1621 Tage zuvor: Versichert?

In Deutschland ist man verwöhnt. Um nicht zu sagen geradewegs verhätschelt. Vermutlich könnte man sogar dasselbe über jeden Sozialstaat auf dieser Erde behaupten. Zumindest auf die Krankenversicherungen bezogen. Wann hat man denn schon mal eine Abrechnung des Arztes gegenüber der eigenen Krankenversicherung gesehen? Ich wurde von derlei kapitalistischen Entartungen stets wohl behütet, zumindest wenn man von der berühmt-berüchtigten (und mittlerweile wieder eingestampften) Praxis-Pauschale einmal absieht.

Die USA sind auch in dieser Hinsicht dem Kapitalismus folgsam. Ärzte wollen Geld direkt vom Patienten, Versicherung hin oder her. Sicher, man wird brav gefragt ob meine eine Versicherung hat (und welche). Aber da fängt es dann auch schon an: Hat der Arzt einen Rahmenvertrag mit der eigenen Versicherung? Wenn nicht zahlt die Versicherung weniger (prozentual).

Und was genau zahlt sie eigentlich? Auch hier herrscht weithin Unklarheit. Zwar ruft der Arzt brav bei der Versicherung an um sich zu erkundigen – allerdings scheinbar eher um den Maximal-Betrag für eine bestimmte Behandlung zu erfahren, der dann anschließend auch prompt auf der Rechnung ausgewiesen wird. Aufwands-gerechte Abrechnungen sehen anders aus. Sicher, man darf (und soll, laut Versicherung) eine detailliert aufgeschlüsselte Abrechnung einfordern. Allerdings werden diese scheinbar eher umgekehrt kalkuliert: Wie viel muss ein Wattestäbchen kosten damit an Ende der Maximalbetrag herauskommt?

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1654 Tage zuvor: Proprietär frustriert

Eigentlich bin ich ja selbst Schuld. Im November 2011 habe ich mir einen ähnlichen Frust von der Seele geschrieben. Dennoch habe ich kurze Zeit später denselben Fehler abermals gemacht: Eine proprietäres Gerät zu kaufen. Doch die Boxee-Box sollte (eigentlich) alles anderes machen, basiert sie doch auf dem freien XBMC. Eigentlich; denn die Hardware ist nicht offen – und kann somit nach der Ankündigung das jedwede Weiterentwicklung der Plattform eingestellt wird, nicht weiter verwendet werden.

Sicher, solange die Server laufen wird man sie weiterhin als Medienplayer benutzen können. Allerdings wird es keine Aktualisierungen mehr geben – mit der Zeit werden also die Kanäle nicht mehr funktionieren und die Apps werden sicherlich auch nicht weiter gepflegt werden. Schade, denn die Boxee-Box war ein wirklich tolles Produkt!

Also, was tun? Die Idee Internet-Kanäle auf den Fernseher zu bringen ist gelungen und durchaus ein Feature das ich nicht mehr missen möchte. In der Wirtschaft scheint Google-TV großen Anklang zu finden. Und die Ankündigung XBMC auf Android zu portieren sollte es ermöglichen über kurz oder lang XBMC mit einem Google-TV Gerät zu kombinieren. Zumindest hätte man dann zwei Produkte die eine längere Verfügbarkeit erwarten lassen. Was die Hardware betrifft bleibt abzuwarten wie die weitere Entwicklung von XBMC for Android voran schreitet. Aber es werden sicherlich offene Plattformen dabei sein. Und bis dahin sollte meine Boxee-Box noch durchhalten. Hoffentlich…

2070 Tage zuvor: Was ist eigentlich...

proprietäre Software? Und warum wird das Wort meistens in einem negativen Zusammenhang genannt? Ein Beispiel.

Als ich mir Anno 2009 den HP Dreamscreen näher angeschaut habe, dachte ich noch es wäre ein ganz wunderbares Gerät:

Dieser digitale Bilderrahmen, der dank seiner WiFi-Anbindung nicht auf mühselig manuell zu beladener USB-Sticks angewiesen ist, besitzt das Potential zum zentralen Familien-Kalender zu avancieren.

Im Prinzip ist es auch genau das – WiFi Anbindung ist vorhanden, man kann Radio und Bilder aus dem Internet herunterladen, den lokalen Wetterbericht einsehen und seine Facebook-Updates lesen. Leider kann es aber auch nur genau das: Alles, wofür HP eine Applikation spendiert hat. Selber Applikationen schreiben darf man nicht (es ist halt proprietäre Software). Somit ist der Funktionsumfang dieser – auf dem Papier – tollen Hardware leider arg beschränkt.

Anfang letzten Jahres hatte ich dann zumindest eine Lösung für mein Dilemma mit dem automatisch generierten Familienkalender gefunden: Snapfish. Für HP’s Foto-bestell-Website gibt es eine Applikation im Dreamscreen. Zwar muss man selbst das anzuzeigende Foto aufrufen (anstatt es automatisch aktualisieren zu lassen), aber immerhin hat der Bilderrahmen damit endlich das getan, wofür er von vornherein gedacht war.
Zumindest vorerst. Denn (und hier kommt der zweite Nachteil proprietärer Software zum tragen) vor gut dreieinhalb Monaten hat die Applikation plötzlich ihren Dienst eingestellt:

Dreamscreen cannot access the Snapfish Servers at this time. Please try again later or check your Internet Connection.

Geduldig wie man ist wartet man. Darauf, dass die Webseite wieder funktioniert. Oder auf ein Update. Vielleicht einen Hinweis vom Support? Doch nichts passiert – scheinbar hat HP den Support für die Dreamscreen-Geraete eingestellt. Keine Updates heißt keine Bilder-Downloads mehr. Und damit ist der teure Bilderrahmen nicht mehr als ein Stück Plastik – nutzlos.

Mit Zugriff auf die Programm-Sourcen des Dreamscreens (das Prinzip Open Source) könnte man das Problem sicherlich leicht lösen – oder eine alternative Lösung entwickeln. Abertausende von Programmieren wären dazu problemlos in der Lage – kostenlos! Doch da es sich jedoch um eine geschlossene Software-Lösung handelt ist man damit leider auf das Wohlwollen des Lieferanten angewiesen. Und wenn der sich verweigert bleibt man zwangsweise auf seiner Investition sitzen.

