auch wenn dadurch alle Daten manuell zurück-kopiert werden mussten. Was bei einer Herstellung allerdings definitiv verloren geht sind jedwede Konfigurationen. Also mussten User wieder eingerichtet, Zugriffsrechte neu gesetzt und Computer eingebunden werden (allein die initialen Backups der beiden Windows-Clients zogen sich über fünf Stunden hin). Nicht zu vergessen das auch noch ein paar WHS-Add-Ins erneut installiert werden wollten.

Server-Konfiguration
Nachdem das alles geschafft war, ging es mit den nicht-WHS-Komponenten weiter: RADIUS-, IIS- sowie FTP-Dienste wollten aktiviert und konfiguriert werden. Und die darauf angewiesenen Clients wie zum Beispiel die Überwachungskamera mussten selbstredend auch wieder damit zusammen funktionieren. Außerdem gilt es Skripte einzuplanen und – nicht zu vergessen – die CPU sowie die zusätzliche Festplatte wollen auch wieder eingebaut werden.

Zusatz-Software
Die Ziellinie scheint in Reichweite, doch die eigentlichen Aufgaben kommen erst jetzt: zusätzliche Software muss installiert und eingerichtet werden. mControl, die Software zur Haussteuerung ist da noch das einfachste – auch wenn das Backup der Datenbank sich nicht zurück spielen lässt und somit alles manuell neu konfiguriert werden muss. BeyondTV, die PVR-Lösung hatte schon immer Treiber-Probleme die sich leider nur durch Try & Error beheben lassen (mit dutzendweise Sender-Suchläufen). Und auch hier sind dank mangelhaftem Restore alle Aufnahmekriterien manuell neu anzulegen. Da ist der letzte Schritt schon vergleichsweise simpel: Die VirtualBox-Instanzen müssen wieder als Windows-Service automatisch starten und herunterfahren.

Immerhin, nach nunmehr ziemlich genau einer Woche funktioniert alles wieder wie zuvor. Nebenbei wurde viel scheinbar entrümpelt, denn es wurden nahezu 100GB Plattenplatz frei gemacht – auch wenn sich das mit den neu aufzubauenden Backup-Versionen relativieren dürfte. Allerdings wurde vermutlich auch irgendwo etwas grundlegend aufgeräumt, denn der Server fühlt sich nicht nur schneller an, der Daten-Durchsatz ist auch von zuvor ~30MB/s auf nunmehr ~50MB/s gestiegen. Dennoch hoffe ich, dass derartiges frühstens in zwei Jahren wieder nötig wird.

3. Dezember 2009: Zurück

Vor ein paar Tagen habe ich mich doch dazu überwinden können und das Backup meiner Windows-Installation zurück gespielt. Es ist mir wirklich nicht leicht gefallen – schließlich ist mir Tux auch ein Stück weit ans Herz gewachsen. Aber die anhaltenden Abstürze durch die mangelhafte Treiber-Implementation seitens nVidia wurden mir zum Schluss schlichtweg zu häufig. Mag sein, dass die Hardware nicht optimal für eine Linux-Konfiguration ist, aber ich bin nicht gewillt neue Hardware für bessere Treiberunterstützung zu kaufen (mit Windows 7 käme ich günstiger weg). Allerdings werde ich beim nächsten Kauf durchaus darauf achten.

Apropos Windows 7: Den Schritt werde ich mir (vorerst) sparen. Beim ersten Service Pack werde ich es mir allerdings nochmals genauer anschauen.

12. November 2009: Der Zertifikate zwei

Heute konnte ich mir schon meine Zertifikate für den bestandenen MCTS herunterladen. Richtig, Plural. Denn man bekommt eine als MCTS im allgemeinen und eine als Windows Server 2008 Network Infrastructure, Configuration im besonderen:

Microsoft Certified Technology Specialist

Das ist freilich nur einen digitale Version. Eine ausgedruckte bekommt man gegen ein geringes Endgeld zugeschickt. Jetzt fehlt mir nur noch ein Büro um sie aufzuhängen.

