1687 Tage zuvor: Versichert?

In Deutschland ist man verwöhnt. Um nicht zu sagen geradewegs verhĂ€tschelt. Vermutlich könnte man sogar dasselbe ĂŒber jeden Sozialstaat auf dieser Erde behaupten. Zumindest auf die Krankenversicherungen bezogen. Wann hat man denn schon mal eine Abrechnung des Arztes gegenĂŒber der eigenen Krankenversicherung gesehen? Ich wurde von derlei kapitalistischen Entartungen stets wohl behĂŒtet, zumindest wenn man von der berĂŒhmt-berĂŒchtigten (und mittlerweile wieder eingestampften) Praxis-Pauschale einmal absieht.

Die USA sind auch in dieser Hinsicht dem Kapitalismus folgsam. Ärzte wollen Geld direkt vom Patienten, Versicherung hin oder her. Sicher, man wird brav gefragt ob meine eine Versicherung hat (und welche). Aber da fĂ€ngt es dann auch schon an: Hat der Arzt einen Rahmenvertrag mit der eigenen Versicherung? Wenn nicht zahlt die Versicherung weniger (prozentual).

Und was genau zahlt sie eigentlich? Auch hier herrscht weithin Unklarheit. Zwar ruft der Arzt brav bei der Versicherung an um sich zu erkundigen – allerdings scheinbar eher um den Maximal-Betrag fĂŒr eine bestimmte Behandlung zu erfahren, der dann anschließend auch prompt auf der Rechnung ausgewiesen wird. Aufwands-gerechte Abrechnungen sehen anders aus. Sicher, man darf (und soll, laut Versicherung) eine detailliert aufgeschlĂŒsselte Abrechnung einfordern. Allerdings werden diese scheinbar eher umgekehrt kalkuliert: Wie viel muss ein WattestĂ€bchen kosten damit an Ende der Maximalbetrag herauskommt?

Weiterlesen?

1720 Tage zuvor: ProprietĂ€r frustriert

Eigentlich bin ich ja selbst Schuld. Im November 2011 habe ich mir einen Ă€hnlichen Frust von der Seele geschrieben. Dennoch habe ich kurze Zeit spĂ€ter denselben Fehler abermals gemacht: Eine proprietĂ€res GerĂ€t zu kaufen. Doch die Boxee-Box sollte (eigentlich) alles anderes machen, basiert sie doch auf dem freien XBMC. Eigentlich; denn die Hardware ist nicht offen – und kann somit nach der AnkĂŒndigung das jedwede Weiterentwicklung der Plattform eingestellt wird, nicht weiter verwendet werden.

Sicher, solange die Server laufen wird man sie weiterhin als Medienplayer benutzen können. Allerdings wird es keine Aktualisierungen mehr geben – mit der Zeit werden also die KanĂ€le nicht mehr funktionieren und die Apps werden sicherlich auch nicht weiter gepflegt werden. Schade, denn die Boxee-Box war ein wirklich tolles Produkt!

Also, was tun? Die Idee Internet-KanĂ€le auf den Fernseher zu bringen ist gelungen und durchaus ein Feature das ich nicht mehr missen möchte. In der Wirtschaft scheint Google-TV großen Anklang zu finden. Und die AnkĂŒndigung XBMC auf Android zu portieren sollte es ermöglichen ĂŒber kurz oder lang XBMC mit einem Google-TV GerĂ€t zu kombinieren. Zumindest hĂ€tte man dann zwei Produkte die eine lĂ€ngere VerfĂŒgbarkeit erwarten lassen. Was die Hardware betrifft bleibt abzuwarten wie die weitere Entwicklung von XBMC for Android voran schreitet. Aber es werden sicherlich offene Plattformen dabei sein. Und bis dahin sollte meine Boxee-Box noch durchhalten. Hoffentlich…

2136 Tage zuvor: Was ist eigentlich...

proprietÀre Software? Und warum wird das Wort meistens in einem negativen Zusammenhang genannt? Ein Beispiel.

Als ich mir Anno 2009 den HP Dreamscreen nÀher angeschaut habe, dachte ich noch es wÀre ein ganz wunderbares GerÀt:

Dieser digitale Bilderrahmen, der dank seiner WiFi-Anbindung nicht auf mĂŒhselig manuell zu beladener USB-Sticks angewiesen ist, besitzt das Potential zum zentralen Familien-Kalender zu avancieren.

Im Prinzip ist es auch genau das – WiFi Anbindung ist vorhanden, man kann Radio und Bilder aus dem Internet herunterladen, den lokalen Wetterbericht einsehen und seine Facebook-Updates lesen. Leider kann es aber auch nur genau das: Alles, wofĂŒr HP eine Applikation spendiert hat. Selber Applikationen schreiben darf man nicht (es ist halt proprietĂ€re Software). Somit ist der Funktionsumfang dieser – auf dem Papier – tollen Hardware leider arg beschrĂ€nkt.

Anfang letzten Jahres hatte ich dann zumindest eine Lösung fĂŒr mein Dilemma mit dem automatisch generierten Familienkalender gefunden: Snapfish. FĂŒr HP’s Foto-bestell-Website gibt es eine Applikation im Dreamscreen. Zwar muss man selbst das anzuzeigende Foto aufrufen (anstatt es automatisch aktualisieren zu lassen), aber immerhin hat der Bilderrahmen damit endlich das getan, wofĂŒr er von vornherein gedacht war.
Zumindest vorerst. Denn (und hier kommt der zweite Nachteil proprietÀrer Software zum tragen) vor gut dreieinhalb Monaten hat die Applikation plötzlich ihren Dienst eingestellt:

Dreamscreen cannot access the Snapfish Servers at this time. Please try again later or check your Internet Connection.

Geduldig wie man ist wartet man. Darauf, dass die Webseite wieder funktioniert. Oder auf ein Update. Vielleicht einen Hinweis vom Support? Doch nichts passiert – scheinbar hat HP den Support fĂŒr die Dreamscreen-Geraete eingestellt. Keine Updates heißt keine Bilder-Downloads mehr. Und damit ist der teure Bilderrahmen nicht mehr als ein StĂŒck Plastik – nutzlos.

Mit Zugriff auf die Programm-Sourcen des Dreamscreens (das Prinzip Open Source) könnte man das Problem sicherlich leicht lösen – oder eine alternative Lösung entwickeln. Abertausende von Programmieren wĂ€ren dazu problemlos in der Lage – kostenlos! Doch da es sich jedoch um eine geschlossene Software-Lösung handelt ist man damit leider auf das Wohlwollen des Lieferanten angewiesen. Und wenn der sich verweigert bleibt man zwangsweise auf seiner Investition sitzen.