Und das ist dann auch der Grund wieso regelmäßig negativ über proprietäre Software berichtet wird. Und Jailbreaks so beliebt sind.

2743 Tage zuvor: Tages-Planung

Vor nicht allzu langer Zeit erwähnte ich, dass der HP DreamScreen eine tolle Sache sei. Denn er bietet die Möglichkeit Bilder (und Musik) über die integrierte WiFi-Schnittstelle nachzuladen. Soweit, so gut.

Nachdem ich mir Ende November günstig einen zugelegt habe, konnte ich die letzten Tage auch endlich ein wenig intensiver Zeit investieren um ihn für das zu nutzen, für das er gedacht war. Nämlich morgendlich eine Übersicht über all jenes anzuzeigen, was den Tag über so los ist. Ist heute etwas geplant? Was macht Mami? Wer kommt zu Besuch? Wie wird das Wetter? Was ist über Nacht in der Welt passiert?

Das Programm um ein entsprechendes Bild aus diversen Feeds zu erstellen war auch recht zügig geschrieben. Allerdings sind die Grenzen des DreamScreen ein wenig zu eng gesteckt, um das Ziel zu erreichen. Denn es gibt zwar die Möglichkeit Daten drahtlos abzugleichen und Musik direkt aus dem Netzwerk abzuspielen (auch wenn man dazu den Windows Media Player installiert haben muss). Man ist dabei jedoch leider auf Pull-Dienste angewiesen, sprich man muss manuell am DreamScreen die Daten abfragen – eine Push-Möglichkeit, bei der ein Programm ein Bild zur Anzeige an den Bilderrahmen schickt, gibt es nicht.

Damit ist das Projekt also frühzeitig gescheitert. An einer unzureichenden Software-Implementation seitens HP. Auch ein SDK um gegebenenfalls eine eigene Lösung dafür zu entwickeln, gibt es nicht. Dabei läuft der DreamScreen auf einer Embedded Linux Plattform und bietet daher theoretisch alle Funktionalitäten um das gewünschte Verhalten problemlos zu bieten. Zwar offenbarte ein Netzwerk-Sniffer das die Daten mittels SOAP abgeglichen werden, man auf diese Weise vermutlich auch automatisch Bilder hochladen könnte, allerdings fehlen damit immer noch Steuerungsfunktionen wie zum Beispiel ein bestimmtes Bild anzeigen zu lassen.

Bleibt nur zu hoffen, dass HP seine angeblichen Pläne umsetzt und in der Tat grosses aus der ansonsten guten Hardware macht – oder zumindest jemand es schafft Zugang zu dem Linux-System zu erhalten.

2780 Tage zuvor: Die beliebtesten

Heute kam Post von Google. Offenbar ist unsere unbekannte, kleine und eher inaktive Unternehmung unter den 100.000 beliebtesten (lies: am häufigsten aufgerufenen) Unternehmen in Google-Maps.

Da fragt man sich doch irgendwie, welche Aussagekraft diese Schildchen eigentlich haben. Aufhängen dürfen wir es jedenfalls nicht, da ein Büro im Eigenheim gemäß der Miami Beach-Statuten nur dann erlaubt ist, wenn man keine Besucher empfängt – und keine Werbung vor der Haustür macht.

2830 Tage zuvor: Freizeit-Gestaltung?

Die letzten Tage ist zugegeben einiges liegen geblieben. Besuch war da, am Wochenende gab es einen Ausflug und Dienstag stand eine Prüfung an – wen wundert es da. 45 Mails warten noch auf eine Antwort (Sorry an alle, die warten müssen). 3,5 GB Photos wollen durchgesehen, aussortiert und eingeordnet werden (sorry an die Schwieger-Oma, die noch immer auf ein Foto ihrer neuen Enkelin wartet). Außerdem wollen nach wie vor zwei Webseiten weiter programmiert und diverse Firmen-Anträge eingereicht werden. Heute kam dann auch noch ein Paket mit Büchern an, die (für die nächste Zertifizierung) gelesen werden wollen. Wo soll man da anfangen?

Immerhin habe ich heute das Spin-Off Blog fertig stellen können. Das ist ja schon mal ein Anfang – und die Frau muss nicht mehr vertröstet werden.

2861 Tage zuvor: Der Preis des Wählens

Ich habe heute Morgen einen Preis an meine Wählerstimme geklebt. Einfach so. Ging auch sehr schnell. Um genau zu sein wurde mir der Preis für meine Stimme genannt, von der netten Dame bei der Post um die Ecke. Und, soviel sei gesagt, von seinem Recht zum Wählen Gebrauch zu machen ist alles andere als günstig. Was aber vor allem daran liegen dürfte, dass ich die Briefwahlunterlagen erst jetzt, am Montag vor dem Wahlsonntag, absende. Woran wiederum die weniger freundlichen Leute bei einer andere Poststelle eine gewisse Mitschuld tragen. Aber das wäre wieder eine Geschichte für sich.

Wenn ich Bettina Freitag vom ARD-Hauptstadtstudio Berlin glauben soll, hätte ich mir die Investition besser sparen sollen. Sie ist nämlich scheinbar der Ansicht, dass die Parteien die Wähler-Interessen nur dann akzeptieren, wenn sie ihnen passen. Als Beispiel wird die Landtagswahl in Hessen dieses Jahr genannt, bei der keiner mit irgendwem koalieren wollte nur um nochmal erneut wählen zu lassen. Ähnliches könnte sich wohl in Schleswig-Holstein wiederholen. So betrachtet wäre allerdings das Ypsilanti-Gen wieder eine gute Sache – schließlich wollte die werte Dame das beste aus dem Wählerwillen machen.

Mir als Wähler gibt das, im Gegensatz zu Frau Freitag, weniger zu Denken als das Verhalten der Politiker selbst bei alledem. Und in diesem Punkt hat sie durchaus recht: Wie soll ich jemandem vertrauen für mich Entscheidungen zu treffen wenn er allem Anschein nach nicht vernünftig mit seinen Konkurrenten umgehen, geschweige denn reden, kann? Mag sein, dass das alles nur Wahlkampf ist; das es eine Show für die Wähler ist mit dem Versuch zu polarisieren, seine Standpunkte herauszustellen. Aber wenn dem so ist, bewirkt es bei mir eher das Gegenteil. Vielleicht meinte Norbert Lammert, amtierender Bundestagspräsident, ja genau dies, als er sagte das man sich nicht jeden Tag für Politik interessieren muss?

