1659 Tage zuvor: Wanted!

Wer kennt diesen Mann?

WANTED

Hinweise bitte an die Polizei Miami Beach oder hier in den Kommentaren.

2735 Tage zuvor: F├╝hrerscheinpr├╝fung II

Nach GreenCard und Sozialversicherung fehlte bis gestern vor allem noch ein kritisches Dokument hiesiger Verwaltungsfreude: Der F├╝hrerschein. Abgesehen von seiner eigentlichen Bedeutung, der Erlaubnis Auto zu fahren, erf├╝llt er hierzulande bekannter ma├čen auch den Zweck eines Personalausweises in Deutschland. Im Gegensatz zur GreenCard bekommt man diesen allerdings recht unb├╝rokratisch – jedenfalls solange man alle zuvor genannten Unterlagen beisammen hat. Und, ganz nebenbei, darf man mit einer ausl├Ąndischen Fahrerlaubnis lediglich sechs Monate in Florida Auto fahren…

Also hie├č es die letzten Tage wieder lernen, lernen, lernen. Die entsprechenden Regeln sind im Florida Driver’s Handbook ├╝bersichtlich und verst├Ąndlich zusammen gefasst. Man kann es quasi herunter lesen wie ein Buch. Und auch wenn man nach einigen Jahren des Auto-Fahrens tats├Ąchlich noch etwas dazu lernt, ist das meiste doch alt-bekannt. Oder gar lustig, wie zum Beispiel die Handzeichen als Blinker-Ersatz, das (Licht-) Hupen bevor man zum ├ťberholen ansetzt oder die Fluchtrichtung wenn man mal schnell aus dem liegen gebliebenen Auto auf dem Bahn├╝bergang fl├╝chten muss. Auch Hinweise auf die richtige Vorgehensweise wenn das Auto mal ganz von alleine beschleunigt fehlen nicht.

Bestanden habe ich dann direkt auf Anhieb.

Kurze Frage-Antwort-Stunde zu ein paar Fragen die ich pers├Ânlich immer hatte:

  • Muss man einen internationalen F├╝hrerschein haben?
    Nein. Der ├╝bliche (Euro-)F├╝hrerschein aus Deutschland ist ausreichend.

  • Wie lange darf man mit einem deutschen F├╝hrerschein in den USA Auto fahren?
    Dies ist von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich. In Florida sind es sechs Monate.
  • Muss man alle Pr├╝fungen ablegen wenn man einen F├╝hrerschein in Florida machen m├Âchte?
    Nein. Der Praxistest wird einem erlassen. Theorie-Pr├╝fung sowie der vierst├╝ndige Drug-and-Alcohol-Test sind dennoch erforderlich.
  • Gibt es in den USA ein Rechts-Fahr-Gebot?
    Ja. Man darf lediglich auch rechts ├╝berholen wenn es der Verkehr zul├Ąsst und ausreichend Fahrspuren vorhanden sind.
  • Wieso gibt es gelbe und wei├če Linien?
    Gelb trennt die Verkehrsrichtungen, Wei├č trennt Fahrspuren mit Verkehr in dieselbe Richtung. Durchgezogene Gelbe Linien d├╝rfen gar nicht, Wei├če nur bei Verkehrshindernissen ├╝berquert werden.

2841 Tage zuvor: Heiz-Kosten

Die letzte Rechnung unserer Freunde von FPL hat mich dazu gebracht mal wieder bei Microsofts Hohm rein zuschauen. Und tats├Ąchlich gibt es dort jetzt ein Diagramm, das mich schon ├Âfter interessiert hat:

Die t├Ąglichen Stromkosten in Relation zur Durchschnittstemperatur (wir sind eher am oberen Ende des gr├╝nen Streifens). Allerdings sieht man dort auch sehr sch├Ân, dass wir bereits die monatlichen Stromkosten durchaus dr├╝cken konnten.

2853 Tage zuvor: Basel in Miami

Heute haben wir uns nochmal zur Art | Basel | Miami Beach gewagt. Diesmal sind wir auch tats├Ąchlich rein gegangen – wenn auch mit gekauften statt hinterlegten Karten. Aber das macht die Kunst ja nicht schlechter.

Art | Basel | Miami Beach

Unvorbereitet ist es allerdings teilweise doch recht nichts-sagend, nahezu beliebig. Wenn es auch durchaus einige Hingucker gibt. Kurzweilig wird der Besuch aber auf jeden Fall – schlie├člich gibt es wirklich viel Klischee-erf├╝llendes Publikum, das dort herum spaziert.

Update
Evan Penny sei nun wirklich jedem nochmal ans Herz gelegt. Seine Werke beeindrucken selbst als Fotos, die man selbstredend auch im Internet zu sehen bekommt.

