1713 Tage zuvor: Wanted!

Wer kennt diesen Mann?

WANTED

Hinweise bitte an die Polizei Miami Beach oder hier in den Kommentaren.

2789 Tage zuvor: F├╝hrerscheinpr├╝fung II

Nach GreenCard und Sozialversicherung fehlte bis gestern vor allem noch ein kritisches Dokument hiesiger Verwaltungsfreude: Der F├╝hrerschein. Abgesehen von seiner eigentlichen Bedeutung, der Erlaubnis Auto zu fahren, erf├╝llt er hierzulande bekannter ma├čen auch den Zweck eines Personalausweises in Deutschland. Im Gegensatz zur GreenCard bekommt man diesen allerdings recht unb├╝rokratisch – jedenfalls solange man alle zuvor genannten Unterlagen beisammen hat. Und, ganz nebenbei, darf man mit einer ausl├Ąndischen Fahrerlaubnis lediglich sechs Monate in Florida Auto fahren…

Also hie├č es die letzten Tage wieder lernen, lernen, lernen. Die entsprechenden Regeln sind im Florida Driver’s Handbook ├╝bersichtlich und verst├Ąndlich zusammen gefasst. Man kann es quasi herunter lesen wie ein Buch. Und auch wenn man nach einigen Jahren des Auto-Fahrens tats├Ąchlich noch etwas dazu lernt, ist das meiste doch alt-bekannt. Oder gar lustig, wie zum Beispiel die Handzeichen als Blinker-Ersatz, das (Licht-) Hupen bevor man zum ├ťberholen ansetzt oder die Fluchtrichtung wenn man mal schnell aus dem liegen gebliebenen Auto auf dem Bahn├╝bergang fl├╝chten muss. Auch Hinweise auf die richtige Vorgehensweise wenn das Auto mal ganz von alleine beschleunigt fehlen nicht.

Bestanden habe ich dann direkt auf Anhieb.

Kurze Frage-Antwort-Stunde zu ein paar Fragen die ich pers├Ânlich immer hatte:

  • Muss man einen internationalen F├╝hrerschein haben?
    Nein. Der ├╝bliche (Euro-)F├╝hrerschein aus Deutschland ist ausreichend.

  • Wie lange darf man mit einem deutschen F├╝hrerschein in den USA Auto fahren?
    Dies ist von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich. In Florida sind es sechs Monate.
  • Muss man alle Pr├╝fungen ablegen wenn man einen F├╝hrerschein in Florida machen m├Âchte?
    Nein. Der Praxistest wird einem erlassen. Theorie-Pr├╝fung sowie der vierst├╝ndige Drug-and-Alcohol-Test sind dennoch erforderlich.
  • Gibt es in den USA ein Rechts-Fahr-Gebot?
    Ja. Man darf lediglich auch rechts ├╝berholen wenn es der Verkehr zul├Ąsst und ausreichend Fahrspuren vorhanden sind.
  • Wieso gibt es gelbe und wei├če Linien?
    Gelb trennt die Verkehrsrichtungen, Wei├č trennt Fahrspuren mit Verkehr in dieselbe Richtung. Durchgezogene Gelbe Linien d├╝rfen gar nicht, Wei├če nur bei Verkehrshindernissen ├╝berquert werden.

2895 Tage zuvor: Heiz-Kosten

Die letzte Rechnung unserer Freunde von FPL hat mich dazu gebracht mal wieder bei Microsofts Hohm rein zuschauen. Und tats├Ąchlich gibt es dort jetzt ein Diagramm, das mich schon ├Âfter interessiert hat:

Die t├Ąglichen Stromkosten in Relation zur Durchschnittstemperatur (wir sind eher am oberen Ende des gr├╝nen Streifens). Allerdings sieht man dort auch sehr sch├Ân, dass wir bereits die monatlichen Stromkosten durchaus dr├╝cken konnten.

2905 Tage zuvor: Ho-Ho... Ho?!

Das Haus leuchtet, der Baum ist geschm├╝ckt und der Kalender f├╝r die Kinder h├Ąngt. Es l├Ąsst sich nicht von der Hand weisen: Weihnachten steht vor der T├╝r. Schon wieder.

Immerhin sind die Geschenke auch schon gekauft.

2907 Tage zuvor: Basel in Miami

Heute haben wir uns nochmal zur Art | Basel | Miami Beach gewagt. Diesmal sind wir auch tats├Ąchlich rein gegangen – wenn auch mit gekauften statt hinterlegten Karten. Aber das macht die Kunst ja nicht schlechter.

Art | Basel | Miami Beach

Unvorbereitet ist es allerdings teilweise doch recht nichts-sagend, nahezu beliebig. Wenn es auch durchaus einige Hingucker gibt. Kurzweilig wird der Besuch aber auf jeden Fall – schlie├člich gibt es wirklich viel Klischee-erf├╝llendes Publikum, das dort herum spaziert.

Update
Evan Penny sei nun wirklich jedem nochmal ans Herz gelegt. Seine Werke beeindrucken selbst als Fotos, die man selbstredend auch im Internet zu sehen bekommt.

2909 Tage zuvor: Ein Erlk├Ânig?

Watson Park, gelegen auf der gleichnamigen Insel, ist eine der sch├Âneren Stellen f├╝r stimmige Fotos. Entweder gegen die Skyline von Miami, den Venetian Causeway oder den Nachts in Neon-Farben angestrahlten Mac Arthur Causeway. Auch bei Werbefotografen weltweit scheint sich dieser Ort einen Namen gemacht zu haben – vornehmlich in der automobilen Welt. Denn hier trifft man des ├Âfteren auf posierende Autos, professionell ausgeleuchtet und somit ins rechte Licht ger├╝ckt.

Heute jedoch bot sich ein etwas ungew├Âhnlicherer Anblick. Nicht nur standen gleich drei Fotografen-Teams an nahezu derselben Stelle, neben einem protzigen Chevy-SUV und einem Lamborghini in Hippie-Bemalung zeigte sich auch ein Audi von seiner besten Seite. Ein – zumindest mir – g├Ąnzlich Unbekannter. Grund genug einmal Paparazzi zu spielen:

Erlk├Ânig?

2989 Tage zuvor: Ein Tag im Museum

Heute im Bass-Museum:

Bring the whole family to the Bass Museum of Art for a fun-filled afternoon of activities. During this educational event, children will be exposed to art exploration and conceptual thinking. They will have the opportunity to express themselves creatively through activities such as rendering, writing, performing, sculpting, and framing, and they will get to meet artist David Lisznia, creator of “Tiny Stories.”

Mutige Sache. Nicht nur so viele Kinder auf einem Haufen in ein Museum zu holen – schon viel eher die Kunstwerke w├Ąhrenddessen auch drin zu lassen. Wobei man durchaus dazu sagen muss, dass es lediglich in zwei kleineren Galerien Kunst im herk├Âmmlichen Sinne gab. Der Gro├čteil der Ausstellung bestand aus Installationen oder Fotografien.

Nun, die oben genannten Tiny Stories waren auch recht am├╝sant zu lesen. Und es gab durchaus einige davon; ├╝ber das gesamte Museumsgel├Ąnde verteilt.

3000 Tage zuvor: Neue Schule, neue Sitten

Letzte Woche hat hier bekanntlich wieder die Schule angefangen. Nach zehn Wochen Ferien darf man wohl ohne Scham sagen: Endlich. Im neuen Schuljahr geht der ├Ąlteste denn auch auf eine neue Schule. Kindergarten nennt sich diese Klasse, ist aber eher mit der Vorschule in Deutschland zu vergleichen – obwohl er auch schon letztes Jahr in die Schule gegangen ist (Vor-Vorschule sozusagen).

Nun ist also Kindergarten angesagt. In einer speziellen Schule, und das bezieht sich nicht nur auf die Schulform. Abgesehen von Hausaufgaben f├╝r die Sch├╝ler gibt es hier auch jede Menge f├╝r die Eltern zu tun. Zum Beispiel jeden Tag mit den Kleinen lesen. Oder freiwillige Hilfsstunden f├╝r die Schule leisten. Bei den Hausaufgaben helfen ist ja selbstverst├Ąndlich, aber man muss sie auch noch Mont├Ąglich im Internet abrufen und ausdrucken – auch wenn ich noch r├Ątsel was daran nun gr├╝n sein soll, denn so wurde es angepriesen. Langweilig machen sie es einem also nicht, die bewusste Einbindung der Eltern in den Lernprozess finde ich jedoch sehr gut.

Und vielleicht k├Ânnen die elterlichen Pflichtstunden f├╝r den Schuldienst ja auch mit der Erstellung einer neuen Webseite abgeleistet werden. Die aktuelle ist ja immerhin schone in paar J├Ąhrchen ├Ąlter…

3036 Tage zuvor: Frequent Power Loss

Thank you for checking on the status of your concern.
We are sorry to hear about any trouble you are having with your power. We are aware of an electric problem in your area.
We have received your report and it has been entered into our system.

Ist ja nicht so, dass man denen das nicht schon Wochen im voraus vorhergesagt hat. Nunja, gebrannt hat es nun ein wenig. Und der Strom ist daf├╝r jetzt ganz weg – inklusive Klimaanlage. Im Hochsommer ist das ja aber nicht weiter wild, wem machen denn die 30┬░C (steigend) im Haus schon was aus? Den Kindern etwa, die gerade in’s Bett gehen? Ach was…!

PS: 19:25h ging der Strom aus, 22:45h sollte er wieder angehen, 0:30 war er dann da. Da will man gar nicht weiter dr├╝ber nachdenken wie lange es dauert bis man nach einem Hurrikan wieder Strom hat.

3056 Tage zuvor: Sorgfalt in den USA

Der hiesige Stromanbieter nennt sich FPL. Das steht eigentlich f├╝r Florida Power & Light Company, wird aber auch gerne mit Frequent Power Loss bezeichnet. Aber das erw├Ąhnte ich ja bereits. Jedenfalls hatte ich mich, bedingt durch diverse Stromschwankungen bei st├╝rmischen Regen in letzter Zeit, aufgemacht einen Baum auf der Webseite von FPL anzuzeigen, der die Stromleitungen ber├╝hrt. Ganz wie dort verlangt.