Wie dem auch sei, um in einer Demokratie etwas zu verändern muss man an Wahlen teilnehmen. Das gillt für das aktive Wahlrecht genauso wie für das passive, auch in Deutschland. Und wenn man über den Tellerrand der Bundesrepublik hinausschaut stellt man doch auch schnell fest, dass $41,95 eigentlich kein hoher Betrag für ein Stück Demokratie sind.

2872 Tage zuvor: Virtuelle Nachlese

Doch was gab es mitzunehmen? Nicht viel, von einem technischen Standpunkt aus betrachtet. SAP Business Objects ist das neue (alte) Maß der Dinge. Der Aspekt geht immer mehr weg von der Technologie hin zu den Prozessen und dem Mehrwert für die Unternehmen – gerade in diesen Zeiten wird Software ja nicht mehr eingesetzt weil sie in ist, sondern weil man sich davon Einsparungen erhofft. So bleibt es, technisch betrachtet, erst einmal ruhig an der SAP-Front. Die großen Dinge bewegen sich an der Oberfläche.

Angehört habe ich mir Vorträge über Business Performance Management von James Fisher (SAP Labs), die technischen Aspekte in SAP CRM von Stephen Johannes (Bunge North America), die virtuelle Teams im SAP-Support von Margaret Anderson (SAP Labs), ein Einführungs-Szenario bei Kyphon/Medtronic, Basis-Support und SAP Technologie von Daniel Wilhelms (Symmetry Corporation), die technischen Anforderungen an einen ERP6.0-Upgrade von Lan Blake (SAP) sowie einen über das Management von IT-Investments von Sharad Nagaich (Deloitte & Touche) und Naveen Srivastava (SAP Labs India).

Vieles von alldem war jedoch nichts umwerfend Neues. Vor allem den Vortrag über virtuelle Teams hätte ich schon fast selbst halten können – schließlich wurde dies bereits 2000 von Deborah Duarte und Nancy Snyder im Buch Mastering Virtual Teams (übrigens sehr empfehlenswert) beschrieben. Interessant waren die Vorträge dennoch, zumalbin ich nach wie vor dabei bin mich in das Themengebiet wieder tiefer einzuarbeiten.

Am besten gefiel mir jedoch der Vortrag von Daniel Wilhelms über SAP Technologie. Weniger wegen der Technologie als solcher (der Vortrag war dazu gedacht dem Management die Funktionsweise von SAP samt Servern, Datenbank, Backups-Szenarien und Ausfallsicherheit näher zubringen), sondern wegen seiner Standpunkte über die Aufgaben eines Basis-Administrators (abgesehen vielleicht von der Aussage It’s a Basis-Problem until proven otherwise). Im Zufolge werden selbst in der momentanen Krise Basis-Kenntnisse Hände-ringend gesucht. Was man wohl auch an der Karriere-Seite seiner Firma ablesen kann. Inhaltlich hat zwar auch dieser Vortrag nichts neues geboten, aber zumindest hat er mich darin bestärkt technisch noch auf der Höhe der Zeit zu sein.

2874 Tage zuvor: Land of the free

Joe Klein von der Time ist der Ansicht, dass die Republikaner Obama nur deshalb so harsch wegen einer Gesundheitsreform angreifen, um ihn zu beschädigen. Sehe ich ganz genauso. Doch was sich Jim Greer, immerhin Vorsitzender der Republikaner in Florida, geleistet hat ist wirklich unglaublich:

As the father of four children, I am absolutely appalled that taxpayer dollars are being used to spread President Obama’s socialist ideology. The idea that school children across our nation will be forced to watch the President justify his plans for government-run health care, banks, and automobile companies, increasing taxes on those who create jobs, and racking up more debt than any other President, is not only infuriating, but goes against beliefs of the majority of Americans, while bypassing American parents through an invasive abuse of power.

Es gibt einige Leute, die seinem Beispiel folgen und ihre Kinder heute nicht zur Schule geschickt haben. Kurzer Hintergrund: Obama wird heute eine Rede halten, die direkt an alle Schülerinnen und Schüler dieses Landes adressiert ist. Er wird im Kern sagen, dass man zur Schule gehen und gute Leistungen erbringen soll:

I’m working hard to fix up your classrooms and get you the books, equipment and computers you need to learn. But you’ve got to do your part too. So I expect you to get serious this year. I expect you to put your best effort into everything you do. I expect great things from each of you. So don’t let us down – don’t let your family or your country or yourself down. Make us all proud. I know you can do it.

Immerhin sehen das diverse Medien genauso Haar-sträubend. Sogar die stille Grand Madame der Republikaner-Garde (4:30):

Ich werde mir die Rede um 12:00h mit der kleinen Sophia live anschauen – um ein kleines, stilles Signal für meine Kinder zu setzen.

2879 Tage zuvor: Gesundheitsreform in Übersee

Fragt man sich nur noch, warum es da so eine riesige Diskussion drüber gibt.

2880 Tage zuvor: Neue Schule, neue Sitten

Letzte Woche hat hier bekanntlich wieder die Schule angefangen. Nach zehn Wochen Ferien darf man wohl ohne Scham sagen: Endlich. Im neuen Schuljahr geht der älteste denn auch auf eine neue Schule. Kindergarten nennt sich diese Klasse, ist aber eher mit der Vorschule in Deutschland zu vergleichen – obwohl er auch schon letztes Jahr in die Schule gegangen ist (Vor-Vorschule sozusagen).

Nun ist also Kindergarten angesagt. In einer speziellen Schule, und das bezieht sich nicht nur auf die Schulform. Abgesehen von Hausaufgaben für die Schüler gibt es hier auch jede Menge für die Eltern zu tun. Zum Beispiel jeden Tag mit den Kleinen lesen. Oder freiwillige Hilfsstunden für die Schule leisten. Bei den Hausaufgaben helfen ist ja selbstverständlich, aber man muss sie auch noch Montäglich im Internet abrufen und ausdrucken – auch wenn ich noch rätsel was daran nun grün sein soll, denn so wurde es angepriesen. Langweilig machen sie es einem also nicht, die bewusste Einbindung der Eltern in den Lernprozess finde ich jedoch sehr gut.

