1593 Tage zuvor: Wanted!

Wer kennt diesen Mann?

WANTED

Hinweise bitte an die Polizei Miami Beach oder hier in den Kommentaren.

2669 Tage zuvor: Führerscheinprüfung II

Nach GreenCard und Sozialversicherung fehlte bis gestern vor allem noch ein kritisches Dokument hiesiger Verwaltungsfreude: Der Führerschein. Abgesehen von seiner eigentlichen Bedeutung, der Erlaubnis Auto zu fahren, erfüllt er hierzulande bekannter maßen auch den Zweck eines Personalausweises in Deutschland. Im Gegensatz zur GreenCard bekommt man diesen allerdings recht unbürokratisch – jedenfalls solange man alle zuvor genannten Unterlagen beisammen hat. Und, ganz nebenbei, darf man mit einer ausländischen Fahrerlaubnis lediglich sechs Monate in Florida Auto fahren…

Also hieß es die letzten Tage wieder lernen, lernen, lernen. Die entsprechenden Regeln sind im Florida Driver’s Handbook übersichtlich und verständlich zusammen gefasst. Man kann es quasi herunter lesen wie ein Buch. Und auch wenn man nach einigen Jahren des Auto-Fahrens tatsächlich noch etwas dazu lernt, ist das meiste doch alt-bekannt. Oder gar lustig, wie zum Beispiel die Handzeichen als Blinker-Ersatz, das (Licht-) Hupen bevor man zum Überholen ansetzt oder die Fluchtrichtung wenn man mal schnell aus dem liegen gebliebenen Auto auf dem Bahnübergang flüchten muss. Auch Hinweise auf die richtige Vorgehensweise wenn das Auto mal ganz von alleine beschleunigt fehlen nicht.

Bestanden habe ich dann direkt auf Anhieb.

Kurze Frage-Antwort-Stunde zu ein paar Fragen die ich persönlich immer hatte:

  • Muss man einen internationalen Führerschein haben?
    Nein. Der übliche (Euro-)Führerschein aus Deutschland ist ausreichend.

  • Wie lange darf man mit einem deutschen Führerschein in den USA Auto fahren?
    Dies ist von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich. In Florida sind es sechs Monate.
  • Muss man alle Prüfungen ablegen wenn man einen Führerschein in Florida machen möchte?
    Nein. Der Praxistest wird einem erlassen. Theorie-Prüfung sowie der vierstündige Drug-and-Alcohol-Test sind dennoch erforderlich.
  • Gibt es in den USA ein Rechts-Fahr-Gebot?
    Ja. Man darf lediglich auch rechts überholen wenn es der Verkehr zulässt und ausreichend Fahrspuren vorhanden sind.
  • Wieso gibt es gelbe und weiße Linien?
    Gelb trennt die Verkehrsrichtungen, Weiß trennt Fahrspuren mit Verkehr in dieselbe Richtung. Durchgezogene Gelbe Linien dürfen gar nicht, Weiße nur bei Verkehrshindernissen überquert werden.

2775 Tage zuvor: Heiz-Kosten

Die letzte Rechnung unserer Freunde von FPL hat mich dazu gebracht mal wieder bei Microsofts Hohm rein zuschauen. Und tatsächlich gibt es dort jetzt ein Diagramm, das mich schon öfter interessiert hat:

Die täglichen Stromkosten in Relation zur Durchschnittstemperatur (wir sind eher am oberen Ende des grünen Streifens). Allerdings sieht man dort auch sehr schön, dass wir bereits die monatlichen Stromkosten durchaus drücken konnten.

2785 Tage zuvor: Ho-Ho... Ho?!

Das Haus leuchtet, der Baum ist geschmückt und der Kalender für die Kinder hängt. Es lässt sich nicht von der Hand weisen: Weihnachten steht vor der Tür. Schon wieder.

Immerhin sind die Geschenke auch schon gekauft.

2787 Tage zuvor: Basel in Miami

Heute haben wir uns nochmal zur Art | Basel | Miami Beach gewagt. Diesmal sind wir auch tatsächlich rein gegangen – wenn auch mit gekauften statt hinterlegten Karten. Aber das macht die Kunst ja nicht schlechter.

Art | Basel | Miami Beach

Unvorbereitet ist es allerdings teilweise doch recht nichts-sagend, nahezu beliebig. Wenn es auch durchaus einige Hingucker gibt. Kurzweilig wird der Besuch aber auf jeden Fall – schließlich gibt es wirklich viel Klischee-erfüllendes Publikum, das dort herum spaziert.

Update
Evan Penny sei nun wirklich jedem nochmal ans Herz gelegt. Seine Werke beeindrucken selbst als Fotos, die man selbstredend auch im Internet zu sehen bekommt.

2789 Tage zuvor: Ein Erlkönig?

Watson Park, gelegen auf der gleichnamigen Insel, ist eine der schöneren Stellen für stimmige Fotos. Entweder gegen die Skyline von Miami, den Venetian Causeway oder den Nachts in Neon-Farben angestrahlten Mac Arthur Causeway. Auch bei Werbefotografen weltweit scheint sich dieser Ort einen Namen gemacht zu haben – vornehmlich in der automobilen Welt. Denn hier trifft man des öfteren auf posierende Autos, professionell ausgeleuchtet und somit ins rechte Licht gerückt.

Heute jedoch bot sich ein etwas ungewöhnlicherer Anblick. Nicht nur standen gleich drei Fotografen-Teams an nahezu derselben Stelle, neben einem protzigen Chevy-SUV und einem Lamborghini in Hippie-Bemalung zeigte sich auch ein Audi von seiner besten Seite. Ein – zumindest mir – gänzlich Unbekannter. Grund genug einmal Paparazzi zu spielen:

Erlkönig?

2869 Tage zuvor: Ein Tag im Museum

Heute im Bass-Museum:

Bring the whole family to the Bass Museum of Art for a fun-filled afternoon of activities. During this educational event, children will be exposed to art exploration and conceptual thinking. They will have the opportunity to express themselves creatively through activities such as rendering, writing, performing, sculpting, and framing, and they will get to meet artist David Lisznia, creator of “Tiny Stories.”

Mutige Sache. Nicht nur so viele Kinder auf einem Haufen in ein Museum zu holen – schon viel eher die Kunstwerke währenddessen auch drin zu lassen. Wobei man durchaus dazu sagen muss, dass es lediglich in zwei kleineren Galerien Kunst im herkömmlichen Sinne gab. Der Großteil der Ausstellung bestand aus Installationen oder Fotografien.

Nun, die oben genannten Tiny Stories waren auch recht amüsant zu lesen. Und es gab durchaus einige davon; über das gesamte Museumsgelände verteilt.

2880 Tage zuvor: Neue Schule, neue Sitten

Letzte Woche hat hier bekanntlich wieder die Schule angefangen. Nach zehn Wochen Ferien darf man wohl ohne Scham sagen: Endlich. Im neuen Schuljahr geht der älteste denn auch auf eine neue Schule. Kindergarten nennt sich diese Klasse, ist aber eher mit der Vorschule in Deutschland zu vergleichen – obwohl er auch schon letztes Jahr in die Schule gegangen ist (Vor-Vorschule sozusagen).

Nun ist also Kindergarten angesagt. In einer speziellen Schule, und das bezieht sich nicht nur auf die Schulform. Abgesehen von Hausaufgaben für die Schüler gibt es hier auch jede Menge für die Eltern zu tun. Zum Beispiel jeden Tag mit den Kleinen lesen. Oder freiwillige Hilfsstunden für die Schule leisten. Bei den Hausaufgaben helfen ist ja selbstverständlich, aber man muss sie auch noch Montäglich im Internet abrufen und ausdrucken – auch wenn ich noch rätsel was daran nun grün sein soll, denn so wurde es angepriesen. Langweilig machen sie es einem also nicht, die bewusste Einbindung der Eltern in den Lernprozess finde ich jedoch sehr gut.

Und vielleicht können die elterlichen Pflichtstunden für den Schuldienst ja auch mit der Erstellung einer neuen Webseite abgeleistet werden. Die aktuelle ist ja immerhin schone in paar Jährchen älter…

2916 Tage zuvor: Frequent Power Loss

Thank you for checking on the status of your concern.
We are sorry to hear about any trouble you are having with your power. We are aware of an electric problem in your area.
We have received your report and it has been entered into our system.

Ist ja nicht so, dass man denen das nicht schon Wochen im voraus vorhergesagt hat. Nunja, gebrannt hat es nun ein wenig. Und der Strom ist dafür jetzt ganz weg – inklusive Klimaanlage. Im Hochsommer ist das ja aber nicht weiter wild, wem machen denn die 30°C (steigend) im Haus schon was aus? Den Kindern etwa, die gerade in’s Bett gehen? Ach was…!

PS: 19:25h ging der Strom aus, 22:45h sollte er wieder angehen, 0:30 war er dann da. Da will man gar nicht weiter drüber nachdenken wie lange es dauert bis man nach einem Hurrikan wieder Strom hat.

2936 Tage zuvor: Sorgfalt in den USA

Der hiesige Stromanbieter nennt sich FPL. Das steht eigentlich für Florida Power & Light Company, wird aber auch gerne mit Frequent Power Loss bezeichnet. Aber das erwähnte ich ja bereits. Jedenfalls hatte ich mich, bedingt durch diverse Stromschwankungen bei stürmischen Regen in letzter Zeit, aufgemacht einen Baum auf der Webseite von FPL anzuzeigen, der die Stromleitungen berührt. Ganz wie dort verlangt.

