1795 Tage zuvor: Ziel erreicht - und nun?

Am 4. September um 15:35h habe ich meinen Fitbit das erste Mal angelegt. Seitdem sind 2.928.081 Schritte geloggt worden, was circa 2.261km entspricht. Mein Ziel damals war recht simpel: Feststellen wie viel ich mich bewege. Die Erkenntnis, dass es nicht sehr viel ist, kam recht schnell. Doch damit kam auch die Einsicht – und die Änderung. Innerhalb der ersten Wochen konnte ich meinen täglichen Durchschnitt von 5.000 auf 8.000 Schritte steigern, später sogar auf gut 10.000 pro Tag. Badges und einer Rangliste sei Dank hat das sogar Spaß gemacht!

Und mit der Bewegung war dem bis dahin wohl eher unterbewussten Ziel der Weg geebnet: Das Erreichen des Idealgewichts von 75kg, also einem BMI von 22. Zu dem Zeitpunkt entsprach das einem abzunehmenden Gewicht von über 20kg. Ohne Sport eigentlich undenkbar. Doch ich wollte einen nachhaltigeren Ansatz finden und statt den Kalorien-Verbrauch zu erhöhen lieber die Kalorien-Aufnahme senken.

Fitbit hat auch dazu ein passendes Tool – und so fing ich, trotz anfänglicher Skepsis, an meine Mahlzeiten aufzuschreiben. Mit der Zeit entwickelte sich dadurch ein wesentlich besseres Gefühl für gute Ernährung – die vielen Burger und allerlei andere fettigen Mahlzeiten wichen mehr und mehr Sandwiches und Salaten. Die Kalorien-Aufnahme sank von 3.000 auf 1.500 pro Tag und das Gefühl wann man eigentlich keinen Hunger mehr hat kam zurück.

Fitbit-Badges

Anfang des Monats, also gut neun Monate später, hatte ich das Ziel dann erreicht. Ganz ohne Sport, aber dafür mit einem neuen Körperbewusstsein. Erst zu diesem Zeitpunkt kam die Fitbit-Waage ins Haus. Und mit ihr noch mehr Badges. Ob dieser Ansatz hilft das Gewicht auch zu halten wird sich zeigen. Aber ich bin guter Dinge. Einzig eines fehlt: Der Anreiz weiterer Badges. Vielleicht ist es an der Zeit zu dem neuen Fibit zu wechseln: Der verteilt auch Badges für erklommene Stockwerke.

1798 Tage zuvor: Impressionen eines Touristen

Unterschiede zwischen den USA gibt es noch und nöcher. Und selbst nach über fünf Jahren fallen mir immer noch nahezu täglich neue Merkwürdigkeiten auf. Bei meinem Urlaub in Deutschland fiel mir nun umgekehrt so einiges auf – Dinge, die ich entweder vergessen oder seinerzeit nie bewusst wahrgenommen habe. Eine durchaus amüsante Erfahrung; und dabei meine ich noch nicht einmal die eigentlich offensichtlichen Sache wie Synchronsprecher im Fernsehen, pünktliche Busse und Bahnen oder das kalte, regnerische Wetter.

Das Erste was mir bewusst auffiel war all das Grün. Alles ist grün! Und dabei, im wahrsten Sinne des Wortes, malerisch schön! Sicher, das klingt abgedroschen und wird häufig gesagt ohne das man es Ernst nimmt, aber es ist in der Tat so. Während meiner Zugfahrten habe ich häufiger gemerkt wie ich aus dem Fenster gestarrt und die Landschaft genossen habe. Schnellzüge wie der ICE sind übrigens noch so eine neumodische Erfindung, die mich echt beeindruckt haben (obwohl ich zweifelsfrei diverse Tage/Wochen meines Lebens in ihnen verbracht habe). Das Bord-Restaurant des ICE ist übrigens, wie ich einmal wieder feststellen musste, die mit Abstand angenehmste Art des Reisens.
Wie so vieles andere hat auch das viele Erinnerungen hervor gebracht, an die man schon lange nicht mehr gedacht hat. Zum Beispiel das ich früher nahezu jeden dritten Fahrgast auf der ICE-Strecke Hannover-Karlsruhe vom sehen her kannte. Aber auch das Spazieren durch die Hannoversche Innenstadt brachte mich ob der vielen Erinnerungen (mein erstes Bier, der merkwürdige Computer-Einzelhändler, Punks im Allgemeinen) des öfteren zum schmunzeln.