2855 Tage zuvor: Ein Erlk├Ânig?

Watson Park, gelegen auf der gleichnamigen Insel, ist eine der sch├Âneren Stellen f├╝r stimmige Fotos. Entweder gegen die Skyline von Miami, den Venetian Causeway oder den Nachts in Neon-Farben angestrahlten Mac Arthur Causeway. Auch bei Werbefotografen weltweit scheint sich dieser Ort einen Namen gemacht zu haben – vornehmlich in der automobilen Welt. Denn hier trifft man des ├Âfteren auf posierende Autos, professionell ausgeleuchtet und somit ins rechte Licht ger├╝ckt.

Heute jedoch bot sich ein etwas ungew├Âhnlicherer Anblick. Nicht nur standen gleich drei Fotografen-Teams an nahezu derselben Stelle, neben einem protzigen Chevy-SUV und einem Lamborghini in Hippie-Bemalung zeigte sich auch ein Audi von seiner besten Seite. Ein – zumindest mir – g├Ąnzlich Unbekannter. Grund genug einmal Paparazzi zu spielen:

Erlk├Ânig?

2935 Tage zuvor: Ein Tag im Museum

Heute im Bass-Museum:

Bring the whole family to the Bass Museum of Art for a fun-filled afternoon of activities. During this educational event, children will be exposed to art exploration and conceptual thinking. They will have the opportunity to express themselves creatively through activities such as rendering, writing, performing, sculpting, and framing, and they will get to meet artist David Lisznia, creator of “Tiny Stories.”

Mutige Sache. Nicht nur so viele Kinder auf einem Haufen in ein Museum zu holen – schon viel eher die Kunstwerke w├Ąhrenddessen auch drin zu lassen. Wobei man durchaus dazu sagen muss, dass es lediglich in zwei kleineren Galerien Kunst im herk├Âmmlichen Sinne gab. Der Gro├čteil der Ausstellung bestand aus Installationen oder Fotografien.

Nun, die oben genannten Tiny Stories waren auch recht am├╝sant zu lesen. Und es gab durchaus einige davon; ├╝ber das gesamte Museumsgel├Ąnde verteilt.

2946 Tage zuvor: Neue Schule, neue Sitten

Letzte Woche hat hier bekanntlich wieder die Schule angefangen. Nach zehn Wochen Ferien darf man wohl ohne Scham sagen: Endlich. Im neuen Schuljahr geht der ├Ąlteste denn auch auf eine neue Schule. Kindergarten nennt sich diese Klasse, ist aber eher mit der Vorschule in Deutschland zu vergleichen – obwohl er auch schon letztes Jahr in die Schule gegangen ist (Vor-Vorschule sozusagen).

Nun ist also Kindergarten angesagt. In einer speziellen Schule, und das bezieht sich nicht nur auf die Schulform. Abgesehen von Hausaufgaben f├╝r die Sch├╝ler gibt es hier auch jede Menge f├╝r die Eltern zu tun. Zum Beispiel jeden Tag mit den Kleinen lesen. Oder freiwillige Hilfsstunden f├╝r die Schule leisten. Bei den Hausaufgaben helfen ist ja selbstverst├Ąndlich, aber man muss sie auch noch Mont├Ąglich im Internet abrufen und ausdrucken – auch wenn ich noch r├Ątsel was daran nun gr├╝n sein soll, denn so wurde es angepriesen. Langweilig machen sie es einem also nicht, die bewusste Einbindung der Eltern in den Lernprozess finde ich jedoch sehr gut.

Und vielleicht k├Ânnen die elterlichen Pflichtstunden f├╝r den Schuldienst ja auch mit der Erstellung einer neuen Webseite abgeleistet werden. Die aktuelle ist ja immerhin schone in paar J├Ąhrchen ├Ąlter…

2982 Tage zuvor: Frequent Power Loss

Thank you for checking on the status of your concern.
We are sorry to hear about any trouble you are having with your power. We are aware of an electric problem in your area.
We have received your report and it has been entered into our system.

Ist ja nicht so, dass man denen das nicht schon Wochen im voraus vorhergesagt hat. Nunja, gebrannt hat es nun ein wenig. Und der Strom ist daf├╝r jetzt ganz weg – inklusive Klimaanlage. Im Hochsommer ist das ja aber nicht weiter wild, wem machen denn die 30┬░C (steigend) im Haus schon was aus? Den Kindern etwa, die gerade in’s Bett gehen? Ach was…!

PS: 19:25h ging der Strom aus, 22:45h sollte er wieder angehen, 0:30 war er dann da. Da will man gar nicht weiter dr├╝ber nachdenken wie lange es dauert bis man nach einem Hurrikan wieder Strom hat.