Und das ist dann auch der Grund wieso regelmĂ€ĂŸig negativ ĂŒber proprietĂ€re Software berichtet wird. Und Jailbreaks so beliebt sind.

2809 Tage zuvor: Tages-Planung

Vor nicht allzu langer Zeit erwĂ€hnte ich, dass der HP DreamScreen eine tolle Sache sei. Denn er bietet die Möglichkeit Bilder (und Musik) ĂŒber die integrierte WiFi-Schnittstelle nachzuladen. Soweit, so gut.

Nachdem ich mir Ende November gĂŒnstig einen zugelegt habe, konnte ich die letzten Tage auch endlich ein wenig intensiver Zeit investieren um ihn fĂŒr das zu nutzen, fĂŒr das er gedacht war. NĂ€mlich morgendlich eine Übersicht ĂŒber all jenes anzuzeigen, was den Tag ĂŒber so los ist. Ist heute etwas geplant? Was macht Mami? Wer kommt zu Besuch? Wie wird das Wetter? Was ist ĂŒber Nacht in der Welt passiert?

Das Programm um ein entsprechendes Bild aus diversen Feeds zu erstellen war auch recht zĂŒgig geschrieben. Allerdings sind die Grenzen des DreamScreen ein wenig zu eng gesteckt, um das Ziel zu erreichen. Denn es gibt zwar die Möglichkeit Daten drahtlos abzugleichen und Musik direkt aus dem Netzwerk abzuspielen (auch wenn man dazu den Windows Media Player installiert haben muss). Man ist dabei jedoch leider auf Pull-Dienste angewiesen, sprich man muss manuell am DreamScreen die Daten abfragen – eine Push-Möglichkeit, bei der ein Programm ein Bild zur Anzeige an den Bilderrahmen schickt, gibt es nicht.

Damit ist das Projekt also frĂŒhzeitig gescheitert. An einer unzureichenden Software-Implementation seitens HP. Auch ein SDK um gegebenenfalls eine eigene Lösung dafĂŒr zu entwickeln, gibt es nicht. Dabei lĂ€uft der DreamScreen auf einer Embedded Linux Plattform und bietet daher theoretisch alle FunktionalitĂ€ten um das gewĂŒnschte Verhalten problemlos zu bieten. Zwar offenbarte ein Netzwerk-Sniffer das die Daten mittels SOAP abgeglichen werden, man auf diese Weise vermutlich auch automatisch Bilder hochladen könnte, allerdings fehlen damit immer noch Steuerungsfunktionen wie zum Beispiel ein bestimmtes Bild anzeigen zu lassen.

Bleibt nur zu hoffen, dass HP seine angeblichen PlĂ€ne umsetzt und in der Tat grosses aus der ansonsten guten Hardware macht – oder zumindest jemand es schafft Zugang zu dem Linux-System zu erhalten.

2846 Tage zuvor: Die beliebtesten

Heute kam Post von Google. Offenbar ist unsere unbekannte, kleine und eher inaktive Unternehmung unter den 100.000 beliebtesten (lies: am hÀufigsten aufgerufenen) Unternehmen in Google-Maps.

Da fragt man sich doch irgendwie, welche Aussagekraft diese Schildchen eigentlich haben. AufhĂ€ngen dĂŒrfen wir es jedenfalls nicht, da ein BĂŒro im Eigenheim gemĂ€ĂŸ der Miami Beach-Statuten nur dann erlaubt ist, wenn man keine Besucher empfĂ€ngt – und keine Werbung vor der HaustĂŒr macht.

2896 Tage zuvor: Freizeit-Gestaltung?

Die letzten Tage ist zugegeben einiges liegen geblieben. Besuch war da, am Wochenende gab es einen Ausflug und Dienstag stand eine PrĂŒfung an – wen wundert es da. 45 Mails warten noch auf eine Antwort (Sorry an alle, die warten mĂŒssen). 3,5 GB Photos wollen durchgesehen, aussortiert und eingeordnet werden (sorry an die Schwieger-Oma, die noch immer auf ein Foto ihrer neuen Enkelin wartet). Außerdem wollen nach wie vor zwei Webseiten weiter programmiert und diverse Firmen-AntrĂ€ge eingereicht werden. Heute kam dann auch noch ein Paket mit BĂŒchern an, die (fĂŒr die nĂ€chste Zertifizierung) gelesen werden wollen. Wo soll man da anfangen?

Immerhin habe ich heute das Spin-Off Blog fertig stellen können. Das ist ja schon mal ein Anfang – und die Frau muss nicht mehr vertröstet werden.

2927 Tage zuvor: Der Preis des WĂ€hlens

Ich habe heute Morgen einen Preis an meine WĂ€hlerstimme geklebt. Einfach so. Ging auch sehr schnell. Um genau zu sein wurde mir der Preis fĂŒr meine Stimme genannt, von der netten Dame bei der Post um die Ecke. Und, soviel sei gesagt, von seinem Recht zum WĂ€hlen Gebrauch zu machen ist alles andere als gĂŒnstig. Was aber vor allem daran liegen dĂŒrfte, dass ich die Briefwahlunterlagen erst jetzt, am Montag vor dem Wahlsonntag, absende. Woran wiederum die weniger freundlichen Leute bei einer andere Poststelle eine gewisse Mitschuld tragen. Aber das wĂ€re wieder eine Geschichte fĂŒr sich.

Wenn ich Bettina Freitag vom ARD-Hauptstadtstudio Berlin glauben soll, hĂ€tte ich mir die Investition besser sparen sollen. Sie ist nĂ€mlich scheinbar der Ansicht, dass die Parteien die WĂ€hler-Interessen nur dann akzeptieren, wenn sie ihnen passen. Als Beispiel wird die Landtagswahl in Hessen dieses Jahr genannt, bei der keiner mit irgendwem koalieren wollte nur um nochmal erneut wĂ€hlen zu lassen. Ähnliches könnte sich wohl in Schleswig-Holstein wiederholen. So betrachtet wĂ€re allerdings das Ypsilanti-Gen wieder eine gute Sache – schließlich wollte die werte Dame das beste aus dem WĂ€hlerwillen machen.

Mir als WĂ€hler gibt das, im Gegensatz zu Frau Freitag, weniger zu Denken als das Verhalten der Politiker selbst bei alledem. Und in diesem Punkt hat sie durchaus recht: Wie soll ich jemandem vertrauen fĂŒr mich Entscheidungen zu treffen wenn er allem Anschein nach nicht vernĂŒnftig mit seinen Konkurrenten umgehen, geschweige denn reden, kann? Mag sein, dass das alles nur Wahlkampf ist; das es eine Show fĂŒr die WĂ€hler ist mit dem Versuch zu polarisieren, seine Standpunkte herauszustellen. Aber wenn dem so ist, bewirkt es bei mir eher das Gegenteil. Vielleicht meinte Norbert Lammert, amtierender BundestagsprĂ€sident, ja genau dies, als er sagte das man sich nicht jeden Tag fĂŒr Politik interessieren muss?