Und vielleicht können die elterlichen Pflichtstunden für den Schuldienst ja auch mit der Erstellung einer neuen Webseite abgeleistet werden. Die aktuelle ist ja immerhin schone in paar Jährchen älter…

2882 Tage zuvor: Made in the USA

Wer schonmal ein Auto aus den USA besessen hat, dem sind vielleicht diverse Qualitätsunterschiede aufgefallen (Achtung: Verallgemeinerung!). Leider ist auch Volkswagen da keine Ausnahme – jedenfalls wenn das entsprechende Modell aus den USA stammt. Hier und heute ein paar Beispiele.

Da weiß man doch gleich wieder, warum es Made in Germany heißt. Oder zumindest warum die Autos in Deutschland ungleich teurer sind.

2916 Tage zuvor: Frequent Power Loss

Thank you for checking on the status of your concern.
We are sorry to hear about any trouble you are having with your power. We are aware of an electric problem in your area.
We have received your report and it has been entered into our system.

Ist ja nicht so, dass man denen das nicht schon Wochen im voraus vorhergesagt hat. Nunja, gebrannt hat es nun ein wenig. Und der Strom ist dafür jetzt ganz weg – inklusive Klimaanlage. Im Hochsommer ist das ja aber nicht weiter wild, wem machen denn die 30°C (steigend) im Haus schon was aus? Den Kindern etwa, die gerade in’s Bett gehen? Ach was…!

PS: 19:25h ging der Strom aus, 22:45h sollte er wieder angehen, 0:30 war er dann da. Da will man gar nicht weiter drüber nachdenken wie lange es dauert bis man nach einem Hurrikan wieder Strom hat.

2936 Tage zuvor: Sorgfalt in den USA

Der hiesige Stromanbieter nennt sich FPL. Das steht eigentlich für Florida Power & Light Company, wird aber auch gerne mit Frequent Power Loss bezeichnet. Aber das erwähnte ich ja bereits. Jedenfalls hatte ich mich, bedingt durch diverse Stromschwankungen bei stürmischen Regen in letzter Zeit, aufgemacht einen Baum auf der Webseite von FPL anzuzeigen, der die Stromleitungen berührt. Ganz wie dort verlangt.

Heute nun, nach einigen Wochen, kamen dann auch ein paar Herren von FPL vorbei um sich das mal anzuschauen. Mit geschultem Blick konnte die auch gleich (nach circa einer halben Sekunde)erkennen:

Some minor contact. But no fires. I’m not gonna send out a crew for that.

Aha. Gut. Solange das Problem nicht akut ist, ist es also kein Problem. Verstehe. Immerhin hat sein Kollege den Zynismus in meiner Antwort, I guess I will call you then once the tree is on fire, verstanden – er lachte kurz.

2972 Tage zuvor: Legal MP3s herunterladen?

Tauschbörsen sollen ja angeblich die Musikindustrie zerstören. Wird einem ja schon seit Jahren eingetrichtert. Klauen ist bekanntlich auch tatsächlich schlecht (und illegal), daher haben die Herren von der Industrie denn auch Angebote für legale MP3-Downloads bereitgestellt. Sagt man.
Nun habe ich heute das erste Mal versucht einen derartigen Kauf durchzuführen. Zugegeben, die $3 Ersparnis gegenüber dem CD-Kauf sind wahrlich kein Grund zu einem Download zu greifen und dafür auf das Primärmedium CD zu verzichten. Doch man muss ja alles mal versucht haben. Also los-geklickt!

Wo kauft man eigentlich MP3s? Als erstes viel mir da Amazon ein. Hin-geklickt, gesucht, gefunden, gekauft? Denkste. Wer ein ganzes Album kaufen will, muss den Amazonschen MP3-Loader installieren. Doof. Also nach anderen Läden umgeschaut. Aber so wirklich weiter-geholfen hat auch das nicht. Überall muss man sich für die (gut gemeinte) Probezeit registrieren – allerdings will ich doch gar kein Abonnement abschließen sondern nur ein einzelnes Album herunterladen. Also doch wieder zurück zu Amazon.
Laden wir uns den komischen MP3-Loader halt für unsere Spielwiese unter Debian herunter. Gedacht, heruntergeladen, installiert? Nein: package architecture (i386) does not match system (amd64). Bleibt noch die Installation in meinem Test-Vista. Gedacht, heruntergeladen und… installiert! Wunderbar.
Doch wo sind meine MP3s? Im MP3-Loader jedenfalls nicht. Und auch beim Versuch das Album in Amazon zu kaufen werde ich nur ein ums andere Mal auf die MP3-Loader-Download-Seite umgeleitet. Ob das so der Sinn der Sache ist?

Nach circa 20 Minuten gebe ich auf. Ich hätte liebend gerne die $10 ausgegeben und mir das Album direkt auf die heimische Festplatte heruntergeladen. Aber irgendwie scheint es keinen Shop zu geben, in dem man mit einfachen Mitteln (ohne dritt-Software oder DRM) dies machen darf. Würde ich in einschlägigen P2P-Programmen die Schlagworte eintippen, ich hätte das Album vermutlich schon komplett hier liegen – ohne die $10 ausgegeben zu haben. Da braucht man sich nun wirklich nicht wundern, wenn die Leute zu den illegalen Angeboten greifen.

Die legale Alternative? Ich hab das Album jetzt als CD gekauft. Vermutlich wird es in acht bis zehn Tagen per Post bei mir eintreffen.

2979 Tage zuvor: Rechtschreibung

Wieso ist die Rechtschreibprüfung von OpenOffice eigentlich so schlecht? Der Name selbst ist eigentlich total falsch gewählt, denn da passiert ja nichts weiter als ein nachschlagen der jeweiligen Wörter in einer Liste. Quasi prüfen per Duden. Zusammenhang der Wörter? Fehlanzeige. Konjugierte Wörter werden nicht auf ihren Kontext geprüft.

Was soll ich mit so einer Prüfung? Da werden doch gerade mal Buchstaben-Dreher bei der Texteingabe mit behoben… Traurig, traurig!

