4670 Tage zuvor: Virtuelles ganz physisch

Im Rahmen eines neuerlichen ASUG Florida Chapter Meeting gab es heute eine zutiefst interessante Rechenzentrums-Tour zu sehen: Bei Terremark direkt hier in Miami. Kannte ich das Unternehmen bis vor ein paar Tagen selbst noch nicht, bin ich nun umso mehr von dem beeindruckt, was in ihren Wänden statt findet.

Als Tier-IV Knoten des Internets laufen hier, in Wurfweite der American Airlines Arena die Unterseekabel von circa 160 Telekommunikationsunternehmen zusammen. Die Deutsche Telekom landet hier genauso an wie der Rest Europas. Oder komplett Südamerika. Daher stehen hier auch einige von Verisigns Rootserver für die .com und .net Domains sowie einige der ICANN-Rootserver für .gov und .edu. Und, das muss man durchaus so sagen: Sie sehen verdammt gut aus! Ist der normale Server dazu verdammt sein Dasein in einer anonymen grauen Kiste in einem dunklen Raum zu fristen, sind die Rootserver hübsch angestrahlt und hinter Glasscheiben zur Schau gestellt. Inklusive Status-Monitor mit aktueller Anzahl an DNS-Abfragen pro Sekunde.

Allerdings stelle ich mir jetzt doch noch die Frage, warum meine Verbindungen gen Deutschland nicht über Miami direkt nach Deutschland geroutet werden, sondern den Umweg über Washington gehen:

Tracing route to www.t-online.de [62.153.159.92]
over a maximum of 30 hops:

1 <1 ms <1 ms <1 ms shar.selune [172.16.0.8]
2 8 ms 12 ms 9 ms 10.156.0.1
3 10 ms 22 ms 12 ms 172.23.80.81
4 14 ms 10 ms 9 ms 172.23.80.1
5 25 ms 25 ms 24 ms xe-5-0-0.edge2.Miami1.Level3.net [4.59.84.49]
6 31 ms 32 ms 36 ms ae-32-52.ebr2.Miami1.Level3.net [4.69.138.126]
7 28 ms 58 ms 30 ms ae-2-2.ebr2.Atlanta2.Level3.net [4.69.140.142]
8 * * 45 ms ae-63-60.ebr3.Atlanta2.Level3.net [4.69.138.4]
9 55 ms 55 ms 67 ms ae-2-2.ebr1.Washington1.Level3.net [4.69.132.86]

10 57 ms 77 ms 48 ms ae-61-61.csw1.Washington1.Level3.net [4.69.134.1
30]
11 44 ms 60 ms 47 ms ae-14-69.car4.Washington1.Level3.net [4.68.17.6]

12 63 ms 50 ms 41 ms 62.156.139.129
13 148 ms 135 ms 140 ms ulm-ea3-i.ULM.DE.NET.DTAG.DE [62.154.58.125]
14 152 ms 139 ms 137 ms 80.156.161.42
15 162 ms 155 ms 138 ms www.t-online.de [62.153.159.92]

Trace complete.

Auf der anderen Seite gibt es hier aber auch einen der drastischsten Gegensätze, die ich bislang sehen musste. Findet in den Wänden diese dedizierten Internet-Knotenpunkts Hightech aus aller Herren Ländern Verwendung, ist also sozusagen die Inkarnation der ersten Welt dort zu Hause, ist an der Rückseite des Gebäudes der Treffpunkt der ärmsten der Armen, die Miami zu bieten hat. Zwischen den den Überresten ihrer Existenz sitzen sie dort zu Dutzenden und harren mit ihrem Schicksal. Ein merkwürdiges Gefühl.

4818 Tage zuvor: SAP-netzwerken in Florida

Das war also das ASUG FL Chapter Meeting 2009. Interessante Sache. Wenn auch aus der Sicht der täglichen Arbeit nicht unbedingt hilfreich, hat es mir zumindest in meiner momentanen Situation geholfen ein wenig an Aktualität zu gewinnen. Und Kontakten. Von den fünf offiziellen Vorträgen (es gab auch noch ein Abend-Programm für die lokalen Mitglieder) habe ich mir zwar nur die drei interessanteren angehört, aber aus denen konnte ich zumindest auch etwas mitnehmen.

So hat Roland Moore, seines Zeiches CIO der Orange County Public Schools und bekennender Data-Geek, gezeigt wie er in der Krise die vorhandene Analyse der Geschäftsprozesse nutzt um gezielt die Projekte anzugehen, die mittelfristig zu Einsparungen im Etat führen. Das hat natürlich mit SAP nur bedingt etwas zu tun, aber zeigte wie BPM dazu genutzt werden kann Management-Entscheidungen transparenter zu gestalten. Außerdem hatte er auch eine schöne Aussage zu SAP-(RollOut)-Projekten im Allgemeinen:

It looks hard in the beginnig. It is hard while you are doing it. And guess what? It does not get any easier.

Anschließend hat David Aschenbach, DB2-Verkaufsleiter für IBM, die Vorteile von DB2 in Bezug auf SAP-Installationen erläutert. Man muss zwar kein Hellseher sein um die Argumente eines Verkäufers kritisch zu hinterfragen, aber die Aussage das eine SAP-Installation um 40% schneller, 50% kleiner und obendrein noch wesentlich günstiger wird – nur durch einen Wechsel der DB-Plattform – macht die Sache doch interessant. Wird Zeit, dass ich mir eine DB2-Installation zulegen um ein wenig damit herum zuspielen. Schließlich ist DB2 seit nunmehr geraumer Zeit auch die strategische DB-Plattform für SAP selbst (die seinerzeit ihre 1200 SAP-Installationen in einem Aufwasch von Oracle auf DB2 umgestellt haben, inklusive Unicode-Umsetzung und SAP-Upgrade).