Wie dem auch sei, um in einer Demokratie etwas zu verĂ€ndern muss man an Wahlen teilnehmen. Das gillt fĂŒr das aktive Wahlrecht genauso wie fĂŒr das passive, auch in Deutschland. Und wenn man ĂŒber den Tellerrand der Bundesrepublik hinausschaut stellt man doch auch schnell fest, dass $41,95 eigentlich kein hoher Betrag fĂŒr ein StĂŒck Demokratie sind.

2938 Tage zuvor: Virtuelle Nachlese

Doch was gab es mitzunehmen? Nicht viel, von einem technischen Standpunkt aus betrachtet. SAP Business Objects ist das neue (alte) Maß der Dinge. Der Aspekt geht immer mehr weg von der Technologie hin zu den Prozessen und dem Mehrwert fĂŒr die Unternehmen – gerade in diesen Zeiten wird Software ja nicht mehr eingesetzt weil sie in ist, sondern weil man sich davon Einsparungen erhofft. So bleibt es, technisch betrachtet, erst einmal ruhig an der SAP-Front. Die großen Dinge bewegen sich an der OberflĂ€che.

Angehört habe ich mir VortrĂ€ge ĂŒber Business Performance Management von James Fisher (SAP Labs), die technischen Aspekte in SAP CRM von Stephen Johannes (Bunge North America), die virtuelle Teams im SAP-Support von Margaret Anderson (SAP Labs), ein EinfĂŒhrungs-Szenario bei Kyphon/Medtronic, Basis-Support und SAP Technologie von Daniel Wilhelms (Symmetry Corporation), die technischen Anforderungen an einen ERP6.0-Upgrade von Lan Blake (SAP) sowie einen ĂŒber das Management von IT-Investments von Sharad Nagaich (Deloitte & Touche) und Naveen Srivastava (SAP Labs India).

Vieles von alldem war jedoch nichts umwerfend Neues. Vor allem den Vortrag ĂŒber virtuelle Teams hĂ€tte ich schon fast selbst halten können – schließlich wurde dies bereits 2000 von Deborah Duarte und Nancy Snyder im Buch Mastering Virtual Teams (ĂŒbrigens sehr empfehlenswert) beschrieben. Interessant waren die VortrĂ€ge dennoch, zumalbin ich nach wie vor dabei bin mich in das Themengebiet wieder tiefer einzuarbeiten.

Am besten gefiel mir jedoch der Vortrag von Daniel Wilhelms ĂŒber SAP Technologie. Weniger wegen der Technologie als solcher (der Vortrag war dazu gedacht dem Management die Funktionsweise von SAP samt Servern, Datenbank, Backups-Szenarien und Ausfallsicherheit nĂ€her zubringen), sondern wegen seiner Standpunkte ĂŒber die Aufgaben eines Basis-Administrators (abgesehen vielleicht von der Aussage It’s a Basis-Problem until proven otherwise). Im Zufolge werden selbst in der momentanen Krise Basis-Kenntnisse HĂ€nde-ringend gesucht. Was man wohl auch an der Karriere-Seite seiner Firma ablesen kann. Inhaltlich hat zwar auch dieser Vortrag nichts neues geboten, aber zumindest hat er mich darin bestĂ€rkt technisch noch auf der Höhe der Zeit zu sein.

2940 Tage zuvor: Land of the free

Joe Klein von der Time ist der Ansicht, dass die Republikaner Obama nur deshalb so harsch wegen einer Gesundheitsreform angreifen, um ihn zu beschÀdigen. Sehe ich ganz genauso. Doch was sich Jim Greer, immerhin Vorsitzender der Republikaner in Florida, geleistet hat ist wirklich unglaublich:

As the father of four children, I am absolutely appalled that taxpayer dollars are being used to spread President Obama’s socialist ideology. The idea that school children across our nation will be forced to watch the President justify his plans for government-run health care, banks, and automobile companies, increasing taxes on those who create jobs, and racking up more debt than any other President, is not only infuriating, but goes against beliefs of the majority of Americans, while bypassing American parents through an invasive abuse of power.

Es gibt einige Leute, die seinem Beispiel folgen und ihre Kinder heute nicht zur Schule geschickt haben. Kurzer Hintergrund: Obama wird heute eine Rede halten, die direkt an alle SchĂŒlerinnen und SchĂŒler dieses Landes adressiert ist. Er wird im Kern sagen, dass man zur Schule gehen und gute Leistungen erbringen soll:

I’m working hard to fix up your classrooms and get you the books, equipment and computers you need to learn. But you’ve got to do your part too. So I expect you to get serious this year. I expect you to put your best effort into everything you do. I expect great things from each of you. So don’t let us down – don’t let your family or your country or yourself down. Make us all proud. I know you can do it.

Immerhin sehen das diverse Medien genauso Haar-strÀubend. Sogar die stille Grand Madame der Republikaner-Garde (4:30):

Ich werde mir die Rede um 12:00h mit der kleinen Sophia live anschauen – um ein kleines, stilles Signal fĂŒr meine Kinder zu setzen.

2945 Tage zuvor: Gesundheitsreform in Ăœbersee

Fragt man sich nur noch, warum es da so eine riesige Diskussion drĂŒber gibt.

2946 Tage zuvor: Neue Schule, neue Sitten

Letzte Woche hat hier bekanntlich wieder die Schule angefangen. Nach zehn Wochen Ferien darf man wohl ohne Scham sagen: Endlich. Im neuen Schuljahr geht der Ă€lteste denn auch auf eine neue Schule. Kindergarten nennt sich diese Klasse, ist aber eher mit der Vorschule in Deutschland zu vergleichen – obwohl er auch schon letztes Jahr in die Schule gegangen ist (Vor-Vorschule sozusagen).

Nun ist also Kindergarten angesagt. In einer speziellen Schule, und das bezieht sich nicht nur auf die Schulform. Abgesehen von Hausaufgaben fĂŒr die SchĂŒler gibt es hier auch jede Menge fĂŒr die Eltern zu tun. Zum Beispiel jeden Tag mit den Kleinen lesen. Oder freiwillige Hilfsstunden fĂŒr die Schule leisten. Bei den Hausaufgaben helfen ist ja selbstverstĂ€ndlich, aber man muss sie auch noch MontĂ€glich im Internet abrufen und ausdrucken – auch wenn ich noch rĂ€tsel was daran nun grĂŒn sein soll, denn so wurde es angepriesen. Langweilig machen sie es einem also nicht, die bewusste Einbindung der Eltern in den Lernprozess finde ich jedoch sehr gut.