Heute nun, nach einigen Wochen, kamen dann auch ein paar Herren von FPL vorbei um sich das mal anzuschauen. Mit geschultem Blick konnte die auch gleich (nach circa einer halben Sekunde)erkennen:

Some minor contact. But no fires. I’m not gonna send out a crew for that.

Aha. Gut. Solange das Problem nicht akut ist, ist es also kein Problem. Verstehe. Immerhin hat sein Kollege den Zynismus in meiner Antwort, I guess I will call you then once the tree is on fire, verstanden – er lachte kurz.

3058 Tage zuvor: Hohm

Habe heute meine Einladung zu Microsofts Hohm bekommen. Interessant, was die einem da so sagen. Leider sind keine weltbewegend neuen Erkenntnisse zur Energieverbrauchsreduzierung dabei.

Trotzdem h├╝bsch anzuschauen – wenn ich mir auch nicht recht sicher bin wie akkurat die Berechnungen auf die hiesigen Temperaturen passen.

3071 Tage zuvor: Regenzeit

Die letzten N├Ąchte waren ja – wie erwartet – eher kurz und laut. Heute morgen gegen 6:00h wurde ich denn auch erneut wach. Diesmal allerdings wegen eines Gewitters. Der unsch├Âne Nebeneffekt ein Haus (mit einem noch nicht wieder komplett abgedichteten Dach) zu besitzen ist ja, das man in solchen Situationen schwerlich wieder einschlafen kann. Diesmal war allerdings alles trocken und ich konnte mich beruhigt wieder hinlegen – um eine halbe Stunde sp├Ąter vom Neuank├Âmmling geweckt zu werden.

Mit den Kindern im Auto ging es dann einige Zeit sp├Ąter Richtung Kindergarten. Das Gewitter tobt noch immer und statt der die letzten Tage ├╝blichen 29┬░C waren es auch nur 23┬░C drau├čen. Ganz zu schweigen davon, dass es statt des strahlenden Sonnenscheins ziemlich dunkel war. Unser Weg trug uns auch direkt durch das Zentrum des Gewitters hindurch (Blitz und Donner gleichzeitig ist schon recht beeindruckend). Und wie bereits vor einigen Wochen war South Beach auch heute fr├╝h wieder reichlich ├╝berschwemmt – wenn auch nicht ganz so extrem.

Trotz aller Widrigkeiten sind die Kinder sicher und (fast) trocken abgeliefert. H├Ątte ich die Umst├Ąnde vorher gekannt, w├Ąre ich allerdings eher zu Hause geblieben. Zumal es, kaum das ich dort wieder angekommen war, auch schon wieder im B├╝ro tropft. Also werde ich mich jetzt erst einmal in den Dachstuhl aufmachen – Eimer zurecht r├╝cken…

Kennt vielleicht jemand einen Dachdecker, der sich f├╝r einen kostenlosen Flug samt Kost & Logis mit US-amerikanischer Dacharchitektur besch├Ąftigen will?

3079 Tage zuvor: Temperatursturz

Interessant ist es ja schon, was das Wetter hierzulande so treibt. Die letzten Tage schon zieht eine Hitzewelle ├╝ber S├╝d-Florida hinweg – wodurch heute wohl auch ein neuer Temperatur-Rekord aufgestellt wird. Gestern jedenfalls auf dem Weg von Sawgrass gen Heimat gab es ein kleines Unwetter direkt ├╝ber der Autobahn. Anfangs waren es dr├╝ckend hei├če 94┬░F (34,4┬░C), in der Mitte des Unwetters waren es dann nur noch 71┬░F (21,6┬░C). Da darf es dann auch zurecht mal reichlich windig und sehr regnerisch werden. Allerdings war es mit vielleicht 4km Durchmesser auch nicht sehr gro├č – und am andere Ende war es wieder genauso hei├č wie am Anfang.

3122 Tage zuvor: Br├╝cken-Bewohner

Letzte Woche noch dr├╝ber geredet und heute schon auf der Titelseite: A life of tension, fear for sexual predators living under Miami bridge. Manchmal schon ein wenig merkw├╝rdig, solche Zuf├Ąlle. Erschreckend allerdings finde ich, dass mittlerweile so viele Leute dort leben – vor gut zwei Jahren ist der erste dort zwangs-angesiedelt worden, wenn ich mich recht entsinne.

Dazu f├Ąllt mir immer wieder ein reichlich abgenutztes Zitat ein: Man messe eine Gesellschaft daran, wie sie mit ihren schw├Ąchsten Gliedern umgeht.

3128 Tage zuvor: Mach's gut...

Die Ausbeute des sieben-t├Ągigen Besuchs des Herrn P.: 596 Fotos (2.95GB), zweifacher Sonnenbrand, etliche Auto-Kilometer und ein f├╝r meinen Hauttyp g├Ąnzlich ungew├Âhnlicher Br├Ąunungsgrad.

Lustig war’s. Nun muss ich mich nur noch durch den Berg an Roh-Fotos w├╝hlen…

3144 Tage zuvor: Kabelsalat

Willkommen in den USA, der einzig verbliebenen Supermacht dieser Welt.

3145 Tage zuvor: Quack-Quack

Es gibt hier in Miami Beach so eine Tourie-Tour namens Duck Tours. Sie ist toll, sagt man. Und lohnenswert, sagt man. Allein, wir hatten bis dato immer ung├╝nstige Umst├Ąnde: Keine freien Parkpl├Ątze, zu flaches Wasser, keine freien Tickets, zu sp├Ątes Ankommen durch Stau und (mein Favorit) eine kaputte Batterie am entsprechenden Bus/Schiff. Doch heute war alles anders: Es ging los!

Ohne zu viel zu verraten (der ein oder andere Leser will die Tour ja vielleicht auch mal mitmachen) sei gesagt, dass diese schrillen Leutchen einen nicht nur unterhalten, sondern einem auch echt eine Menge zu erz├Ąhlen haben. Der 90 Minuten w├Ąhrend Ausflug zu Lande und zu Wasser verging so auch wie im Fluge. Und dazugelernt habe ich auch noch was: Auf Star Island) habe ich ein paar durchaus bekannte Nachbarn!

3155 Tage zuvor: Nur in Amerika...

Szene letztens bei einer hiesigen Burger-Bratbude.

Ich trete durch die T├╝r, wei├č genau was ich will und m├Âchte es nur schnell einpacken. Vor mir stehen eine Familie an der ersten Kasse, eine Frau mit Kind an der zweiten. An der dritten steht ein leicht genervt wirkender Mann, der mich abf├Ąllig mustert. Abseits davon eine Gruppe von vier Leuten – um die Ende zwanzig, zwei davon stark t├Ątowiert, einer mit kahl-geschorenem Sch├Ądel – sich intensiv unterhaltend.

Auf eine schnelle Erf├╝llung meines Wunsches hoffend steht ich das Men├╝-lesend mitten im Raum, wandere ein wenig von links nach rechts. Wei├č nicht genau ob ich mich einfach hinter einer Kasse einreihen soll, oder ob die Schlange vielleicht f├╝r alle Kassen gleichzeitig ist. Der Mann von Kasse drei schaut mich weiterhin skeptisch an. Denkt er, ich will mich vor dr├Ąngeln?

Aus Richtung der Toiletten kommt ein Mann mir entgegen. Sich seine H├Ąnde an den Jeans abwischend. Der Frau an Kasse zwei, direkt vor mir stehen, fallen die Autoschl├╝ssel aus der Hand. Mit seinen vermutlich noch feuchten H├Ąnden hebt der Mann ihr die Schl├╝ssel auf – hoffentlich hat er sich die H├Ąnde gewaschen – um sich anschlie├čend hinter mir in die Schlange einzureihen. Jetzt ist es also eine Warteschlange.

Warten… den Mitarbeitern hierzulande kann man sprichw├Ârtlich im laufen die Schuhe besohlen. Eigentlich sollte hier, im Mutterland des goldenen M, doch alles viel schneller, effizienter laufen? Nichts passiert hier, alles ist ruhig. Jeder Burger wird einzeln nach Bestellung zusammengebaut. Mit vor gebratenen und warmgehaltenen Patties. Ich schaue auf die Uhr: f├╝nf Minuten vor halb.

Die Familie an Kasse Eins bekommt ihr Essen. Alles genau nachz├Ąhlend und Ketchup-verlangend (den gibt es dr├╝ben, bei den Servietten). Der Mitarbeiter hinter der Kasse, nennen wir ihn Chris, schreitet anschlie├čend in Richtung Toiletten davon. Die Frau mit Kind an Kasse Zwei scheint ihre Bestellung gerade zum dritten Mal zu wiederholen. Der Mann an Kasse Drei schaut genervt zur Decke. Ich drehe mich um: Hinter mir steht der Mann aus der Toilette und noch ein anderer Kunde, der sich gerade eben hinten in der Schlange eingereiht hat. Ein Blick auf die Uhr: kurz vor halb.

Kasse Nummer Zwei piept best├Ątigend. Die Bestellung scheint endlich akzeptiert worden zu sein. Die Mitarbeiterin hinter der Kasse, nennen wir sie Concha, dreht sich um, irritiert? Verirrt? Verwirrt! Sie geht, gem├╝tlich, zu den fertigen Burgern hinter ihr – immerhin ein guter Meter weit weg – und packt ein paar Dinge zusammen. Nachz├Ąhlend. Sorgf├Ąltig. Nach jedem kleinen Burger auf den Bestellzettel schauend. Schlie├člich faltet sie die T├╝te zusammen und geht zur├╝ck zu ihrer Kasse. Dort einmal angelangt ├Âffnet sie die T├╝te wieder und steckt einen Berg Servietten in die T├╝te, die sie daraufhin wieder sorgf├Ąltig zusammenfaltet. Nun, da sie ihre gedankliche Checkliste offenbar abgehakt hat, macht sie sich auf zu Kasse Drei – dem wartenden Mann, der ihr allerdings schon entgegeneilt und schlie├člich die T├╝te, mehr oder minder, aus der Hand rei├čt. Er ist zur T├╝r hinaus bevor Concha ihre Kasse wieder erreicht hat.