Eine Sache, die ich gar nicht bewusst vermisst hatte, waren die Straßen-Cafés. Ganz in alte Routinen verfallend stellte ich erst fest wie angenehm es ist dort zu sitzen, Kaffee zu trinken und die Passanten zu beobachten. Oder auch Zeitung zu lesen. Ein wirklich entspannender Zeitvertreib den ich ganz unbewusst wieder aufgegriffen habe. Wenn es mir auch mit einem leichten Sonnenbrand gedankt wurde (ja, dafür reicht die Sonne in Deutschland durchaus aus!). Im Übrigen fand ich das Wetter, abgesehen von den ersten kalten Tagen, wirklich herrlich – schließlich wird es Nachts angenehm kühl anstatt stickig und heiß zu bleiben. Ein interessanter Unterschied war auch das die Leute in Deutschland weniger laut sind – klingt nach Klischee, ist aber doch wörtlich zu nehmen: Nicht nur wird durchaus leiser gesprochen, man ist auch weniger gestikulierend während einer Unterhaltung. Spielzeugläden haben auch einen sehr positiven Eindruck hinterlassen; wenn ich auch nicht genau zu sagen vermag warum. Vermutlich weil sie nicht diesen hier so typischen Lagerhaus-Charme versprühen.

Richtiggehend geschockt haben mich allerdings zweierlei Dinge: Besoffene 16-jährige in einem Biergarten sowie die vielen, vielen Menschen die zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs sind. Beides ist hierzulande quasi unvorstellbar. Nur um das fest zu halten: Biergärten sind immer noch eine tolle Sache und das Bier schmeckt in Deutschland auch wesentlich besser als alles hier verfügbare. Allerdings war der Anblick sich hemmungslos in der Öffentlichkeit besaufender Minderjähriger trotz Spring-Break Erfahrungen recht merkwürdig. Mag etwas damit zu tun haben das hierzulande Alkohol nur in bestimmten Geschäften und dort auch nur bis 22:00h Abends gekauft werden darf – ab 21 Jahren.

Vollkommen Unerwartet hat mich auch das fehlen jedweden öffentlichen, freien Internet-Zugangs getroffen. Ich dachte mittlerweile wäre so etwas eine Selbstverständlichkeit – Miami Beach hat selbigen flächendeckend seit etlichen Jahren. Scheinbar ist dem in Deutschland nicht so. Enttäuschungen gab es auch beim Essen: All das, worauf ich mich so häufig gefreut hatte, konnte leider nicht meinen Erwartungen gerecht werden. Seien es die zahlreichen Bratwürste (einzige Ausnahme ist die Grobe Bratwurst aus einer Kölner Schlachterei), der Döner (zugegeben aus dem falschen Laden), die Currywurst-Pommes, die Fischbrötchen oder die Mettwurst (das Zwiebelfleisch war jedoch eine Offenbarung) – alles hat in der Erinnerung wesentlich besser gemundet. Dafür waren Gyros, Souflaki und Suzuki umso besser.

Dennoch, es hat Spaß gemacht. Auch wenn es zu stressig war um als Urlaub durchzugehen ist es sicherlich einen Wiederholung wert. Mal sehen wann es das nächste Mal klappt!

2068 Tage zuvor: Wunschzettel

Alljährlich stellt sich für manchen dieselbe Frage: Was kann man dem Kai wohl zu Weihnachten schenken? Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, hier eine kleine Auswahl.

HTC Vivid: ~$550,-
Nachdem eine meiner geliebten Töchter es geschafft hat mein Telefon zu zerdeppern, wäre ein neues durchaus angebracht. Passend, dass gerade der Nachfolger von AT&T herausgebracht wurde: Das HTC Vivid for AT&T.