Und vielleicht können die elterlichen Pflichtstunden fĂŒr den Schuldienst ja auch mit der Erstellung einer neuen Webseite abgeleistet werden. Die aktuelle ist ja immerhin schone in paar JĂ€hrchen Ă€lter…

2948 Tage zuvor: Made in the USA

Wer schonmal ein Auto aus den USA besessen hat, dem sind vielleicht diverse QualitĂ€tsunterschiede aufgefallen (Achtung: Verallgemeinerung!). Leider ist auch Volkswagen da keine Ausnahme – jedenfalls wenn das entsprechende Modell aus den USA stammt. Hier und heute ein paar Beispiele.

Da weiß man doch gleich wieder, warum es Made in Germany heißt. Oder zumindest warum die Autos in Deutschland ungleich teurer sind.

2982 Tage zuvor: Frequent Power Loss

Thank you for checking on the status of your concern.
We are sorry to hear about any trouble you are having with your power. We are aware of an electric problem in your area.
We have received your report and it has been entered into our system.

Ist ja nicht so, dass man denen das nicht schon Wochen im voraus vorhergesagt hat. Nunja, gebrannt hat es nun ein wenig. Und der Strom ist dafĂŒr jetzt ganz weg – inklusive Klimaanlage. Im Hochsommer ist das ja aber nicht weiter wild, wem machen denn die 30°C (steigend) im Haus schon was aus? Den Kindern etwa, die gerade in’s Bett gehen? Ach was…!

PS: 19:25h ging der Strom aus, 22:45h sollte er wieder angehen, 0:30 war er dann da. Da will man gar nicht weiter drĂŒber nachdenken wie lange es dauert bis man nach einem Hurrikan wieder Strom hat.

3002 Tage zuvor: Sorgfalt in den USA

Der hiesige Stromanbieter nennt sich FPL. Das steht eigentlich fĂŒr Florida Power & Light Company, wird aber auch gerne mit Frequent Power Loss bezeichnet. Aber das erwĂ€hnte ich ja bereits. Jedenfalls hatte ich mich, bedingt durch diverse Stromschwankungen bei stĂŒrmischen Regen in letzter Zeit, aufgemacht einen Baum auf der Webseite von FPL anzuzeigen, der die Stromleitungen berĂŒhrt. Ganz wie dort verlangt.

Heute nun, nach einigen Wochen, kamen dann auch ein paar Herren von FPL vorbei um sich das mal anzuschauen. Mit geschultem Blick konnte die auch gleich (nach circa einer halben Sekunde)erkennen:

Some minor contact. But no fires. I’m not gonna send out a crew for that.

Aha. Gut. Solange das Problem nicht akut ist, ist es also kein Problem. Verstehe. Immerhin hat sein Kollege den Zynismus in meiner Antwort, I guess I will call you then once the tree is on fire, verstanden – er lachte kurz.

3038 Tage zuvor: Legal MP3s herunterladen?

Tauschbörsen sollen ja angeblich die Musikindustrie zerstören. Wird einem ja schon seit Jahren eingetrichtert. Klauen ist bekanntlich auch tatsĂ€chlich schlecht (und illegal), daher haben die Herren von der Industrie denn auch Angebote fĂŒr legale MP3-Downloads bereitgestellt. Sagt man.
Nun habe ich heute das erste Mal versucht einen derartigen Kauf durchzufĂŒhren. Zugegeben, die $3 Ersparnis gegenĂŒber dem CD-Kauf sind wahrlich kein Grund zu einem Download zu greifen und dafĂŒr auf das PrimĂ€rmedium CD zu verzichten. Doch man muss ja alles mal versucht haben. Also los-geklickt!

Wo kauft man eigentlich MP3s? Als erstes viel mir da Amazon ein. Hin-geklickt, gesucht, gefunden, gekauft? Denkste. Wer ein ganzes Album kaufen will, muss den Amazonschen MP3-Loader installieren. Doof. Also nach anderen LĂ€den umgeschaut. Aber so wirklich weiter-geholfen hat auch das nicht. Überall muss man sich fĂŒr die (gut gemeinte) Probezeit registrieren – allerdings will ich doch gar kein Abonnement abschließen sondern nur ein einzelnes Album herunterladen. Also doch wieder zurĂŒck zu Amazon.
Laden wir uns den komischen MP3-Loader halt fĂŒr unsere Spielwiese unter Debian herunter. Gedacht, heruntergeladen, installiert? Nein: package architecture (i386) does not match system (amd64). Bleibt noch die Installation in meinem Test-Vista. Gedacht, heruntergeladen und… installiert! Wunderbar.
Doch wo sind meine MP3s? Im MP3-Loader jedenfalls nicht. Und auch beim Versuch das Album in Amazon zu kaufen werde ich nur ein ums andere Mal auf die MP3-Loader-Download-Seite umgeleitet. Ob das so der Sinn der Sache ist?

Nach circa 20 Minuten gebe ich auf. Ich hĂ€tte liebend gerne die $10 ausgegeben und mir das Album direkt auf die heimische Festplatte heruntergeladen. Aber irgendwie scheint es keinen Shop zu geben, in dem man mit einfachen Mitteln (ohne dritt-Software oder DRM) dies machen darf. WĂŒrde ich in einschlĂ€gigen P2P-Programmen die Schlagworte eintippen, ich hĂ€tte das Album vermutlich schon komplett hier liegen – ohne die $10 ausgegeben zu haben. Da braucht man sich nun wirklich nicht wundern, wenn die Leute zu den illegalen Angeboten greifen.

Die legale Alternative? Ich hab das Album jetzt als CD gekauft. Vermutlich wird es in acht bis zehn Tagen per Post bei mir eintreffen.

3045 Tage zuvor: Rechtschreibung

Wieso ist die RechtschreibprĂŒfung von OpenOffice eigentlich so schlecht? Der Name selbst ist eigentlich total falsch gewĂ€hlt, denn da passiert ja nichts weiter als ein nachschlagen der jeweiligen Wörter in einer Liste. Quasi prĂŒfen per Duden. Zusammenhang der Wörter? Fehlanzeige. Konjugierte Wörter werden nicht auf ihren Kontext geprĂŒft.

Was soll ich mit so einer PrĂŒfung? Da werden doch gerade mal Buchstaben-Dreher bei der Texteingabe mit behoben… Traurig, traurig!

3068 Tage zuvor: BrĂŒcken-Bewohner

Letzte Woche noch drĂŒber geredet und heute schon auf der Titelseite: A life of tension, fear for sexual predators living under Miami bridge. Manchmal schon ein wenig merkwĂŒrdig, solche ZufĂ€lle. Erschreckend allerdings finde ich, dass mittlerweile so viele Leute dort leben – vor gut zwei Jahren ist der erste dort zwangs-angesiedelt worden, wenn ich mich recht entsinne.