Heute nun, nach einigen Wochen, kamen dann auch ein paar Herren von FPL vorbei um sich das mal anzuschauen. Mit geschultem Blick konnte die auch gleich (nach circa einer halben Sekunde)erkennen:

Some minor contact. But no fires. I’m not gonna send out a crew for that.

Aha. Gut. Solange das Problem nicht akut ist, ist es also kein Problem. Verstehe. Immerhin hat sein Kollege den Zynismus in meiner Antwort, I guess I will call you then once the tree is on fire, verstanden – er lachte kurz.

2938 Tage zuvor: Hohm

Habe heute meine Einladung zu Microsofts Hohm bekommen. Interessant, was die einem da so sagen. Leider sind keine weltbewegend neuen Erkenntnisse zur Energieverbrauchsreduzierung dabei.

Trotzdem hübsch anzuschauen – wenn ich mir auch nicht recht sicher bin wie akkurat die Berechnungen auf die hiesigen Temperaturen passen.

2951 Tage zuvor: Regenzeit

Die letzten Nächte waren ja – wie erwartet – eher kurz und laut. Heute morgen gegen 6:00h wurde ich denn auch erneut wach. Diesmal allerdings wegen eines Gewitters. Der unschöne Nebeneffekt ein Haus (mit einem noch nicht wieder komplett abgedichteten Dach) zu besitzen ist ja, das man in solchen Situationen schwerlich wieder einschlafen kann. Diesmal war allerdings alles trocken und ich konnte mich beruhigt wieder hinlegen – um eine halbe Stunde später vom Neuankömmling geweckt zu werden.

Mit den Kindern im Auto ging es dann einige Zeit später Richtung Kindergarten. Das Gewitter tobt noch immer und statt der die letzten Tage üblichen 29°C waren es auch nur 23°C draußen. Ganz zu schweigen davon, dass es statt des strahlenden Sonnenscheins ziemlich dunkel war. Unser Weg trug uns auch direkt durch das Zentrum des Gewitters hindurch (Blitz und Donner gleichzeitig ist schon recht beeindruckend). Und wie bereits vor einigen Wochen war South Beach auch heute früh wieder reichlich überschwemmt – wenn auch nicht ganz so extrem.

Trotz aller Widrigkeiten sind die Kinder sicher und (fast) trocken abgeliefert. Hätte ich die Umstände vorher gekannt, wäre ich allerdings eher zu Hause geblieben. Zumal es, kaum das ich dort wieder angekommen war, auch schon wieder im Büro tropft. Also werde ich mich jetzt erst einmal in den Dachstuhl aufmachen – Eimer zurecht rücken…

Kennt vielleicht jemand einen Dachdecker, der sich für einen kostenlosen Flug samt Kost & Logis mit US-amerikanischer Dacharchitektur beschäftigen will?

2959 Tage zuvor: Temperatursturz

Interessant ist es ja schon, was das Wetter hierzulande so treibt. Die letzten Tage schon zieht eine Hitzewelle über Süd-Florida hinweg – wodurch heute wohl auch ein neuer Temperatur-Rekord aufgestellt wird. Gestern jedenfalls auf dem Weg von Sawgrass gen Heimat gab es ein kleines Unwetter direkt über der Autobahn. Anfangs waren es drückend heiße 94°F (34,4°C), in der Mitte des Unwetters waren es dann nur noch 71°F (21,6°C). Da darf es dann auch zurecht mal reichlich windig und sehr regnerisch werden. Allerdings war es mit vielleicht 4km Durchmesser auch nicht sehr groß – und am andere Ende war es wieder genauso heiß wie am Anfang.

3002 Tage zuvor: Brücken-Bewohner

Letzte Woche noch drüber geredet und heute schon auf der Titelseite: A life of tension, fear for sexual predators living under Miami bridge. Manchmal schon ein wenig merkwürdig, solche Zufälle. Erschreckend allerdings finde ich, dass mittlerweile so viele Leute dort leben – vor gut zwei Jahren ist der erste dort zwangs-angesiedelt worden, wenn ich mich recht entsinne.

Dazu fällt mir immer wieder ein reichlich abgenutztes Zitat ein: Man messe eine Gesellschaft daran, wie sie mit ihren schwächsten Gliedern umgeht.

3008 Tage zuvor: Mach's gut...

Die Ausbeute des sieben-tägigen Besuchs des Herrn P.: 596 Fotos (2.95GB), zweifacher Sonnenbrand, etliche Auto-Kilometer und ein für meinen Hauttyp gänzlich ungewöhnlicher Bräunungsgrad.

Lustig war’s. Nun muss ich mich nur noch durch den Berg an Roh-Fotos wühlen…

3024 Tage zuvor: Kabelsalat

Willkommen in den USA, der einzig verbliebenen Supermacht dieser Welt.

3025 Tage zuvor: Quack-Quack

Es gibt hier in Miami Beach so eine Tourie-Tour namens Duck Tours. Sie ist toll, sagt man. Und lohnenswert, sagt man. Allein, wir hatten bis dato immer ungünstige Umstände: Keine freien Parkplätze, zu flaches Wasser, keine freien Tickets, zu spätes Ankommen durch Stau und (mein Favorit) eine kaputte Batterie am entsprechenden Bus/Schiff. Doch heute war alles anders: Es ging los!

Ohne zu viel zu verraten (der ein oder andere Leser will die Tour ja vielleicht auch mal mitmachen) sei gesagt, dass diese schrillen Leutchen einen nicht nur unterhalten, sondern einem auch echt eine Menge zu erzählen haben. Der 90 Minuten während Ausflug zu Lande und zu Wasser verging so auch wie im Fluge. Und dazugelernt habe ich auch noch was: Auf Star Island) habe ich ein paar durchaus bekannte Nachbarn!

3035 Tage zuvor: Nur in Amerika...

Szene letztens bei einer hiesigen Burger-Bratbude.

Ich trete durch die Tür, weiß genau was ich will und möchte es nur schnell einpacken. Vor mir stehen eine Familie an der ersten Kasse, eine Frau mit Kind an der zweiten. An der dritten steht ein leicht genervt wirkender Mann, der mich abfällig mustert. Abseits davon eine Gruppe von vier Leuten – um die Ende zwanzig, zwei davon stark tätowiert, einer mit kahl-geschorenem Schädel – sich intensiv unterhaltend.

Auf eine schnelle Erfüllung meines Wunsches hoffend steht ich das Menü-lesend mitten im Raum, wandere ein wenig von links nach rechts. Weiß nicht genau ob ich mich einfach hinter einer Kasse einreihen soll, oder ob die Schlange vielleicht für alle Kassen gleichzeitig ist. Der Mann von Kasse drei schaut mich weiterhin skeptisch an. Denkt er, ich will mich vor drängeln?

Aus Richtung der Toiletten kommt ein Mann mir entgegen. Sich seine Hände an den Jeans abwischend. Der Frau an Kasse zwei, direkt vor mir stehen, fallen die Autoschlüssel aus der Hand. Mit seinen vermutlich noch feuchten Händen hebt der Mann ihr die Schlüssel auf – hoffentlich hat er sich die Hände gewaschen – um sich anschließend hinter mir in die Schlange einzureihen. Jetzt ist es also eine Warteschlange.

Warten… den Mitarbeitern hierzulande kann man sprichwörtlich im laufen die Schuhe besohlen. Eigentlich sollte hier, im Mutterland des goldenen M, doch alles viel schneller, effizienter laufen? Nichts passiert hier, alles ist ruhig. Jeder Burger wird einzeln nach Bestellung zusammengebaut. Mit vor gebratenen und warmgehaltenen Patties. Ich schaue auf die Uhr: fünf Minuten vor halb.

Die Familie an Kasse Eins bekommt ihr Essen. Alles genau nachzählend und Ketchup-verlangend (den gibt es drüben, bei den Servietten). Der Mitarbeiter hinter der Kasse, nennen wir ihn Chris, schreitet anschließend in Richtung Toiletten davon. Die Frau mit Kind an Kasse Zwei scheint ihre Bestellung gerade zum dritten Mal zu wiederholen. Der Mann an Kasse Drei schaut genervt zur Decke. Ich drehe mich um: Hinter mir steht der Mann aus der Toilette und noch ein anderer Kunde, der sich gerade eben hinten in der Schlange eingereiht hat. Ein Blick auf die Uhr: kurz vor halb.

Kasse Nummer Zwei piept bestätigend. Die Bestellung scheint endlich akzeptiert worden zu sein. Die Mitarbeiterin hinter der Kasse, nennen wir sie Concha, dreht sich um, irritiert? Verirrt? Verwirrt! Sie geht, gemütlich, zu den fertigen Burgern hinter ihr – immerhin ein guter Meter weit weg – und packt ein paar Dinge zusammen. Nachzählend. Sorgfältig. Nach jedem kleinen Burger auf den Bestellzettel schauend. Schließlich faltet sie die Tüte zusammen und geht zurück zu ihrer Kasse. Dort einmal angelangt öffnet sie die Tüte wieder und steckt einen Berg Servietten in die Tüte, die sie daraufhin wieder sorgfältig zusammenfaltet. Nun, da sie ihre gedankliche Checkliste offenbar abgehakt hat, macht sie sich auf zu Kasse Drei – dem wartenden Mann, der ihr allerdings schon entgegeneilt und schließlich die Tüte, mehr oder minder, aus der Hand reißt. Er ist zur Tür hinaus bevor Concha ihre Kasse wieder erreicht hat.