3002 Tage zuvor: Sorgfalt in den USA

Der hiesige Stromanbieter nennt sich FPL. Das steht eigentlich f├╝r Florida Power & Light Company, wird aber auch gerne mit Frequent Power Loss bezeichnet. Aber das erw├Ąhnte ich ja bereits. Jedenfalls hatte ich mich, bedingt durch diverse Stromschwankungen bei st├╝rmischen Regen in letzter Zeit, aufgemacht einen Baum auf der Webseite von FPL anzuzeigen, der die Stromleitungen ber├╝hrt. Ganz wie dort verlangt.

Heute nun, nach einigen Wochen, kamen dann auch ein paar Herren von FPL vorbei um sich das mal anzuschauen. Mit geschultem Blick konnte die auch gleich (nach circa einer halben Sekunde)erkennen:

Some minor contact. But no fires. I’m not gonna send out a crew for that.

Aha. Gut. Solange das Problem nicht akut ist, ist es also kein Problem. Verstehe. Immerhin hat sein Kollege den Zynismus in meiner Antwort, I guess I will call you then once the tree is on fire, verstanden – er lachte kurz.

3004 Tage zuvor: Hohm

Habe heute meine Einladung zu Microsofts Hohm bekommen. Interessant, was die einem da so sagen. Leider sind keine weltbewegend neuen Erkenntnisse zur Energieverbrauchsreduzierung dabei.

Trotzdem h├╝bsch anzuschauen – wenn ich mir auch nicht recht sicher bin wie akkurat die Berechnungen auf die hiesigen Temperaturen passen.

3017 Tage zuvor: Regenzeit

Die letzten N├Ąchte waren ja – wie erwartet – eher kurz und laut. Heute morgen gegen 6:00h wurde ich denn auch erneut wach. Diesmal allerdings wegen eines Gewitters. Der unsch├Âne Nebeneffekt ein Haus (mit einem noch nicht wieder komplett abgedichteten Dach) zu besitzen ist ja, das man in solchen Situationen schwerlich wieder einschlafen kann. Diesmal war allerdings alles trocken und ich konnte mich beruhigt wieder hinlegen – um eine halbe Stunde sp├Ąter vom Neuank├Âmmling geweckt zu werden.

Mit den Kindern im Auto ging es dann einige Zeit sp├Ąter Richtung Kindergarten. Das Gewitter tobt noch immer und statt der die letzten Tage ├╝blichen 29┬░C waren es auch nur 23┬░C drau├čen. Ganz zu schweigen davon, dass es statt des strahlenden Sonnenscheins ziemlich dunkel war. Unser Weg trug uns auch direkt durch das Zentrum des Gewitters hindurch (Blitz und Donner gleichzeitig ist schon recht beeindruckend). Und wie bereits vor einigen Wochen war South Beach auch heute fr├╝h wieder reichlich ├╝berschwemmt – wenn auch nicht ganz so extrem.

Trotz aller Widrigkeiten sind die Kinder sicher und (fast) trocken abgeliefert. H├Ątte ich die Umst├Ąnde vorher gekannt, w├Ąre ich allerdings eher zu Hause geblieben. Zumal es, kaum das ich dort wieder angekommen war, auch schon wieder im B├╝ro tropft. Also werde ich mich jetzt erst einmal in den Dachstuhl aufmachen – Eimer zurecht r├╝cken…

Kennt vielleicht jemand einen Dachdecker, der sich f├╝r einen kostenlosen Flug samt Kost & Logis mit US-amerikanischer Dacharchitektur besch├Ąftigen will?

3074 Tage zuvor: Mach's gut...

Die Ausbeute des sieben-t├Ągigen Besuchs des Herrn P.: 596 Fotos (2.95GB), zweifacher Sonnenbrand, etliche Auto-Kilometer und ein f├╝r meinen Hauttyp g├Ąnzlich ungew├Âhnlicher Br├Ąunungsgrad.

Lustig war’s. Nun muss ich mich nur noch durch den Berg an Roh-Fotos w├╝hlen…

3090 Tage zuvor: Kabelsalat

Willkommen in den USA, der einzig verbliebenen Supermacht dieser Welt.

3091 Tage zuvor: Quack-Quack

Es gibt hier in Miami Beach so eine Tourie-Tour namens Duck Tours. Sie ist toll, sagt man. Und lohnenswert, sagt man. Allein, wir hatten bis dato immer ung├╝nstige Umst├Ąnde: Keine freien Parkpl├Ątze, zu flaches Wasser, keine freien Tickets, zu sp├Ątes Ankommen durch Stau und (mein Favorit) eine kaputte Batterie am entsprechenden Bus/Schiff. Doch heute war alles anders: Es ging los!

Ohne zu viel zu verraten (der ein oder andere Leser will die Tour ja vielleicht auch mal mitmachen) sei gesagt, dass diese schrillen Leutchen einen nicht nur unterhalten, sondern einem auch echt eine Menge zu erz├Ąhlen haben. Der 90 Minuten w├Ąhrend Ausflug zu Lande und zu Wasser verging so auch wie im Fluge. Und dazugelernt habe ich auch noch was: Auf Star Island) habe ich ein paar durchaus bekannte Nachbarn!