Chris von Kasse Eins kommt zur├╝ck. Z├╝gigen Schrittes. Sich auf seine Kasse st├╝tzend schaut er abwesend in meine Richtung und sagt: Next please. Mein Bein zuckt kurz, bevor ich zu der Gruppe neben mir schaue. Ich schaue dem mir am n├Ąchsten stehenden an und winke mit der Hand in Richtung Kasse. Ein freundliches Thank You sagend schreitet die Gruppe an mir vorbei in Richtung des wartenden Mitarbeiters. Ob sie auch so freundlich gewesen w├Ąren, h├Ątte ich mich einfach an die Kasse gestellt? Mein Blick geht Richtung Kasse Zwei: Concha studiert die Bestellung der Frau mit Kind auf ihrem Monitor. Ich schaue auf die Uhr: Kurz nach halb.

Eine T├╝r rechts von mir ├Âffnet sich. Eine ├Ąltere Dame, gesch├Ątzte 80, betritt den Laden. Grinsend. Hinter ihr kommt, langsamen Schrittes, ein noch ├Ąlterer Herr hinterher. Die Dame schreitet an mir vorbei, stellt sich, ein wenig Abstand haltend, direkt hinter die Kasse eins. Die will sich doch vor dr├Ąngeln! Aber… ├Ąltere Menschen stehen in den USA ja sozusagen unter Artenschutz. Darf man da was sagen? Ist es in diese Kultur nicht sogar vielleicht verankert, dass ├Ąlteren Menschen immer Vorrang gew├Ąhrt wird? Schlie├člich gibt es ja auch an allen noch so kleinen Gesch├Ąften Behindertenparkpl├Ątze – und gegen die auf den Mutter-Kind-Parkpl├Ątzen parkenden Rentner sagt ja schlie├člich auch niemand was. Was soll ich tun? Die Gruppe an Kasse Eins hat die Bestellung zusammengestellt – laut hin und her-rufend, denn die eine H├Ąlfte sitzt bereits ein einem Tisch etwas abseits.

An Kasse Zwei ist Concha mittlerweile dazu ├╝bergangen die Burger langsam, aber sorgf├Ąltig, auf ein Tablett zu betten. Jeden einzeln. W├Ąhrend das Kind sich bereits durch die Happy-Meal-T├╝te w├╝hlt. Nachz├Ąhlend fordert die Mutter noch Mayo und Ketchup – gibt’s da hinten bei den Servietten. W├Ąhrenddessen stapeln sich bereits die ersten Burgen auf dem Tablett an Kasse Eins. Irgendeine Ger├Ątschaft beginnt lautstark piepend um Aufmerksamkeit zu schreien. Chris wirbelt, die Burger auf dem Tablett immer h├Âher stapelnd w├Ąhrend Concha die Mutter anl├Ąchelt, darauf wartend ihr S├Ątzlein auf zusagen: Next please. Damit meint sie mich. Gut, denn an dieser Kasse steht die alte Dame gewiss nicht an.

Erleichtert gebe ich meine Bestellung auf. Four Cheseburgers please. That’s all?, fragt Concha. That’s all. In dem Moment sagt Chris: Next please. Der Toiletten-Mann begibt sich raschen Fu├čes an Kasse Eins, die ├Ąltere, grinsende Dame bewusst ignorierend. In dem Moment sehe ich, dass sich mittlerweile eine recht ansehnliche Schlange aufgestaut hat. Acht, vielleicht zehn Leute stehen dort aufgereiht – in einer einzigen Schlange, die die rechte H├Ąlfte der T├╝ren versperrt. Concha murmelt hinter mir etwas. Ich drehe mich um. Sie meinte wohl, dass es ein wenig dauern wird. Ich trete zur Seite, f├╝r den n├Ąchsten Kunden Platz machend.

Im selben Moment tritt auch der Toiletten-Mann zur Seite. An Kasse Eins beginnt die ├Ąltere Dame, die sich in der Zwischenzeit direkt hinter dem Toiletten-Mann aufgebaut hatte, ihre Bestellung los zu plappern, w├Ąhrend an Kasse Zwei der n├Ąchste Kunde neben mir seine Bestellung in schnellen Worten aufgibt: Irgendein Special, das Concha nicht gel├Ąufig ist. Er gestikuliert in Richtung des Men├╝s und Concha schaut, mit einem leichten Anflug von Panik in den Augen, zu Chris hin├╝ber.

W├Ąhrenddessen gleitet mein Blick zu der Schlange hin├╝ber. Die Frau, die eigentlich jetzt an Chris’ Kasse stehen w├╝rde, sch├╝ttelt ungl├Ąubig den Kopf. Mehrere andere Kunden stehen ebenfalls merklich emp├Ârt an ihrem Platz in der Schlange. Die ├Ąltere Dame ├╝berl├Ąsst dem mittlerweile an Kasse Eins angelangtem ├Ąlteren Herrn den Schauplatz und geht, langsamen Schrittes mit einem best├Ąndigen Grinsen auf dem Gesicht, an der Schlange entlang. Als sie den Gesichtsausdruck der Leute sieht, sagt sie, f├╝r jeden gut h├Ârbar: I took my chances und grinst noch breiter. Sie scheint das wohl als besonders clever zu empfinden. Der Blick der in der Schlange stehenden Leute wird noch finsterer. Mir ein Grinsen nicht verkneifen k├Ânnend drehe ich mich zur├╝ck zu Concha und ihrem Problemkunden.

Der Kunde hat mittlerweile seine Sprechgeschwindigkeit an Conchas Arbeitstempo angen├Ąhert. Und auch wenn man von Conchas Gemurmel nichts verstehen kann, scheint es das gew├╝nschte Special wohl nicht mehr zu geben. Mit lauten und f├╝r seinen starken US-Slang deutlichen gesprochenen Worten formuliert der Problemkunde seinen Altnertiv-Wunsch – das eine Diskussion ├╝ber das werben mit Specials und deren Verf├╝gbarkeit bei Concha zu nichts f├╝hrt, hat er wohl von vornherein verstanden. W├Ąhrenddessen schleppt Chris eine Eist├╝te mit einem viel zu gro├čen Berg Softeis darauf an Kasse Eins, wo der ├Ąltere Herr bereits wartet. Ich schaue auf die Uhr: Fast zehn Minuten nach halb.

An Kasse Eins bekommt der Toiletten-Mann gerade seine einget├╝tete Bestellung in die Hand gedr├╝ckt als Concha die Bestellung ihres Problemkunden erfolgreich in die Kasse getippet hat. Die von der ├Ąlteren Dame ├╝bersprungene Frau hechtet sofort an Chris’ Kasse und plappert los. W├Ąhrend ich noch so ├╝berlege wie viel weniger der Toiletten-Mann wohl bestellt haben k├Ânnte das seine Bestellung noch vor meiner fertig ist, sehe ich auch schon Concha an der Burger-Theke stehen. Chesseburger-abz├Ąhlend und sie behutsam in einer T├╝te ablegend. Sie macht das so ├╝bersichtlich, dass ich keinerlei Probleme habe mit zu z├Ąhlen – nicht das man an ihrer Genauigkeit zweifeln k├Ânnte. Und w├Ąhrend sie dann mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck zu mir her├╝ber schlurft, beginne ich zu ├╝berlegen wann meine Parkzeit an der Parkuhr wohl abgelaufen gewesen sein k├Ânnte. Ich hatte, in Ermangelung kleinerer M├╝nzen, einen Viertel-Dollar eingeworfen. Zw├Âlf Minuten Parkzeit fand ich sehr ├╝bertrieben f├╝r eine kleine Bestellung in einem Fast-Foor-Restaurant.

3172 Tage zuvor: Hei├čes Miami

War heute mal bei den Miami Heat zu Gast und muss sagen, dass die dort schon eine recht ansehnliche Show abliefern. Allerdings haupts├Ąchlich das drumherum. Das Spiel als solches war zwar auch – im wahrsten Sinne des Wortes – spektakul├Ąr, aber ├╝ber lange Strecken auch doch sehr langatmig (eine Minute Spielzeit steht locker zwei Minuten Wartezeit gegen├╝ber) und eint├Ânig (au├čer Let’s go Heat! und De-fense gab es gar keine Sprechch├Âre). Mit einem Fu├čballspiel im heimischen Deutschland ist es so gar nicht vergleichbar.

Miami Heat vs Utah Jazz

Angefangen hat es schon mit einer halb-leeren Arena. Das die Heat gerade nicht die besten Spiele abliefern sollen, wurde mir ja bereits gesagt. Aber mit solch einem geringen Andrang h├Ątte ich dann doch nicht gerechnet. Trotz der recht niedrigen Ticket-Preise. Dementsprechend war die Stimmung das ganze erste Viertel hindurch denn auch eher ruhig. Allerdings hat sich das im Laufe des Spiel dann relativiert. Mag auch an der vornehmlichen Anwesenheit der Latinos und deren speziellem Zeitgef├╝hl liegen.

Als das vierte Viertel sich dann dem Ende neigte, wurde es aber doch noch spannend – und laut. Nach einigem hin- und her (das ich so gar nicht erwartet h├Ątte), gab es dann doch noch einen Ausgleich. Und damit eine Verl├Ąngerung. Die ging dann wieder gr├Â├čtenteils unspektakul├Ąr ├╝ber die B├╝hne, bis es in die letzte Minute der Verl├Ąngerung ging. ├ťberraschend wieder ein Ausgleich durch die Heimmannschaft: Verl├Ąngerung Nummer Zwei konnte beginnen. Die verlief genauso wie die erste und so ging es denn auch direkt in die dritte Verl├Ąngerung – die dann gl├╝cklicher Weise endlich ein Team f├╝r sich entscheiden konnte. Und so trennte man sich nach gut und gern dreieinhalb Stunden mit 140 zu 129 Punkten.