Chris von Kasse Eins kommt zurück. Zügigen Schrittes. Sich auf seine Kasse stützend schaut er abwesend in meine Richtung und sagt: Next please. Mein Bein zuckt kurz, bevor ich zu der Gruppe neben mir schaue. Ich schaue dem mir am nächsten stehenden an und winke mit der Hand in Richtung Kasse. Ein freundliches Thank You sagend schreitet die Gruppe an mir vorbei in Richtung des wartenden Mitarbeiters. Ob sie auch so freundlich gewesen wären, hätte ich mich einfach an die Kasse gestellt? Mein Blick geht Richtung Kasse Zwei: Concha studiert die Bestellung der Frau mit Kind auf ihrem Monitor. Ich schaue auf die Uhr: Kurz nach halb.

Eine Tür rechts von mir öffnet sich. Eine ältere Dame, geschätzte 80, betritt den Laden. Grinsend. Hinter ihr kommt, langsamen Schrittes, ein noch älterer Herr hinterher. Die Dame schreitet an mir vorbei, stellt sich, ein wenig Abstand haltend, direkt hinter die Kasse eins. Die will sich doch vor drängeln! Aber… ältere Menschen stehen in den USA ja sozusagen unter Artenschutz. Darf man da was sagen? Ist es in diese Kultur nicht sogar vielleicht verankert, dass älteren Menschen immer Vorrang gewährt wird? Schließlich gibt es ja auch an allen noch so kleinen Geschäften Behindertenparkplätze – und gegen die auf den Mutter-Kind-Parkplätzen parkenden Rentner sagt ja schließlich auch niemand was. Was soll ich tun? Die Gruppe an Kasse Eins hat die Bestellung zusammengestellt – laut hin und her-rufend, denn die eine Hälfte sitzt bereits ein einem Tisch etwas abseits.

An Kasse Zwei ist Concha mittlerweile dazu übergangen die Burger langsam, aber sorgfältig, auf ein Tablett zu betten. Jeden einzeln. Während das Kind sich bereits durch die Happy-Meal-Tüte wühlt. Nachzählend fordert die Mutter noch Mayo und Ketchup – gibt’s da hinten bei den Servietten. Währenddessen stapeln sich bereits die ersten Burgen auf dem Tablett an Kasse Eins. Irgendeine Gerätschaft beginnt lautstark piepend um Aufmerksamkeit zu schreien. Chris wirbelt, die Burger auf dem Tablett immer höher stapelnd während Concha die Mutter anlächelt, darauf wartend ihr Sätzlein auf zusagen: Next please. Damit meint sie mich. Gut, denn an dieser Kasse steht die alte Dame gewiss nicht an.

Erleichtert gebe ich meine Bestellung auf. Four Cheseburgers please. That’s all?, fragt Concha. That’s all. In dem Moment sagt Chris: Next please. Der Toiletten-Mann begibt sich raschen Fußes an Kasse Eins, die ältere, grinsende Dame bewusst ignorierend. In dem Moment sehe ich, dass sich mittlerweile eine recht ansehnliche Schlange aufgestaut hat. Acht, vielleicht zehn Leute stehen dort aufgereiht – in einer einzigen Schlange, die die rechte Hälfte der Türen versperrt. Concha murmelt hinter mir etwas. Ich drehe mich um. Sie meinte wohl, dass es ein wenig dauern wird. Ich trete zur Seite, für den nächsten Kunden Platz machend.

Im selben Moment tritt auch der Toiletten-Mann zur Seite. An Kasse Eins beginnt die ältere Dame, die sich in der Zwischenzeit direkt hinter dem Toiletten-Mann aufgebaut hatte, ihre Bestellung los zu plappern, während an Kasse Zwei der nächste Kunde neben mir seine Bestellung in schnellen Worten aufgibt: Irgendein Special, das Concha nicht geläufig ist. Er gestikuliert in Richtung des Menüs und Concha schaut, mit einem leichten Anflug von Panik in den Augen, zu Chris hinüber.

Währenddessen gleitet mein Blick zu der Schlange hinüber. Die Frau, die eigentlich jetzt an Chris’ Kasse stehen würde, schüttelt ungläubig den Kopf. Mehrere andere Kunden stehen ebenfalls merklich empört an ihrem Platz in der Schlange. Die ältere Dame überlässt dem mittlerweile an Kasse Eins angelangtem älteren Herrn den Schauplatz und geht, langsamen Schrittes mit einem beständigen Grinsen auf dem Gesicht, an der Schlange entlang. Als sie den Gesichtsausdruck der Leute sieht, sagt sie, für jeden gut hörbar: I took my chances und grinst noch breiter. Sie scheint das wohl als besonders clever zu empfinden. Der Blick der in der Schlange stehenden Leute wird noch finsterer. Mir ein Grinsen nicht verkneifen könnend drehe ich mich zurück zu Concha und ihrem Problemkunden.

Der Kunde hat mittlerweile seine Sprechgeschwindigkeit an Conchas Arbeitstempo angenähert. Und auch wenn man von Conchas Gemurmel nichts verstehen kann, scheint es das gewünschte Special wohl nicht mehr zu geben. Mit lauten und für seinen starken US-Slang deutlichen gesprochenen Worten formuliert der Problemkunde seinen Altnertiv-Wunsch – das eine Diskussion über das werben mit Specials und deren Verfügbarkeit bei Concha zu nichts führt, hat er wohl von vornherein verstanden. Währenddessen schleppt Chris eine Eistüte mit einem viel zu großen Berg Softeis darauf an Kasse Eins, wo der ältere Herr bereits wartet. Ich schaue auf die Uhr: Fast zehn Minuten nach halb.

An Kasse Eins bekommt der Toiletten-Mann gerade seine eingetütete Bestellung in die Hand gedrückt als Concha die Bestellung ihres Problemkunden erfolgreich in die Kasse getippet hat. Die von der älteren Dame übersprungene Frau hechtet sofort an Chris’ Kasse und plappert los. Während ich noch so überlege wie viel weniger der Toiletten-Mann wohl bestellt haben könnte das seine Bestellung noch vor meiner fertig ist, sehe ich auch schon Concha an der Burger-Theke stehen. Chesseburger-abzählend und sie behutsam in einer Tüte ablegend. Sie macht das so übersichtlich, dass ich keinerlei Probleme habe mit zu zählen – nicht das man an ihrer Genauigkeit zweifeln könnte. Und während sie dann mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck zu mir herüber schlurft, beginne ich zu überlegen wann meine Parkzeit an der Parkuhr wohl abgelaufen gewesen sein könnte. Ich hatte, in Ermangelung kleinerer Münzen, einen Viertel-Dollar eingeworfen. Zwölf Minuten Parkzeit fand ich sehr übertrieben für eine kleine Bestellung in einem Fast-Foor-Restaurant.

3052 Tage zuvor: Heißes Miami

War heute mal bei den Miami Heat zu Gast und muss sagen, dass die dort schon eine recht ansehnliche Show abliefern. Allerdings hauptsächlich das drumherum. Das Spiel als solches war zwar auch – im wahrsten Sinne des Wortes – spektakulär, aber über lange Strecken auch doch sehr langatmig (eine Minute Spielzeit steht locker zwei Minuten Wartezeit gegenüber) und eintönig (außer Let’s go Heat! und De-fense gab es gar keine Sprechchöre). Mit einem Fußballspiel im heimischen Deutschland ist es so gar nicht vergleichbar.

Miami Heat vs Utah Jazz

Angefangen hat es schon mit einer halb-leeren Arena. Das die Heat gerade nicht die besten Spiele abliefern sollen, wurde mir ja bereits gesagt. Aber mit solch einem geringen Andrang hätte ich dann doch nicht gerechnet. Trotz der recht niedrigen Ticket-Preise. Dementsprechend war die Stimmung das ganze erste Viertel hindurch denn auch eher ruhig. Allerdings hat sich das im Laufe des Spiel dann relativiert. Mag auch an der vornehmlichen Anwesenheit der Latinos und deren speziellem Zeitgefühl liegen.

Als das vierte Viertel sich dann dem Ende neigte, wurde es aber doch noch spannend – und laut. Nach einigem hin- und her (das ich so gar nicht erwartet hätte), gab es dann doch noch einen Ausgleich. Und damit eine Verlängerung. Die ging dann wieder größtenteils unspektakulär über die Bühne, bis es in die letzte Minute der Verlängerung ging. Überraschend wieder ein Ausgleich durch die Heimmannschaft: Verlängerung Nummer Zwei konnte beginnen. Die verlief genauso wie die erste und so ging es denn auch direkt in die dritte Verlängerung – die dann glücklicher Weise endlich ein Team für sich entscheiden konnte. Und so trennte man sich nach gut und gern dreieinhalb Stunden mit 140 zu 129 Punkten.