3101 Tage zuvor: Nur in Amerika...

Szene letztens bei einer hiesigen Burger-Bratbude.

Ich trete durch die T├╝r, wei├č genau was ich will und m├Âchte es nur schnell einpacken. Vor mir stehen eine Familie an der ersten Kasse, eine Frau mit Kind an der zweiten. An der dritten steht ein leicht genervt wirkender Mann, der mich abf├Ąllig mustert. Abseits davon eine Gruppe von vier Leuten – um die Ende zwanzig, zwei davon stark t├Ątowiert, einer mit kahl-geschorenem Sch├Ądel – sich intensiv unterhaltend.

Auf eine schnelle Erf├╝llung meines Wunsches hoffend steht ich das Men├╝-lesend mitten im Raum, wandere ein wenig von links nach rechts. Wei├č nicht genau ob ich mich einfach hinter einer Kasse einreihen soll, oder ob die Schlange vielleicht f├╝r alle Kassen gleichzeitig ist. Der Mann von Kasse drei schaut mich weiterhin skeptisch an. Denkt er, ich will mich vor dr├Ąngeln?

Aus Richtung der Toiletten kommt ein Mann mir entgegen. Sich seine H├Ąnde an den Jeans abwischend. Der Frau an Kasse zwei, direkt vor mir stehen, fallen die Autoschl├╝ssel aus der Hand. Mit seinen vermutlich noch feuchten H├Ąnden hebt der Mann ihr die Schl├╝ssel auf – hoffentlich hat er sich die H├Ąnde gewaschen – um sich anschlie├čend hinter mir in die Schlange einzureihen. Jetzt ist es also eine Warteschlange.

Warten… den Mitarbeitern hierzulande kann man sprichw├Ârtlich im laufen die Schuhe besohlen. Eigentlich sollte hier, im Mutterland des goldenen M, doch alles viel schneller, effizienter laufen? Nichts passiert hier, alles ist ruhig. Jeder Burger wird einzeln nach Bestellung zusammengebaut. Mit vor gebratenen und warmgehaltenen Patties. Ich schaue auf die Uhr: f├╝nf Minuten vor halb.

Die Familie an Kasse Eins bekommt ihr Essen. Alles genau nachz├Ąhlend und Ketchup-verlangend (den gibt es dr├╝ben, bei den Servietten). Der Mitarbeiter hinter der Kasse, nennen wir ihn Chris, schreitet anschlie├čend in Richtung Toiletten davon. Die Frau mit Kind an Kasse Zwei scheint ihre Bestellung gerade zum dritten Mal zu wiederholen. Der Mann an Kasse Drei schaut genervt zur Decke. Ich drehe mich um: Hinter mir steht der Mann aus der Toilette und noch ein anderer Kunde, der sich gerade eben hinten in der Schlange eingereiht hat. Ein Blick auf die Uhr: kurz vor halb.

Kasse Nummer Zwei piept best├Ątigend. Die Bestellung scheint endlich akzeptiert worden zu sein. Die Mitarbeiterin hinter der Kasse, nennen wir sie Concha, dreht sich um, irritiert? Verirrt? Verwirrt! Sie geht, gem├╝tlich, zu den fertigen Burgern hinter ihr – immerhin ein guter Meter weit weg – und packt ein paar Dinge zusammen. Nachz├Ąhlend. Sorgf├Ąltig. Nach jedem kleinen Burger auf den Bestellzettel schauend. Schlie├člich faltet sie die T├╝te zusammen und geht zur├╝ck zu ihrer Kasse. Dort einmal angelangt ├Âffnet sie die T├╝te wieder und steckt einen Berg Servietten in die T├╝te, die sie daraufhin wieder sorgf├Ąltig zusammenfaltet. Nun, da sie ihre gedankliche Checkliste offenbar abgehakt hat, macht sie sich auf zu Kasse Drei – dem wartenden Mann, der ihr allerdings schon entgegeneilt und schlie├člich die T├╝te, mehr oder minder, aus der Hand rei├čt. Er ist zur T├╝r hinaus bevor Concha ihre Kasse wieder erreicht hat.

Chris von Kasse Eins kommt zur├╝ck. Z├╝gigen Schrittes. Sich auf seine Kasse st├╝tzend schaut er abwesend in meine Richtung und sagt: Next please. Mein Bein zuckt kurz, bevor ich zu der Gruppe neben mir schaue. Ich schaue dem mir am n├Ąchsten stehenden an und winke mit der Hand in Richtung Kasse. Ein freundliches Thank You sagend schreitet die Gruppe an mir vorbei in Richtung des wartenden Mitarbeiters. Ob sie auch so freundlich gewesen w├Ąren, h├Ątte ich mich einfach an die Kasse gestellt? Mein Blick geht Richtung Kasse Zwei: Concha studiert die Bestellung der Frau mit Kind auf ihrem Monitor. Ich schaue auf die Uhr: Kurz nach halb.