Dazu fÀllt mir immer wieder ein reichlich abgenutztes Zitat ein: Man messe eine Gesellschaft daran, wie sie mit ihren schwÀchsten Gliedern umgeht.

3101 Tage zuvor: Nur in Amerika...

Szene letztens bei einer hiesigen Burger-Bratbude.

Ich trete durch die TĂŒr, weiß genau was ich will und möchte es nur schnell einpacken. Vor mir stehen eine Familie an der ersten Kasse, eine Frau mit Kind an der zweiten. An der dritten steht ein leicht genervt wirkender Mann, der mich abfĂ€llig mustert. Abseits davon eine Gruppe von vier Leuten – um die Ende zwanzig, zwei davon stark tĂ€towiert, einer mit kahl-geschorenem SchĂ€del – sich intensiv unterhaltend.

Auf eine schnelle ErfĂŒllung meines Wunsches hoffend steht ich das MenĂŒ-lesend mitten im Raum, wandere ein wenig von links nach rechts. Weiß nicht genau ob ich mich einfach hinter einer Kasse einreihen soll, oder ob die Schlange vielleicht fĂŒr alle Kassen gleichzeitig ist. Der Mann von Kasse drei schaut mich weiterhin skeptisch an. Denkt er, ich will mich vor drĂ€ngeln?

Aus Richtung der Toiletten kommt ein Mann mir entgegen. Sich seine HĂ€nde an den Jeans abwischend. Der Frau an Kasse zwei, direkt vor mir stehen, fallen die AutoschlĂŒssel aus der Hand. Mit seinen vermutlich noch feuchten HĂ€nden hebt der Mann ihr die SchlĂŒssel auf – hoffentlich hat er sich die HĂ€nde gewaschen – um sich anschließend hinter mir in die Schlange einzureihen. Jetzt ist es also eine Warteschlange.

Warten… den Mitarbeitern hierzulande kann man sprichwörtlich im laufen die Schuhe besohlen. Eigentlich sollte hier, im Mutterland des goldenen M, doch alles viel schneller, effizienter laufen? Nichts passiert hier, alles ist ruhig. Jeder Burger wird einzeln nach Bestellung zusammengebaut. Mit vor gebratenen und warmgehaltenen Patties. Ich schaue auf die Uhr: fĂŒnf Minuten vor halb.

Die Familie an Kasse Eins bekommt ihr Essen. Alles genau nachzĂ€hlend und Ketchup-verlangend (den gibt es drĂŒben, bei den Servietten). Der Mitarbeiter hinter der Kasse, nennen wir ihn Chris, schreitet anschließend in Richtung Toiletten davon. Die Frau mit Kind an Kasse Zwei scheint ihre Bestellung gerade zum dritten Mal zu wiederholen. Der Mann an Kasse Drei schaut genervt zur Decke. Ich drehe mich um: Hinter mir steht der Mann aus der Toilette und noch ein anderer Kunde, der sich gerade eben hinten in der Schlange eingereiht hat. Ein Blick auf die Uhr: kurz vor halb.

Kasse Nummer Zwei piept bestĂ€tigend. Die Bestellung scheint endlich akzeptiert worden zu sein. Die Mitarbeiterin hinter der Kasse, nennen wir sie Concha, dreht sich um, irritiert? Verirrt? Verwirrt! Sie geht, gemĂŒtlich, zu den fertigen Burgern hinter ihr – immerhin ein guter Meter weit weg – und packt ein paar Dinge zusammen. NachzĂ€hlend. SorgfĂ€ltig. Nach jedem kleinen Burger auf den Bestellzettel schauend. Schließlich faltet sie die TĂŒte zusammen und geht zurĂŒck zu ihrer Kasse. Dort einmal angelangt öffnet sie die TĂŒte wieder und steckt einen Berg Servietten in die TĂŒte, die sie daraufhin wieder sorgfĂ€ltig zusammenfaltet. Nun, da sie ihre gedankliche Checkliste offenbar abgehakt hat, macht sie sich auf zu Kasse Drei – dem wartenden Mann, der ihr allerdings schon entgegeneilt und schließlich die TĂŒte, mehr oder minder, aus der Hand reißt. Er ist zur TĂŒr hinaus bevor Concha ihre Kasse wieder erreicht hat.

Chris von Kasse Eins kommt zurĂŒck. ZĂŒgigen Schrittes. Sich auf seine Kasse stĂŒtzend schaut er abwesend in meine Richtung und sagt: Next please. Mein Bein zuckt kurz, bevor ich zu der Gruppe neben mir schaue. Ich schaue dem mir am nĂ€chsten stehenden an und winke mit der Hand in Richtung Kasse. Ein freundliches Thank You sagend schreitet die Gruppe an mir vorbei in Richtung des wartenden Mitarbeiters. Ob sie auch so freundlich gewesen wĂ€ren, hĂ€tte ich mich einfach an die Kasse gestellt? Mein Blick geht Richtung Kasse Zwei: Concha studiert die Bestellung der Frau mit Kind auf ihrem Monitor. Ich schaue auf die Uhr: Kurz nach halb.

Eine TĂŒr rechts von mir öffnet sich. Eine Ă€ltere Dame, geschĂ€tzte 80, betritt den Laden. Grinsend. Hinter ihr kommt, langsamen Schrittes, ein noch Ă€lterer Herr hinterher. Die Dame schreitet an mir vorbei, stellt sich, ein wenig Abstand haltend, direkt hinter die Kasse eins. Die will sich doch vor drĂ€ngeln! Aber… Ă€ltere Menschen stehen in den USA ja sozusagen unter Artenschutz. Darf man da was sagen? Ist es in diese Kultur nicht sogar vielleicht verankert, dass Ă€lteren Menschen immer Vorrang gewĂ€hrt wird? Schließlich gibt es ja auch an allen noch so kleinen GeschĂ€ften BehindertenparkplĂ€tze – und gegen die auf den Mutter-Kind-ParkplĂ€tzen parkenden Rentner sagt ja schließlich auch niemand was. Was soll ich tun? Die Gruppe an Kasse Eins hat die Bestellung zusammengestellt – laut hin und her-rufend, denn die eine HĂ€lfte sitzt bereits ein einem Tisch etwas abseits.