3223 Tage zuvor: Gem├╝tlichkeit

18┬░C waren es heute morgen. Drinnen, wohlgemerkt. Drau├čen hatte es frostige 6┬░C. Verweichlicht, wie man mittlerweile ist, kam man mit dem frieren gar nicht mehr hinterher. Nachdem die Sonne nun weg ist und die Temperaturen dennoch nicht sp├╝rbar geklettert sind, war es dann an der Zeit die Heizung einzuschalten. Wie ich feststellen muss, ist das durchaus eine gem├╝tliche Sache: Drinnen warm, drau├čen kalt. Dazu ein paar Lebkuchen und Wollsocken. Fehlt nur noch der Schnee…

3252 Tage zuvor: Ho Ho Ho!

Wer findet den Fehler?

Stromausf├Ąlle sollte man ja gewohnt sein. Der heutige Knall kam dann doch ein wenig ├╝berraschend.- und vor allem ungelegen. Dennoch, trotz des gekonnten Anschlags auf die Zubereitung des vier-g├Ąngigen Weihnachts-Schmaus’ konnte es das festliche Essen nicht verderben – Grill sei Dank.

3378 Tage zuvor: Ausgest├╝rmt

Fay ist also weiter gezogen und in Miami geht heute wieder alles seinen gewohnten Gang. Mitbekommen hat man hier, circa 160km vom eigentlichen Sturm entfernt, lediglich die Ausl├Ąufer: Periodisch starker Regen und teils heftige Windb├Âen. Alles in allem war es aber recht ruhig.

Fay

F├╝r Strand-Sport war es dennoch viel zu windig. Ein gewisser Kite-Surfer wird diese Meinung nun, vom seinem Krankenhausbett aus, vermutlich teilen (ab Minute 4:04):

3381 Tage zuvor: Gestatten, Fay

Allj├Ąhrlich, von Juni bis November, herrscht Hurricane Season im gesamten Gebiet. Momentan bahnt sich auch der erste – mit dem recht h├╝bschen Namen Fay – seinen Weg in unsere Richtung.

Fay

Da verwundert es nicht weiter, dass sich die lokalen Medien darauf konzentrieren. Und der morgige erste Schultag in S├╝d-Florida f├Ąllt damit, wortw├Ârtlich, auch ins Wasser.

3398 Tage zuvor: Slava und der Schnee

So, das war des ber├╝hmten Slava’s Snow Show. Seit einigen Tagen wird man hier nunmehr mit Werbung f├╝r eben jene Show bombardiert. Gestern sind wir dann selbst mal vorbeigeschneit.

Slava's Snow Show

Eine wirklich kurzweilige, am├╝sante und vor allem farbenpr├Ąchtige Show. Und tats├Ąchlich kam sogar im schw├╝l-warmen Miami eine Gef├╝hl von Winter auf – dank zig-tausender, umher wirbelnder Papier-Schnippseln. Allerdings ist der Clown nicht unbedingt f├╝r Kinder geeignet, wie auch schon der Herald zu berichten wusste, denn mitunter wird es f├╝r die Kleinsten doch ein wenig unheimlich. Zumal, soviel sei verraten, der Clown stirbt. Mehrmals. Ausgiebig.

3405 Tage zuvor: Eingebrochen

  • Vom Eigenheim in zehn Minuten zum Strand gehen: Viele Tausend Dollar.
  • Mit den Kindern am Strand spielen und im Wasser planschen: Gratis.
  • Beim Schwimmen im Meer den Hausschl├╝ssel verlieren: $ 250,-

Nicht eingerechnet sind der Autoschl├╝ssel ($ 135,-) und die Fernbedienung f├╝r die Alarmanlage. Immerhin kam der Schl├╝sseldienst recht z├╝gig. So hat es sich wenigstens gelohnt, dass wir vor knapp zwei Wochen einen zweiten Autoschl├╝ssel haben anfertigen lassen.

3414 Tage zuvor: Dunkel wars...

Mit einem lauten Knall verabschiedete sich der Strom gegen 12:00h heute Mittag. Irgendwo da drau├čen war der Blitz eingeschlagen – und hat dabei eine Stromleitung ausgeknipst. An sich nichts ungew├Âhnliches, allerdings ist es in diesem Jahr schon das zweite Mal passiert. Kleinere Stromausf├Ąlle oder -Schwankungen ganz au├čen vor gelassen. Dabei habe ich heute gelernt, dass es hierzulande sogar eine Hotline daf├╝r gibt. Einmal dort angerufen und den Vorfall gemeldet wird man in die Reparatur-Warteschlange eingereiht und erf├Ąhrt eine voraussichtliche Uhrzeit, zu der der Strom wieder da sein soll.

Auszug aus der Online-Meldung:

We have identified a power problem affecting your location. The problem is with a main line and affects 103 customers. We have dispatched a power restoration specialist to investigate and restore your power. We are pleased to report that restoration of your service will be earlier than originally anticipated. We are working to have your power back by 07/15/2008 at 04:00 PM.

Gedauert hat es dann allerdings bis 17:00h. Aber immerhin wei├č ich jetzt, dass meine USV gut und gern eine Stunde durchhalten – und die Internet-Verbindung scheinbar keinen Strom ben├Âtigt.

3539 Tage zuvor: Blaulicht im R├╝ckspiegel

Langsam, geradezu bed├Ąchtig, zog er sich die Handschuhe aus und legte den Helm auf seinem Motorrad ab. Die Sonnenbrille zurecht-r├╝ckend ging er auf mich zu. You’ve been a little late on that light sagte der Officer zu mir, womit er – das muss ich unverhohlen zugeben – durchaus Recht hatte. W├Ąhrend ich noch nach meinem F├╝hrerschein kramte, schaute er auf die R├╝ckbank des Autos, wo das Baby freundlich mit den Armen fuchtelte. Gerade als er mit den Zulassungspapieren und meinem F├╝hrerschein zur├╝ck zu seinem Motorrad gehen wollte, viel ihm auf das er einen europ├Ąischen F├╝hrerschein in den H├Ąnden hielt. Da ich keinen US-F├╝hrerschein besitze, gab er mir alles zur├╝ck und lie├č uns mit dem Worten You not gonna do that again, right weiterfahren.

3556 Tage zuvor: Das h├Ąsslichste Tier der Welt?

In meinen Augen nicht. Aber h├╝bsch anzusehen ist so ein Opossum sicherlich auch nicht. Immerhin fallen sie keine Menschen heimt├╝ckisch aus dem Hinterhalt an – jedenfalls noch nicht – sondern begn├╝gen sich damit das Au├čenlicht des Hauses mit Hilfe des Bewegungssensors einzuschalten.

3581 Tage zuvor: Peek-a-boo!

Nur kurz soviel: Der Schreibtisch ist aufgebaut, der Rechner zusammen geschraubt und das Internet ist auch schon da. Also alles bestens.

Mila auf dem Schreibtisch

In den n├Ąchsten Tagen (oder Wochen) werde ich mich dann mal daran machen die aufgestauten Mails abzuarbeiten.

3622 Tage zuvor: Krimi ohne Mimi

Das Telefon klingelt aufgeregt. Die Frau ruft an. Bevor das Gespr├Ąch angenommen wird, f├Ąllt der Blick auf das Symbol f├╝r verpasste Anrufe. Es scheint nicht zum ersten Mal zu klingeln. Die Worten flie├čen schnell, mit einem leicht entsetzt geschockten Unterton. “Ausgeraubt” kommt darin vor. Und “K├╝che”. Von der Polizei ist die Rede. Und einem dreisten Handwerker. Doch was ist geschehen? Mit ein wenig Abstand l├Ąsst sich folgendes rekonstruieren.

Es ist Samstag-Abend und der Nachbar unseres neuen Hauses feiert eine Party. Bis in die Nacht hinein, f├╝nf oder sechs Uhr morgens. Nachdem die Party vorbei ist, versperrt er seine T├╝ren – ihm f├Ąllt auf unserem Grundst├╝ck nichts weiter auf. Am n├Ąchsten Morgen (oder eher Mittag) jedoch f├Ąllt ihm auf, dass die Hintert├╝r unseres Hauses aufsteht. Er denkt sich dabei jedoch nichts weiter.

Sonntag-Nachmittags dann statten Bekannte von uns unserem Haus den t├Ąglichen Besuch ab um nach zuschauen ob alles in Ordnung ist. Ist es nicht. Die T├╝ren sind nicht mehr verschlossen und in der K├╝che fehlen s├Ąmtliche Ger├Ąte: Herd, Mikrowelle, Geschirrsp├╝ler und K├╝hlschrank sind ordentlich ausgebaut worden und verschwunden. An ihrer statt klaffen jetzt offene L├╝cken in der K├╝che. Allein der Ofen ist noch da – vermutlich wusste jemand nicht wie man den ausbauen muss. Ein Koffer aus einem der Schlafzimmer fehlt ebenfalls.

Als die Polizei eintrifft ist es schon Abend. Genauer untersuchen wollen sie den Vorfall jedoch nicht; weil die Hausbesitzer nicht da sind. Sie schauen sich jedoch die T├╝ren an und sagen, dass niemand eingebrochen sei – zwar finden sich Spuren eines Brecheisens an der Hintert├╝r, damit sei sie jedoch nicht ge├Âffnet worden. Der Einbrecher muss demnach einen Schl├╝ssel gehabt haben. Und da er sich die Zeit genommen hat die K├╝chenger├Ąte sorgf├Ąltig auszubauen und den K├╝hlschrank, der ohne ihn anzuheben und zu kippen gar nicht aus der K├╝che heraus gewuchtet werden kann, mitzunehmen, muss er auch gewusst haben das wir l├Ąngere Zeit nicht da sein w├╝rden.

Montag-Nachmittags in Deutschland. Meine Frau bekommt den Anruf von unseren Bekannten das bei uns eingebrochen wurde. Wer alles einen Schl├╝ssel h├Ątte, wird sie gefragt. Die Antwort: Unsere Bekannten selbst, die nach dem Haus schauen sollen, und der Handwerker, der das Dach reparieren soll. Niemand sonst, da wir die Schl├Âsser erst vor zwei Wochen haben austauschen lassen. Der Handwerker wird angerufen.