Außerdem gab es noch einen Vortrag über den Visual Composer im Allgemeinen und dessen Einsatz bei Siemens im speziellen. Viel mitzunehmen gab es hier jedoch nicht, außer das es offenbar nicht sehr empfehlenswert ist – zum Beispiel gibt es keinerlei nennenswerte Dokumentation.

4832 Tage zuvor: Virtuelle Nachlese

Doch was gab es mitzunehmen? Nicht viel, von einem technischen Standpunkt aus betrachtet. SAP Business Objects ist das neue (alte) Maß der Dinge. Der Aspekt geht immer mehr weg von der Technologie hin zu den Prozessen und dem Mehrwert für die Unternehmen – gerade in diesen Zeiten wird Software ja nicht mehr eingesetzt weil sie in ist, sondern weil man sich davon Einsparungen erhofft. So bleibt es, technisch betrachtet, erst einmal ruhig an der SAP-Front. Die großen Dinge bewegen sich an der Oberfläche.

Angehört habe ich mir Vorträge über Business Performance Management von James Fisher (SAP Labs), die technischen Aspekte in SAP CRM von Stephen Johannes (Bunge North America), die virtuelle Teams im SAP-Support von Margaret Anderson (SAP Labs), ein Einführungs-Szenario bei Kyphon/Medtronic, Basis-Support und SAP Technologie von Daniel Wilhelms (Symmetry Corporation), die technischen Anforderungen an einen ERP6.0-Upgrade von Lan Blake (SAP) sowie einen über das Management von IT-Investments von Sharad Nagaich (Deloitte & Touche) und Naveen Srivastava (SAP Labs India).

Vieles von alldem war jedoch nichts umwerfend Neues. Vor allem den Vortrag über virtuelle Teams hätte ich schon fast selbst halten können – schließlich wurde dies bereits 2000 von Deborah Duarte und Nancy Snyder im Buch Mastering Virtual Teams (übrigens sehr empfehlenswert) beschrieben. Interessant waren die Vorträge dennoch, zumalbin ich nach wie vor dabei bin mich in das Themengebiet wieder tiefer einzuarbeiten.

Am besten gefiel mir jedoch der Vortrag von Daniel Wilhelms über SAP Technologie. Weniger wegen der Technologie als solcher (der Vortrag war dazu gedacht dem Management die Funktionsweise von SAP samt Servern, Datenbank, Backups-Szenarien und Ausfallsicherheit näher zubringen), sondern wegen seiner Standpunkte über die Aufgaben eines Basis-Administrators (abgesehen vielleicht von der Aussage It’s a Basis-Problem until proven otherwise). Im Zufolge werden selbst in der momentanen Krise Basis-Kenntnisse Hände-ringend gesucht. Was man wohl auch an der Karriere-Seite seiner Firma ablesen kann. Inhaltlich hat zwar auch dieser Vortrag nichts neues geboten, aber zumindest hat er mich darin bestärkt technisch noch auf der Höhe der Zeit zu sein.

4833 Tage zuvor: ASUG und die virtuelle Messe

Heute also ist der erste Tag der ASUG Virtual Education Summit. Eine Veranstaltung, bei der Vorträge über SAP gehalten werden, frei für jeden registrierten Teilnehmer. Der Fokus liegt dabei, klar, auf dem nordamerikanischen Raum, aber wie so vieles in diesen Zeiten sind die geographischen Grenzen auch hier nicht mehr wirklich erkennbar.

Aber wie ist das Event so? Ein Login war ab 10:15h (um 10:30h startete die Eröffnungsrede) nicht mehr möglich. Die Server waren schlichtweg überlastet – bei gerade mal knapp über 300 Teilnehmern. Hartnäckigkeit hat sich jedoch auch hier ausgezahlt und so konnte ich die zeit-versetzte Aufnahme des Live-Streams (TiVO lässt grüßen) verlustfrei verfolgen. Und Vorspulen, denn nicht alle Teile der Eröffnungs-Keynote von Rob Enslin waren wirklich interessant.

Leider zogen sich diese Probleme anschließend weiter wie ein roter Faden durch den gesamten Webauftritt. Zwanzig bis dreißig Minuten vor Beginn der ersten Session schwollen die Wartezeiten auf eine Antwort des Webservers ins Unermessliche an. Hatte man erst einmal sich in einen Raum begeben waren die Chancen groß anschließend nicht wieder heraus zu kommen. Schade, denn so war es schlichtweg unmöglich die Stände der teilnehmenden Unternehmen zu besuchen (und dadurch neue Kontakte zu knüpfen). Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt auch schon nahezu 1000 User angemeldet. Hatte man sich jedoch erst einmal in eine Session eingeklinkt, lief diese auch sehr stabil.

Mittlerweile halten sich die Wartezeiten auch eher in Grenzen. Mal schauen wie es sich weiterentwickelt wenn demnächst die nächsten Sessions starten.

Update
Die anfänglichen Probleme lagen übrigens an einem Bandbreiten-Engpass beim Anbieter der Web-Plattform und wurden noch am selben Tag gelöst.