1798 Tage zuvor: Impressionen eines Touristen

Unterschiede zwischen den USA gibt es noch und nöcher. Und selbst nach über fünf Jahren fallen mir immer noch nahezu täglich neue Merkwürdigkeiten auf. Bei meinem Urlaub in Deutschland fiel mir nun umgekehrt so einiges auf – Dinge, die ich entweder vergessen oder seinerzeit nie bewusst wahrgenommen habe. Eine durchaus amüsante Erfahrung; und dabei meine ich noch nicht einmal die eigentlich offensichtlichen Sache wie Synchronsprecher im Fernsehen, pünktliche Busse und Bahnen oder das kalte, regnerische Wetter.

Das Erste was mir bewusst auffiel war all das Grün. Alles ist grün! Und dabei, im wahrsten Sinne des Wortes, malerisch schön! Sicher, das klingt abgedroschen und wird häufig gesagt ohne das man es Ernst nimmt, aber es ist in der Tat so. Während meiner Zugfahrten habe ich häufiger gemerkt wie ich aus dem Fenster gestarrt und die Landschaft genossen habe. Schnellzüge wie der ICE sind übrigens noch so eine neumodische Erfindung, die mich echt beeindruckt haben (obwohl ich zweifelsfrei diverse Tage/Wochen meines Lebens in ihnen verbracht habe). Das Bord-Restaurant des ICE ist übrigens, wie ich einmal wieder feststellen musste, die mit Abstand angenehmste Art des Reisens.
Wie so vieles andere hat auch das viele Erinnerungen hervor gebracht, an die man schon lange nicht mehr gedacht hat. Zum Beispiel das ich früher nahezu jeden dritten Fahrgast auf der ICE-Strecke Hannover-Karlsruhe vom sehen her kannte. Aber auch das Spazieren durch die Hannoversche Innenstadt brachte mich ob der vielen Erinnerungen (mein erstes Bier, der merkwürdige Computer-Einzelhändler, Punks im Allgemeinen) des öfteren zum schmunzeln.

Eine Sache, die ich gar nicht bewusst vermisst hatte, waren die Straßen-Cafés. Ganz in alte Routinen verfallend stellte ich erst fest wie angenehm es ist dort zu sitzen, Kaffee zu trinken und die Passanten zu beobachten. Oder auch Zeitung zu lesen. Ein wirklich entspannender Zeitvertreib den ich ganz unbewusst wieder aufgegriffen habe. Wenn es mir auch mit einem leichten Sonnenbrand gedankt wurde (ja, dafür reicht die Sonne in Deutschland durchaus aus!). Im Übrigen fand ich das Wetter, abgesehen von den ersten kalten Tagen, wirklich herrlich – schließlich wird es Nachts angenehm kühl anstatt stickig und heiß zu bleiben. Ein interessanter Unterschied war auch das die Leute in Deutschland weniger laut sind – klingt nach Klischee, ist aber doch wörtlich zu nehmen: Nicht nur wird durchaus leiser gesprochen, man ist auch weniger gestikulierend während einer Unterhaltung. Spielzeugläden haben auch einen sehr positiven Eindruck hinterlassen; wenn ich auch nicht genau zu sagen vermag warum. Vermutlich weil sie nicht diesen hier so typischen Lagerhaus-Charme versprühen.

Richtiggehend geschockt haben mich allerdings zweierlei Dinge: Besoffene 16-jährige in einem Biergarten sowie die vielen, vielen Menschen die zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs sind. Beides ist hierzulande quasi unvorstellbar. Nur um das fest zu halten: Biergärten sind immer noch eine tolle Sache und das Bier schmeckt in Deutschland auch wesentlich besser als alles hier verfügbare. Allerdings war der Anblick sich hemmungslos in der Öffentlichkeit besaufender Minderjähriger trotz Spring-Break Erfahrungen recht merkwürdig. Mag etwas damit zu tun haben das hierzulande Alkohol nur in bestimmten Geschäften und dort auch nur bis 22:00h Abends gekauft werden darf – ab 21 Jahren.