Er sagt zu unserem Bekannten, er sei in dem Haus gewesen um sich alles noch mal anzuschauen. Das Eingebrochen wurde scheint ihn nicht zu wundern. Das er nicht wieder zur├╝ckkommen braucht um das Dach zu machen auch nicht. Au├čerdem meint er, dass es dann wohl der Vormieter war, der ja schlie├člich auch noch einige Sachen im Wohnzimmer stehen habe. Der Vormieter hat jedoch gar keinen Schl├╝ssel mehr – zumal die Schl├Âsser in der Zwischenzeit ausgetauscht wurden. Ein Anruf beim Cousin des Handwerkers (jemand, der mit meiner Frau zusammenarbeitet und auch den Kontakt hergestellt hat) l├Âste Entsetzen aus. Ihm (dem Cousin) wiederum wurde gesagt, dass er (der Handwerker) noch gar nicht wieder in dem Haus gewesen sei.

Anschlie├čend haben wir noch die Polizei in Miami angerufen. Die Crime Scene Investigation Unit (ja, das ist der CSI-Miami) ist daraufhin zu unserem Haus gefahren, hat jedoch nichts weiter feststellen k├Ânnen. Ein Detective wird sich der Sache jetzt annehmen.

3629 Tage zuvor: Verpasst

Der Kunst-Spiegel nannte sie einmal die dekadenteste Kunstmesse der Welt. Grund genug, wie ich dachte, es mir selbst anzuschauen. Zumal ich ohnehin vor Ort war. Die Rede ist von der Art Basel Miami Beach, die letzte Woche stattgefunden hat. Leider war unsere Zeitplanung in den Tagen vor dem Flug nach Deutschland dann doch ein wenig zu straff f├╝r einen pers├Ânlichen Besuch. Doch wozu gibt es das Internet samt passender Artikel?

Modified Social Bench

Man hat ├╝brigens auch ohne selbst auf die Messe gegangen zu sein einiges sehen k├Ânnen. Denn nicht nur das Design District strotzt mit Ausstellungen w├Ąhrend der vier Tage dauernden Belagerung des Convention Centers. Auch Miami Beach selbst wird in dieser Zeit mit Dutzenden von Kunstobjekten an nahezu allen Stra├čenecken voll-gestopft.

3649 Tage zuvor: Danke?

Gestern wurde hier also dieses Thanksgiving begangen. Wie man bereits aus einschl├Ągigen TV-Serien wei├č, hat das jedoch nicht wirklich etwas mit einem deutschem Erntedankfest zu tun. Der gemeine Amerikaner sieht es als traditionellen Tag der Familie an und scheut weder Kosten noch M├╝hen um eben diesen Tag genau dort zu verbringen. Daher ist das Wochenende vor Thanksgiving auch das, mit dem h├Âchsten Reiseaufkommen in den USA. Abgesehen vom R├╝ckreisewochenende danach jedenfalls. Aber dar├╝ber hinaus werden auch gerne jede Menge andere Leute zu den eigenen Feierlichkeiten eingeladen. Und so fanden wir uns denn auch bei uns total unbekannten Leuten wieder (die Schwester des Freundes eines Bekannten) um dort herzlichst begr├╝├čt und ausgiebigst bewirtet zu werden. Mit Truthahn selbstredend. Vier an der Zahl. War sehr freundschaftlich und ├╝beraus s├Ąttigend zugleich.

Am Freitag nach Thanksgiving (dem sogenannten Black-Friday) beginnt hier ├╝brigens die Weihnachts-Geschenke-Kauf-Saison. Also wesentlich sp├Ąter als in Deutschland. Damit auch niemand das Einkaufen vergisst, wird dazu im Vorfeld bereits kr├Ąftig die Werbetrommel f├╝r Unmengen an Rabattaktionen und Sonderpreisen ger├╝hrt. Da derartige Sparaktionen hier immer ankommen wie der Sommerschlussverkauf bei C&A in Oer-Erkenschwick werden die L├Ąden denn auch bereits um 5:00h ge├Âffnet. Morgens, wohlgemerkt. Allerdings lassen sich die bereits vom SSV bekannten Bilder dadurch dennoch nicht vermeiden.

3661 Tage zuvor: Nachwuchs!

Nachdem ich am Donnerstag trotz aller Widrigkeiten (Details folgen sp├Ąter) endlich in Miami angekommen bin, haben wir auch keinerlei Zeit verloren: Freitag-Nachmittag ging es in’s Krankenhaus und gestern um 17:59h Ortszeit (23:59h in Deutschland) war es dann so weit: Mila Leonia war da! Mutter und Kind sind wohlauf – und meine Eltern noch lange genug vor Ort gewesen um einen kurzen Blick auf ihre Enkelin werfen zu k├Ânnen.

3663 Tage zuvor: Reisewirren

Nachdem der Flug in der letzten Woche bereits ausgefallen ist, sollte es am Donnerstag also endlich losgehen. Mit einem Ersatz-Reisepass bewaffnet ging es morgens also los zum Hannoverschen Flughafen. ├ťbrigens einer der angenehmeren auf der Welt, wie ich den Tag mal wieder feststellt durfte ÔÇô klein genug um gem├╝tlich und gem├Ąchlich alles angehen zu k├Ânnen, aber dabei gro├č genug um bequem ├╝berall hinzukommen. So st├Ârte es mich auch nicht weiter, dass ich bereits zwei Stunden vor Abflug da sein sollte.

Im Gegenteil: Einmal angekommen und zum Check-In durchgek├Ąmpft stellte ich recht schnell fest, dass es sogar eine gute Idee war sehr fr├╝hzeitig aufzubrechen. Die Lufthansa hat an dem Tag wohl eine neue Software f├╝r den Check-In freigeschaltet und so kam es, dass die Mitarbeiter ein wenig umst├Ąndlich vorgingen und dabei von ÔÇô scheinbaren ÔÇô Support-Leuten beobachtet wurden. Leider verhalf mir diese Unterst├╝tzung auch nicht zu meinem Ticket von Z├╝rich nach Miami: Man k├Ânne mir leider nur das Ticket von Hannover nach Z├╝rich ausgeben, da die Swiss auf dem Ticket des Anschlussflugs ein Sperrkennzeichen gesetzt habe. Und so durfte ich dann ohne weiterf├╝hrendes Ticket zun├Ąchst nach Z├╝rich starten.

Einmal dort angekommen hatte ich denn auch schon zwanzig Minuten Versp├Ątung. Bei gerade einmal 90 Minuten Umsteigezeit kamen hier schon erste Stress-Symptome auf. Immerhin brauchte ich mich nicht um mein Gep├Ąck k├╝mmern und konnte direkt den ersten Swiss-Schalter ansteuern um dort mein Ticket f├╝r den Weiterflug abzuholen. Zu meiner Zufriedenheit gab es dort auch keinerlei Schlangen und ich konnte z├╝gig meinem Begehren Ausdruck verleihen. Und zwar vornehmlich der 15-j├Ąhrigen Tochter einer Swiss-Angestellten. An diesem Tag war offensichtlich Mutter-Kind-Tag in der Schweiz und alles wimmelte von kleinen Kindern die ihrer Mutter bei ihrer t├Ąglichen Arbeit ├╝ber die Schulter schauten und tatkr├Ąftig mit halfen. So knuffig das auch ist, trug es leider nicht zur Beruhigung meiner Nerven bei. Eher im Gegenteil. Doch hier sollte alles schnell und vor allem glatt gehen: Nachdem mein Reisepass eingegeben (manuell, weil der Scanner nicht funktionierte) und mein Ticket gefunden war, musste nur noch fix das Ticket ausgedruckt werden (an einem anderen Platz, weil der Drucker scheinbar nicht ging). Bewaffnet mit diesem Ticket raste ich nun in Richtung Gate ÔÇô bei Transatlantik-Fl├╝gen gibt es schlie├člich seit einiger Zeit immer einen zweiten Security-Check, durch den ich auch erstmal noch durch musste.

Bei eben jenem zweiten Check angekommen musste ich mich brav in der Schlange einreihen ÔÇô obwohl laut Ticket die Check-In Zeit bereits abgelaufen war und das Boarding schon begonnen hatte. In etwa zu dieser Zeit viel mir dann auch auf, dass auf dem Ticket der falsche Name stand! Scheinbar hat die Dame beim Schalter das falsche Ticket ausgedruckt. Aber immerhin war es derselbe Flug, so das ich durch den Sicherheits-Check problemlos durchkommen konnte. Endlich am Gate angekommen machte ich die Damen dort auf das Versehen aufmerksam. Mit einer gewissen Bleiche im Gesicht nahmen sie mir z├╝gig mein Ticket ab und druckten mir ein neues ÔÇô meines ÔÇô aus. Leider wollten sie mich damit immer noch nicht an Bord lassen, denn das Ticket war nicht freigegeben. Ich sollte damit doch bitte zum Transferschalter in der Mitte der Halle gehen. Gehen ist gut, denn in diesem Fall gingen die ersten Passagiere schon an Bord und in 30 Minuten sollte der Flug starten. Ich rannte also zu eben jenem Transfer-Schalter und trug mein Anliegen erneut vor ÔÇô zum dritten Mal.

Hier stellte sich dann heraus, dass das Ticket in der Woche zuvor von der Lufthansa-Hotline scheinbar nicht korrekt umgebucht wurde. Zwar hatte ich einen Sitzplatz reserviert und war auf dem Flug gelistet, das Ticket jedoch war angeblich nicht bezahlt worden. In diesem Moment war ich, nach Hannover, das zweite Mal ziemlich sauer auf die mangelnde Swiss-Lufthansa-Kooperation und brachte das, f├╝r mein Gef├╝hl noch recht gem├Ą├čigt, auch zum Ausdruck. Die Damen dort zeigten Verst├Ąndnis und entlie├čen mich, 15 Minuten vor Abflug, mit dem bereits zuvor gedruckten Ticket wieder Richtung Gate. ├ťber die Zahlungsfragen w├╝rde man sich sp├Ąter k├╝mmern, ich solle erst einmal den Flug antreten. Das war denn auch die erste positive Nachricht des Tages und als ich dann f├╝nf Minuten f├╝r Abflugtermin im Flugzeug sa├č, wurde ich auch wieder entspannter und konnte den durchaus angenehmen Service der Swiss-Stewardessen die gesamten elf Stunden lang genie├čen.

