1918 Tage zuvor: Impressionen eines Touristen

Unterschiede zwischen den USA gibt es noch und n√∂cher. Und selbst nach √ľber f√ľnf Jahren fallen mir immer noch nahezu t√§glich neue Merkw√ľrdigkeiten auf. Bei meinem Urlaub in Deutschland fiel mir nun umgekehrt so einiges auf – Dinge, die ich entweder vergessen oder seinerzeit nie bewusst wahrgenommen habe. Eine durchaus am√ľsante Erfahrung; und dabei meine ich noch nicht einmal die eigentlich offensichtlichen Sache wie Synchronsprecher im Fernsehen, p√ľnktliche Busse und Bahnen oder das kalte, regnerische Wetter.

Das Erste was mir bewusst auffiel war all das Gr√ľn. Alles ist gr√ľn! Und dabei, im wahrsten Sinne des Wortes, malerisch sch√∂n! Sicher, das klingt abgedroschen und wird h√§ufig gesagt ohne das man es Ernst nimmt, aber es ist in der Tat so. W√§hrend meiner Zugfahrten habe ich h√§ufiger gemerkt wie ich aus dem Fenster gestarrt und die Landschaft genossen habe. Schnellz√ľge wie der ICE sind √ľbrigens noch so eine neumodische Erfindung, die mich echt beeindruckt haben (obwohl ich zweifelsfrei diverse Tage/Wochen meines Lebens in ihnen verbracht habe). Das Bord-Restaurant des ICE ist √ľbrigens, wie ich einmal wieder feststellen musste, die mit Abstand angenehmste Art des Reisens.
Wie so vieles andere hat auch das viele Erinnerungen hervor gebracht, an die man schon lange nicht mehr gedacht hat. Zum Beispiel das ich fr√ľher nahezu jeden dritten Fahrgast auf der ICE-Strecke Hannover-Karlsruhe vom sehen her kannte. Aber auch das Spazieren durch die Hannoversche Innenstadt brachte mich ob der vielen Erinnerungen (mein erstes Bier, der merkw√ľrdige Computer-Einzelh√§ndler, Punks im Allgemeinen) des √∂fteren zum schmunzeln.

Eine Sache, die ich gar nicht bewusst vermisst hatte, waren die Stra√üen-Caf√©s. Ganz in alte Routinen verfallend stellte ich erst fest wie angenehm es ist dort zu sitzen, Kaffee zu trinken und die Passanten zu beobachten. Oder auch Zeitung zu lesen. Ein wirklich entspannender Zeitvertreib den ich ganz unbewusst wieder aufgegriffen habe. Wenn es mir auch mit einem leichten Sonnenbrand gedankt wurde (ja, daf√ľr reicht die Sonne in Deutschland durchaus aus!). Im √úbrigen fand ich das Wetter, abgesehen von den ersten kalten Tagen, wirklich herrlich – schlie√ülich wird es Nachts angenehm k√ľhl anstatt stickig und hei√ü zu bleiben. Ein interessanter Unterschied war auch das die Leute in Deutschland weniger laut sind – klingt nach Klischee, ist aber doch w√∂rtlich zu nehmen: Nicht nur wird durchaus leiser gesprochen, man ist auch weniger gestikulierend w√§hrend einer Unterhaltung. Spielzeugl√§den haben auch einen sehr positiven Eindruck hinterlassen; wenn ich auch nicht genau zu sagen vermag warum. Vermutlich weil sie nicht diesen hier so typischen Lagerhaus-Charme verspr√ľhen.

Richtiggehend geschockt haben mich allerdings zweierlei Dinge: Besoffene 16-j√§hrige in einem Biergarten sowie die vielen, vielen Menschen die zu Fu√ü oder per Fahrrad unterwegs sind. Beides ist hierzulande quasi unvorstellbar. Nur um das fest zu halten: Bierg√§rten sind immer noch eine tolle Sache und das Bier schmeckt in Deutschland auch wesentlich besser als alles hier verf√ľgbare. Allerdings war der Anblick sich hemmungslos in der √Ėffentlichkeit besaufender Minderj√§hriger trotz Spring-Break Erfahrungen recht merkw√ľrdig. Mag etwas damit zu tun haben das hierzulande Alkohol nur in bestimmten Gesch√§ften und dort auch nur bis 22:00h Abends gekauft werden darf – ab 21 Jahren.

