1861 Tage zuvor: DNSmasq und Active Directory

Eines meiner liebsten Tools f├╝r den Heimeinsatz ist DNSmasq. Es handelt sich dabei um einen kleinen, leicht einzurichtenden DNS und DHCP-Server – perfekt f├╝r das Heim-Netzwerk. Der gr├Âsste Vorteil allerdings ist seine enorme Flexibilit├Ąt, denn dank zahlreicher Funktionen und Optionen kann man nahezu alle Netzwerk-Szenarien mit ihm realisieren. Vermutlich sind das auch die Gr├╝nde aus denen er bei Tomato, einer wirklich tollen Router-Software, zum Einsatz kommt.

Leicht einzurichten oder nicht, wenn man ausgefallene Netzwerk-Konfigurationen hat, wird es auch mit dem ├╝bersichtlichsten Programm kompliziert. Zum Beispiel wenn man das Netzwerk f├╝r Dual-Stack mit einer Active-Directory Domain im IPv6 Netzwerk konfigurieren m├Âchte. Kompliziert, vielleicht. Aber mit folgenden Parametern durchaus machbar:

srv-host=_ldap._tcp.<Domain-Name>,<DC-Hostname>,389
server=/<Domain-Name>/<DC-IPv6>

Mit diesen Parametern sagt man DNSmasq welche Anfragen an einen Domain-Controller weiterzuleiten sind (und wo sich dieser befindet). Der DNS-Server der Dom├Ąne muss allerdings auch umgekehrt konfiguriert werden, zum Beispiel mit einem Forwarder zum DNSmasq-Host um allgemeine (oder nicht AD-integrierte) Anfragen aufl├Âsen zu k├Ânnen. Die Namensaufl├Âsung sollte damit einwandfrei funktionieren – sowohl f├╝r IPv4 als auch f├╝r IPv6 Endger├Ąte.

Ein hier nicht angesprochenes, da nicht mit der Namensaufl├Âsung zusammenh├Ąngendes, Problem ist die IPv6 Adress-Vergabe. Denn leider funktioniert die vermeintliche Selbstkonfiguration nicht ganz so Aufwands-arm wie angepriesen. Dazu vielleicht sp├Ąter mehr.

1916 Tage zuvor: Tomatenmus

Es gibt Tage, an denen will einfach nichts gelingen. Gestern fiel eindeutig in ebendiese Kategorie. Da ├╝berrascht es, r├╝ckblickend, nicht wirklich das auch mein Router den Geist aufgegeben hat. Leider kann ich lediglich mir selbst die Schuld daf├╝r geben. Denn ich habe ihn, ganz klassisch, kaputt gespielt. Mit Firmware-Upgrades.

Mein geliebter, kleiner Router hatte naemlich Tomato installiert, eine offene Firmware-Alternative f├╝r zahlreiche Router. Nun wollte ich meinem Router IPv6 beibringen und musste dazu eine neue Version, zumal eine erweiterte, einspielen. Soweit so gut. Leider habe ich offenbar die falsche Datei heruntergeladen. Und damit meinen Router in einen Haufen Elektronikschrott verwandelt.
Nun gibt es Mittel und Wege diesen Fehler wieder zu beheben. In meinem Fall h├Ątte ich jedoch ein JTAG-Kabel basteln und einen entsprechenden Pfostenstecker auf der Platine meines Routers einl├Âten m├╝ssen – mangels entsprechender Bauteile h├Ątte dies vermutlich wesentlich l├Ąnger gedauert. Und so musste ich wohl oder ├╝bel den Geldbeutel ├Âffnen und meine Unachtsamkeit mit barer M├╝nze zahlen.

Gro├č ist die Weisheit des Webs und so erkannte ich sehr schnell das die einzig Tomato-kompatible Alternative ein Router von Netgear ist – alle anderen waren lediglich im Versand zu bestellen. Nun sei dazu gesagt, dass ich mit Routern aus eben diesem Hause bislang alles andere als gute Erfahrungen gesammelt habe. Aber, was blieb mir anderes ├╝brig? Und so wurde ein WNL3500L-100NAS kurzfristig gekauft. Immerhin kommt dieser mit vier Gigabit-Ports – da mein 8-Port Gigabit-Switch ebenfalls vor einigen Tagen das zeitliche gesegnet hat, ein angenehmer Begleiteffekt. Dennoch sollte wirklich mal jemand ein Tomato-kompatibles (oder zumindest ein konfigurierbares) Kabelmodem auf den Markt bringen.

Wie dem auch sei, ich dachte an dieser Stelle bereits das gr├Âbste hinter mich gebracht zu haben. Doch wie ich anschlie├čend noch lernen musste, ist das einspielen einer fremden Firmware nicht ganz so einfach wie bei anderen Ger├Ąten. Um die Sache abzuk├╝rzen: Berichte, die besagen man m├╝sse den Umweg ├╝ber DD-WRT machen, sind falsch. Im Gegenteil. Hat man DD-WRT erst einmal eingespielt, bekommt man Tomato nur mehr mit Umweg ├╝ber die Original-Firmware installiert. Eine Lektion, die ich nach gut anderthalb Stunden gelernt hatten.
Anschlie├čend durfte ich dann noch lernen, dass eine exportierte Tomato-Konfigurationsdatei Hardware-gebunden ist. Man sie also nicht dazu nutzen kann dieselbe Konfiguration auf anderer Hardware wieder her zu stellen. Immerhin handelt es sich dabei um eine gz-gepackte Textdatei. Man kann also zumindest weite Teile per copy&paste manuell rekonstruieren. Immerhin.

Was also ist die Lehre des gestrigen Tages? Zum einen mal das man nicht mal eben eine Firmware einspielen und sich die notwendige Zeit f├╝r die angebrachte Sorgfalt nehmen sollte. Zum anderen aber auch, dass man keine zus├Ątzlichen Baustellen braucht wenn einem ohnehin gerade anderweitige Sorgen ins Haus stehen (ein Rohrbruch zum Beispiel).
Ein gutes allerdings hat der gestrige Tag auch gebracht: Techniker von meinem ISP haben mir eindeutig vor Augen gef├╝hrt das unser miserabler Upload (0.2 statt 1mbps) in der Tat auf meinen Router zurueck zu f├╝hren war – es lag an einem Konfigurationsfehler in den QoS(Quality of Service)-Einstellungen. Ups…