In den USA hingegen lief alles glatt: Es war zwar ziemlich voll, aber der Mann vom Department of Homeland Security war die Freundlichkeit und Person und hatte sogar einen Witz auf den lockeren Lippen. Mal schauen, was auf der Kreditkartenabrechnung stehen wird…

3708 Tage zuvor: Exportweltmeister

Gestern bin ich mal durch den Gang mit Bier im hiesigen Supermarkt geschlendert. Dabei ist einem regelrecht ins Auge gesprungen, was Deutschland trotz China-Boom immer noch einzigartig macht: Bier. Neben Beck’s, dass angeblich das meist-importierte Bier in den USA ist (zugegeben mittlerweile eher Holl├Ąndisch) und L├Âwenbr├Ąu (die auf der Lincoln-Road auch ein eigenes Lokal haben), ist mir vor allem dieses bislang unbekannte St. Pauli aufgefallen:

St. Pauli Import-Bier

Ein paar Meter weiter stand dann noch ein Bavaria genanntes Import-Bier, dass aber dann wirklich aus Holland kam.

3714 Tage zuvor: Einkaufsliste

Gesucht zwecks Kauf in der n├Ąheren Zukunft:

  • Eine Bluetooth GPS-Maus zwecks Navigation mit meinem Handy und PDA samt Software.
  • Ein Notebook zwecks WoW (und Hellgate).
  • Ein Spanisch-Schnellkurs damit ich auf Gol die Euro 2008 verfolgen kann.

Vorschl├Ąge sind gerne willkommen.

3715 Tage zuvor: Golf - irgendwie

Abends halb-Neun in Florida. Miami Beach Golf Club. Nachdem die Sonne vor gut einer Stunde unter gegangen ist, herrschen die angenehmsten Temperaturen des ganzen Tages. Bepackt mit Taschenlampen machen wir uns auf die Jagd – eine Schnitzeljagd! An einigen Bunkern und Teichen vorbei geht es ├╝ber sanfte H├╝gel und durch nasse Rasen-Sprenger. Immer den ausgelegten Spuren hinterher. Ein Riesen-Spa├č f├╝r die ganze Familie! Was wohl der Greenkeeper davon h├Ąlt, wenn er morgen die vielen kleinen H├Ąufchen S├Ągesp├Ąne auf dem Rough und dem Fairway findet?

3717 Tage zuvor: Crandon Park Gardens

Am gestrigen Samstag waren wir in den Crandon Park Gardens, einem kleinen Park auf Key Biscayne – quasi die Nachbarinsel von Miami Beach. Todes-mutig haben wir uns gegen Mittag durch die gef├╝hlten 45┬░C gek├Ąmpft um ein paar Tiere zu sehen, die hier frei leben. Neben einigen Leguanen gab es auch ein Mini-Krokodil zu sehen und etliche V├Âgel. Das interessanteste sind allerdings die leer stehenden K├Ąfige gewesen, die allenthalben stark verrostet herumstanden.

Crandon Park Gardens

Dazu muss man wissen, dass der Park fr├╝her mal der Zoo von Miami war, bis dann ein Hurrikan aufzog und die Tiere evakuiert werden mussten. Seitdem ist der Zoo ein wenig au├čerhalb von Miami unter gekommen. Das Ambiente in diesem Park jedoch hat in meinen Augen davon profitiert. Es lag ein Hauch von 12 Monkeys in der Luft.

3718 Tage zuvor: Miami-ish

Miami Beach, South-Florida. Die Stadt, die im kommenden Jahr mein zu Hause sein soll. Auch wenn ich mithin das vierte Mal hier bin, habe ich dieses Mal eine andere Perspektive auf die Umgebung: Es ist kein richtiger Urlaub mehr, sondern schon eher das Einleben f├╝r n├Ąchstes Jahr. Somit fallen einem auch vollkommen andere Sachen auf, als sonst.

Zum Beispiel das (WIC). WIC ist eine tolle Einrichtung hier in den Staaten – vor allem da man keinerlei andere Unterst├╝tzung des Staates f├╝r seine Kinder erh├Ąlt. Die sogenannten WIC-Checks bekommt man von seinem Arzt und kann damit bestimmte Produkte wie zum Beispiel Milch, Fruchts├Ąfte oder Cereals kaufen. ├ähnlich wie seinerzeit Essensmarken. Dadurch soll gew├Ąhrleistet werden, dass sich Kinder und schwangere Frauen ges├╝nder ern├Ąhren (und damit die Gesundheitskosten gesenkt werden). Obst oder Gem├╝se jedoch tauchte bislang nicht im Repertoire auf, was sich im n├Ąchsten Jahr jedoch ├Ąndern soll. Jedenfalls theoretisch, denn die Bush-Regierung hat den entsprechenden Posten im Budget f├╝r 2008 um US-$ 145 Mio. gek├╝rzt.

Aber es gibt auch ganz profane Dinge, die hier irgendwie anders sind:

  • H├Ąnde einziehen: Niedrig h├Ąngende Deckenventilatoren
  • Von Brr bis Uff: Eiskalte Klimaanlagen gegen tropische Sommersonne
  • Gew├Âhnungsbed├╝rftig: Bunte B├╝rgersteige und Rechts-Abbiegen bei Rot
  • Feierabend-Fragen: Zum Strand oder zum Pool?
  • Drei-Min├╝tiges Werbe-Stakkato: 100 TV-Sender und doch immer nur dasselbe
  • Nicht ohne meine Sonnenbrille: Schneeblindheit ohne Schnee.

3769 Tage zuvor: Dual-Kino

Neulich haben wir, also ich und meine Angetraute, beschlossen ins Kino zu gehen. Das war letzten Monat. Nun, mittlerweile trennt uns zwar ein Ozean, aber das hat uns nicht daran gehindert den Plan heute in die Tat umzusetzen. Als also in Miami Beach I Now Pronounce You Chuck and Larry gezeigt wurde (Kommentar: “interessant”), sa├č ich hier in Karlsruhe auch im Kino um, wie Homer so treffend gesagt hat, f├╝r etwas zu bezahlen was man im Fernsehen umsonst haben kann. Aber was tut man nicht alles um die Kinogutscheine endlich mal los zu werden. Besagter Gutschein lag ja auch erst seit zwei Jahren bei mir herum.

Simpsons - The movie

Was soll man nun von diesem Streifen halten? Sicherlich keine geistigen H├Âhenfl├╝ge, soviel steht schonmal fest. Aber der Film wei├č genau mit der Art Humor zu begeistern, die einen auch schon immer im Fernsehen fasziniert hat: Derb und absurd mitunter aber auch feinsinnig oder subtil. Ergo: Pr├Ądikat kurzweilig.

Update
Beim Spiegel-Online gibt es jetzt auch einen interessanten Artikel aus einer anderen Perspektive dazu.

3769 Tage zuvor: Hype?

Mittlerweile wei├č man ja, dass das iPhone nicht ganz so toll verkauft wurde wie es der Herr Jobs gerne gehabt h├Ątte. Was ich allerdings bislang jedem vorenthalten habe ist ein Photo vom Apple-Store in Miami Beach am Verkaufstag:

Der IPhone-Hype

Im Vorbeigehen habe ich denn auch noch von einem der eigens f├╝r diesen Tag eingestellten Apple-Mitarbeitern erfahren, dass auch Sandwiches und Hei├čgetr├Ąnke den wartenden Massen gereicht wurden. Was auch durchaus n├Âtig war, denn in der Nacht hatte es einen jener tropischen Regenschauer gegeben, die hierzulande diverse ├ťberflutungen ausl├Âsen w├╝rden und es auch in Miami gerne tun.

3790 Tage zuvor: ...zu erz├Ąhlen.

R├╝ckfl├╝ge zu verschieben ist ja eine unserer kleinsten Herausforderungen. Und so wurde der Aufenthalt in ├ťbersee auch dieses Mal um eine Woche verl├Ąngert nachdem der Chef telefonisch nichts einzuwenden hatte (wof├╝r man die Wartezeit in einer Schlange – diese spezielle war vor dem Disney-World in Orlando – nutzen kann). Im Gegensatz zum Abflugtermin in Richtung Las Vegas gute vier Wochen zuvor kamen wir dieses Mal auch p├╝nktlich los. Somit war der Check-In auch problemlos und ziemlich unspektakul├Ąr abgehakt. Und da auch weit und breit keinerlei Schlange in Sicht war, viel der Abschied umso langwieriger und schmerzhafter aus. Es gibt einfach keine positiven Seiten daran seine schwangere Ehefrau auf einem anderen Kontinent zur├╝ck zu lassen.

Das Gate zu finden stellte diesmal ├╝brigens auch keine Herausforderung dar und konnte resolut bew├Ąltigt werden. Einmal dort angekommen setzen zwar schon die ersten Gedanken ├╝ber einen etwaigen R├╝ckflug ein, aber da der Flug tats├Ąchlich p├╝nktlich war sollte man sich schon bald wieder auf andere Gedanken bringen k├Ânnen. Und so kam es denn auch, dass das Boarding tats├Ąchlich p├╝nktlich los ging, alle Passagiere zur Abflugzeit in der Kabine sa├čen und die T├╝ren auch prompt geschlossen werden konnten. Auf die Sekunde p├╝nktlich f├╝r eines jener lokalen Gewitter in Miami, die so stark ausfallen das auch ein Flughafen gesperrt werden muss. In diesem Fall f├╝r lange sechzig Sekunden.