Vollkommen Unerwartet hat mich auch das fehlen jedweden √∂ffentlichen, freien Internet-Zugangs getroffen. Ich dachte mittlerweile w√§re so etwas eine Selbstverst√§ndlichkeit – Miami Beach hat selbigen fl√§chendeckend seit etlichen Jahren. Scheinbar ist dem in Deutschland nicht so. Entt√§uschungen gab es auch beim Essen: All das, worauf ich mich so h√§ufig gefreut hatte, konnte leider nicht meinen Erwartungen gerecht werden. Seien es die zahlreichen Bratw√ľrste (einzige Ausnahme ist die Grobe Bratwurst aus einer K√∂lner Schlachterei), der D√∂ner (zugegeben aus dem falschen Laden), die Currywurst-Pommes, die Fischbr√∂tchen oder die Mettwurst (das Zwiebelfleisch war jedoch eine Offenbarung) – alles hat in der Erinnerung wesentlich besser gemundet. Daf√ľr waren Gyros, Souflaki und Suzuki umso besser.

Dennoch, es hat Spaß gemacht. Auch wenn es zu stressig war um als Urlaub durchzugehen ist es sicherlich einen Wiederholung wert. Mal sehen wann es das nächste Mal klappt!

3744 Tage zuvor: Dinge, die zu erledigen waren

Es gibt ja immer wieder Momente, in denen man sich fragt: Warum habe ich eigentlich nie XYZ gemacht? Sehr beliebt ist auch die Variante: Wieso war ich eigentlich nie in ZYX?

In Hannover gäbe es da noch so einige offene Sachen. Und damit genau dies nicht auf Karlsruhe zutrifft, habe ich in den letzten 10 Tagen einige Punkte abgehakt:

  • Das ZKM besuchen.
  • Den Rhein begutachten, mit dem Fahrrad.
  • Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.
  • Fotos der interessantesten, pr√§gensten Orte machen.

Damit kann ich nun also bedenkenlos in die Zukunft schauen und mich auf neue Herausforderungen einstellen. Ein sehr befreiendes Gef√ľhl.

3765 Tage zuvor: Kamuna

Nein, Kamuna ist keine 68er-WG. Vielmehr ist es die Karlsruher Museums Nacht, die am kommenden Wochenende einmal mehr stattfindet. Dieses mal ist das erste Mal mit mir, denn ich habe es tats√§chlich geschafft am betreffenden Wochenende auch hier zu verweilen. Umso eindrucksvoller finde ich, dass ich dadurch dann auch wirklich mal die Ausstellungen im ZKM begutachten kann (Zuse 22-Vorf√ľhrung inklusive) – habe ich doch erst vor anderthalb Wochen noch Herrn P. mein Leid diesbez√ľglich geklagt, noch nie wirklich etwas dort drinnen gesehen zu haben. Hat sonst noch jemand Interesse?

Update
Bei dem freien Eintritt war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens. Aber die acht Euro f√ľr ein Ticket sind auch noch zu verkraften.

3769 Tage zuvor: Dual-Kino

Neulich haben wir, also ich und meine Angetraute, beschlossen ins Kino zu gehen. Das war letzten Monat. Nun, mittlerweile trennt uns zwar ein Ozean, aber das hat uns nicht daran gehindert den Plan heute in die Tat umzusetzen. Als also in Miami Beach I Now Pronounce You Chuck and Larry gezeigt wurde (Kommentar: “interessant”), sa√ü ich hier in Karlsruhe auch im Kino um, wie Homer so treffend gesagt hat, f√ľr etwas zu bezahlen was man im Fernsehen umsonst haben kann. Aber was tut man nicht alles um die Kinogutscheine endlich mal los zu werden. Besagter Gutschein lag ja auch erst seit zwei Jahren bei mir herum.

Simpsons - The movie

Was soll man nun von diesem Streifen halten? Sicherlich keine geistigen H√∂henfl√ľge, soviel steht schonmal fest. Aber der Film wei√ü genau mit der Art Humor zu begeistern, die einen auch schon immer im Fernsehen fasziniert hat: Derb und absurd mitunter aber auch feinsinnig oder subtil. Ergo: Pr√§dikat kurzweilig.

Update
Beim Spiegel-Online gibt es jetzt auch einen interessanten Artikel aus einer anderen Perspektive dazu.

3864 Tage zuvor: Es ist Sommer

Ja, der Sommer ist wohl Ende April nun wirklich spruchreif. Ein kleiner Ausflug mit dem Fahrrad in den Karlsruhe Schlossgarten hat mich zu der √úberzeugung gebracht, dass ich nicht der einzige bin, der das so sieht:

Sommer im Schlosspark

Allerdings gibt es dabei nicht nur die Sonnenseiten, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn auf dem heimischen Balkon erwartete mich ein Sommergruß ganz anderer Art:

Yikes!