3103 Tage zuvor: Gemütlichkeit

18°C waren es heute morgen. Drinnen, wohlgemerkt. Draußen hatte es frostige 6°C. Verweichlicht, wie man mittlerweile ist, kam man mit dem frieren gar nicht mehr hinterher. Nachdem die Sonne nun weg ist und die Temperaturen dennoch nicht spürbar geklettert sind, war es dann an der Zeit die Heizung einzuschalten. Wie ich feststellen muss, ist das durchaus eine gemütliche Sache: Drinnen warm, draußen kalt. Dazu ein paar Lebkuchen und Wollsocken. Fehlt nur noch der Schnee…

3131 Tage zuvor: Ho Ho Ho!

Wer findet den Fehler?

Stromausfälle sollte man ja gewohnt sein. Der heutige Knall kam dann doch ein wenig überraschend.- und vor allem ungelegen. Dennoch, trotz des gekonnten Anschlags auf die Zubereitung des vier-gängigen Weihnachts-Schmaus’ konnte es das festliche Essen nicht verderben – Grill sei Dank.

3258 Tage zuvor: Ausgestürmt

Fay ist also weiter gezogen und in Miami geht heute wieder alles seinen gewohnten Gang. Mitbekommen hat man hier, circa 160km vom eigentlichen Sturm entfernt, lediglich die Ausläufer: Periodisch starker Regen und teils heftige Windböen. Alles in allem war es aber recht ruhig.

Fay

Für Strand-Sport war es dennoch viel zu windig. Ein gewisser Kite-Surfer wird diese Meinung nun, vom seinem Krankenhausbett aus, vermutlich teilen (ab Minute 4:04):

3261 Tage zuvor: Gestatten, Fay

Alljährlich, von Juni bis November, herrscht Hurricane Season im gesamten Gebiet. Momentan bahnt sich auch der erste – mit dem recht hübschen Namen Fay – seinen Weg in unsere Richtung.

Fay

Da verwundert es nicht weiter, dass sich die lokalen Medien darauf konzentrieren. Und der morgige erste Schultag in Süd-Florida fällt damit, wortwörtlich, auch ins Wasser.

3278 Tage zuvor: Slava und der Schnee

So, das war des berühmten Slava’s Snow Show. Seit einigen Tagen wird man hier nunmehr mit Werbung für eben jene Show bombardiert. Gestern sind wir dann selbst mal vorbeigeschneit.

Slava's Snow Show

Eine wirklich kurzweilige, amüsante und vor allem farbenprächtige Show. Und tatsächlich kam sogar im schwül-warmen Miami eine Gefühl von Winter auf – dank zig-tausender, umher wirbelnder Papier-Schnippseln. Allerdings ist der Clown nicht unbedingt für Kinder geeignet, wie auch schon der Herald zu berichten wusste, denn mitunter wird es für die Kleinsten doch ein wenig unheimlich. Zumal, soviel sei verraten, der Clown stirbt. Mehrmals. Ausgiebig.

3285 Tage zuvor: Eingebrochen

  • Vom Eigenheim in zehn Minuten zum Strand gehen: Viele Tausend Dollar.
  • Mit den Kindern am Strand spielen und im Wasser planschen: Gratis.
  • Beim Schwimmen im Meer den Hausschlüssel verlieren: $ 250,-

Nicht eingerechnet sind der Autoschlüssel ($ 135,-) und die Fernbedienung für die Alarmanlage. Immerhin kam der Schlüsseldienst recht zügig. So hat es sich wenigstens gelohnt, dass wir vor knapp zwei Wochen einen zweiten Autoschlüssel haben anfertigen lassen.

3293 Tage zuvor: Dunkel wars...

Mit einem lauten Knall verabschiedete sich der Strom gegen 12:00h heute Mittag. Irgendwo da draußen war der Blitz eingeschlagen – und hat dabei eine Stromleitung ausgeknipst. An sich nichts ungewöhnliches, allerdings ist es in diesem Jahr schon das zweite Mal passiert. Kleinere Stromausfälle oder -Schwankungen ganz außen vor gelassen. Dabei habe ich heute gelernt, dass es hierzulande sogar eine Hotline dafür gibt. Einmal dort angerufen und den Vorfall gemeldet wird man in die Reparatur-Warteschlange eingereiht und erfährt eine voraussichtliche Uhrzeit, zu der der Strom wieder da sein soll.

Auszug aus der Online-Meldung:

We have identified a power problem affecting your location. The problem is with a main line and affects 103 customers. We have dispatched a power restoration specialist to investigate and restore your power. We are pleased to report that restoration of your service will be earlier than originally anticipated. We are working to have your power back by 07/15/2008 at 04:00 PM.

Gedauert hat es dann allerdings bis 17:00h. Aber immerhin weiß ich jetzt, dass meine USV gut und gern eine Stunde durchhalten – und die Internet-Verbindung scheinbar keinen Strom benötigt.

3419 Tage zuvor: Blaulicht im Rückspiegel

Langsam, geradezu bedächtig, zog er sich die Handschuhe aus und legte den Helm auf seinem Motorrad ab. Die Sonnenbrille zurecht-rückend ging er auf mich zu. You’ve been a little late on that light sagte der Officer zu mir, womit er – das muss ich unverhohlen zugeben – durchaus Recht hatte. Während ich noch nach meinem Führerschein kramte, schaute er auf die Rückbank des Autos, wo das Baby freundlich mit den Armen fuchtelte. Gerade als er mit den Zulassungspapieren und meinem Führerschein zurück zu seinem Motorrad gehen wollte, viel ihm auf das er einen europäischen Führerschein in den Händen hielt. Da ich keinen US-Führerschein besitze, gab er mir alles zurück und ließ uns mit dem Worten You not gonna do that again, right weiterfahren.

3436 Tage zuvor: Das hässlichste Tier der Welt?

In meinen Augen nicht. Aber hübsch anzusehen ist so ein Opossum sicherlich auch nicht. Immerhin fallen sie keine Menschen heimtückisch aus dem Hinterhalt an – jedenfalls noch nicht – sondern begnügen sich damit das Außenlicht des Hauses mit Hilfe des Bewegungssensors einzuschalten.

3461 Tage zuvor: Peek-a-boo!

Nur kurz soviel: Der Schreibtisch ist aufgebaut, der Rechner zusammen geschraubt und das Internet ist auch schon da. Also alles bestens.

Mila auf dem Schreibtisch

In den nächsten Tagen (oder Wochen) werde ich mich dann mal daran machen die aufgestauten Mails abzuarbeiten.

3502 Tage zuvor: Krimi ohne Mimi

Das Telefon klingelt aufgeregt. Die Frau ruft an. Bevor das Gespräch angenommen wird, fällt der Blick auf das Symbol für verpasste Anrufe. Es scheint nicht zum ersten Mal zu klingeln. Die Worten fließen schnell, mit einem leicht entsetzt geschockten Unterton. “Ausgeraubt” kommt darin vor. Und “Küche”. Von der Polizei ist die Rede. Und einem dreisten Handwerker. Doch was ist geschehen? Mit ein wenig Abstand lässt sich folgendes rekonstruieren.

Es ist Samstag-Abend und der Nachbar unseres neuen Hauses feiert eine Party. Bis in die Nacht hinein, fünf oder sechs Uhr morgens. Nachdem die Party vorbei ist, versperrt er seine Türen – ihm fällt auf unserem Grundstück nichts weiter auf. Am nächsten Morgen (oder eher Mittag) jedoch fällt ihm auf, dass die Hintertür unseres Hauses aufsteht. Er denkt sich dabei jedoch nichts weiter.

Sonntag-Nachmittags dann statten Bekannte von uns unserem Haus den täglichen Besuch ab um nach zuschauen ob alles in Ordnung ist. Ist es nicht. Die Türen sind nicht mehr verschlossen und in der Küche fehlen sämtliche Geräte: Herd, Mikrowelle, Geschirrspüler und Kühlschrank sind ordentlich ausgebaut worden und verschwunden. An ihrer statt klaffen jetzt offene Lücken in der Küche. Allein der Ofen ist noch da – vermutlich wusste jemand nicht wie man den ausbauen muss. Ein Koffer aus einem der Schlafzimmer fehlt ebenfalls.

Als die Polizei eintrifft ist es schon Abend. Genauer untersuchen wollen sie den Vorfall jedoch nicht; weil die Hausbesitzer nicht da sind. Sie schauen sich jedoch die Türen an und sagen, dass niemand eingebrochen sei – zwar finden sich Spuren eines Brecheisens an der Hintertür, damit sei sie jedoch nicht geöffnet worden. Der Einbrecher muss demnach einen Schlüssel gehabt haben. Und da er sich die Zeit genommen hat die Küchengeräte sorgfältig auszubauen und den Kühlschrank, der ohne ihn anzuheben und zu kippen gar nicht aus der Küche heraus gewuchtet werden kann, mitzunehmen, muss er auch gewusst haben das wir längere Zeit nicht da sein würden.

Montag-Nachmittags in Deutschland. Meine Frau bekommt den Anruf von unseren Bekannten das bei uns eingebrochen wurde. Wer alles einen Schlüssel hätte, wird sie gefragt. Die Antwort: Unsere Bekannten selbst, die nach dem Haus schauen sollen, und der Handwerker, der das Dach reparieren soll. Niemand sonst, da wir die Schlösser erst vor zwei Wochen haben austauschen lassen. Der Handwerker wird angerufen.