Regen in Miami

Auf diese Weise wurde die Wartezeit im Umsteige-Flughafen Philadelphia ein wenig k├╝rzer – statt vier nur noch drei Stunden. Was wiederum sehr gut ist, da ich diverse Flashbacks zu dem Umsteigen w├Ąhrend meines Hinflugs hatte. Und ein am Telefon weinendes Kind, dass heiser ÔÇťBut I want you back!ÔÇť ins Telefon schluchzt bringt einen auch nicht auf positivere Gedanken. Immerhin ging der Anschlussflug nach Frankfurt ├╝berp├╝nktlich zum Boarding ├╝ber und startete daf├╝r versp├Ątet wegen fehlender Passagiere. Was allerdings nicht viel ausmachte da ich es tats├Ąchlich einmal geschafft habe im Flugzeug zu schlafen – und zwar die komplette Strecke. Auf dem Weg von Hawaii nach Miami h├Ątte ich auch soviel Gl├╝ck n├Âtig gehabt.

Einmal auf deutschem Boden angekommen musste ich schon ganz unbewusst auf die unterschiedlichen Mentalit├Ąten achten. Abgesehen von vielen Kleinigkeiten ist mir vor allem der Z├Âllner im Ged├Ąchtnis haften geblieben: Wo in den USA jeder freundlich ist und einen nur dann grimmig anschaut um etwas damit zu bewirken schien der deutsche Beamte dort am Schalter vor mir von seiner Arbeit derma├čen ange├Âdet zu sein das er sich nicht einmal zu einem direkten Augenkontakt durchringen konnte. Das also ist mein Heimatland und es scheint wirklich froh zu sein mich zur├╝ck zu haben.

Was also tut man in einer Heimat, in der man sich ziemlich fehl am Platze f├╝hlt? Richtig, man f├Ąhrt irgendwo hin um sich abzulenken. In diesem Fall ist die Wahl dann auch auf Hannover gefallen. Da es Freitag ist sollte das auch kein Problem darstellen – und so ging es direkt zum Bahnhof in Frankfurt und von dort aus gen Hildesheim, wo ein Privattaxi auf mich warten sollte um mich nach Hannover zu bringen. Die ersten Stunden waren dann auch damit voll gestopft viele Leute anzurufen und das ein oder andere Wiedersehen in Hannover zu organisieren. Vor allem auf das Essen im Bord-Restaurant habe ich mich dabei gefreut – doch das war leider ein wenig zu fr├╝h. Wie ich bereits in Miami mitbekommen hatte, gab es diverse Streik-Szenarien bei der Deutschen Bahn. Unter diesen Gesichtspunkten war ich ja schon froh, dass mein ICE ├╝berhaupt fuhr und dazu auch noch p├╝nktlich war! Doch kaum hatte ich mich auf der reichhaltigen Karte f├╝r ein Mittagsmen├╝ entschieden, wurde auch schon bekannt, dass es gar nichts mehr zu Essen gab. Da hat wohl irgendjemand gestreikt. Und so sollte denn auch das Eiersandwich vom Vortag das letzte sein, was sich bis zum Abend gegessen haben sollte.

Doch so richtig in Deutschland angekommen bin ich dann wirklich erst in Hildesheim, als ich bei 15┬░C im Regen auf der Stra├če stand und auf mein (versp├Ątetes) Taxi gewartet habe: Ein Provinznest bei typischen Wetter mitten im Sommer holte mich recht schnell wieder auf den hiesigen Boden der Tatsachen zur├╝ck. Es war, als ob man nie weg gewesen w├Ąre.

3807 Tage zuvor: ...eine Menge...

Sonntag, 21:36 – Lihu’e
Was ein Tag – heute fr├╝h mussten wir unser Zimmer r├Ąumen. Und unser Flug geht erst in einigen Minuten los. Der Tag war somit also schon entsprechend lang, was sich jetzt langsam bemerkbar macht. Vielleicht war die Idee heute Vormittag noch auf eine Klettertour zu gehen auch nicht unbedingt das passendste wenn man bedenkt das man in der Zwischenzeit keine M├Âglichkeit hat sich nochmal richtig unter eine Dusche zu stellen – aber was soll’s, immerhin hat es Spa├č gemacht. Der Check-In am Flughafen ging ├╝brigens wiederum gewohnt routiniert vonstatten. Diesmal auch wieder mit ein paar Einlagen des Flughafen-Zeitvertreibs Nummer Eins: Schlange-stehen. In Summe waren es vielleicht 45 Minuten. Damit nimmt Lihu’e einen mehr oder minder guten Platz in der Mitte ein. Einziges Manko war diesmal das Einkassieren meines Deos, der Zahnpasta und meines Parfums: Ich habe vergessen die drei Dinge, die zudem auch schon wie gefordert in einem durchsichtigen Beutel waren, aus meinem Rucksack zu nehmen. Das viel nat├╝rlich auch sofort auf. Doch anstatt den Beutel nochmals durch das R├Ântgenger├Ąt zu schicken (wie es mir bereits in Stuttgart passiert ist), wurden die drei Dinge einfach einbehalten. Man meinte es w├Ąre ja ansonsten Schmuggel. Nunja, meine werte Frau meinte sie w├╝rden mein Parfum einfach nur behalten wollen.

Sonntag, 22:58 – Irgendwo ├╝ber dem Pazifik
Mein Schicksal nicht in Autos, Z├╝gen oder eben Flugzeugen schlafen zu k├Ânnen holt mich wieder ein. Ich bin m├╝de – reichlich m├╝de und w├╝rde vermutlich in jedem Bett innerhalb von Sekunden in den Schlaf fallen. Doch hier kann ich nur zwischen meiner schlafenden Familie sitzen und mich anderweitig besch├Ąftigen. Nicht unbedingt die leichtestes Aufgabe wenn man noch drei Stunden Flug vor sich hat und selbst die Stewardessen hinter mir liegen und Schlafen. Immerhin kommt so die werte Leserschaft zu einem kleinen Update. Ich bin schon gespannt wie sich die insgesamt sechs Stunden Zeitversatz zusammen mit einem Schlafmangel auswirken werden. Das d├╝rfte eine gute Probe f├╝r den Flug zur├╝ck ├╝ber den Atlantik in anderthalb Wochen abgeben.

Montag, 07:13 – Los Angeles
Wo kommen um diese Uhrzeit all die Menschen her? Da denkt man sich es w├Ąre eine gute und passende Idee den zweist├╝ndigen Zwischenstop f├╝r eine aufmunternde Tasse Kaffee zu nutzen, und dann macht die Schlange am Schalter von Starbucks denjenigen auf der Expo Konkurenz (zu Zeiten mit Besuchern, wohlgemerkt). Diese Schlange jedenfalls darf sich aus zweierlei Gr├╝nden nicht in den Flughafen-Vergleich einreihen: Zum einen hatte sich optionalen Charakter und zum anderen habe ich sie ausgelassen. Allerdings scheint es hier heute auch eine sehr imposante Schlange zu geben, n├Ąmlich der beim Security-Check. Etliche Fl├╝ge gehen mit fehlenden Passagieren oder Versp├Ątung weg weil diese, so zumindest die Aussage eines mitleidenden Passagiers, in eben jener Schlange festh├Ąngen. Sei’s drum, f├╝r uns ist kein Schlange-stehen drin an diesem Flughafen.

Montag, 11:08 – Irgendwo ├╝ber den USA
Meine Launa hat sich in den letzten drei Stunden dieses Fluges erheblich gebessert. An Schlaf war zwar immer noch nicht zu denken, aber ich war zumindest sehr erfolgreich am d├Âsen. Eine gern gesehene Erholung, wie ich bereitwillig eingestehe. An Schlaf war schon allein des schreienden Babys drei Reihen und des pl├Ąrrenden DVD-Spielers zwei Reihen vor uns nicht zu denken.

Montag, 18:43 – Miami
Der Tag nimmt einfach kein Ende. Auf Kaua’i ist es jetzt schon wieder12:43h und ich habe bislang keine Minute schlafen k├Ânnen. Vor 24 Stunden sind wir gerade den Kalalau-Pfad hoch-gekraxelt und jetzt bin ich tausende von Kilometern entfernt auf einer anderen Seite der Erde. Und die sechs Stunden Jetlag schlagen erst ab morgen zu. Immerhin verlief der Flug hierher problemlos. Die Koffer kamen mit als erste auf dem F├Ârderband angefahren und Elena, die so nett war uns am Flughafen abzuholen, war auch bald da. So sitzen wir jetzt hier in Miami Beach und bereiten uns auf eine hoffentlich erholsame Nacht vor, denn morgen fr├╝h um 8:00h klingelt schon wieder der Wecker – die ersten Termine warten direkt am morgigen Tag auf uns.

3822 Tage zuvor: ...eine Reise tut...

14:24 – Miami
Anderthalb Tage Miami. Gesehen habe ich nicht viel, aber deswegen bin ich ja auch nicht hier. Heute nun geht es also weiter nach Las Vegas. Nachdem der Vormittag daraus bestand endlich mal wieder auszuschlafen und die Koffer f├╝r die Weiterreise zu packen (nicht meiner, den habe ich erst garnicht ausgepackt), geht es jetzt also weitere drei Zeitzonen gen Westen.