Vollkommen Unerwartet hat mich auch das fehlen jedweden öffentlichen, freien Internet-Zugangs getroffen. Ich dachte mittlerweile wäre so etwas eine Selbstverständlichkeit – Miami Beach hat selbigen flächendeckend seit etlichen Jahren. Scheinbar ist dem in Deutschland nicht so. Enttäuschungen gab es auch beim Essen: All das, worauf ich mich so häufig gefreut hatte, konnte leider nicht meinen Erwartungen gerecht werden. Seien es die zahlreichen Bratwürste (einzige Ausnahme ist die Grobe Bratwurst aus einer Kölner Schlachterei), der Döner (zugegeben aus dem falschen Laden), die Currywurst-Pommes, die Fischbrötchen oder die Mettwurst (das Zwiebelfleisch war jedoch eine Offenbarung) – alles hat in der Erinnerung wesentlich besser gemundet. Dafür waren Gyros, Souflaki und Suzuki umso besser.

Dennoch, es hat Spaß gemacht. Auch wenn es zu stressig war um als Urlaub durchzugehen ist es sicherlich einen Wiederholung wert. Mal sehen wann es das nächste Mal klappt!

3624 Tage zuvor: Dinge, die zu erledigen waren

Es gibt ja immer wieder Momente, in denen man sich fragt: Warum habe ich eigentlich nie XYZ gemacht? Sehr beliebt ist auch die Variante: Wieso war ich eigentlich nie in ZYX?

In Hannover gäbe es da noch so einige offene Sachen. Und damit genau dies nicht auf Karlsruhe zutrifft, habe ich in den letzten 10 Tagen einige Punkte abgehakt:

  • Das ZKM besuchen.
  • Den Rhein begutachten, mit dem Fahrrad.
  • Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.
  • Fotos der interessantesten, prägensten Orte machen.

Damit kann ich nun also bedenkenlos in die Zukunft schauen und mich auf neue Herausforderungen einstellen. Ein sehr befreiendes Gefühl.

3645 Tage zuvor: Kamuna

Nein, Kamuna ist keine 68er-WG. Vielmehr ist es die Karlsruher Museums Nacht, die am kommenden Wochenende einmal mehr stattfindet. Dieses mal ist das erste Mal mit mir, denn ich habe es tatsächlich geschafft am betreffenden Wochenende auch hier zu verweilen. Umso eindrucksvoller finde ich, dass ich dadurch dann auch wirklich mal die Ausstellungen im ZKM begutachten kann (Zuse 22-Vorführung inklusive) – habe ich doch erst vor anderthalb Wochen noch Herrn P. mein Leid diesbezüglich geklagt, noch nie wirklich etwas dort drinnen gesehen zu haben. Hat sonst noch jemand Interesse?

Update
Bei dem freien Eintritt war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens. Aber die acht Euro für ein Ticket sind auch noch zu verkraften.

3649 Tage zuvor: Dual-Kino

Neulich haben wir, also ich und meine Angetraute, beschlossen ins Kino zu gehen. Das war letzten Monat. Nun, mittlerweile trennt uns zwar ein Ozean, aber das hat uns nicht daran gehindert den Plan heute in die Tat umzusetzen. Als also in Miami Beach I Now Pronounce You Chuck and Larry gezeigt wurde (Kommentar: “interessant”), saß ich hier in Karlsruhe auch im Kino um, wie Homer so treffend gesagt hat, für etwas zu bezahlen was man im Fernsehen umsonst haben kann. Aber was tut man nicht alles um die Kinogutscheine endlich mal los zu werden. Besagter Gutschein lag ja auch erst seit zwei Jahren bei mir herum.

Simpsons - The movie

Was soll man nun von diesem Streifen halten? Sicherlich keine geistigen Höhenflüge, soviel steht schonmal fest. Aber der Film weiß genau mit der Art Humor zu begeistern, die einen auch schon immer im Fernsehen fasziniert hat: Derb und absurd mitunter aber auch feinsinnig oder subtil. Ergo: Prädikat kurzweilig.

Update
Beim Spiegel-Online gibt es jetzt auch einen interessanten Artikel aus einer anderen Perspektive dazu.

3744 Tage zuvor: Es ist Sommer

Ja, der Sommer ist wohl Ende April nun wirklich spruchreif. Ein kleiner Ausflug mit dem Fahrrad in den Karlsruhe Schlossgarten hat mich zu der Überzeugung gebracht, dass ich nicht der einzige bin, der das so sieht:

Sommer im Schlosspark

Allerdings gibt es dabei nicht nur die Sonnenseiten, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn auf dem heimischen Balkon erwartete mich ein Sommergruß ganz anderer Art:

Yikes!