Da stelle ich mir doch glatt die Frage: Was macht man denn da? Ein kurzes Googlen brachte leider keine Hilfe. Ich werde wohl morgen mal bei der Feuerwehr anrufen…

3919 Tage zuvor: Live in Concert: Amplifier

Gestern Abend also ging es zu Amplifier im hiesigen Substage. Nachdem ich ich im Vorfeld bereits kurz dar√ľber ge√§rgert habe das ich die Ohrst√∂psel vergessen habe, hat ein kleiner, auf unauff√§llig rotem Papier gedruckter Vermerk √ľber die wahnsinnige Lautst√§rke, mir das dann auch direkt wieder vor Ort in Erinnerung gerufen. Aber Entwarnung: Trotz n√§chtlichem Piepen in den Ohren war es nicht unertr√§glich laut. Vielmehr wurde es dem druckvollen und abwechslungsreichen Sound sehr gerecht, dass es ein wenig wirkungsvoller zur Sache ging. Und der Gig war wirklich sehr gelungen! W√§re ich nicht vorher schon von der Band √ľberzeugt gewesen – sie h√§tte mich an diesem Abend bekehrt. Das kann allerdings auch durchaus auch daran liegen, dass sie w√§hrend ihres 130-Minuten Gigs jedes mir lieb gewonnene Lied gespielt haben. Oder auch an den kleinen, lustigen Einlagen zwischen den Liedern ( He breaks a bus on every tour we make. And guess what happened yesterday? ). Ich bin also begeistert und kann die Band nach wie vor nur jedem ans Herzen legen, der Progressive-Rock mit Metall-Elementen nicht abgeneigt ist.

Amplifier im Substage

Hier noch die Playlist:

Airborne
Motorhead
Procedures
Panzer
Post Acid Youth
Hymn
O Fortuna
Old Movies
Consultancy
Strange Seas
Neon
One Great Summer
On/Off

Scarecrows
Glory Electricity

UFOs

3929 Tage zuvor: Amplifier - insider

Wie bereits an anderer Stelle erw√§hnt, habe ich mir vor einiger Zeit das Album insider von Amplifier zugelegt. Nach dem ersten H√∂ren war ich allerdings ein wenig entt√§uscht, denn der Drive der St√ľcke war nicht das, was ich erwartet hatte. Doch ich habe mich, auch in Vorbereitung auf das Konzert im Substage n√§chsten Sonntag, noch weiter mit dem Album besch√§ftigt.

Gut, dass ich es getan habe. Denn nach einigen Proberunden muss ich sagen, dass das Album durchaus kraftvoll klingt. Vor allem das dem Album seinen Namen leihende Insider klingt melodisch und zielstrebig. Aber das trifft beinahe ausnahmslos auf alle anderen Lieder des Albums zu. Auch, wenn man anmerken muss das die Lieder sich nicht tiefgreifend voneinander unterscheiden. Einzige erwähnenswerte Ausnahme bildet hier What is Music?, das seinen ganz individuellen Weg geht und dabei mitzureißen versteht. Das schafft so ansonsten nur noch Map of an imaginary place.

Um es kurz zu fassen: Wer Amplifier mag darf ruhig reinhören.

3940 Tage zuvor: Das Alter und so...

Heute also war es so weit. Premiere, sozusagen:

√ú25-Party

Eigentlich dachte ich ja mir bliebe die Schmach dieses Jahr noch erspart. Reichlich ern√ľchternd. Und Nein, ich will nicht hingehen – und das hat nicht mal was mit dem Hintergrund der Feier zu tun.

3963 Tage zuvor: Obskurer Stra√üenschmuck

Da f√§hrt man mal ein wenig die Gegend erkunden und was entdeckt man? Merkw√ľrdige Gebr√§uche der Eingeborenen. Heute war es W√§sche, die √ľber die Stra√üen gespannt wurde. Im ganzen Ort. Der war zwar nicht umwerfend gro√ü, aber da kommt schon was an W√§sche bei zusammen.

Wäsche-waschen

Ich kann mich noch grob daran erinnern mal etwas √ľber diesen Brauch gelesen zu haben, aber es will mir momentan weder einfallen, noch kann ich dazu etwas finden. Sobald ich schlauer bin, werde ich die Erkenntnisse mitteilen.

Nachtrag
Der Brauch hat wohl etwas mit der Fasnet, der lokalen Ausprägung des Fasching zu tun. Wieso, Weshalb, oder Warum konnte mir zwar keiner beantworten, aber es ist ein willkommener Grund mehr von derlei Sachen Abstand zu nehmen.

3965 Tage zuvor: Hingehen?

Diesmal hab ich es tatsächlich rechtzeitig gesehen: Amplifier spielen am 25. Februar im hiesigen Substage. Fragt sich nur noch, ob ich hingehen werde Рalleine ist ja nun auch irgendwie doof. Die Musik ist jedenfalls auch nach nochmaligen Nach-Hören immer noch hörbar.