3002 Tage zuvor: Brücken-Bewohner

Letzte Woche noch drüber geredet und heute schon auf der Titelseite: A life of tension, fear for sexual predators living under Miami bridge. Manchmal schon ein wenig merkwürdig, solche Zufälle. Erschreckend allerdings finde ich, dass mittlerweile so viele Leute dort leben – vor gut zwei Jahren ist der erste dort zwangs-angesiedelt worden, wenn ich mich recht entsinne.

Dazu fällt mir immer wieder ein reichlich abgenutztes Zitat ein: Man messe eine Gesellschaft daran, wie sie mit ihren schwächsten Gliedern umgeht.

3035 Tage zuvor: Nur in Amerika...

Szene letztens bei einer hiesigen Burger-Bratbude.

Ich trete durch die Tür, weiß genau was ich will und möchte es nur schnell einpacken. Vor mir stehen eine Familie an der ersten Kasse, eine Frau mit Kind an der zweiten. An der dritten steht ein leicht genervt wirkender Mann, der mich abfällig mustert. Abseits davon eine Gruppe von vier Leuten – um die Ende zwanzig, zwei davon stark tätowiert, einer mit kahl-geschorenem Schädel – sich intensiv unterhaltend.

Auf eine schnelle Erfüllung meines Wunsches hoffend steht ich das Menü-lesend mitten im Raum, wandere ein wenig von links nach rechts. Weiß nicht genau ob ich mich einfach hinter einer Kasse einreihen soll, oder ob die Schlange vielleicht für alle Kassen gleichzeitig ist. Der Mann von Kasse drei schaut mich weiterhin skeptisch an. Denkt er, ich will mich vor drängeln?

Aus Richtung der Toiletten kommt ein Mann mir entgegen. Sich seine Hände an den Jeans abwischend. Der Frau an Kasse zwei, direkt vor mir stehen, fallen die Autoschlüssel aus der Hand. Mit seinen vermutlich noch feuchten Händen hebt der Mann ihr die Schlüssel auf – hoffentlich hat er sich die Hände gewaschen – um sich anschließend hinter mir in die Schlange einzureihen. Jetzt ist es also eine Warteschlange.

Warten… den Mitarbeitern hierzulande kann man sprichwörtlich im laufen die Schuhe besohlen. Eigentlich sollte hier, im Mutterland des goldenen M, doch alles viel schneller, effizienter laufen? Nichts passiert hier, alles ist ruhig. Jeder Burger wird einzeln nach Bestellung zusammengebaut. Mit vor gebratenen und warmgehaltenen Patties. Ich schaue auf die Uhr: fünf Minuten vor halb.

Die Familie an Kasse Eins bekommt ihr Essen. Alles genau nachzählend und Ketchup-verlangend (den gibt es drüben, bei den Servietten). Der Mitarbeiter hinter der Kasse, nennen wir ihn Chris, schreitet anschließend in Richtung Toiletten davon. Die Frau mit Kind an Kasse Zwei scheint ihre Bestellung gerade zum dritten Mal zu wiederholen. Der Mann an Kasse Drei schaut genervt zur Decke. Ich drehe mich um: Hinter mir steht der Mann aus der Toilette und noch ein anderer Kunde, der sich gerade eben hinten in der Schlange eingereiht hat. Ein Blick auf die Uhr: kurz vor halb.

Kasse Nummer Zwei piept bestätigend. Die Bestellung scheint endlich akzeptiert worden zu sein. Die Mitarbeiterin hinter der Kasse, nennen wir sie Concha, dreht sich um, irritiert? Verirrt? Verwirrt! Sie geht, gemütlich, zu den fertigen Burgern hinter ihr – immerhin ein guter Meter weit weg – und packt ein paar Dinge zusammen. Nachzählend. Sorgfältig. Nach jedem kleinen Burger auf den Bestellzettel schauend. Schließlich faltet sie die Tüte zusammen und geht zurück zu ihrer Kasse. Dort einmal angelangt öffnet sie die Tüte wieder und steckt einen Berg Servietten in die Tüte, die sie daraufhin wieder sorgfältig zusammenfaltet. Nun, da sie ihre gedankliche Checkliste offenbar abgehakt hat, macht sie sich auf zu Kasse Drei – dem wartenden Mann, der ihr allerdings schon entgegeneilt und schließlich die Tüte, mehr oder minder, aus der Hand reißt. Er ist zur Tür hinaus bevor Concha ihre Kasse wieder erreicht hat.

Chris von Kasse Eins kommt zurück. Zügigen Schrittes. Sich auf seine Kasse stützend schaut er abwesend in meine Richtung und sagt: Next please. Mein Bein zuckt kurz, bevor ich zu der Gruppe neben mir schaue. Ich schaue dem mir am nächsten stehenden an und winke mit der Hand in Richtung Kasse. Ein freundliches Thank You sagend schreitet die Gruppe an mir vorbei in Richtung des wartenden Mitarbeiters. Ob sie auch so freundlich gewesen wären, hätte ich mich einfach an die Kasse gestellt? Mein Blick geht Richtung Kasse Zwei: Concha studiert die Bestellung der Frau mit Kind auf ihrem Monitor. Ich schaue auf die Uhr: Kurz nach halb.

Eine Tür rechts von mir öffnet sich. Eine ältere Dame, geschätzte 80, betritt den Laden. Grinsend. Hinter ihr kommt, langsamen Schrittes, ein noch älterer Herr hinterher. Die Dame schreitet an mir vorbei, stellt sich, ein wenig Abstand haltend, direkt hinter die Kasse eins. Die will sich doch vor drängeln! Aber… ältere Menschen stehen in den USA ja sozusagen unter Artenschutz. Darf man da was sagen? Ist es in diese Kultur nicht sogar vielleicht verankert, dass älteren Menschen immer Vorrang gewährt wird? Schließlich gibt es ja auch an allen noch so kleinen Geschäften Behindertenparkplätze – und gegen die auf den Mutter-Kind-Parkplätzen parkenden Rentner sagt ja schließlich auch niemand was. Was soll ich tun? Die Gruppe an Kasse Eins hat die Bestellung zusammengestellt – laut hin und her-rufend, denn die eine Hälfte sitzt bereits ein einem Tisch etwas abseits.