Withings Scale: ~$150,-
Eine Wage fehlt in unserem Haushalt noch. Und zwar eine ganz bestimmte, wie es sich für einen Nerd gehört: Die Whitings Scale!

Tassimo-Kaffee: ~$9,-
Leider kann man meinen Lieblings-Kaffee hierzulande nicht im Supermarkt kaufen. Aber Online bestellen kann man ihn durchaus: Jacobs Krönung.

Diverse Elektronik: ~$10,-
Sie fehlt mir nicht nur beim Löten – aber speziell dafür gibt es sie immerhin zu kaufen, die Dritte Hand. Und für eines der nächsten Projekte werden auch noch zwei Volt-Messgeräte benötigt.

2336 Tage zuvor: Jetzt auch mit Zwitschern

Seit letzter Woche werden die Kurznachrichten (siehe auf der Startseite, rechter Hand) nicht mehr von identi.ca ausgelesen, sondern von Twitter. Warum? Abgesehen davon, dass es einfach wesentlich leichter ist Updates von anderen – zum Beispiel der City of Miami Beach – zu folgen. Ich kann auch endlich die eingebauten Funktionen in meinem Telefon nutzen. Yay…!

Natürlich kann man sich die Kurznachrichten so auch selbst abonnieren. Oder antworten. Falls das jemanden überhaupt interessiert.

Follow me on Twitter

2585 Tage zuvor: *braus*

Es hat ein wenig gedauert (manche Autohändler hierzulande scheinen keine Kunden zu brauchen), aber gestern gab es dann doch ein neues Auto.

Damit sollten sich die täglichen 60km zur Arbeit deutlich angenehmer gestalten. Und vor allem sorgloser.

2607 Tage zuvor: Einer dieser Tage

Gestern war also einer dieser Tage, an denen man besser im Bett geblieben wäre. Eigentlich hätte ich das direkt merken müssen als das Auto nicht an-sprang – für sich genommen schon Grund genug den 37km-Weg zur Arbeit gar nicht erst zu versuchen. Das es kurz darauf auch noch angefangen hat Sintflut-artig zu regnen, hat dann auch nicht zur Besserung beigetragen.

Dennoch habe ich es irgendwie auf den Highway geschafft. Direkt in den (für diese Uhrzeit und diesen Abschnitt sehr ungewöhnlichen) Stau. Scheinbar gab es einen Regen-bedingten Unfall und zwei der fünf Spuren waren blockiert. Während ich mich so durch den Stop-and-Go auf absehbaren zehn Kilometern schlich, viel mir auf, dass ich durch die morgendlichen Start-Schwierigkeiten auch noch etwas vergessen hatte: Tanken.

Grundsätzlich ist so etwas lapidares wie Tanken im Land des Automobils kein Problem. Leider braucht man auch hier dazu Geld – und das hatte ich samt Portemonnaie zu Hause vergessen. Wie passend. Wie auch immer, es blieb mir nichts anderes übrig als um zudrehen und zu hoffen, dass das Benzin noch reichen würde. Immerhin war der Stau in die andere Richtung (für diese Uhrzeit und diesen Abschnitt durchaus normal).

Es wäre nur passend gewesen, wenn es nicht gereicht hätte. Tat es aber. Als Belohnung war dann lediglich besagter stürmischer Regen zur Begrüßung zu Hause wieder präsent – und selbstredend kein Regenschirm im Auto. Aber immerhin hatte ich jetzt mein Portemonnaie und konnte mich, endlich, mit Umweg über die nächstgelegene Tankstelle auf den Weg zur Arbeit machen.

Dachte ich jedenfalls. Denn einmal an der Zapfsäule angekommen stellte sich heraus, dass die Kreditkarte nicht akzeptiert wurde. Durch den Regen wollte ich allerdings nicht zum Wärter gehen, also stieg ich wieder in mein Auto und fuhr die nächste Tankstelle an. Ein Glücksgriff, wie sich herausstellen sollte, denn die Gallone war hier stattliche $0,40 günstiger! Sollte sich mein Glück damit endlich zum besseren wenden?