Amplifier - insider

Wie ich dabei dann direkt feststellen konnte, gibt es von denen auch noch ein neues Album, “insider”. Da stelle ich die Entscheidung doch erst einmal hinter das Probe-H√∂ren desselbigen an.

4004 Tage zuvor: Mal wieder was verpasst

Wieso bekommt man die interessanten Sachen eigentlich immer erst im Nachhinein mit?

Cuba Missouri: This years lucky charms

Vielleicht sollte man doch √∂fter mal einen Blick in das Stadtwiki werfen. Das aktuelle Album, This years lucky charms, ist √ľbrigens nach wie vor empfehlenswert.

4013 Tage zuvor: 3:0 f√ľr Karlsruhe

Einer der Praxis-nahen und zugleich ungemein beruhigenden Hinweise meines Fahrlehrer war seinerzeit, dass man in der Innenstadt grundsätzlich nicht sein Geld in Parkuhren oder Parkscheinautomaten stopfen sollte. Er meinte, seine Erfahrung haben ihm gezeigt das sich ein Bußgeldbescheid ab und an voll und ganz rechne. Sieben Jahre später, nach eigenen Erfahrungen in und um Hannover, musste ich ihm im Nachhinein beipflichten Рauf circa 10 Regel-verstoßende Parkvorgänge kam ein Strafzettel. Bares Geld!

Nun, solche Weisheiten scheinen mit den jeweiligen Begebenheiten in direktem Zusammenhang zu stehen, denn heute flatterte glatt der dritte Überweisungsträger der Stadt Karlsruhe ins Haus Рder dritte bei dreimaligem Falschparken.

4025 Tage zuvor: Das ZKM und die H√∂rspieltage

Eine Besonderheit an Karlsruhe ist ja, jedenfalls wenn man zum Beispiel dem Kultur Spiegel Glauben schenken darf, das Zentrum f√ľr Kunst und Medientechnologie. Vor etlichen Jahren, als ich noch nicht wusste dass es mich mal ins Badische verschlagen w√ľrde, war ich dort auf einem Kongress. Seinerzeit, um genau zu sein als ich morgens ins Auto einstieg, war ich mir nicht mal dar√ľber im Klaren wo in Deutschland Karlsruhe liegt (nach der stundenlangen Fahrt hatte ich zumindest eine Ahnung). Dieser Besuch war jedenfalls zugleich mein erster und (bis gestern) letzter in dem auffallenden Bau. Eine ansehnliche Leistung, bedenkt man das dort mitunter interessante Ausstellungen nunmehr direkt vor der Haust√ľr stattfinden.

Gestern jedenfalls war ich dann wieder dort. Ein Freund war zu Besuch und wir schauten wegen der ARD H√∂rspieltage dort vorbei. Leider stellten wir erst im Nachhinein fest, dass das Programm einige h√∂renswerte Programmpunkte enthielt. Und f√ľr eine dieser Vorf√ľhrung kamen wir denn auch einige Stunden zu sp√§t. Aber auch so ist das ZKM ein faszinierender Ort, an dem es viel zu entdecken gibt. Allein der Verkaufsladen enth√§lt eine Anzahl faszinierender B√ľcher, die ich auf so kleinem Raum nicht f√ľr m√∂glich gehalten h√§tte. Nun, ich werde es mir merken und demn√§chst nochmals vorbei schauen – und mir dann vielleicht auch eine Eintrittskarte f√ľr den Museumsbereich g√∂nnen.

4028 Tage zuvor: Totgestunken

Ein Treffen in gem√ľtlicher Runde, bei netter Atmosph√§re und mit feinen Leuten. Spa√ü gemacht hat es, mal wieder. Doch was ist das f√ľr ein Gestank, als man nach Hause kommt? Ganz recht, alle Kleider stinken zum Himmel – denn unter genau diesem konnte man, ganz im Gegensatz zum Sommer, witterungsbedingt leider nicht mehr sitzen. Daher geht man rein, in die R√§ucherbude.

Die Bundesregierung will mit dem Bundestag z√ľgig ein Rauchverbot f√ľr √∂ffentliche R√§ume und Gastst√§tten auf den Weg bringen.

Zeit w√§re es. Man √ľberlegt sich tats√§chlich schon ob man nicht lieber drau√üen friert statt drinnen totgestunken zu werden. Allerdings denkt unser hochwohlgesch√§tzter Bundesverbraucherminister bei dem Verbot eher an eine andere Klientel: Die, meist selbst wie ein Schlot rauchenden, Bedienungen.