10. November 2009: Ausgesperrt

Freitag war’s, die MCTS Vorbereitung behandelte gerade das Thema VPN, als ich auf meinem Heimserver die Routing & Remote Access Services installierte. Eben um VPN-Verbindungen in mein Heimnetz aufbauen zu können. Klappte auch wunderbar. Jedenfalls bis ich dann versucht habe das Routing zu optimieren. Geendet ist es dann in einer deaktivierten Netzwerkkarte. Bedenkt man das es sich bei dem HP MediaSmart EX475 um ein Headless-System, also einen Rechner ohne Tastatur oder Monitor-Anschluss, handelt, stellt das doch in gewisser Weise ein Problem dar. Interessanter Weise lief der auf dem System gehostete Linux-Server in seiner virtuellen Umgebung weiter – und war auch im Netz erreichbar.

Doch was tut man um den Server wiederherzustellen? Das Netzwerk funktioniert nicht, lokal anmelden ist auch keine Option. Eine USB-Netzwerkkarte benötigt Treiber und mit einer USB-Tastatur im Dunkel herumzutippen wäre auch nur eine Verzweiflungstat gewesen (obwohl mir hier das MCTS-Wissen in Sachen netsh weitergeholfen hätte). Doch eine Lösung wäre wesentlich eleganter: Die Festplatte im Server aus- und in den Desktop einbauen. Also alle andere Festplatten abgehängt, die SATA-Einstellungen angepasst (also RAID- und AHCI-Modus deaktiviert), die Systemplatte des Heimservers eingehängt, gebootet und… Erfolg!

Jedenfalls beinahe. Denn jetzt bootet das Server-System zwar auf meinem Desktop und ich kann mich auch anmelden, doch bevor man irgendetwas damit anstellen kann wird man von einem Aktivierungsbildschirm begrüsst. Klar, die Hardware unterscheidet sich signifikant und mit einem Anruf (die Netzwerkkarte funktioniert weiterhin nicht – was man zu diesem Zeitpunkt allerdings nur vermuten kann) kam ich leider auch nicht an das erhoffte Ziel: “Your Product is not supported or not genuine.”

Während ich dann so überlegte was ich denn noch tun könnte um wieder Zugriff zu erlangen, beantwortete sich die Frage quasi von selbst: Ein Internet Explorer erschien plötzlich und unerwartet. Mit einer Fehlermeldung zwar, aber es genügte mir um Zugriff auf die Systemsteuerung zu erlangen. Kaum dort angekommen wurden die Routing-Dienste komplett deaktiviert, der Rechner heruntergefahren, die Festplatte zurück gebaut und der Heimserver wieder hochgefahren. Nach einigen Minuten begrüsste er mich dann auch wieder mit einer kühl blau leuchtenden Status LED: Alles bestens.

Glück gehabt!

9. November 2009: Der Netzwerk-Spezialist

Heute habe ich den ersten Schritt zum Microsoft Certified Professional gemacht: Ich habe die Prüfung zum MS Certified Technology Specialist: Windows Server 2008 Network Infrastructure, Configuring (wer soll sich das merken) bestanden!

Auch wenn es die vermeintlich leichtere der beiden Vor-Prüfungen ist muss ich sagen: Ufz! Bill legt die Latte merklich höher als Tux. Aber das mag auch daran liegen, dass ich primär Linux-Rechner im Heimnetz betreue und der Windows Home Server auf Windows Server 2003 aufsetzt.

Ein paar Bemerkungen zum Test:

  • Die deutschen Begrifflichkeiten sind reichlich merkwürdig. Wer denkt sich sowas aus? Zumal man, im Gegensatz zur LPIC-Prüfung, eine Frage nicht Alternativ auch auf Englisch angezeigt bekommt. Die nächste Prüfung mache ich jedenfalls auf Englisch.
  • IPv6 stand durchaus im Fokus. Komplett im Gegensatz zur Aussage im Buch.
  • Und auch bei dieser Prüfung gab es wieder Inhalte, die im Buch nicht mal am Rande erwähnt wurden. Allerdings hatte ich diesmal ein offizielles Prüfungsvorbereitungsbuch – sehr enttäuschend!
  • Dafür waren inhaltlich alle Fragen korrekt. Von den Vorbereitungsfragen konnte man das ja leider nicht behaupten.

Mal schauen ob ich für den MCTS auch schon ein schickes Zertifikat bekomme. Das MCP Begrüßungspaket gibt es jedenfalls erst als erfolgreich geprüfter MCP.