An Kasse Zwei ist Concha mittlerweile dazu ĂŒbergangen die Burger langsam, aber sorgfĂ€ltig, auf ein Tablett zu betten. Jeden einzeln. WĂ€hrend das Kind sich bereits durch die Happy-Meal-TĂŒte wĂŒhlt. NachzĂ€hlend fordert die Mutter noch Mayo und Ketchup – gibt’s da hinten bei den Servietten. WĂ€hrenddessen stapeln sich bereits die ersten Burgen auf dem Tablett an Kasse Eins. Irgendeine GerĂ€tschaft beginnt lautstark piepend um Aufmerksamkeit zu schreien. Chris wirbelt, die Burger auf dem Tablett immer höher stapelnd wĂ€hrend Concha die Mutter anlĂ€chelt, darauf wartend ihr SĂ€tzlein auf zusagen: Next please. Damit meint sie mich. Gut, denn an dieser Kasse steht die alte Dame gewiss nicht an.

Erleichtert gebe ich meine Bestellung auf. Four Cheseburgers please. That’s all?, fragt Concha. That’s all. In dem Moment sagt Chris: Next please. Der Toiletten-Mann begibt sich raschen Fußes an Kasse Eins, die Ă€ltere, grinsende Dame bewusst ignorierend. In dem Moment sehe ich, dass sich mittlerweile eine recht ansehnliche Schlange aufgestaut hat. Acht, vielleicht zehn Leute stehen dort aufgereiht – in einer einzigen Schlange, die die rechte HĂ€lfte der TĂŒren versperrt. Concha murmelt hinter mir etwas. Ich drehe mich um. Sie meinte wohl, dass es ein wenig dauern wird. Ich trete zur Seite, fĂŒr den nĂ€chsten Kunden Platz machend.

Im selben Moment tritt auch der Toiletten-Mann zur Seite. An Kasse Eins beginnt die Ă€ltere Dame, die sich in der Zwischenzeit direkt hinter dem Toiletten-Mann aufgebaut hatte, ihre Bestellung los zu plappern, wĂ€hrend an Kasse Zwei der nĂ€chste Kunde neben mir seine Bestellung in schnellen Worten aufgibt: Irgendein Special, das Concha nicht gelĂ€ufig ist. Er gestikuliert in Richtung des MenĂŒs und Concha schaut, mit einem leichten Anflug von Panik in den Augen, zu Chris hinĂŒber.

WĂ€hrenddessen gleitet mein Blick zu der Schlange hinĂŒber. Die Frau, die eigentlich jetzt an Chris’ Kasse stehen wĂŒrde, schĂŒttelt unglĂ€ubig den Kopf. Mehrere andere Kunden stehen ebenfalls merklich empört an ihrem Platz in der Schlange. Die Ă€ltere Dame ĂŒberlĂ€sst dem mittlerweile an Kasse Eins angelangtem Ă€lteren Herrn den Schauplatz und geht, langsamen Schrittes mit einem bestĂ€ndigen Grinsen auf dem Gesicht, an der Schlange entlang. Als sie den Gesichtsausdruck der Leute sieht, sagt sie, fĂŒr jeden gut hörbar: I took my chances und grinst noch breiter. Sie scheint das wohl als besonders clever zu empfinden. Der Blick der in der Schlange stehenden Leute wird noch finsterer. Mir ein Grinsen nicht verkneifen könnend drehe ich mich zurĂŒck zu Concha und ihrem Problemkunden.

Der Kunde hat mittlerweile seine Sprechgeschwindigkeit an Conchas Arbeitstempo angenĂ€hert. Und auch wenn man von Conchas Gemurmel nichts verstehen kann, scheint es das gewĂŒnschte Special wohl nicht mehr zu geben. Mit lauten und fĂŒr seinen starken US-Slang deutlichen gesprochenen Worten formuliert der Problemkunde seinen Altnertiv-Wunsch – das eine Diskussion ĂŒber das werben mit Specials und deren VerfĂŒgbarkeit bei Concha zu nichts fĂŒhrt, hat er wohl von vornherein verstanden. WĂ€hrenddessen schleppt Chris eine EistĂŒte mit einem viel zu großen Berg Softeis darauf an Kasse Eins, wo der Ă€ltere Herr bereits wartet. Ich schaue auf die Uhr: Fast zehn Minuten nach halb.

An Kasse Eins bekommt der Toiletten-Mann gerade seine eingetĂŒtete Bestellung in die Hand gedrĂŒckt als Concha die Bestellung ihres Problemkunden erfolgreich in die Kasse getippet hat. Die von der Ă€lteren Dame ĂŒbersprungene Frau hechtet sofort an Chris’ Kasse und plappert los. WĂ€hrend ich noch so ĂŒberlege wie viel weniger der Toiletten-Mann wohl bestellt haben könnte das seine Bestellung noch vor meiner fertig ist, sehe ich auch schon Concha an der Burger-Theke stehen. Chesseburger-abzĂ€hlend und sie behutsam in einer TĂŒte ablegend. Sie macht das so ĂŒbersichtlich, dass ich keinerlei Probleme habe mit zu zĂ€hlen – nicht das man an ihrer Genauigkeit zweifeln könnte. Und wĂ€hrend sie dann mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck zu mir herĂŒber schlurft, beginne ich zu ĂŒberlegen wann meine Parkzeit an der Parkuhr wohl abgelaufen gewesen sein könnte. Ich hatte, in Ermangelung kleinerer MĂŒnzen, einen Viertel-Dollar eingeworfen. Zwölf Minuten Parkzeit fand ich sehr ĂŒbertrieben fĂŒr eine kleine Bestellung in einem Fast-Foor-Restaurant.

3307 Tage zuvor: Kleine Abhandlung zur Ironie

Juli Zeh in ihrem Essay Krieg und auch nicht in Spiegel-Ausgabe 34/2008, ĂŒber die Funktion von Ironie. Dort in Bezug auf den Umgang der Intellektuellen mit der Bundeswehr, aber das gilt auch ganz allgemein. Nicht nur in Bezug auf die Öffentlichkeit.

Wir ziehen uns Spott und Hohn wie einen Gummihandschuh ĂŒber, bevor wir das Thema anfassen, als könnte man sich schmutzig machen. Ironie schafft Distanz. Sie dient als Schutzschild gegen die Abwehrsysteme der öffentlichen Meinung […] Ansonsten gilt: tarnen, tĂ€uschen, verpissen.

Das Essay in GĂ€nze ist ĂŒbrigens lesenswert. Vor allem, wenn man im Land der vermeintlich coolen und heroischen GIs verweilt.

3383 Tage zuvor: Angloamerikanische KopfrechenĂŒbungen

Da die USA zu jenen LĂ€ndern der Erde gehören, die noch imperialistische Maßeinheiten verwenden, kommt man leider des öfteren in den zweifelhaften Genuss eben jene Einheiten um zurechnen. Allein um ein GefĂŒhl fĂŒr die Entfernung, das Gewicht oder die Menge zu bekommen. Meilen kann man recht schnell abschĂ€tzen (1,61km), Gallonen machen meist auch keine Probleme (4,55l), bei Unzen wird es dann jedoch schon schwerer (2,84 cl). Doch die Krone des Umrechnens besteht im Benzinverbrauch.