Da stelle ich mir doch glatt die Frage: Was macht man denn da? Ein kurzes Googlen brachte leider keine Hilfe. Ich werde wohl morgen mal bei der Feuerwehr anrufen…

3799 Tage zuvor: Live in Concert: Amplifier

Gestern Abend also ging es zu Amplifier im hiesigen Substage. Nachdem ich ich im Vorfeld bereits kurz darüber geärgert habe das ich die Ohrstöpsel vergessen habe, hat ein kleiner, auf unauffällig rotem Papier gedruckter Vermerk über die wahnsinnige Lautstärke, mir das dann auch direkt wieder vor Ort in Erinnerung gerufen. Aber Entwarnung: Trotz nächtlichem Piepen in den Ohren war es nicht unerträglich laut. Vielmehr wurde es dem druckvollen und abwechslungsreichen Sound sehr gerecht, dass es ein wenig wirkungsvoller zur Sache ging. Und der Gig war wirklich sehr gelungen! Wäre ich nicht vorher schon von der Band überzeugt gewesen – sie hätte mich an diesem Abend bekehrt. Das kann allerdings auch durchaus auch daran liegen, dass sie während ihres 130-Minuten Gigs jedes mir lieb gewonnene Lied gespielt haben. Oder auch an den kleinen, lustigen Einlagen zwischen den Liedern ( He breaks a bus on every tour we make. And guess what happened yesterday? ). Ich bin also begeistert und kann die Band nach wie vor nur jedem ans Herzen legen, der Progressive-Rock mit Metall-Elementen nicht abgeneigt ist.

Amplifier im Substage

Hier noch die Playlist:

Airborne
Motorhead
Procedures
Panzer
Post Acid Youth
Hymn
O Fortuna
Old Movies
Consultancy
Strange Seas
Neon
One Great Summer
On/Off

Scarecrows
Glory Electricity

UFOs

3809 Tage zuvor: Amplifier - insider

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, habe ich mir vor einiger Zeit das Album insider von Amplifier zugelegt. Nach dem ersten Hören war ich allerdings ein wenig enttäuscht, denn der Drive der Stücke war nicht das, was ich erwartet hatte. Doch ich habe mich, auch in Vorbereitung auf das Konzert im Substage nächsten Sonntag, noch weiter mit dem Album beschäftigt.

Gut, dass ich es getan habe. Denn nach einigen Proberunden muss ich sagen, dass das Album durchaus kraftvoll klingt. Vor allem das dem Album seinen Namen leihende Insider klingt melodisch und zielstrebig. Aber das trifft beinahe ausnahmslos auf alle anderen Lieder des Albums zu. Auch, wenn man anmerken muss das die Lieder sich nicht tiefgreifend voneinander unterscheiden. Einzige erwähnenswerte Ausnahme bildet hier What is Music?, das seinen ganz individuellen Weg geht und dabei mitzureißen versteht. Das schafft so ansonsten nur noch Map of an imaginary place.

Um es kurz zu fassen: Wer Amplifier mag darf ruhig reinhören.

3820 Tage zuvor: Das Alter und so...

Heute also war es so weit. Premiere, sozusagen:

Ü25-Party

Eigentlich dachte ich ja mir bliebe die Schmach dieses Jahr noch erspart. Reichlich ernüchternd. Und Nein, ich will nicht hingehen – und das hat nicht mal was mit dem Hintergrund der Feier zu tun.

3843 Tage zuvor: Obskurer Straßenschmuck

Da fährt man mal ein wenig die Gegend erkunden und was entdeckt man? Merkwürdige Gebräuche der Eingeborenen. Heute war es Wäsche, die über die Straßen gespannt wurde. Im ganzen Ort. Der war zwar nicht umwerfend groß, aber da kommt schon was an Wäsche bei zusammen.

Wäsche-waschen

Ich kann mich noch grob daran erinnern mal etwas über diesen Brauch gelesen zu haben, aber es will mir momentan weder einfallen, noch kann ich dazu etwas finden. Sobald ich schlauer bin, werde ich die Erkenntnisse mitteilen.

Nachtrag
Der Brauch hat wohl etwas mit der Fasnet, der lokalen Ausprägung des Fasching zu tun. Wieso, Weshalb, oder Warum konnte mir zwar keiner beantworten, aber es ist ein willkommener Grund mehr von derlei Sachen Abstand zu nehmen.

3845 Tage zuvor: Hingehen?

Diesmal hab ich es tatsächlich rechtzeitig gesehen: Amplifier spielen am 25. Februar im hiesigen Substage. Fragt sich nur noch, ob ich hingehen werde – alleine ist ja nun auch irgendwie doof. Die Musik ist jedenfalls auch nach nochmaligen Nach-Hören immer noch hörbar.