Er sagt zu unserem Bekannten, er sei in dem Haus gewesen um sich alles noch mal anzuschauen. Das Eingebrochen wurde scheint ihn nicht zu wundern. Das er nicht wieder zurückkommen braucht um das Dach zu machen auch nicht. Außerdem meint er, dass es dann wohl der Vormieter war, der ja schließlich auch noch einige Sachen im Wohnzimmer stehen habe. Der Vormieter hat jedoch gar keinen Schlüssel mehr – zumal die Schlösser in der Zwischenzeit ausgetauscht wurden. Ein Anruf beim Cousin des Handwerkers (jemand, der mit meiner Frau zusammenarbeitet und auch den Kontakt hergestellt hat) löste Entsetzen aus. Ihm (dem Cousin) wiederum wurde gesagt, dass er (der Handwerker) noch gar nicht wieder in dem Haus gewesen sei.

Anschließend haben wir noch die Polizei in Miami angerufen. Die Crime Scene Investigation Unit (ja, das ist der CSI-Miami) ist daraufhin zu unserem Haus gefahren, hat jedoch nichts weiter feststellen können. Ein Detective wird sich der Sache jetzt annehmen.

3509 Tage zuvor: Verpasst

Der Kunst-Spiegel nannte sie einmal die dekadenteste Kunstmesse der Welt. Grund genug, wie ich dachte, es mir selbst anzuschauen. Zumal ich ohnehin vor Ort war. Die Rede ist von der Art Basel Miami Beach, die letzte Woche stattgefunden hat. Leider war unsere Zeitplanung in den Tagen vor dem Flug nach Deutschland dann doch ein wenig zu straff für einen persönlichen Besuch. Doch wozu gibt es das Internet samt passender Artikel?

Modified Social Bench

Man hat übrigens auch ohne selbst auf die Messe gegangen zu sein einiges sehen können. Denn nicht nur das Design District strotzt mit Ausstellungen während der vier Tage dauernden Belagerung des Convention Centers. Auch Miami Beach selbst wird in dieser Zeit mit Dutzenden von Kunstobjekten an nahezu allen Straßenecken voll-gestopft.

3528 Tage zuvor: Danke?

Gestern wurde hier also dieses Thanksgiving begangen. Wie man bereits aus einschlägigen TV-Serien weiß, hat das jedoch nicht wirklich etwas mit einem deutschem Erntedankfest zu tun. Der gemeine Amerikaner sieht es als traditionellen Tag der Familie an und scheut weder Kosten noch Mühen um eben diesen Tag genau dort zu verbringen. Daher ist das Wochenende vor Thanksgiving auch das, mit dem höchsten Reiseaufkommen in den USA. Abgesehen vom Rückreisewochenende danach jedenfalls. Aber darüber hinaus werden auch gerne jede Menge andere Leute zu den eigenen Feierlichkeiten eingeladen. Und so fanden wir uns denn auch bei uns total unbekannten Leuten wieder (die Schwester des Freundes eines Bekannten) um dort herzlichst begrüßt und ausgiebigst bewirtet zu werden. Mit Truthahn selbstredend. Vier an der Zahl. War sehr freundschaftlich und überaus sättigend zugleich.

Am Freitag nach Thanksgiving (dem sogenannten Black-Friday) beginnt hier übrigens die Weihnachts-Geschenke-Kauf-Saison. Also wesentlich später als in Deutschland. Damit auch niemand das Einkaufen vergisst, wird dazu im Vorfeld bereits kräftig die Werbetrommel für Unmengen an Rabattaktionen und Sonderpreisen gerührt. Da derartige Sparaktionen hier immer ankommen wie der Sommerschlussverkauf bei C&A in Oer-Erkenschwick werden die Läden denn auch bereits um 5:00h geöffnet. Morgens, wohlgemerkt. Allerdings lassen sich die bereits vom SSV bekannten Bilder dadurch dennoch nicht vermeiden.

3541 Tage zuvor: Nachwuchs!

Nachdem ich am Donnerstag trotz aller Widrigkeiten (Details folgen später) endlich in Miami angekommen bin, haben wir auch keinerlei Zeit verloren: Freitag-Nachmittag ging es in’s Krankenhaus und gestern um 17:59h Ortszeit (23:59h in Deutschland) war es dann so weit: Mila Leonia war da! Mutter und Kind sind wohlauf – und meine Eltern noch lange genug vor Ort gewesen um einen kurzen Blick auf ihre Enkelin werfen zu können.

3543 Tage zuvor: Reisewirren

Nachdem der Flug in der letzten Woche bereits ausgefallen ist, sollte es am Donnerstag also endlich losgehen. Mit einem Ersatz-Reisepass bewaffnet ging es morgens also los zum Hannoverschen Flughafen. Übrigens einer der angenehmeren auf der Welt, wie ich den Tag mal wieder feststellt durfte – klein genug um gemütlich und gemächlich alles angehen zu können, aber dabei groß genug um bequem überall hinzukommen. So störte es mich auch nicht weiter, dass ich bereits zwei Stunden vor Abflug da sein sollte.

Im Gegenteil: Einmal angekommen und zum Check-In durchgekämpft stellte ich recht schnell fest, dass es sogar eine gute Idee war sehr frühzeitig aufzubrechen. Die Lufthansa hat an dem Tag wohl eine neue Software für den Check-In freigeschaltet und so kam es, dass die Mitarbeiter ein wenig umständlich vorgingen und dabei von – scheinbaren – Support-Leuten beobachtet wurden. Leider verhalf mir diese Unterstützung auch nicht zu meinem Ticket von Zürich nach Miami: Man könne mir leider nur das Ticket von Hannover nach Zürich ausgeben, da die Swiss auf dem Ticket des Anschlussflugs ein Sperrkennzeichen gesetzt habe. Und so durfte ich dann ohne weiterführendes Ticket zunächst nach Zürich starten.

Einmal dort angekommen hatte ich denn auch schon zwanzig Minuten Verspätung. Bei gerade einmal 90 Minuten Umsteigezeit kamen hier schon erste Stress-Symptome auf. Immerhin brauchte ich mich nicht um mein Gepäck kümmern und konnte direkt den ersten Swiss-Schalter ansteuern um dort mein Ticket für den Weiterflug abzuholen. Zu meiner Zufriedenheit gab es dort auch keinerlei Schlangen und ich konnte zügig meinem Begehren Ausdruck verleihen. Und zwar vornehmlich der 15-jährigen Tochter einer Swiss-Angestellten. An diesem Tag war offensichtlich Mutter-Kind-Tag in der Schweiz und alles wimmelte von kleinen Kindern die ihrer Mutter bei ihrer täglichen Arbeit über die Schulter schauten und tatkräftig mit halfen. So knuffig das auch ist, trug es leider nicht zur Beruhigung meiner Nerven bei. Eher im Gegenteil. Doch hier sollte alles schnell und vor allem glatt gehen: Nachdem mein Reisepass eingegeben (manuell, weil der Scanner nicht funktionierte) und mein Ticket gefunden war, musste nur noch fix das Ticket ausgedruckt werden (an einem anderen Platz, weil der Drucker scheinbar nicht ging). Bewaffnet mit diesem Ticket raste ich nun in Richtung Gate – bei Transatlantik-Flügen gibt es schließlich seit einiger Zeit immer einen zweiten Security-Check, durch den ich auch erstmal noch durch musste.

Bei eben jenem zweiten Check angekommen musste ich mich brav in der Schlange einreihen – obwohl laut Ticket die Check-In Zeit bereits abgelaufen war und das Boarding schon begonnen hatte. In etwa zu dieser Zeit viel mir dann auch auf, dass auf dem Ticket der falsche Name stand! Scheinbar hat die Dame beim Schalter das falsche Ticket ausgedruckt. Aber immerhin war es derselbe Flug, so das ich durch den Sicherheits-Check problemlos durchkommen konnte. Endlich am Gate angekommen machte ich die Damen dort auf das Versehen aufmerksam. Mit einer gewissen Bleiche im Gesicht nahmen sie mir zügig mein Ticket ab und druckten mir ein neues – meines – aus. Leider wollten sie mich damit immer noch nicht an Bord lassen, denn das Ticket war nicht freigegeben. Ich sollte damit doch bitte zum Transferschalter in der Mitte der Halle gehen. Gehen ist gut, denn in diesem Fall gingen die ersten Passagiere schon an Bord und in 30 Minuten sollte der Flug starten. Ich rannte also zu eben jenem Transfer-Schalter und trug mein Anliegen erneut vor – zum dritten Mal.

Hier stellte sich dann heraus, dass das Ticket in der Woche zuvor von der Lufthansa-Hotline scheinbar nicht korrekt umgebucht wurde. Zwar hatte ich einen Sitzplatz reserviert und war auf dem Flug gelistet, das Ticket jedoch war angeblich nicht bezahlt worden. In diesem Moment war ich, nach Hannover, das zweite Mal ziemlich sauer auf die mangelnde Swiss-Lufthansa-Kooperation und brachte das, für mein Gefühl noch recht gemäßigt, auch zum Ausdruck. Die Damen dort zeigten Verständnis und entließen mich, 15 Minuten vor Abflug, mit dem bereits zuvor gedruckten Ticket wieder Richtung Gate. Über die Zahlungsfragen würde man sich später kümmern, ich solle erst einmal den Flug antreten. Das war denn auch die erste positive Nachricht des Tages und als ich dann fünf Minuten für Abflugtermin im Flugzeug saß, wurde ich auch wieder entspannter und konnte den durchaus angenehmen Service der Swiss-Stewardessen die gesamten elf Stunden lang genießen.