An Kasse Zwei ist Concha mittlerweile dazu übergangen die Burger langsam, aber sorgfältig, auf ein Tablett zu betten. Jeden einzeln. Während das Kind sich bereits durch die Happy-Meal-Tüte wühlt. Nachzählend fordert die Mutter noch Mayo und Ketchup – gibt’s da hinten bei den Servietten. Währenddessen stapeln sich bereits die ersten Burgen auf dem Tablett an Kasse Eins. Irgendeine Gerätschaft beginnt lautstark piepend um Aufmerksamkeit zu schreien. Chris wirbelt, die Burger auf dem Tablett immer höher stapelnd während Concha die Mutter anlächelt, darauf wartend ihr Sätzlein auf zusagen: Next please. Damit meint sie mich. Gut, denn an dieser Kasse steht die alte Dame gewiss nicht an.

Erleichtert gebe ich meine Bestellung auf. Four Cheseburgers please. That’s all?, fragt Concha. That’s all. In dem Moment sagt Chris: Next please. Der Toiletten-Mann begibt sich raschen Fußes an Kasse Eins, die ältere, grinsende Dame bewusst ignorierend. In dem Moment sehe ich, dass sich mittlerweile eine recht ansehnliche Schlange aufgestaut hat. Acht, vielleicht zehn Leute stehen dort aufgereiht – in einer einzigen Schlange, die die rechte Hälfte der Türen versperrt. Concha murmelt hinter mir etwas. Ich drehe mich um. Sie meinte wohl, dass es ein wenig dauern wird. Ich trete zur Seite, für den nächsten Kunden Platz machend.

Im selben Moment tritt auch der Toiletten-Mann zur Seite. An Kasse Eins beginnt die ältere Dame, die sich in der Zwischenzeit direkt hinter dem Toiletten-Mann aufgebaut hatte, ihre Bestellung los zu plappern, während an Kasse Zwei der nächste Kunde neben mir seine Bestellung in schnellen Worten aufgibt: Irgendein Special, das Concha nicht geläufig ist. Er gestikuliert in Richtung des Menüs und Concha schaut, mit einem leichten Anflug von Panik in den Augen, zu Chris hinüber.

Währenddessen gleitet mein Blick zu der Schlange hinüber. Die Frau, die eigentlich jetzt an Chris’ Kasse stehen würde, schüttelt ungläubig den Kopf. Mehrere andere Kunden stehen ebenfalls merklich empört an ihrem Platz in der Schlange. Die ältere Dame überlässt dem mittlerweile an Kasse Eins angelangtem älteren Herrn den Schauplatz und geht, langsamen Schrittes mit einem beständigen Grinsen auf dem Gesicht, an der Schlange entlang. Als sie den Gesichtsausdruck der Leute sieht, sagt sie, für jeden gut hörbar: I took my chances und grinst noch breiter. Sie scheint das wohl als besonders clever zu empfinden. Der Blick der in der Schlange stehenden Leute wird noch finsterer. Mir ein Grinsen nicht verkneifen könnend drehe ich mich zurück zu Concha und ihrem Problemkunden.

Der Kunde hat mittlerweile seine Sprechgeschwindigkeit an Conchas Arbeitstempo angenähert. Und auch wenn man von Conchas Gemurmel nichts verstehen kann, scheint es das gewünschte Special wohl nicht mehr zu geben. Mit lauten und für seinen starken US-Slang deutlichen gesprochenen Worten formuliert der Problemkunde seinen Altnertiv-Wunsch – das eine Diskussion über das werben mit Specials und deren Verfügbarkeit bei Concha zu nichts führt, hat er wohl von vornherein verstanden. Währenddessen schleppt Chris eine Eistüte mit einem viel zu großen Berg Softeis darauf an Kasse Eins, wo der ältere Herr bereits wartet. Ich schaue auf die Uhr: Fast zehn Minuten nach halb.

An Kasse Eins bekommt der Toiletten-Mann gerade seine eingetütete Bestellung in die Hand gedrückt als Concha die Bestellung ihres Problemkunden erfolgreich in die Kasse getippet hat. Die von der älteren Dame übersprungene Frau hechtet sofort an Chris’ Kasse und plappert los. Während ich noch so überlege wie viel weniger der Toiletten-Mann wohl bestellt haben könnte das seine Bestellung noch vor meiner fertig ist, sehe ich auch schon Concha an der Burger-Theke stehen. Chesseburger-abzählend und sie behutsam in einer Tüte ablegend. Sie macht das so übersichtlich, dass ich keinerlei Probleme habe mit zu zählen – nicht das man an ihrer Genauigkeit zweifeln könnte. Und während sie dann mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck zu mir herüber schlurft, beginne ich zu überlegen wann meine Parkzeit an der Parkuhr wohl abgelaufen gewesen sein könnte. Ich hatte, in Ermangelung kleinerer Münzen, einen Viertel-Dollar eingeworfen. Zwölf Minuten Parkzeit fand ich sehr übertrieben für eine kleine Bestellung in einem Fast-Foor-Restaurant.

3241 Tage zuvor: Kleine Abhandlung zur Ironie

Juli Zeh in ihrem Essay Krieg und auch nicht in Spiegel-Ausgabe 34/2008, über die Funktion von Ironie. Dort in Bezug auf den Umgang der Intellektuellen mit der Bundeswehr, aber das gilt auch ganz allgemein. Nicht nur in Bezug auf die Öffentlichkeit.

Wir ziehen uns Spott und Hohn wie einen Gummihandschuh über, bevor wir das Thema anfassen, als könnte man sich schmutzig machen. Ironie schafft Distanz. Sie dient als Schutzschild gegen die Abwehrsysteme der öffentlichen Meinung […] Ansonsten gilt: tarnen, täuschen, verpissen.

Das Essay in Gänze ist übrigens lesenswert. Vor allem, wenn man im Land der vermeintlich coolen und heroischen GIs verweilt.

3317 Tage zuvor: Angloamerikanische Kopfrechenübungen

Da die USA zu jenen Ländern der Erde gehören, die noch imperialistische Maßeinheiten verwenden, kommt man leider des öfteren in den zweifelhaften Genuss eben jene Einheiten um zurechnen. Allein um ein Gefühl für die Entfernung, das Gewicht oder die Menge zu bekommen. Meilen kann man recht schnell abschätzen (1,61km), Gallonen machen meist auch keine Probleme (4,55l), bei Unzen wird es dann jedoch schon schwerer (2,84 cl). Doch die Krone des Umrechnens besteht im Benzinverbrauch.