8. November 2009: LPIC vs MCTS

Nach meiner erfolgreichen LPIC habe ich mich dem MCTS zugewandt. Ziel ist zwar eine MCP-Zertifizierung, aber auf dem Weg dahin hat Bill zwei Vor-Zertifizierungen gestellt. Angefangen habe ich mit dem 70-642, da es einige Teile dessen enthält, die ich erst kürzlich für die LPIC gelernt habe. Interessant sind dabei die Unterschiede zwischen beiden Ansätzen. Hier ein paar Exemplare.

  • Bei Microsoft ist der Ansatz für TCP/IP ein wenig anders. IP-Adressen werden hier in Netzwerk- und Host-IDs aufgeteilt. Derlei Terminologie fehlte bei Linux komplett – zumindest was den Host-Teil betrifft, die Netzwerk-Adresse wurde in einem etwas anderen Kontext benutzt. Allerdings ist es eine gute Grundlage für die CIDR-Notation (die übrigens die klassische Aufteilung in A-, B- und C-Netzwerke abgelöst hat, wie ich nun weiß), wenn die Definition denn auch beim Subnetting noch um die Subnet-ID erweitert werden muss.
  • IPv6 war beim LPIC kein Thema. Der MCTS wird hier konkret. Im Allgemeinem kann man sagen, dass der MCTS in Sachen Netzwerk wesentlich detaillierter ist (was allerdings auch in der Natur der Sache liegt).
  • Für das LPIC reicht es den Befehl zu kennen – Hilfe-Funktionen und manpages helfen einem bei den Parametern schließlich weiter. Das MCTS legt allerdings wert darauf, dass Kandidaten wissen das start /w ocsetup DNS-Server-Core-Role den DNS-Serverdienst installiert.
  • Dafür gibt es für die Microsoft-Prüfungen offene Prüf-Testprogramme. Ähnlich wie für den theoretischen Teil der Führerscheinprüfung (die ich hauptsächlich dich das auswendig-lernen der Fragen gemeistert habe).
  • Der gravierenste Unterschied jedoch: Sind beim LPIC Gewichtung der Themengebiete und Mindestmaß für eine erfolgreiche Zertifizierung offen gelegt, hüllt sich Microsoft hier in schweigen. In dem mitgelieferten Test-Fragen hatte ich öfters 76% – und bin damit durchgefallen.

Am besten gefällt mir jedoch die mitgelieferte Test-Umgebung. Einfach ein paar virtuelle Maschinen mit Windows Server 2008 bestücken (die 8GB RAM lohnen sich auch hierbei) und die Praxis-Aufgaben im Buch mitmachen. Das klappt nicht nur super um das soeben gelernte zu verfestigen, sondern macht auch noch Spaß!

MCTS-Vorbereitung

Unschön am Buch hingegen: Es gibt Kapitel in denen erst Gemacht und anschließend Erklärt wird. Man richtet also zum Beispiel erst eine Health Requirement Policy ein und bekommt dann anschließend erklärt was das eigentlich ist, woraus sie besteht und was sie macht – bekommt also das, was man zuvor getan hat erklärt. Umgekehrt ist es wesentlich verständlicher. In den Auflösungen zu (mindestens einer) Testfrage ist im übrigen auch eine falsche Antwort genannt (DHCP-Option 015 ist nunmal nicht der Router).

Im Allgemeinen ist es schon sehr schockierend / amüsant (je nachdem, auf welcher Seite man steht), wie oft man in den Übungen die Server der Test-Umgebung neu starten soll. IPv6 deaktiviert? Server neu starten. NetBIOS aktiviert? Server neu starten. Nicht, dass man das wirklich müsste – abgesehen von etwaigem merkwürdigen Verhalten bei der Namensauflösung – aber was soll man davon halten wenn dieses Vorgehen konsequent in den offiziellen Microsoft-Büchern beschrieben ist? Die Ausführungen über die Notwendigkeit einer Network Access Protection seien besser erst garnicht erwähnt.

29. September 2009: Den Überblick behalten

Wenn man als IT’ler viel Zeit an der Hand hat, gedeiht das Heim-Netzwerk meistens prächtig. Schließlich gibt es Unmengen an Sachen, die man schon immer mal ausprobieren wollt; jedoch nie Zeit genug dafür gefunden hat. Wenn Zeit also nicht mehr das limitierende Element ist, nimmt vieles seinen Gang. So auch bei uns zu Hause. Mit neun ganz realen Netzwerk-Clients sowie diversen virtuellen (doch dazu vielleicht später mehr) ist es schon nicht mehr wirklich ein Selbstläufer. Aber man ist ja Geek genug um auch diese Aufgaben zu automatisieren.