Eine T├╝r rechts von mir ├Âffnet sich. Eine ├Ąltere Dame, gesch├Ątzte 80, betritt den Laden. Grinsend. Hinter ihr kommt, langsamen Schrittes, ein noch ├Ąlterer Herr hinterher. Die Dame schreitet an mir vorbei, stellt sich, ein wenig Abstand haltend, direkt hinter die Kasse eins. Die will sich doch vor dr├Ąngeln! Aber… ├Ąltere Menschen stehen in den USA ja sozusagen unter Artenschutz. Darf man da was sagen? Ist es in diese Kultur nicht sogar vielleicht verankert, dass ├Ąlteren Menschen immer Vorrang gew├Ąhrt wird? Schlie├člich gibt es ja auch an allen noch so kleinen Gesch├Ąften Behindertenparkpl├Ątze – und gegen die auf den Mutter-Kind-Parkpl├Ątzen parkenden Rentner sagt ja schlie├člich auch niemand was. Was soll ich tun? Die Gruppe an Kasse Eins hat die Bestellung zusammengestellt – laut hin und her-rufend, denn die eine H├Ąlfte sitzt bereits ein einem Tisch etwas abseits.

An Kasse Zwei ist Concha mittlerweile dazu ├╝bergangen die Burger langsam, aber sorgf├Ąltig, auf ein Tablett zu betten. Jeden einzeln. W├Ąhrend das Kind sich bereits durch die Happy-Meal-T├╝te w├╝hlt. Nachz├Ąhlend fordert die Mutter noch Mayo und Ketchup – gibt’s da hinten bei den Servietten. W├Ąhrenddessen stapeln sich bereits die ersten Burgen auf dem Tablett an Kasse Eins. Irgendeine Ger├Ątschaft beginnt lautstark piepend um Aufmerksamkeit zu schreien. Chris wirbelt, die Burger auf dem Tablett immer h├Âher stapelnd w├Ąhrend Concha die Mutter anl├Ąchelt, darauf wartend ihr S├Ątzlein auf zusagen: Next please. Damit meint sie mich. Gut, denn an dieser Kasse steht die alte Dame gewiss nicht an.

Erleichtert gebe ich meine Bestellung auf. Four Cheseburgers please. That’s all?, fragt Concha. That’s all. In dem Moment sagt Chris: Next please. Der Toiletten-Mann begibt sich raschen Fu├čes an Kasse Eins, die ├Ąltere, grinsende Dame bewusst ignorierend. In dem Moment sehe ich, dass sich mittlerweile eine recht ansehnliche Schlange aufgestaut hat. Acht, vielleicht zehn Leute stehen dort aufgereiht – in einer einzigen Schlange, die die rechte H├Ąlfte der T├╝ren versperrt. Concha murmelt hinter mir etwas. Ich drehe mich um. Sie meinte wohl, dass es ein wenig dauern wird. Ich trete zur Seite, f├╝r den n├Ąchsten Kunden Platz machend.

Im selben Moment tritt auch der Toiletten-Mann zur Seite. An Kasse Eins beginnt die ├Ąltere Dame, die sich in der Zwischenzeit direkt hinter dem Toiletten-Mann aufgebaut hatte, ihre Bestellung los zu plappern, w├Ąhrend an Kasse Zwei der n├Ąchste Kunde neben mir seine Bestellung in schnellen Worten aufgibt: Irgendein Special, das Concha nicht gel├Ąufig ist. Er gestikuliert in Richtung des Men├╝s und Concha schaut, mit einem leichten Anflug von Panik in den Augen, zu Chris hin├╝ber.

W├Ąhrenddessen gleitet mein Blick zu der Schlange hin├╝ber. Die Frau, die eigentlich jetzt an Chris’ Kasse stehen w├╝rde, sch├╝ttelt ungl├Ąubig den Kopf. Mehrere andere Kunden stehen ebenfalls merklich emp├Ârt an ihrem Platz in der Schlange. Die ├Ąltere Dame ├╝berl├Ąsst dem mittlerweile an Kasse Eins angelangtem ├Ąlteren Herrn den Schauplatz und geht, langsamen Schrittes mit einem best├Ąndigen Grinsen auf dem Gesicht, an der Schlange entlang. Als sie den Gesichtsausdruck der Leute sieht, sagt sie, f├╝r jeden gut h├Ârbar: I took my chances und grinst noch breiter. Sie scheint das wohl als besonders clever zu empfinden. Der Blick der in der Schlange stehenden Leute wird noch finsterer. Mir ein Grinsen nicht verkneifen k├Ânnend drehe ich mich zur├╝ck zu Concha und ihrem Problemkunden.