Wird in Deutschland – und anderen metrischen LĂ€ndern, also quasi ĂŒberall außer den USA – der Verbrauch in Litern auf 100 km angegeben, lĂ€uft es hier genau anders herum. Man betrachtet nicht den Verbrauch, den man auf einer bestimmten Strecke hat, sondern die Strecke, die man mit einer bestimmten Menge Benzin zurĂŒcklegen kann. MPG lautet die dazugehörige Einheit. Und der Kopfrechen-intensive Faktor ist 235.

3398 Tage zuvor: Die Euro 2008 und ich

Heute hat sie also angefangen, die Euro 2008. Im Gegensatz zu europĂ€ischen Gefilden bekommt man hierzulande allerdings wenig davon mit. Der hiesige, dem Fußball verschriebene TV-Sender GolTV zeigt zu Spielbeginn lediglich ein paar Wiederholungen – vermutlich mangels Lizenz. Also auf in die unendlichen Weiten des Internet!

  • Erster Ansatz: Auf der offiziellen Streaming-Seite bekommt man dann den fĂŒr die jeweilige Region vorgesehenen Streaming-Partner serviert. In meinem Fall ist dies ESPN 360. Schön und gut, denkt man sich und klickert sich weiter durch die Netzwelten. Bis man dann leider verzweifelt feststellen muss, dass der Internet-Provider, bei dem man ist, mit ESPN nicht zusammenarbeitet und im Umkehrschluss der Stream nicht zur VerfĂŒgung gestellt wird.
  • Zweiter Ansatz: ARD und ZDF bieten ebenfalls einen Live-Stream ihres Fernsehprogramms an. In der ZDF-Mediathek wird man auch schnell fĂŒndig. Schnell den Media-Player eingerichtet und… es passiert nichts. Alles funktioniert, nur die Berichterstattung ĂŒber die EM(Euro 2008) wird nicht angezeigt. Nachdem einige Freunde in Deutschland bestĂ€tigt haben, dass es bei ihnen funktioniert liegt also die Vermutung nahe, dass ich auch hier aufgrund meines Einwahlknotens außen vor bleiben muss – vermutlich wegen der Lizenz.

Bis hier hin konnte ich die Spiele lediglich ĂŒber diverse Liveticker verfolgen. Das sah dann in etwa so wie hier aus:
bq.

  • Dritter Ansatz: Das Internet ist groß. Sehr groß. Und vor allem global. Nicht ĂŒberall auf der Welt kĂŒmmert man sich derart vorbildlich um die Einhaltung der Lizenzbestimmungen. Wenn man also nur eine Liste aller Streaming-Angebote zur Euro hĂ€tte… Hat man. Ab hier kommen also die ersten Bewegt-Bilder ins Haus. Allerdings mit ThailĂ€ndischen, Chinesischen oder Tschechischen Kommentaren. Über die QualitĂ€t braucht man gar nicht zu reden.
  • Vierter Ansatz: Es gibt ja einige Web2.0-Angeboten, die das Fernsehen globalisieren wollen und es dazu ins Netz stellen. Super Sache, vor allem in diesem Moment. Einer von diesen Anbietern ist zum Beispiel Zattoo. Leider gilt auch dort das Motto: Wo du bist, gibt’s uns nicht. Dabei zahle ich doch in Deutschland meine GEZ-GebĂŒhren, zwangsweise, weiterhin. Nach einigen weiteren dieser Angebote bin ich dann bei TVU gelandet. Ohne Anmeldung kann man einfach den Player herunterladen und loslegen. Und, oh Wunder, hier gab es dann auch Fernsehsender mit der Euro im Programm. Einen, um genau zu sein. Auf Englisch. Und das Beste: Er funktioniert in annehmbarer QualitĂ€t. Es ist ESPN360.

Update
ESPN hat sich seit gestern dazu entschlossen, die Spiele jetzt doch auch im Fernsehen zu zeigen, und nicht nur als Stream. Gut, denn die QualitÀt von Streams ist doch nichts im Vergleich zu einem richtigen Fernseh-Sender.

3614 Tage zuvor: Beam me up, Scottie

Portal ist ein wirklich nettes Spiel, das es versteht sein Konzept gewitzt umzusetzen. Leider ist es mit gerademal 19 Leveln nicht sehr langatmig. Aber vielleicht gibt es ja demnÀchst ein wenig Nachschub zum Download.

Portal

Bis dahin kann man sich auch mit dem dazugehörigen Flash-Spielchen ein wenig die Zeit vertreiben. 40 Level warten hier auf einen, teils sehr amĂŒsant, teils recht nervig. Aber trotzdem alles schaffbar. Mein Pausentip fĂŒr zwischendurch!

3634 Tage zuvor: Weingummi mit Lakritz

Hier im BĂŒro gibt es circa einmal im Monat einen kleinen Wettkampf zwischen mir und einem unserer externen Kollegen. Diese, sich im wesentlichen um eine Box Color-Rado von Haribo drehende Auseinandersetzung, beschĂ€ftigt sich hauptsĂ€chlich mit der Frage wer am meisten einer bestimmten Weingummi-Sorte abbekommt. Jogger-Gums, um es beim Namen zu nennen. Nun fĂŒhrt dieser Wettstreit leider dazu, dass ebendiese Dinger am schnellsten weg sind. Da jedoch keine neue Fuhre auf die Theke kommt bis die alte Box nicht leer ist, sucht man nach Alternativen.

Wie ich heute, nach wirklich intensiven Tests, festgestellt habe, kommt auf Platz zwei die Kombination von den etwas dickeren Lakritz-Stangen zusammen mit zwei GummibĂ€rchen. Und zwar genau zwei grĂŒne GummibĂ€rchen. Alles andere passt nicht. Das hat vor allem noch einen ziemlich gewieften Vorteil fĂŒr mich: Die SĂŒddeutschen mögen irgendwie keine Lakritze.

3657 Tage zuvor: Where is George?

Sehr lustig: Vor ein paar Tagen erst bei Roland Austinat gelesen und dann vorgestern selbst einen bekommen.

3674 Tage zuvor: IT-Recycling

Durch die Zusammenlegung der Rechenzentren auf einige wenige, zentrale Großrechenzentren und die Abschaltung immer mehr Altsysteme steht man auch vor einem nicht unbedingt offensichtlichen Problem: Wohin mit der alten Hardware?

Heute ist mir bei uns eine ziemlich geniale und praktische Idee mit durchaus hohem Geek-Faktor begegnet – die Kollegen haben aus dem Infinistore-Rack einfach die Platten heraus geschraubt und dafĂŒr eine Espresso-Maschine eingebaut.