Wird in Deutschland – und anderen metrischen Ländern, also quasi überall außer den USA – der Verbrauch in Litern auf 100 km angegeben, läuft es hier genau anders herum. Man betrachtet nicht den Verbrauch, den man auf einer bestimmten Strecke hat, sondern die Strecke, die man mit einer bestimmten Menge Benzin zurücklegen kann. MPG lautet die dazugehörige Einheit. Und der Kopfrechen-intensive Faktor ist 235.

3332 Tage zuvor: Die Euro 2008 und ich

Heute hat sie also angefangen, die Euro 2008. Im Gegensatz zu europäischen Gefilden bekommt man hierzulande allerdings wenig davon mit. Der hiesige, dem Fußball verschriebene TV-Sender GolTV zeigt zu Spielbeginn lediglich ein paar Wiederholungen – vermutlich mangels Lizenz. Also auf in die unendlichen Weiten des Internet!

  • Erster Ansatz: Auf der offiziellen Streaming-Seite bekommt man dann den für die jeweilige Region vorgesehenen Streaming-Partner serviert. In meinem Fall ist dies ESPN 360. Schön und gut, denkt man sich und klickert sich weiter durch die Netzwelten. Bis man dann leider verzweifelt feststellen muss, dass der Internet-Provider, bei dem man ist, mit ESPN nicht zusammenarbeitet und im Umkehrschluss der Stream nicht zur Verfügung gestellt wird.
  • Zweiter Ansatz: ARD und ZDF bieten ebenfalls einen Live-Stream ihres Fernsehprogramms an. In der ZDF-Mediathek wird man auch schnell fündig. Schnell den Media-Player eingerichtet und… es passiert nichts. Alles funktioniert, nur die Berichterstattung über die EM(Euro 2008) wird nicht angezeigt. Nachdem einige Freunde in Deutschland bestätigt haben, dass es bei ihnen funktioniert liegt also die Vermutung nahe, dass ich auch hier aufgrund meines Einwahlknotens außen vor bleiben muss – vermutlich wegen der Lizenz.

Bis hier hin konnte ich die Spiele lediglich über diverse Liveticker verfolgen. Das sah dann in etwa so wie hier aus:
bq.

  • Dritter Ansatz: Das Internet ist groß. Sehr groß. Und vor allem global. Nicht überall auf der Welt kümmert man sich derart vorbildlich um die Einhaltung der Lizenzbestimmungen. Wenn man also nur eine Liste aller Streaming-Angebote zur Euro hätte… Hat man. Ab hier kommen also die ersten Bewegt-Bilder ins Haus. Allerdings mit Thailändischen, Chinesischen oder Tschechischen Kommentaren. Über die Qualität braucht man gar nicht zu reden.
  • Vierter Ansatz: Es gibt ja einige Web2.0-Angeboten, die das Fernsehen globalisieren wollen und es dazu ins Netz stellen. Super Sache, vor allem in diesem Moment. Einer von diesen Anbietern ist zum Beispiel Zattoo. Leider gilt auch dort das Motto: Wo du bist, gibt’s uns nicht. Dabei zahle ich doch in Deutschland meine GEZ-Gebühren, zwangsweise, weiterhin. Nach einigen weiteren dieser Angebote bin ich dann bei TVU gelandet. Ohne Anmeldung kann man einfach den Player herunterladen und loslegen. Und, oh Wunder, hier gab es dann auch Fernsehsender mit der Euro im Programm. Einen, um genau zu sein. Auf Englisch. Und das Beste: Er funktioniert in annehmbarer Qualität. Es ist ESPN360.

Update
ESPN hat sich seit gestern dazu entschlossen, die Spiele jetzt doch auch im Fernsehen zu zeigen, und nicht nur als Stream. Gut, denn die Qualität von Streams ist doch nichts im Vergleich zu einem richtigen Fernseh-Sender.

3548 Tage zuvor: Beam me up, Scottie

Portal ist ein wirklich nettes Spiel, das es versteht sein Konzept gewitzt umzusetzen. Leider ist es mit gerademal 19 Leveln nicht sehr langatmig. Aber vielleicht gibt es ja demnächst ein wenig Nachschub zum Download.

Portal

Bis dahin kann man sich auch mit dem dazugehörigen Flash-Spielchen ein wenig die Zeit vertreiben. 40 Level warten hier auf einen, teils sehr amüsant, teils recht nervig. Aber trotzdem alles schaffbar. Mein Pausentip für zwischendurch!

3568 Tage zuvor: Weingummi mit Lakritz

Hier im Büro gibt es circa einmal im Monat einen kleinen Wettkampf zwischen mir und einem unserer externen Kollegen. Diese, sich im wesentlichen um eine Box Color-Rado von Haribo drehende Auseinandersetzung, beschäftigt sich hauptsächlich mit der Frage wer am meisten einer bestimmten Weingummi-Sorte abbekommt. Jogger-Gums, um es beim Namen zu nennen. Nun führt dieser Wettstreit leider dazu, dass ebendiese Dinger am schnellsten weg sind. Da jedoch keine neue Fuhre auf die Theke kommt bis die alte Box nicht leer ist, sucht man nach Alternativen.

Wie ich heute, nach wirklich intensiven Tests, festgestellt habe, kommt auf Platz zwei die Kombination von den etwas dickeren Lakritz-Stangen zusammen mit zwei Gummibärchen. Und zwar genau zwei grüne Gummibärchen. Alles andere passt nicht. Das hat vor allem noch einen ziemlich gewieften Vorteil für mich: Die Süddeutschen mögen irgendwie keine Lakritze.

3591 Tage zuvor: Where is George?

Sehr lustig: Vor ein paar Tagen erst bei Roland Austinat gelesen und dann vorgestern selbst einen bekommen.

3608 Tage zuvor: IT-Recycling

Durch die Zusammenlegung der Rechenzentren auf einige wenige, zentrale Großrechenzentren und die Abschaltung immer mehr Altsysteme steht man auch vor einem nicht unbedingt offensichtlichen Problem: Wohin mit der alten Hardware?

Heute ist mir bei uns eine ziemlich geniale und praktische Idee mit durchaus hohem Geek-Faktor begegnet – die Kollegen haben aus dem Infinistore-Rack einfach die Platten heraus geschraubt und dafür eine Espresso-Maschine eingebaut.