Der Kunde hat mittlerweile seine Sprechgeschwindigkeit an Conchas Arbeitstempo angen├Ąhert. Und auch wenn man von Conchas Gemurmel nichts verstehen kann, scheint es das gew├╝nschte Special wohl nicht mehr zu geben. Mit lauten und f├╝r seinen starken US-Slang deutlichen gesprochenen Worten formuliert der Problemkunde seinen Altnertiv-Wunsch – das eine Diskussion ├╝ber das werben mit Specials und deren Verf├╝gbarkeit bei Concha zu nichts f├╝hrt, hat er wohl von vornherein verstanden. W├Ąhrenddessen schleppt Chris eine Eist├╝te mit einem viel zu gro├čen Berg Softeis darauf an Kasse Eins, wo der ├Ąltere Herr bereits wartet. Ich schaue auf die Uhr: Fast zehn Minuten nach halb.

An Kasse Eins bekommt der Toiletten-Mann gerade seine einget├╝tete Bestellung in die Hand gedr├╝ckt als Concha die Bestellung ihres Problemkunden erfolgreich in die Kasse getippet hat. Die von der ├Ąlteren Dame ├╝bersprungene Frau hechtet sofort an Chris’ Kasse und plappert los. W├Ąhrend ich noch so ├╝berlege wie viel weniger der Toiletten-Mann wohl bestellt haben k├Ânnte das seine Bestellung noch vor meiner fertig ist, sehe ich auch schon Concha an der Burger-Theke stehen. Chesseburger-abz├Ąhlend und sie behutsam in einer T├╝te ablegend. Sie macht das so ├╝bersichtlich, dass ich keinerlei Probleme habe mit zu z├Ąhlen – nicht das man an ihrer Genauigkeit zweifeln k├Ânnte. Und w├Ąhrend sie dann mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck zu mir her├╝ber schlurft, beginne ich zu ├╝berlegen wann meine Parkzeit an der Parkuhr wohl abgelaufen gewesen sein k├Ânnte. Ich hatte, in Ermangelung kleinerer M├╝nzen, einen Viertel-Dollar eingeworfen. Zw├Âlf Minuten Parkzeit fand ich sehr ├╝bertrieben f├╝r eine kleine Bestellung in einem Fast-Foor-Restaurant.

3169 Tage zuvor: Gem├╝tlichkeit

18┬░C waren es heute morgen. Drinnen, wohlgemerkt. Drau├čen hatte es frostige 6┬░C. Verweichlicht, wie man mittlerweile ist, kam man mit dem frieren gar nicht mehr hinterher. Nachdem die Sonne nun weg ist und die Temperaturen dennoch nicht sp├╝rbar geklettert sind, war es dann an der Zeit die Heizung einzuschalten. Wie ich feststellen muss, ist das durchaus eine gem├╝tliche Sache: Drinnen warm, drau├čen kalt. Dazu ein paar Lebkuchen und Wollsocken. Fehlt nur noch der Schnee…

3198 Tage zuvor: Ho Ho Ho!

Wer findet den Fehler?

Stromausf├Ąlle sollte man ja gewohnt sein. Der heutige Knall kam dann doch ein wenig ├╝berraschend.- und vor allem ungelegen. Dennoch, trotz des gekonnten Anschlags auf die Zubereitung des vier-g├Ąngigen Weihnachts-Schmaus’ konnte es das festliche Essen nicht verderben – Grill sei Dank.

3312 Tage zuvor: Strand

Eigentlich sieht’s ja in D├Ąnemark auch nicht anders aus…

D├Ąnischer Strand?

3315 Tage zuvor: Sch├Ânes Duschen

Das G├Ąste-Bad ist ja nun schon seit nunmehr ein paar Wochen fertig. Auch wenn, zugegeben, noch die Bilder im Bilderrahmen fehlen. H├╝bsch ist es geworden, durchaus. Doch wie soll man ein Bad dieser Gr├Â├če hinreichen fotografieren? Microsoft hat mir diese Woche mit Photosynth die Antwort darauf geliefert.

Und daher darf ich nun auch das Badezimmer angemessen pr├Ąsentieren:

Jedenfalls wenn der entsprechende Photosynth Viewer installiert ist.

3327 Tage zuvor: Gestatten, Fay

Allj├Ąhrlich, von Juni bis November, herrscht Hurricane Season im gesamten Gebiet. Momentan bahnt sich auch der erste – mit dem recht h├╝bschen Namen Fay – seinen Weg in unsere Richtung.