In den USA hingegen lief alles glatt: Es war zwar ziemlich voll, aber der Mann vom Department of Homeland Security war die Freundlichkeit und Person und hatte sogar einen Witz auf den lockeren Lippen. Mal schauen, was auf der Kreditkartenabrechnung stehen wird…

3588 Tage zuvor: Exportweltmeister

Gestern bin ich mal durch den Gang mit Bier im hiesigen Supermarkt geschlendert. Dabei ist einem regelrecht ins Auge gesprungen, was Deutschland trotz China-Boom immer noch einzigartig macht: Bier. Neben Beck’s, dass angeblich das meist-importierte Bier in den USA ist (zugegeben mittlerweile eher Holländisch) und Löwenbräu (die auf der Lincoln-Road auch ein eigenes Lokal haben), ist mir vor allem dieses bislang unbekannte St. Pauli aufgefallen:

St. Pauli Import-Bier

Ein paar Meter weiter stand dann noch ein Bavaria genanntes Import-Bier, dass aber dann wirklich aus Holland kam.

3594 Tage zuvor: Einkaufsliste

Gesucht zwecks Kauf in der näheren Zukunft:

  • Eine Bluetooth GPS-Maus zwecks Navigation mit meinem Handy und PDA samt Software.
  • Ein Notebook zwecks WoW (und Hellgate).
  • Ein Spanisch-Schnellkurs damit ich auf Gol die Euro 2008 verfolgen kann.

Vorschläge sind gerne willkommen.

3594 Tage zuvor: Golf - irgendwie

Abends halb-Neun in Florida. Miami Beach Golf Club. Nachdem die Sonne vor gut einer Stunde unter gegangen ist, herrschen die angenehmsten Temperaturen des ganzen Tages. Bepackt mit Taschenlampen machen wir uns auf die Jagd – eine Schnitzeljagd! An einigen Bunkern und Teichen vorbei geht es über sanfte Hügel und durch nasse Rasen-Sprenger. Immer den ausgelegten Spuren hinterher. Ein Riesen-Spaß für die ganze Familie! Was wohl der Greenkeeper davon hält, wenn er morgen die vielen kleinen Häufchen Sägespäne auf dem Rough und dem Fairway findet?

3597 Tage zuvor: Crandon Park Gardens

Am gestrigen Samstag waren wir in den Crandon Park Gardens, einem kleinen Park auf Key Biscayne – quasi die Nachbarinsel von Miami Beach. Todes-mutig haben wir uns gegen Mittag durch die gefühlten 45°C gekämpft um ein paar Tiere zu sehen, die hier frei leben. Neben einigen Leguanen gab es auch ein Mini-Krokodil zu sehen und etliche Vögel. Das interessanteste sind allerdings die leer stehenden Käfige gewesen, die allenthalben stark verrostet herumstanden.

Crandon Park Gardens

Dazu muss man wissen, dass der Park früher mal der Zoo von Miami war, bis dann ein Hurrikan aufzog und die Tiere evakuiert werden mussten. Seitdem ist der Zoo ein wenig außerhalb von Miami unter gekommen. Das Ambiente in diesem Park jedoch hat in meinen Augen davon profitiert. Es lag ein Hauch von 12 Monkeys in der Luft.

3598 Tage zuvor: Miami-ish

Miami Beach, South-Florida. Die Stadt, die im kommenden Jahr mein zu Hause sein soll. Auch wenn ich mithin das vierte Mal hier bin, habe ich dieses Mal eine andere Perspektive auf die Umgebung: Es ist kein richtiger Urlaub mehr, sondern schon eher das Einleben für nächstes Jahr. Somit fallen einem auch vollkommen andere Sachen auf, als sonst.

Zum Beispiel das (WIC). WIC ist eine tolle Einrichtung hier in den Staaten – vor allem da man keinerlei andere Unterstützung des Staates für seine Kinder erhält. Die sogenannten WIC-Checks bekommt man von seinem Arzt und kann damit bestimmte Produkte wie zum Beispiel Milch, Fruchtsäfte oder Cereals kaufen. Ähnlich wie seinerzeit Essensmarken. Dadurch soll gewährleistet werden, dass sich Kinder und schwangere Frauen gesünder ernähren (und damit die Gesundheitskosten gesenkt werden). Obst oder Gemüse jedoch tauchte bislang nicht im Repertoire auf, was sich im nächsten Jahr jedoch ändern soll. Jedenfalls theoretisch, denn die Bush-Regierung hat den entsprechenden Posten im Budget für 2008 um US-$ 145 Mio. gekürzt.

Aber es gibt auch ganz profane Dinge, die hier irgendwie anders sind:

  • Hände einziehen: Niedrig hängende Deckenventilatoren
  • Von Brr bis Uff: Eiskalte Klimaanlagen gegen tropische Sommersonne
  • Gewöhnungsbedürftig: Bunte Bürgersteige und Rechts-Abbiegen bei Rot
  • Feierabend-Fragen: Zum Strand oder zum Pool?
  • Drei-Minütiges Werbe-Stakkato: 100 TV-Sender und doch immer nur dasselbe
  • Nicht ohne meine Sonnenbrille: Schneeblindheit ohne Schnee.

3649 Tage zuvor: Dual-Kino

Neulich haben wir, also ich und meine Angetraute, beschlossen ins Kino zu gehen. Das war letzten Monat. Nun, mittlerweile trennt uns zwar ein Ozean, aber das hat uns nicht daran gehindert den Plan heute in die Tat umzusetzen. Als also in Miami Beach I Now Pronounce You Chuck and Larry gezeigt wurde (Kommentar: “interessant”), saß ich hier in Karlsruhe auch im Kino um, wie Homer so treffend gesagt hat, für etwas zu bezahlen was man im Fernsehen umsonst haben kann. Aber was tut man nicht alles um die Kinogutscheine endlich mal los zu werden. Besagter Gutschein lag ja auch erst seit zwei Jahren bei mir herum.

Simpsons - The movie

Was soll man nun von diesem Streifen halten? Sicherlich keine geistigen Höhenflüge, soviel steht schonmal fest. Aber der Film weiß genau mit der Art Humor zu begeistern, die einen auch schon immer im Fernsehen fasziniert hat: Derb und absurd mitunter aber auch feinsinnig oder subtil. Ergo: Prädikat kurzweilig.

Update
Beim Spiegel-Online gibt es jetzt auch einen interessanten Artikel aus einer anderen Perspektive dazu.

3649 Tage zuvor: Hype?

Mittlerweile weiß man ja, dass das iPhone nicht ganz so toll verkauft wurde wie es der Herr Jobs gerne gehabt hätte. Was ich allerdings bislang jedem vorenthalten habe ist ein Photo vom Apple-Store in Miami Beach am Verkaufstag:

Der IPhone-Hype

Im Vorbeigehen habe ich denn auch noch von einem der eigens für diesen Tag eingestellten Apple-Mitarbeitern erfahren, dass auch Sandwiches und Heißgetränke den wartenden Massen gereicht wurden. Was auch durchaus nötig war, denn in der Nacht hatte es einen jener tropischen Regenschauer gegeben, die hierzulande diverse Überflutungen auslösen würden und es auch in Miami gerne tun.

3670 Tage zuvor: ...zu erzählen.

Rückflüge zu verschieben ist ja eine unserer kleinsten Herausforderungen. Und so wurde der Aufenthalt in Übersee auch dieses Mal um eine Woche verlängert nachdem der Chef telefonisch nichts einzuwenden hatte (wofür man die Wartezeit in einer Schlange – diese spezielle war vor dem Disney-World in Orlando – nutzen kann). Im Gegensatz zum Abflugtermin in Richtung Las Vegas gute vier Wochen zuvor kamen wir dieses Mal auch pünktlich los. Somit war der Check-In auch problemlos und ziemlich unspektakulär abgehakt. Und da auch weit und breit keinerlei Schlange in Sicht war, viel der Abschied umso langwieriger und schmerzhafter aus. Es gibt einfach keine positiven Seiten daran seine schwangere Ehefrau auf einem anderen Kontinent zurück zu lassen.

Das Gate zu finden stellte diesmal übrigens auch keine Herausforderung dar und konnte resolut bewältigt werden. Einmal dort angekommen setzen zwar schon die ersten Gedanken über einen etwaigen Rückflug ein, aber da der Flug tatsächlich pünktlich war sollte man sich schon bald wieder auf andere Gedanken bringen können. Und so kam es denn auch, dass das Boarding tatsächlich pünktlich los ging, alle Passagiere zur Abflugzeit in der Kabine saßen und die Türen auch prompt geschlossen werden konnten. Auf die Sekunde pünktlich für eines jener lokalen Gewitter in Miami, die so stark ausfallen das auch ein Flughafen gesperrt werden muss. In diesem Fall für lange sechzig Sekunden.