Nicht ganz, denn auch hier wurde die Karte nicht akzeptiert. Weiterfahren war diesmal allerdings keine Option. Also ging es, diesmal zumindest mit Regenschirm, zum Wärter, der mir erklärte das die Kartenleser nicht funktionierten und er die Zapfsäule für mich freischalten würde. Tat er jedoch nicht, wie sich herausstellte als ich durch den Regen zurück zum Auto gegangen war. Denn ich sollte meine Karte bei ihm lassen, während ich tanke, wie er mir sagte als ich (wiederum durch den Regen) zurück zu ihm gegangen war. Ein paar andere Missverständnisse und Regen-Märsche später saß ich dann mit einer falschen Abrechnung (wie sich später herausstellen sollte) im voll-getankten Auto Richtung Fort Lauderdale.

Damit schien sich dann das Pech für den Tag endgültig aufgebraucht zu haben. Zwar musste ich mir nach wie vor durch den schweren Regen meinen Weg in den Norden bahnen, doch der Stau hatte sich mittlerweile aufgelöst. Und auch wenn ich stattliche zweieinhalb Stunden später als geplant ankam, war ich doch noch rechtzeitig zu einem Meeting mit der lokalen Geschäftsführung und meinem Manager dort.

2669 Tage zuvor: Führerscheinprüfung II

Nach GreenCard und Sozialversicherung fehlte bis gestern vor allem noch ein kritisches Dokument hiesiger Verwaltungsfreude: Der Führerschein. Abgesehen von seiner eigentlichen Bedeutung, der Erlaubnis Auto zu fahren, erfüllt er hierzulande bekannter maßen auch den Zweck eines Personalausweises in Deutschland. Im Gegensatz zur GreenCard bekommt man diesen allerdings recht unbürokratisch – jedenfalls solange man alle zuvor genannten Unterlagen beisammen hat. Und, ganz nebenbei, darf man mit einer ausländischen Fahrerlaubnis lediglich sechs Monate in Florida Auto fahren…

Also hieß es die letzten Tage wieder lernen, lernen, lernen. Die entsprechenden Regeln sind im Florida Driver’s Handbook übersichtlich und verständlich zusammen gefasst. Man kann es quasi herunter lesen wie ein Buch. Und auch wenn man nach einigen Jahren des Auto-Fahrens tatsächlich noch etwas dazu lernt, ist das meiste doch alt-bekannt. Oder gar lustig, wie zum Beispiel die Handzeichen als Blinker-Ersatz, das (Licht-) Hupen bevor man zum Überholen ansetzt oder die Fluchtrichtung wenn man mal schnell aus dem liegen gebliebenen Auto auf dem Bahnübergang flüchten muss. Auch Hinweise auf die richtige Vorgehensweise wenn das Auto mal ganz von alleine beschleunigt fehlen nicht.

Bestanden habe ich dann direkt auf Anhieb.

Kurze Frage-Antwort-Stunde zu ein paar Fragen die ich persönlich immer hatte:

  • Muss man einen internationalen Führerschein haben?
    Nein. Der übliche (Euro-)Führerschein aus Deutschland ist ausreichend.

  • Wie lange darf man mit einem deutschen Führerschein in den USA Auto fahren?
    Dies ist von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich. In Florida sind es sechs Monate.
  • Muss man alle Prüfungen ablegen wenn man einen Führerschein in Florida machen möchte?
    Nein. Der Praxistest wird einem erlassen. Theorie-Prüfung sowie der vierstündige Drug-and-Alcohol-Test sind dennoch erforderlich.
  • Gibt es in den USA ein Rechts-Fahr-Gebot?
    Ja. Man darf lediglich auch rechts überholen wenn es der Verkehr zulässt und ausreichend Fahrspuren vorhanden sind.
  • Wieso gibt es gelbe und weiße Linien?
    Gelb trennt die Verkehrsrichtungen, Weiß trennt Fahrspuren mit Verkehr in dieselbe Richtung. Durchgezogene Gelbe Linien dürfen gar nicht, Weiße nur bei Verkehrshindernissen überquert werden.