Amplifier - insider

Wie ich dabei dann direkt feststellen konnte, gibt es von denen auch noch ein neues Album, “insider”. Da stelle ich die Entscheidung doch erst einmal hinter das Probe-Hören desselbigen an.

3884 Tage zuvor: Mal wieder was verpasst

Wieso bekommt man die interessanten Sachen eigentlich immer erst im Nachhinein mit?

Cuba Missouri: This years lucky charms

Vielleicht sollte man doch öfter mal einen Blick in das Stadtwiki werfen. Das aktuelle Album, This years lucky charms, ist übrigens nach wie vor empfehlenswert.

3893 Tage zuvor: 3:0 für Karlsruhe

Einer der Praxis-nahen und zugleich ungemein beruhigenden Hinweise meines Fahrlehrer war seinerzeit, dass man in der Innenstadt grundsätzlich nicht sein Geld in Parkuhren oder Parkscheinautomaten stopfen sollte. Er meinte, seine Erfahrung haben ihm gezeigt das sich ein Bußgeldbescheid ab und an voll und ganz rechne. Sieben Jahre später, nach eigenen Erfahrungen in und um Hannover, musste ich ihm im Nachhinein beipflichten – auf circa 10 Regel-verstoßende Parkvorgänge kam ein Strafzettel. Bares Geld!

Nun, solche Weisheiten scheinen mit den jeweiligen Begebenheiten in direktem Zusammenhang zu stehen, denn heute flatterte glatt der dritte Überweisungsträger der Stadt Karlsruhe ins Haus – der dritte bei dreimaligem Falschparken.

3905 Tage zuvor: Das ZKM und die Hörspieltage

Eine Besonderheit an Karlsruhe ist ja, jedenfalls wenn man zum Beispiel dem Kultur Spiegel Glauben schenken darf, das Zentrum für Kunst und Medientechnologie. Vor etlichen Jahren, als ich noch nicht wusste dass es mich mal ins Badische verschlagen würde, war ich dort auf einem Kongress. Seinerzeit, um genau zu sein als ich morgens ins Auto einstieg, war ich mir nicht mal darüber im Klaren wo in Deutschland Karlsruhe liegt (nach der stundenlangen Fahrt hatte ich zumindest eine Ahnung). Dieser Besuch war jedenfalls zugleich mein erster und (bis gestern) letzter in dem auffallenden Bau. Eine ansehnliche Leistung, bedenkt man das dort mitunter interessante Ausstellungen nunmehr direkt vor der Haustür stattfinden.

Gestern jedenfalls war ich dann wieder dort. Ein Freund war zu Besuch und wir schauten wegen der ARD Hörspieltage dort vorbei. Leider stellten wir erst im Nachhinein fest, dass das Programm einige hörenswerte Programmpunkte enthielt. Und für eine dieser Vorführung kamen wir denn auch einige Stunden zu spät. Aber auch so ist das ZKM ein faszinierender Ort, an dem es viel zu entdecken gibt. Allein der Verkaufsladen enthält eine Anzahl faszinierender Bücher, die ich auf so kleinem Raum nicht für möglich gehalten hätte. Nun, ich werde es mir merken und demnächst nochmals vorbei schauen – und mir dann vielleicht auch eine Eintrittskarte für den Museumsbereich gönnen.

3908 Tage zuvor: Totgestunken

Ein Treffen in gemütlicher Runde, bei netter Atmosphäre und mit feinen Leuten. Spaß gemacht hat es, mal wieder. Doch was ist das für ein Gestank, als man nach Hause kommt? Ganz recht, alle Kleider stinken zum Himmel – denn unter genau diesem konnte man, ganz im Gegensatz zum Sommer, witterungsbedingt leider nicht mehr sitzen. Daher geht man rein, in die Räucherbude.

Die Bundesregierung will mit dem Bundestag zügig ein Rauchverbot für öffentliche Räume und Gaststätten auf den Weg bringen.

Zeit wäre es. Man überlegt sich tatsächlich schon ob man nicht lieber draußen friert statt drinnen totgestunken zu werden. Allerdings denkt unser hochwohlgeschätzter Bundesverbraucherminister bei dem Verbot eher an eine andere Klientel: Die, meist selbst wie ein Schlot rauchenden, Bedienungen.