Nun gibt es in der weiten Welt der IT lauter schöne Tools zur Systemüberwachung. Spezial-Tools für Server, welche für Anwendungen und auch fürs Netzwerk selbst. Gemeinsam haben sie alle, dass sie meistens viel Geld kosten. Jedoch gibt es ein Tool, dass diese Aufgaben kombiniert anbietet, flexibel zu konfigurieren ist und zu alledem nichts kostet (für den Privat-Gebrauch zumindest): Manage Engine’s Application Manager.

Seit einigen Monaten habe ich es nun schon bei mir im Einsatz und bin nach wie vor davon begeistert. Ich kann alle meine Clients einbinden und individuell Schwellwerte und Benachrichtigungen konfigurieren, je nach Anforderung. Gleichzeitig kann ich die Historie verfolgen und frühzeitig erkennen wenn irgendwo ein (Speicher-)Engpass droht oder irgendwelche File-Systeme voll-laufen. Auch zur Planung der nächtlichen Jobs lässt sich die CPU- und Netzwerk-Auslastung hervorragend ablesen. Selbstredend läuft der Applications Manager wartungsfrei und ist angemessen komfortabel zu bedienen. Was will der Heim-Netzwerk-Administrator mehr?

Einzig die Möglichkeiten zur Überwachung von SAP- oder Datenbank-Systemen habe ich noch nicht getestet. Allerdings sind diese auch nicht mehr kostenlos zu haben.

2. Juni 2009: Die Suche nach den Mail-Einstellungen

Falls jemand mal in die Verlegenheit kommen sollte unter einem 64Bit-Vista nach den Outlook-Einstellungen zu suchen: Die verstecken sich unter den Additional Options des Control Panel bei den 32-bit Control Panel Items.

Logisch, eigentlich.

11. Mai 2009: Tasks abschießen

Wenn man viel mit Linux arbeitet, vermisst man ab und an schon mal eine Funktion unter Windows. In vielen Fällen gibt es allerdings ein Äquivalent – man kennt es nur nicht. Eines davon ist taskkill. Und, falls ich es mal wieder suchen sollte, so funktioniert es:

taskkill /F /FI "IMAGENAME eq VirtualBox.exe"

Das Ganze geht natürlich auch mit anderen Prozessen. Beim Namen der Prozesse hilft tasklist weiter.

1. April 2009: Shell für Bill

Wir haben hier so eine Überwachungskamera an der Haustür hängen. Eine durchaus lustige Sache, nicht nur um zu sehen wann die Post ankommen oder das Kommen und Gehen der Besucher im Auge zu behalten (oder gar die Nachbarn zu beobachten). Zumal sie eine beeindruckende Nachtsicht mit einer sehr fein einstellbaren Bewegungserkennung mitbringt (man kann sich sogar via Telnet in das dort laufende Linux einklinken).

Das Problem bei all der schönen Überwachung sind allerdings die anfallenden Datenmengen. Zwar wird alles brav mit Mpeg-4 komprimiert, trotzdem kommen schnell einige GB(Gigabyte) damit zusammen. Und da ich leider des öfteren vergesse dort regelmäßig zu entrümpeln, habe ich mich heute einmal daran gemacht das Löschen der überflüssigen Bits und Bytes zu automatisieren.

Da die Daten der Kamera via FTP auf meinem Heimserver abgelegt werden, musste also eine Windows-konforme Lösung her. Doch wie tut man das, wenn eine Batch-Datei dabei an ihre Grenzen kommt? Ganz recht: Mit der PowerShell. Gehört hatte ich von ihr schon zuvor, allerdings bis heute noch nie benutzt. Und ich muss sagen: Tolle Sache! In nicht mal einer halben Stunde war ich in der Lage die PowerShell zu installieren, ein passendes Script zusammenzustellen, es zu testen und anschließend einzuplanen.

PowerShell:
Get-ChildItem -incl '*.mp4' -path 'd:\shares\users\axis\*'|
?{$_.LastWriteTime -lt (get-date).AddDays(-7) -and !$_.PSIsContainer}|
remove-item -whatif

Ich zeige mich beeindruckt und ziehe den Hut, Herr G.!