Fay

Da verwundert es nicht weiter, dass sich die lokalen Medien darauf konzentrieren. Und der morgige erste Schultag in S├╝d-Florida f├Ąllt damit, wortw├Ârtlich, auch ins Wasser.

3351 Tage zuvor: Eingebrochen

  • Vom Eigenheim in zehn Minuten zum Strand gehen: Viele Tausend Dollar.
  • Mit den Kindern am Strand spielen und im Wasser planschen: Gratis.
  • Beim Schwimmen im Meer den Hausschl├╝ssel verlieren: $ 250,-

Nicht eingerechnet sind der Autoschl├╝ssel ($ 135,-) und die Fernbedienung f├╝r die Alarmanlage. Immerhin kam der Schl├╝sseldienst recht z├╝gig. So hat es sich wenigstens gelohnt, dass wir vor knapp zwei Wochen einen zweiten Autoschl├╝ssel haben anfertigen lassen.

3360 Tage zuvor: Dunkel wars...

Mit einem lauten Knall verabschiedete sich der Strom gegen 12:00h heute Mittag. Irgendwo da drau├čen war der Blitz eingeschlagen – und hat dabei eine Stromleitung ausgeknipst. An sich nichts ungew├Âhnliches, allerdings ist es in diesem Jahr schon das zweite Mal passiert. Kleinere Stromausf├Ąlle oder -Schwankungen ganz au├čen vor gelassen. Dabei habe ich heute gelernt, dass es hierzulande sogar eine Hotline daf├╝r gibt. Einmal dort angerufen und den Vorfall gemeldet wird man in die Reparatur-Warteschlange eingereiht und erf├Ąhrt eine voraussichtliche Uhrzeit, zu der der Strom wieder da sein soll.

Auszug aus der Online-Meldung:

We have identified a power problem affecting your location. The problem is with a main line and affects 103 customers. We have dispatched a power restoration specialist to investigate and restore your power. We are pleased to report that restoration of your service will be earlier than originally anticipated. We are working to have your power back by 07/15/2008 at 04:00 PM.

Gedauert hat es dann allerdings bis 17:00h. Aber immerhin wei├č ich jetzt, dass meine USV gut und gern eine Stunde durchhalten – und die Internet-Verbindung scheinbar keinen Strom ben├Âtigt.

3485 Tage zuvor: Blaulicht im R├╝ckspiegel

Langsam, geradezu bed├Ąchtig, zog er sich die Handschuhe aus und legte den Helm auf seinem Motorrad ab. Die Sonnenbrille zurecht-r├╝ckend ging er auf mich zu. You’ve been a little late on that light sagte der Officer zu mir, womit er – das muss ich unverhohlen zugeben – durchaus Recht hatte. W├Ąhrend ich noch nach meinem F├╝hrerschein kramte, schaute er auf die R├╝ckbank des Autos, wo das Baby freundlich mit den Armen fuchtelte. Gerade als er mit den Zulassungspapieren und meinem F├╝hrerschein zur├╝ck zu seinem Motorrad gehen wollte, viel ihm auf das er einen europ├Ąischen F├╝hrerschein in den H├Ąnden hielt. Da ich keinen US-F├╝hrerschein besitze, gab er mir alles zur├╝ck und lie├č uns mit dem Worten You not gonna do that again, right weiterfahren.

3502 Tage zuvor: Das h├Ąsslichste Tier der Welt?

In meinen Augen nicht. Aber h├╝bsch anzusehen ist so ein Opossum sicherlich auch nicht. Immerhin fallen sie keine Menschen heimt├╝ckisch aus dem Hinterhalt an – jedenfalls noch nicht – sondern begn├╝gen sich damit das Au├čenlicht des Hauses mit Hilfe des Bewegungssensors einzuschalten.

3527 Tage zuvor: Peek-a-boo!

Nur kurz soviel: Der Schreibtisch ist aufgebaut, der Rechner zusammen geschraubt und das Internet ist auch schon da. Also alles bestens.

Mila auf dem Schreibtisch

In den n├Ąchsten Tagen (oder Wochen) werde ich mich dann mal daran machen die aufgestauten Mails abzuarbeiten.

3568 Tage zuvor: Krimi ohne Mimi

Das Telefon klingelt aufgeregt. Die Frau ruft an. Bevor das Gespr├Ąch angenommen wird, f├Ąllt der Blick auf das Symbol f├╝r verpasste Anrufe. Es scheint nicht zum ersten Mal zu klingeln. Die Worten flie├čen schnell, mit einem leicht entsetzt geschockten Unterton. “Ausgeraubt” kommt darin vor. Und “K├╝che”. Von der Polizei ist die Rede. Und einem dreisten Handwerker. Doch was ist geschehen? Mit ein wenig Abstand l├Ąsst sich folgendes rekonstruieren.