Fehlt eigentlich nur noch die Coffee-Cam.

3681 Tage zuvor: Lernen fĂŒrs Leben

Kleine Anekdote aus der Praxis: Wie simuliert man am besten die Netzwerk-Verbindung einer Standort-Absicherung? Richtig, man stellt einfach 24km Glasfaser-Kabel, noch aufgerollt auf den Tonnen-schweren Rollen, zwischen die beiden Router im Test-Rechenzentrum.

So gesehen haben die Stunden ĂŒber DĂ€mpfung in der Berufsschule doch einen Praxis-Bezug gehabt. Wer hĂ€tte das gedacht?

3710 Tage zuvor: Lesezeichenverwaltung 2.0

Das Web 2.0 kann ja mitunter wirklich hilfreich sein. Neuester Fund: Foxmarks.

Foxmarks

Im Prinzip ist es auch nichts anderes als Googles Browser Sync, das ich auch ziemlich lange genutzt habe. Allerdings braucht man bei Foxmarks kein Google. Und man kann seine Bookmarks auch auf der entsprechenden Webseite anschauen und pflegen – also auch auf fremden Rechner.

3715 Tage zuvor: Hype?

Mittlerweile weiß man ja, dass das iPhone nicht ganz so toll verkauft wurde wie es der Herr Jobs gerne gehabt hĂ€tte. Was ich allerdings bislang jedem vorenthalten habe ist ein Photo vom Apple-Store in Miami Beach am Verkaufstag:

Der IPhone-Hype

Im Vorbeigehen habe ich denn auch noch von einem der eigens fĂŒr diesen Tag eingestellten Apple-Mitarbeitern erfahren, dass auch Sandwiches und HeißgetrĂ€nke den wartenden Massen gereicht wurden. Was auch durchaus nötig war, denn in der Nacht hatte es einen jener tropischen Regenschauer gegeben, die hierzulande diverse Überflutungen auslösen wĂŒrden und es auch in Miami gerne tun.

3783 Tage zuvor: Oben, oben, links, unten, rechts

Ich werde meinen Mauszeiger wohl ab sofort mit ein wenig mehr Respekt behandeln.

3788 Tage zuvor: Es lebt!

Wer sagt denn, dass die guten Dinge immer vernachlÀssigt werden? Von einer der besten SF-Serien gibt es demnÀchst jedenfalls einen neuen Film zu bestaunen! Auch wenn er direkt auf DVD heraus kommt, was aber nicht unbedingt ein Nachteil sein muss.

3790 Tage zuvor: Gefunden...

…und fĂŒr gut befunden:

Geni

Geni macht, man sollte es kaum fĂŒr möglich halten, wirklich Spaß! Eigentlich wollte ich den Job des Erstellens eines Stammbaums ja meiner Schwester ĂŒberlassen, aber die hat irgend etwas von Abitur gefasselt. Recht so, denn so komme ich in den Genuss!

3816 Tage zuvor: Extrem-Schwimmen

Spaß verstehen sie ja, die Leute bei Google:

34: Schwimmen Sie durch den Atlantik. 5.527 km

Geklaut bei Fanto.

3831 Tage zuvor: Ringmeisterschaften Online

Nachdem wir uns am vergangenen Mittwoch im CafĂ© Bleu noch kurz ĂŒber das FĂŒr und Wider von LotrO unterhalten haben, habe ich am Freitag dann auch prompt meinen noch im Dezember beantragten Beta-Key bekommen – man kann damit ja auch immerhin noch bis Ende April zum 8. April spielen.

Lord of the Rings Online

Nach ein paar Stunden des Anspielens möchte ich dann auch meine ersten EindrĂŒcke kurz, aber wirklich auch nur ganz kurz, kund tun:

  • Sehr viel AtmosphĂ€re – die Story der BĂŒcher wird hier und da aufgegriffen und ab und an taucht ein bekannter Charakter auf
  • EingĂ€ngige Bedinung – WoW-Umsteiger kompatibel
  • Angenehme Optik – schöne Weit-Sicht, spiegelnde Böden und alles ohne wie aus einem Kinderbuch zu wirken
  • ErwĂ€hnte ich schon die AtmosphĂ€re?

Über die Spielmechanik mag ich mir nach ein paar Stunden kein Urteil erlauben, aber mir ist noch nichts negativ aufgefallen.

Achja, einer der ersten NPC, die man antrifft, kommt einem seltsam bekannt vor:

Lord of the Rings Online - Balin

Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss zurĂŒck nach Mittelerde.

3844 Tage zuvor: Millenialls?

Schonmal von den Millennialls gehört? Macht nichts, ich auch nicht. Aber interessant klingt es, obwohl ich nur nach der erweiterten Definition dazu zĂ€hle. Jedenfalls bin ich in einem Artikel in der ComputerWoche darĂŒber gestolpert, der mit seiner eigenen Definition dazu aufwartet:

Wer mindestens fĂŒnf gratis beschaffte MP3s auf dem Rechner hat oder mehr digitale Fotos als Papierbilder, dĂŒrfe sich als Millennial bezeichnen. Ebenso wie derjenige, der der es vorzieht mit einem 8000 Kilometer entfernten Freund zu skypen anstatt mit der Oma aus dem zweiten Stock zu reden.

Trotzdem, folgende Charakteristiken gefallen mir jedenfalls:

  • Zielstrebig im Beruf
  • Autonom
  • SelbststĂ€ndig
  • Politisch kaum engagiert
  • Eigen-organisiert
  • Bevorzugt arbeiten in virtuelle Teams

3974 Tage zuvor: Totgestunken

Ein Treffen in gemĂŒtlicher Runde, bei netter AtmosphĂ€re und mit feinen Leuten. Spaß gemacht hat es, mal wieder. Doch was ist das fĂŒr ein Gestank, als man nach Hause kommt? Ganz recht, alle Kleider stinken zum Himmel – denn unter genau diesem konnte man, ganz im Gegensatz zum Sommer, witterungsbedingt leider nicht mehr sitzen. Daher geht man rein, in die RĂ€ucherbude.

Die Bundesregierung will mit dem Bundestag zĂŒgig ein Rauchverbot fĂŒr öffentliche RĂ€ume und GaststĂ€tten auf den Weg bringen.

Zeit wĂ€re es. Man ĂŒberlegt sich tatsĂ€chlich schon ob man nicht lieber draußen friert statt drinnen totgestunken zu werden. Allerdings denkt unser hochwohlgeschĂ€tzter Bundesverbraucherminister bei dem Verbot eher an eine andere Klientel: Die, meist selbst wie ein Schlot rauchenden, Bedienungen.