Fehlt eigentlich nur noch die Coffee-Cam.

3615 Tage zuvor: Lernen fürs Leben

Kleine Anekdote aus der Praxis: Wie simuliert man am besten die Netzwerk-Verbindung einer Standort-Absicherung? Richtig, man stellt einfach 24km Glasfaser-Kabel, noch aufgerollt auf den Tonnen-schweren Rollen, zwischen die beiden Router im Test-Rechenzentrum.

So gesehen haben die Stunden über Dämpfung in der Berufsschule doch einen Praxis-Bezug gehabt. Wer hätte das gedacht?

3644 Tage zuvor: Lesezeichenverwaltung 2.0

Das Web 2.0 kann ja mitunter wirklich hilfreich sein. Neuester Fund: Foxmarks.

Foxmarks

Im Prinzip ist es auch nichts anderes als Googles Browser Sync, das ich auch ziemlich lange genutzt habe. Allerdings braucht man bei Foxmarks kein Google. Und man kann seine Bookmarks auch auf der entsprechenden Webseite anschauen und pflegen – also auch auf fremden Rechner.

3649 Tage zuvor: Hype?

Mittlerweile weiß man ja, dass das iPhone nicht ganz so toll verkauft wurde wie es der Herr Jobs gerne gehabt hätte. Was ich allerdings bislang jedem vorenthalten habe ist ein Photo vom Apple-Store in Miami Beach am Verkaufstag:

Der IPhone-Hype

Im Vorbeigehen habe ich denn auch noch von einem der eigens für diesen Tag eingestellten Apple-Mitarbeitern erfahren, dass auch Sandwiches und Heißgetränke den wartenden Massen gereicht wurden. Was auch durchaus nötig war, denn in der Nacht hatte es einen jener tropischen Regenschauer gegeben, die hierzulande diverse Überflutungen auslösen würden und es auch in Miami gerne tun.

3717 Tage zuvor: Oben, oben, links, unten, rechts

Ich werde meinen Mauszeiger wohl ab sofort mit ein wenig mehr Respekt behandeln.

3722 Tage zuvor: Es lebt!

Wer sagt denn, dass die guten Dinge immer vernachlässigt werden? Von einer der besten SF-Serien gibt es demnächst jedenfalls einen neuen Film zu bestaunen! Auch wenn er direkt auf DVD heraus kommt, was aber nicht unbedingt ein Nachteil sein muss.

3724 Tage zuvor: Gefunden...

…und für gut befunden:

Geni

Geni macht, man sollte es kaum für möglich halten, wirklich Spaß! Eigentlich wollte ich den Job des Erstellens eines Stammbaums ja meiner Schwester überlassen, aber die hat irgend etwas von Abitur gefasselt. Recht so, denn so komme ich in den Genuss!

3750 Tage zuvor: Extrem-Schwimmen

Spaß verstehen sie ja, die Leute bei Google:

34: Schwimmen Sie durch den Atlantik. 5.527 km

Geklaut bei Fanto.

3765 Tage zuvor: Ringmeisterschaften Online

Nachdem wir uns am vergangenen Mittwoch im Café Bleu noch kurz über das Für und Wider von LotrO unterhalten haben, habe ich am Freitag dann auch prompt meinen noch im Dezember beantragten Beta-Key bekommen – man kann damit ja auch immerhin noch bis Ende April zum 8. April spielen.

Lord of the Rings Online

Nach ein paar Stunden des Anspielens möchte ich dann auch meine ersten Eindrücke kurz, aber wirklich auch nur ganz kurz, kund tun:

  • Sehr viel Atmosphäre – die Story der Bücher wird hier und da aufgegriffen und ab und an taucht ein bekannter Charakter auf
  • Eingängige Bedinung – WoW-Umsteiger kompatibel
  • Angenehme Optik – schöne Weit-Sicht, spiegelnde Böden und alles ohne wie aus einem Kinderbuch zu wirken
  • Erwähnte ich schon die Atmosphäre?

Über die Spielmechanik mag ich mir nach ein paar Stunden kein Urteil erlauben, aber mir ist noch nichts negativ aufgefallen.

Achja, einer der ersten NPC, die man antrifft, kommt einem seltsam bekannt vor:

Lord of the Rings Online - Balin

Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss zurück nach Mittelerde.

3778 Tage zuvor: Millenialls?

Schonmal von den Millennialls gehört? Macht nichts, ich auch nicht. Aber interessant klingt es, obwohl ich nur nach der erweiterten Definition dazu zähle. Jedenfalls bin ich in einem Artikel in der ComputerWoche darüber gestolpert, der mit seiner eigenen Definition dazu aufwartet:

Wer mindestens fünf gratis beschaffte MP3s auf dem Rechner hat oder mehr digitale Fotos als Papierbilder, dürfe sich als Millennial bezeichnen. Ebenso wie derjenige, der der es vorzieht mit einem 8000 Kilometer entfernten Freund zu skypen anstatt mit der Oma aus dem zweiten Stock zu reden.

Trotzdem, folgende Charakteristiken gefallen mir jedenfalls:

  • Zielstrebig im Beruf
  • Autonom
  • Selbstständig
  • Politisch kaum engagiert
  • Eigen-organisiert
  • Bevorzugt arbeiten in virtuelle Teams

3908 Tage zuvor: Totgestunken

Ein Treffen in gemütlicher Runde, bei netter Atmosphäre und mit feinen Leuten. Spaß gemacht hat es, mal wieder. Doch was ist das für ein Gestank, als man nach Hause kommt? Ganz recht, alle Kleider stinken zum Himmel – denn unter genau diesem konnte man, ganz im Gegensatz zum Sommer, witterungsbedingt leider nicht mehr sitzen. Daher geht man rein, in die Räucherbude.

Die Bundesregierung will mit dem Bundestag zügig ein Rauchverbot für öffentliche Räume und Gaststätten auf den Weg bringen.

Zeit wäre es. Man überlegt sich tatsächlich schon ob man nicht lieber draußen friert statt drinnen totgestunken zu werden. Allerdings denkt unser hochwohlgeschätzter Bundesverbraucherminister bei dem Verbot eher an eine andere Klientel: Die, meist selbst wie ein Schlot rauchenden, Bedienungen.