Es ist Samstag-Abend und der Nachbar unseres neuen Hauses feiert eine Party. Bis in die Nacht hinein, f├╝nf oder sechs Uhr morgens. Nachdem die Party vorbei ist, versperrt er seine T├╝ren – ihm f├Ąllt auf unserem Grundst├╝ck nichts weiter auf. Am n├Ąchsten Morgen (oder eher Mittag) jedoch f├Ąllt ihm auf, dass die Hintert├╝r unseres Hauses aufsteht. Er denkt sich dabei jedoch nichts weiter.

Sonntag-Nachmittags dann statten Bekannte von uns unserem Haus den t├Ąglichen Besuch ab um nach zuschauen ob alles in Ordnung ist. Ist es nicht. Die T├╝ren sind nicht mehr verschlossen und in der K├╝che fehlen s├Ąmtliche Ger├Ąte: Herd, Mikrowelle, Geschirrsp├╝ler und K├╝hlschrank sind ordentlich ausgebaut worden und verschwunden. An ihrer statt klaffen jetzt offene L├╝cken in der K├╝che. Allein der Ofen ist noch da – vermutlich wusste jemand nicht wie man den ausbauen muss. Ein Koffer aus einem der Schlafzimmer fehlt ebenfalls.

Als die Polizei eintrifft ist es schon Abend. Genauer untersuchen wollen sie den Vorfall jedoch nicht; weil die Hausbesitzer nicht da sind. Sie schauen sich jedoch die T├╝ren an und sagen, dass niemand eingebrochen sei – zwar finden sich Spuren eines Brecheisens an der Hintert├╝r, damit sei sie jedoch nicht ge├Âffnet worden. Der Einbrecher muss demnach einen Schl├╝ssel gehabt haben. Und da er sich die Zeit genommen hat die K├╝chenger├Ąte sorgf├Ąltig auszubauen und den K├╝hlschrank, der ohne ihn anzuheben und zu kippen gar nicht aus der K├╝che heraus gewuchtet werden kann, mitzunehmen, muss er auch gewusst haben das wir l├Ąngere Zeit nicht da sein w├╝rden.

Montag-Nachmittags in Deutschland. Meine Frau bekommt den Anruf von unseren Bekannten das bei uns eingebrochen wurde. Wer alles einen Schl├╝ssel h├Ątte, wird sie gefragt. Die Antwort: Unsere Bekannten selbst, die nach dem Haus schauen sollen, und der Handwerker, der das Dach reparieren soll. Niemand sonst, da wir die Schl├Âsser erst vor zwei Wochen haben austauschen lassen. Der Handwerker wird angerufen.

Er sagt zu unserem Bekannten, er sei in dem Haus gewesen um sich alles noch mal anzuschauen. Das Eingebrochen wurde scheint ihn nicht zu wundern. Das er nicht wieder zur├╝ckkommen braucht um das Dach zu machen auch nicht. Au├čerdem meint er, dass es dann wohl der Vormieter war, der ja schlie├člich auch noch einige Sachen im Wohnzimmer stehen habe. Der Vormieter hat jedoch gar keinen Schl├╝ssel mehr – zumal die Schl├Âsser in der Zwischenzeit ausgetauscht wurden. Ein Anruf beim Cousin des Handwerkers (jemand, der mit meiner Frau zusammenarbeitet und auch den Kontakt hergestellt hat) l├Âste Entsetzen aus. Ihm (dem Cousin) wiederum wurde gesagt, dass er (der Handwerker) noch gar nicht wieder in dem Haus gewesen sei.

Anschlie├čend haben wir noch die Polizei in Miami angerufen. Die Crime Scene Investigation Unit (ja, das ist der CSI-Miami) ist daraufhin zu unserem Haus gefahren, hat jedoch nichts weiter feststellen k├Ânnen. Ein Detective wird sich der Sache jetzt annehmen.

3575 Tage zuvor: Verpasst

Der Kunst-Spiegel nannte sie einmal die dekadenteste Kunstmesse der Welt. Grund genug, wie ich dachte, es mir selbst anzuschauen. Zumal ich ohnehin vor Ort war. Die Rede ist von der Art Basel Miami Beach, die letzte Woche stattgefunden hat. Leider war unsere Zeitplanung in den Tagen vor dem Flug nach Deutschland dann doch ein wenig zu straff f├╝r einen pers├Ânlichen Besuch. Doch wozu gibt es das Internet samt passender Artikel?

Modified Social Bench

Man hat ├╝brigens auch ohne selbst auf die Messe gegangen zu sein einiges sehen k├Ânnen. Denn nicht nur das Design District strotzt mit Ausstellungen w├Ąhrend der vier Tage dauernden Belagerung des Convention Centers. Auch Miami Beach selbst wird in dieser Zeit mit Dutzenden von Kunstobjekten an nahezu allen Stra├čenecken voll-gestopft.