Regen in Miami

Auf diese Weise wurde die Wartezeit im Umsteige-Flughafen Philadelphia ein wenig kürzer – statt vier nur noch drei Stunden. Was wiederum sehr gut ist, da ich diverse Flashbacks zu dem Umsteigen während meines Hinflugs hatte. Und ein am Telefon weinendes Kind, dass heiser “But I want you back!“ ins Telefon schluchzt bringt einen auch nicht auf positivere Gedanken. Immerhin ging der Anschlussflug nach Frankfurt überpünktlich zum Boarding über und startete dafür verspätet wegen fehlender Passagiere. Was allerdings nicht viel ausmachte da ich es tatsächlich einmal geschafft habe im Flugzeug zu schlafen – und zwar die komplette Strecke. Auf dem Weg von Hawaii nach Miami hätte ich auch soviel Glück nötig gehabt.

Einmal auf deutschem Boden angekommen musste ich schon ganz unbewusst auf die unterschiedlichen Mentalitäten achten. Abgesehen von vielen Kleinigkeiten ist mir vor allem der Zöllner im Gedächtnis haften geblieben: Wo in den USA jeder freundlich ist und einen nur dann grimmig anschaut um etwas damit zu bewirken schien der deutsche Beamte dort am Schalter vor mir von seiner Arbeit dermaßen angeödet zu sein das er sich nicht einmal zu einem direkten Augenkontakt durchringen konnte. Das also ist mein Heimatland und es scheint wirklich froh zu sein mich zurück zu haben.

Was also tut man in einer Heimat, in der man sich ziemlich fehl am Platze fühlt? Richtig, man fährt irgendwo hin um sich abzulenken. In diesem Fall ist die Wahl dann auch auf Hannover gefallen. Da es Freitag ist sollte das auch kein Problem darstellen – und so ging es direkt zum Bahnhof in Frankfurt und von dort aus gen Hildesheim, wo ein Privattaxi auf mich warten sollte um mich nach Hannover zu bringen. Die ersten Stunden waren dann auch damit voll gestopft viele Leute anzurufen und das ein oder andere Wiedersehen in Hannover zu organisieren. Vor allem auf das Essen im Bord-Restaurant habe ich mich dabei gefreut – doch das war leider ein wenig zu früh. Wie ich bereits in Miami mitbekommen hatte, gab es diverse Streik-Szenarien bei der Deutschen Bahn. Unter diesen Gesichtspunkten war ich ja schon froh, dass mein ICE überhaupt fuhr und dazu auch noch pünktlich war! Doch kaum hatte ich mich auf der reichhaltigen Karte für ein Mittagsmenü entschieden, wurde auch schon bekannt, dass es gar nichts mehr zu Essen gab. Da hat wohl irgendjemand gestreikt. Und so sollte denn auch das Eiersandwich vom Vortag das letzte sein, was sich bis zum Abend gegessen haben sollte.

Doch so richtig in Deutschland angekommen bin ich dann wirklich erst in Hildesheim, als ich bei 15°C im Regen auf der Straße stand und auf mein (verspätetes) Taxi gewartet habe: Ein Provinznest bei typischen Wetter mitten im Sommer holte mich recht schnell wieder auf den hiesigen Boden der Tatsachen zurück. Es war, als ob man nie weg gewesen wäre.

3686 Tage zuvor: ...eine Menge...

Sonntag, 21:36 – Lihu’e
Was ein Tag – heute früh mussten wir unser Zimmer räumen. Und unser Flug geht erst in einigen Minuten los. Der Tag war somit also schon entsprechend lang, was sich jetzt langsam bemerkbar macht. Vielleicht war die Idee heute Vormittag noch auf eine Klettertour zu gehen auch nicht unbedingt das passendste wenn man bedenkt das man in der Zwischenzeit keine Möglichkeit hat sich nochmal richtig unter eine Dusche zu stellen – aber was soll’s, immerhin hat es Spaß gemacht. Der Check-In am Flughafen ging übrigens wiederum gewohnt routiniert vonstatten. Diesmal auch wieder mit ein paar Einlagen des Flughafen-Zeitvertreibs Nummer Eins: Schlange-stehen. In Summe waren es vielleicht 45 Minuten. Damit nimmt Lihu’e einen mehr oder minder guten Platz in der Mitte ein. Einziges Manko war diesmal das Einkassieren meines Deos, der Zahnpasta und meines Parfums: Ich habe vergessen die drei Dinge, die zudem auch schon wie gefordert in einem durchsichtigen Beutel waren, aus meinem Rucksack zu nehmen. Das viel natürlich auch sofort auf. Doch anstatt den Beutel nochmals durch das Röntgengerät zu schicken (wie es mir bereits in Stuttgart passiert ist), wurden die drei Dinge einfach einbehalten. Man meinte es wäre ja ansonsten Schmuggel. Nunja, meine werte Frau meinte sie würden mein Parfum einfach nur behalten wollen.

Sonntag, 22:58 – Irgendwo über dem Pazifik
Mein Schicksal nicht in Autos, Zügen oder eben Flugzeugen schlafen zu können holt mich wieder ein. Ich bin müde – reichlich müde und würde vermutlich in jedem Bett innerhalb von Sekunden in den Schlaf fallen. Doch hier kann ich nur zwischen meiner schlafenden Familie sitzen und mich anderweitig beschäftigen. Nicht unbedingt die leichtestes Aufgabe wenn man noch drei Stunden Flug vor sich hat und selbst die Stewardessen hinter mir liegen und Schlafen. Immerhin kommt so die werte Leserschaft zu einem kleinen Update. Ich bin schon gespannt wie sich die insgesamt sechs Stunden Zeitversatz zusammen mit einem Schlafmangel auswirken werden. Das dürfte eine gute Probe für den Flug zurück über den Atlantik in anderthalb Wochen abgeben.

Montag, 07:13 – Los Angeles
Wo kommen um diese Uhrzeit all die Menschen her? Da denkt man sich es wäre eine gute und passende Idee den zweistündigen Zwischenstop für eine aufmunternde Tasse Kaffee zu nutzen, und dann macht die Schlange am Schalter von Starbucks denjenigen auf der Expo Konkurenz (zu Zeiten mit Besuchern, wohlgemerkt). Diese Schlange jedenfalls darf sich aus zweierlei Gründen nicht in den Flughafen-Vergleich einreihen: Zum einen hatte sich optionalen Charakter und zum anderen habe ich sie ausgelassen. Allerdings scheint es hier heute auch eine sehr imposante Schlange zu geben, nämlich der beim Security-Check. Etliche Flüge gehen mit fehlenden Passagieren oder Verspätung weg weil diese, so zumindest die Aussage eines mitleidenden Passagiers, in eben jener Schlange festhängen. Sei’s drum, für uns ist kein Schlange-stehen drin an diesem Flughafen.

Montag, 11:08 – Irgendwo über den USA
Meine Launa hat sich in den letzten drei Stunden dieses Fluges erheblich gebessert. An Schlaf war zwar immer noch nicht zu denken, aber ich war zumindest sehr erfolgreich am dösen. Eine gern gesehene Erholung, wie ich bereitwillig eingestehe. An Schlaf war schon allein des schreienden Babys drei Reihen und des plärrenden DVD-Spielers zwei Reihen vor uns nicht zu denken.

Montag, 18:43 – Miami
Der Tag nimmt einfach kein Ende. Auf Kaua’i ist es jetzt schon wieder12:43h und ich habe bislang keine Minute schlafen können. Vor 24 Stunden sind wir gerade den Kalalau-Pfad hoch-gekraxelt und jetzt bin ich tausende von Kilometern entfernt auf einer anderen Seite der Erde. Und die sechs Stunden Jetlag schlagen erst ab morgen zu. Immerhin verlief der Flug hierher problemlos. Die Koffer kamen mit als erste auf dem Förderband angefahren und Elena, die so nett war uns am Flughafen abzuholen, war auch bald da. So sitzen wir jetzt hier in Miami Beach und bereiten uns auf eine hoffentlich erholsame Nacht vor, denn morgen früh um 8:00h klingelt schon wieder der Wecker – die ersten Termine warten direkt am morgigen Tag auf uns.

3702 Tage zuvor: ...eine Reise tut...

14:24 – Miami
Anderthalb Tage Miami. Gesehen habe ich nicht viel, aber deswegen bin ich ja auch nicht hier. Heute nun geht es also weiter nach Las Vegas. Nachdem der Vormittag daraus bestand endlich mal wieder auszuschlafen und die Koffer für die Weiterreise zu packen (nicht meiner, den habe ich erst garnicht ausgepackt), geht es jetzt also weitere drei Zeitzonen gen Westen.