16:32 – irgendwo ├╝ber Florida
Airborne. Endlich! Die gute Nachricht dabei ist, dass ich jetzt vier Stunden Zeit habe mich von den letzten zwei Stunden zu erholen. Warum? Schauen wir mal zur├╝ck: Circa zehn Minuten nach dem letzten Eintrag sind wir am Flughafen angekommen, jedenfalls standen wir gegen 14:40 am Schalter – was ja eigentlich auch kein Problem w├Ąre, wenn der Flug nicht um 15:30 gehen und um 14:45 der Check-In geschlossen w├╝rde. Nun, wir haben es also dennoch geschafft rechtzeitig dort zu sein. Beim Sicherheits-Check sind wir dann auch ein wenig bevorzugt behandelt worden, so das wir uns schon kurze Zeit sp├Ąter auf den Weg zu unserem Gate machen konnten. Die damit verbundenen 15 Minuten Schlange-Stehen sprechen somit im Vergleich der anderen Flugh├Ąfen auch eine klare Sprache. Wie auch immer, der Weg zum Gate war demnach eher sportlicher Natur. Im straffen Gang sind wir die diversen G├Ąnge des Flughafens abgelaufen – immer Gate A35 entgegen. F├╝r den kleinen Jeremy muss es ein kleiner Marathon gewesen sein, sind seine Beine mit drei Jahren doch noch ein wenig k├╝rzer als die unseren. So sind wir denn auch recht z├╝gig an Gate A angekommen. Aber leider gab es kein Gate A35. Warum eigentlich? Ein weiterer Blick auf die Tickets offenbarte es: Wir waren am falschen Gate! Und als ob das Schicksal Murphy ein weiteres mal best├Ątigen wollte, mussten wir ausgerechnet zu Gate E5 – der so ziemlich am anderen Ende des Terminals ist. Also das Kind in den Buggy gesetzt, die Taschen geschultert und denselben Weg, den wir gerade im Schnellgang abgelaufen haben nochmal in umgekehrter Reihenfolge abgerannt. Ein wenig peinlich war es ja schon, vor allem bei jenen Leuten, die uns vorhin entgegen gekommen sind. Aber was will man machen? Um 15:20, also nach ziemlich genau 15 Minuten f├╝r die Leibesert├╝chtigung, sind wir dann endlich am richtigen Gate angekommen. Alles war gut. Alles? Jedenfalls abgesehen von dem kleinen Detail das uns die Dame am Schalter enth├╝llte: Wir seien zu sp├Ąt, unsere Sitze bereits an andere Passagiere vergeben und wir w├╝rden jetzt auf den Nachmittags-Flug umgebucht. Das also ist die ber├╝hmt Kunden-Orientierung der USA. Mein neuer kroatischer Bekannter hatte es mir ja bereits gesagt: Solange sie Geld von einem wollen sind sie alle nett und zuvorkommend – aber wenn man dann bezahlt hat interessiert sich niemand mehr f├╝r einen. Und so hat auch alles mosern nichts geholfen, die Dame wollte uns kategorisch nicht in das Flugzeug lassen. Ein Steward aus dem Flugzeug jedoch hatte sich netter Weise um den Ruf der Airline (├╝brigens American Airlines) bem├╝ht und den Stand-By Passagier gefragt ob er uns wieder Platz machen w├╝rde. Das hat der gute Mann dann auch und so mussten wir lediglich mit der Schmach leben als letzte in das Flugzeug zu kommen (wer mal wissen m├Âchte wie es sich anf├╝hlt von gesch├Ątzten 200 Leuten gemustert zu werden, sollte mal zu sp├Ąt ein Flugzeug besteigen) und unsere Sitzpl├Ątze verloren zu haben. Aber der gemeine Amerikaner scheint netter zu sein als so manche Airline, und so kam es das wir jetzt zumindest grob nebeneinander sitzen und doch noch mehr oder minder p├╝nktlich zum n├Ąchsten Ziel fliegen.

21:07 – Las Vegas
Der erste Eindruck von Las Vegas verspricht nicht weniger als das, worum sich alles in dieser Stadt zu drehen scheint: Gambling. Kaum ist man aus dem Flugzeug ausgestiegen und verl├Ąsst sein Gate steht man schon neben den ersten Spielautomaten. So gesehen ergibt es f├╝r einige Leute vermutlich sogar einen tieferen Sinn Las Vegas als Ort zum umsteigen von einem Flug in den anderen zu w├Ąhlen. Wie auch immer, Las Vegas mutet an wie ein Disney-Land f├╝r Erwachsene. Die Hotels des Strip ├Ąhneln den Burgen aus dem Traumreich f├╝r Kinder in frappierender Weise. Selbst die Attraktionen, die innerhalb der Hotels auf dem “Attraction Floor” angeboten werden, finden sich vermutlich in derselben Art auch in besagtem Kinderparadies wieder. Im Gegensatz zu der Ausgabe f├╝r die kleinen stehen hier allerdings vor allem besagtes Gambling und die ├╝blichen Exzesse f├╝r Erwachsene im Vordergrund: Rauchen (vor allem in den riesigen Casinos), Alkohol (sogar ohne die stylischen braunen Papiert├╝ten) und Sex (die Flyer haben in Sachen Freiz├╝gigkeit europ├Ąisches Niveau). Womit auch der Hintergrund der Redewendung “Happens in Vegas, stays in Vegas” zur Gen├╝ge hinterleuchtet w├Ąre. Das Wetter ist hier ├╝brigens noch w├Ąrmer als in Miami. Allerdings ist die Luftfeuchtigkeit hier nicht so hoch als das es eine derart dr├╝ckende W├Ąrme w├Ąre. Aber man schafft es dennoch mit Leichtigkeit an K├Ârperteilen zu schwitzen, von denen man nicht einmal wusste das sie Schwei├čdr├╝sen haben. Da bringt auch die K├╝hle der Nacht keine Abhilfe, da es nicht nennenswert k├╝hler wird wenn die Sonne erst einmal hinter dem Horizont verschwunden ist – und so etwas nennt sich nun W├╝ste.

3824 Tage zuvor: Wenn einer...

6:45 – Ettlingen
Nachdem eine unruhige und nicht unbedingt erholsame Nacht ├╝berstanden ist, geht es nun also los. Das ungute Gef├╝hl im Magen meiner Wohnung zu sehr zu vertrauen weil ich sie so lange sich selbst ├╝berlasse, trotte ich meinen Weg – unter einem wolkenverhangenen Himmel mit seichtem Regen bei gef├╝hlten 15 Grad – der Stra├čenbahnhaltestelle entgegen. Etappe Eins beginnt.

7:36 – Karlsruhe
Wie viele Stunden habe ich eigentlich schon am Hauptbahnhof, diesem Gleis Drei, wartend verbracht? Es m├╝ssen etliche sein. Und heute kommen wieder einige Minuten hinzu. Langsam schreit der Kreislauf nach Schmiermittel, das Bord-Restaurant klingt daher ziemlich verlockend. Leider wird die Zeit nicht f├╝r ein Fr├╝hst├╝ck reichen.

8:06 – Mannheim
Sieben Minuten zum Umsteigen. Was auf dem Papier und vor allem w├Ąhrend des gem├╝tlichen Einrollens in den Bahnhof ziemlich wenig zu sein scheint, nach Lauferei und Hektik riecht, entpuppt sich dann doch als ideale Zeitspanne. Noch einen Kaffee trinken, einige weitere Minuten die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen – Routine aus den zahlreichen Bahnfahrten der letzten Jahre – und es beginnt die dritte Etappe.

10:07 – Frankfurt
Zwei Stunden Schlange-stehen sp├Ąter. Angesichts dieser doch recht imposanten, wenn auch nicht unbedingt langweiligen, Zeitspanne wundert es doch nicht weiter das man bei Auslands-Fl├╝gen zwei Stunden vor Abflug einchecken soll. Das mag allerdings auch daher r├╝hren, dass es dieses Mal – im Gegensatz zum letzten Besuch des hiesigen Flughafens vor drei Wochen – ├╝berhaupt so etwas wie eine Schlange gab. An meiner Antipathie f├╝r die vermutlich gr├Â├čte Dauer-Baustelle mit permanentem Flugverkehr ├Ąndert das jedoch nichts. Auch wenn die Anreise mit dem Zug, das muss man tats├Ąchlich so sagen, wesentlich angenehmer ist als jene mit dem Auto. Nichtsdestotrotz werde ich auch die vorerst letzte Stunde auf europ├Ąischem Boden vor allem mit einem verbringen: Warten.

19:05, oder doch 13:05? – Philladelphia
Da ist er also, der neue Kontinent. Acht Stunden dauerte der Flug ├╝ber den Atlantik. Acht Stunden, in denen mir mein kroatischer Sitznachbar nicht nur seine Ansichten (keine wirklich guten) ├╝ber seine Wahlheimat in den Staaten ausf├╝hrlich beschrieben hat, sondern sich auch ausgesprochen gerne – und freiwillig – bereit erkl├Ąrte meine Wissensdefizite ├╝ber den Balkankrieg auszugleichen. Immerhin verging so die Zeit relativ schnell. Und so sitze ich nun also, nach nicht ganz so imposanten 45 Minuten weiteren Schlange-stehens, wiederum nichts-tuend herum und warte auf den Anschlussflug.

03:49 / 21:49 – irgendwo ├╝ber der US-Ostk├╝ste
Erw├Ąhnte ich im Verlauf dieser Notizen eigentlich schon das alle Verbindungen (sei es die S-Bahn, der Zug als auch der Flug) p├╝nktlich waren? Nun, der letzte Flug ist es jedenfalls nicht. Mit einer Versp├Ątung von immerhin 20 Minuten begann das Boarding. Das ist nicht weiter wild. Unsch├Âner war hingegen die (wiederum wirklich imposante) Warteschlange von circa 35 Flugzeugen vor uns auf dem Weg zur Runway. Diese Form das Schlange-stehens wiederum hat es dann auf recht beachtliche anderthalb Stunden gebracht. Immerhin ist der Flug als solcher wesentlich komfortabler als der H├╝pfer ├╝ber den Atlantik – auch wenn es durchaus schwer f├Ąllt wach zu bleiben in einem Flugzeug, dass alle Lichter ausgeknipst hat, in dem einige Leute lauthals schnarchen, viele andere d├Âsen und sogar eine der Flugbegleiterinnen auf einem der leeren Pl├Ątze neben mir ein Nickerchen gehalten hat. Aber nun sollte ich ja auch langsam endlich am (vorl├Ąufigen Zwischen-) Ziel ankommen.

3962 Tage zuvor: Dir entgegen...

Die Richtung stimmt grob. Wieso also nicht einfach immer weiterfahren, bis man ankommt? Nun, neben einigen Ausreden (kein Licht, kein Geld, keine Karten) hat mich dann nach einigen wenigen Kilometern der wahre Grund zur Umkehr bewegt: Die (mangelnde) Kondition.

Gen Osten

Allerdings muss ich sagen, dass ich es niemandem ruhigen Gewissens Empfehlen kann im Januar Fahrrad zu fahren. Jedenfalls dann nicht, wenn man ansonsten nur bei deutlich ├╝ber 20┬░C ├╝berhaupt daran denkt das Gef├Ąhrt aus dem Keller zu holen.