16:32 – irgendwo über Florida
Airborne. Endlich! Die gute Nachricht dabei ist, dass ich jetzt vier Stunden Zeit habe mich von den letzten zwei Stunden zu erholen. Warum? Schauen wir mal zurück: Circa zehn Minuten nach dem letzten Eintrag sind wir am Flughafen angekommen, jedenfalls standen wir gegen 14:40 am Schalter – was ja eigentlich auch kein Problem wäre, wenn der Flug nicht um 15:30 gehen und um 14:45 der Check-In geschlossen würde. Nun, wir haben es also dennoch geschafft rechtzeitig dort zu sein. Beim Sicherheits-Check sind wir dann auch ein wenig bevorzugt behandelt worden, so das wir uns schon kurze Zeit später auf den Weg zu unserem Gate machen konnten. Die damit verbundenen 15 Minuten Schlange-Stehen sprechen somit im Vergleich der anderen Flughäfen auch eine klare Sprache. Wie auch immer, der Weg zum Gate war demnach eher sportlicher Natur. Im straffen Gang sind wir die diversen Gänge des Flughafens abgelaufen – immer Gate A35 entgegen. Für den kleinen Jeremy muss es ein kleiner Marathon gewesen sein, sind seine Beine mit drei Jahren doch noch ein wenig kürzer als die unseren. So sind wir denn auch recht zügig an Gate A angekommen. Aber leider gab es kein Gate A35. Warum eigentlich? Ein weiterer Blick auf die Tickets offenbarte es: Wir waren am falschen Gate! Und als ob das Schicksal Murphy ein weiteres mal bestätigen wollte, mussten wir ausgerechnet zu Gate E5 – der so ziemlich am anderen Ende des Terminals ist. Also das Kind in den Buggy gesetzt, die Taschen geschultert und denselben Weg, den wir gerade im Schnellgang abgelaufen haben nochmal in umgekehrter Reihenfolge abgerannt. Ein wenig peinlich war es ja schon, vor allem bei jenen Leuten, die uns vorhin entgegen gekommen sind. Aber was will man machen? Um 15:20, also nach ziemlich genau 15 Minuten für die Leibesertüchtigung, sind wir dann endlich am richtigen Gate angekommen. Alles war gut. Alles? Jedenfalls abgesehen von dem kleinen Detail das uns die Dame am Schalter enthüllte: Wir seien zu spät, unsere Sitze bereits an andere Passagiere vergeben und wir würden jetzt auf den Nachmittags-Flug umgebucht. Das also ist die berühmt Kunden-Orientierung der USA. Mein neuer kroatischer Bekannter hatte es mir ja bereits gesagt: Solange sie Geld von einem wollen sind sie alle nett und zuvorkommend – aber wenn man dann bezahlt hat interessiert sich niemand mehr für einen. Und so hat auch alles mosern nichts geholfen, die Dame wollte uns kategorisch nicht in das Flugzeug lassen. Ein Steward aus dem Flugzeug jedoch hatte sich netter Weise um den Ruf der Airline (übrigens American Airlines) bemüht und den Stand-By Passagier gefragt ob er uns wieder Platz machen würde. Das hat der gute Mann dann auch und so mussten wir lediglich mit der Schmach leben als letzte in das Flugzeug zu kommen (wer mal wissen möchte wie es sich anfühlt von geschätzten 200 Leuten gemustert zu werden, sollte mal zu spät ein Flugzeug besteigen) und unsere Sitzplätze verloren zu haben. Aber der gemeine Amerikaner scheint netter zu sein als so manche Airline, und so kam es das wir jetzt zumindest grob nebeneinander sitzen und doch noch mehr oder minder pünktlich zum nächsten Ziel fliegen.

21:07 – Las Vegas
Der erste Eindruck von Las Vegas verspricht nicht weniger als das, worum sich alles in dieser Stadt zu drehen scheint: Gambling. Kaum ist man aus dem Flugzeug ausgestiegen und verlässt sein Gate steht man schon neben den ersten Spielautomaten. So gesehen ergibt es für einige Leute vermutlich sogar einen tieferen Sinn Las Vegas als Ort zum umsteigen von einem Flug in den anderen zu wählen. Wie auch immer, Las Vegas mutet an wie ein Disney-Land für Erwachsene. Die Hotels des Strip ähneln den Burgen aus dem Traumreich für Kinder in frappierender Weise. Selbst die Attraktionen, die innerhalb der Hotels auf dem “Attraction Floor” angeboten werden, finden sich vermutlich in derselben Art auch in besagtem Kinderparadies wieder. Im Gegensatz zu der Ausgabe für die kleinen stehen hier allerdings vor allem besagtes Gambling und die üblichen Exzesse für Erwachsene im Vordergrund: Rauchen (vor allem in den riesigen Casinos), Alkohol (sogar ohne die stylischen braunen Papiertüten) und Sex (die Flyer haben in Sachen Freizügigkeit europäisches Niveau). Womit auch der Hintergrund der Redewendung “Happens in Vegas, stays in Vegas” zur Genüge hinterleuchtet wäre. Das Wetter ist hier übrigens noch wärmer als in Miami. Allerdings ist die Luftfeuchtigkeit hier nicht so hoch als das es eine derart drückende Wärme wäre. Aber man schafft es dennoch mit Leichtigkeit an Körperteilen zu schwitzen, von denen man nicht einmal wusste das sie Schweißdrüsen haben. Da bringt auch die Kühle der Nacht keine Abhilfe, da es nicht nennenswert kühler wird wenn die Sonne erst einmal hinter dem Horizont verschwunden ist – und so etwas nennt sich nun Wüste.

3704 Tage zuvor: Wenn einer...

6:45 – Ettlingen
Nachdem eine unruhige und nicht unbedingt erholsame Nacht überstanden ist, geht es nun also los. Das ungute Gefühl im Magen meiner Wohnung zu sehr zu vertrauen weil ich sie so lange sich selbst überlasse, trotte ich meinen Weg – unter einem wolkenverhangenen Himmel mit seichtem Regen bei gefühlten 15 Grad – der Straßenbahnhaltestelle entgegen. Etappe Eins beginnt.

7:36 – Karlsruhe
Wie viele Stunden habe ich eigentlich schon am Hauptbahnhof, diesem Gleis Drei, wartend verbracht? Es müssen etliche sein. Und heute kommen wieder einige Minuten hinzu. Langsam schreit der Kreislauf nach Schmiermittel, das Bord-Restaurant klingt daher ziemlich verlockend. Leider wird die Zeit nicht für ein Frühstück reichen.

8:06 – Mannheim
Sieben Minuten zum Umsteigen. Was auf dem Papier und vor allem während des gemütlichen Einrollens in den Bahnhof ziemlich wenig zu sein scheint, nach Lauferei und Hektik riecht, entpuppt sich dann doch als ideale Zeitspanne. Noch einen Kaffee trinken, einige weitere Minuten die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen – Routine aus den zahlreichen Bahnfahrten der letzten Jahre – und es beginnt die dritte Etappe.

10:07 – Frankfurt
Zwei Stunden Schlange-stehen später. Angesichts dieser doch recht imposanten, wenn auch nicht unbedingt langweiligen, Zeitspanne wundert es doch nicht weiter das man bei Auslands-Flügen zwei Stunden vor Abflug einchecken soll. Das mag allerdings auch daher rühren, dass es dieses Mal – im Gegensatz zum letzten Besuch des hiesigen Flughafens vor drei Wochen – überhaupt so etwas wie eine Schlange gab. An meiner Antipathie für die vermutlich größte Dauer-Baustelle mit permanentem Flugverkehr ändert das jedoch nichts. Auch wenn die Anreise mit dem Zug, das muss man tatsächlich so sagen, wesentlich angenehmer ist als jene mit dem Auto. Nichtsdestotrotz werde ich auch die vorerst letzte Stunde auf europäischem Boden vor allem mit einem verbringen: Warten.

19:05, oder doch 13:05? – Philladelphia
Da ist er also, der neue Kontinent. Acht Stunden dauerte der Flug über den Atlantik. Acht Stunden, in denen mir mein kroatischer Sitznachbar nicht nur seine Ansichten (keine wirklich guten) über seine Wahlheimat in den Staaten ausführlich beschrieben hat, sondern sich auch ausgesprochen gerne – und freiwillig – bereit erklärte meine Wissensdefizite über den Balkankrieg auszugleichen. Immerhin verging so die Zeit relativ schnell. Und so sitze ich nun also, nach nicht ganz so imposanten 45 Minuten weiteren Schlange-stehens, wiederum nichts-tuend herum und warte auf den Anschlussflug.

03:49 / 21:49 – irgendwo über der US-Ostküste
Erwähnte ich im Verlauf dieser Notizen eigentlich schon das alle Verbindungen (sei es die S-Bahn, der Zug als auch der Flug) pünktlich waren? Nun, der letzte Flug ist es jedenfalls nicht. Mit einer Verspätung von immerhin 20 Minuten begann das Boarding. Das ist nicht weiter wild. Unschöner war hingegen die (wiederum wirklich imposante) Warteschlange von circa 35 Flugzeugen vor uns auf dem Weg zur Runway. Diese Form das Schlange-stehens wiederum hat es dann auf recht beachtliche anderthalb Stunden gebracht. Immerhin ist der Flug als solcher wesentlich komfortabler als der Hüpfer über den Atlantik – auch wenn es durchaus schwer fällt wach zu bleiben in einem Flugzeug, dass alle Lichter ausgeknipst hat, in dem einige Leute lauthals schnarchen, viele andere dösen und sogar eine der Flugbegleiterinnen auf einem der leeren Plätze neben mir ein Nickerchen gehalten hat. Aber nun sollte ich ja auch langsam endlich am (vorläufigen Zwischen-) Ziel ankommen.

3842 Tage zuvor: Dir entgegen...

Die Richtung stimmt grob. Wieso also nicht einfach immer weiterfahren, bis man ankommt? Nun, neben einigen Ausreden (kein Licht, kein Geld, keine Karten) hat mich dann nach einigen wenigen Kilometern der wahre Grund zur Umkehr bewegt: Die (mangelnde) Kondition.

Gen Osten

Allerdings muss ich sagen, dass ich es niemandem ruhigen Gewissens Empfehlen kann im Januar Fahrrad zu fahren. Jedenfalls dann nicht, wenn man ansonsten nur bei deutlich über 20°C überhaupt daran denkt das Gefährt aus dem Keller zu holen.