2880 Tage zuvor: Neue Schule, neue Sitten

Letzte Woche hat hier bekanntlich wieder die Schule angefangen. Nach zehn Wochen Ferien darf man wohl ohne Scham sagen: Endlich. Im neuen Schuljahr geht der älteste denn auch auf eine neue Schule. Kindergarten nennt sich diese Klasse, ist aber eher mit der Vorschule in Deutschland zu vergleichen – obwohl er auch schon letztes Jahr in die Schule gegangen ist (Vor-Vorschule sozusagen).

Nun ist also Kindergarten angesagt. In einer speziellen Schule, und das bezieht sich nicht nur auf die Schulform. Abgesehen von Hausaufgaben für die Schüler gibt es hier auch jede Menge für die Eltern zu tun. Zum Beispiel jeden Tag mit den Kleinen lesen. Oder freiwillige Hilfsstunden für die Schule leisten. Bei den Hausaufgaben helfen ist ja selbstverständlich, aber man muss sie auch noch Montäglich im Internet abrufen und ausdrucken – auch wenn ich noch rätsel was daran nun grün sein soll, denn so wurde es angepriesen. Langweilig machen sie es einem also nicht, die bewusste Einbindung der Eltern in den Lernprozess finde ich jedoch sehr gut.

Und vielleicht können die elterlichen Pflichtstunden für den Schuldienst ja auch mit der Erstellung einer neuen Webseite abgeleistet werden. Die aktuelle ist ja immerhin schone in paar Jährchen älter…

2935 Tage zuvor: Multilingualer Anfänger-Wortschatz

Damit’s der Nachwelt nicht verlorengeht hier die momentane Top5 aus dem Wortschatz meiner ältesten Tochter:

Kika Katze (von Kittycat)
Dadu Auto
Mas mehr (spanisch)
Heia Schlafen
Mülsch Milch

2955 Tage zuvor: Zielgerade

Die Nacht war kurz. Aber dafür ist das Warten der letzten Wochen demnächst vorbei. Fahre gleich, nachdem die Kinder abgeliefert sind, wieder ins Krankenhaus. Thing #3 abholen – falls es bis dahin nicht schon da sein sollte.

3008 Tage zuvor: Mach's gut...

Die Ausbeute des sieben-tägigen Besuchs des Herrn P.: 596 Fotos (2.95GB), zweifacher Sonnenbrand, etliche Auto-Kilometer und ein für meinen Hauttyp gänzlich ungewöhnlicher Bräunungsgrad.

Lustig war’s. Nun muss ich mich nur noch durch den Berg an Roh-Fotos wühlen…

3059 Tage zuvor: Berufliches sozial-netzwerken

Habe mir letztens ein Profil bei LinkedIn angelegt. Hat da vielleicht noch jemand einen Account, den ich aufnehmen könnte?

3086 Tage zuvor: Mitbringsel

Die Besuchs-Saison 2009 wird am kommenden Sonntag eröffnet. Grund genug, mal eine kleine Liste der Sachen aufzustellen, die man uns bedenkenlos immer mitbringen darf:

  • Kinder-Schokolade
  • Milka-Schokolade (Alpenmilch und Nougat)
  • Miracoli (Familien-Packung)
  • Überraschungs-Eier

Individuellere (und speziellere) Wünsche werden kurzfristig oder auf Nachfrage mitgeteilt.

3119 Tage zuvor: Danke, Thanks, Merci und Arigato!

An dieser Stelle allen vielen Dank für all die lieben Glückwünsche! Es ist schön zu sehen, dass man nicht ganz vergessen ist. Auch wenn man nicht mehr wirklich da ist.

Dabei ist mir dann auch gleich mal aufgefallen, dass man heutzutage an allerlei Stellen im Internet Glückwünsche erhalten kann. Eine Auswahl, total unvollständig, unsortiert und frei von den ganzen Werbespammern:

Da könnten einem die SMS und Mails ja schon fast nostalgisch vorkommen.

3123 Tage zuvor: Riss in der Optik

Und auf einmal war es kaputt. Display gebrochen. Einfach so. Schade, sehr schade. Denn es hat mir wirklich gut gefallen.

Nun, eine bessere Gelegenheit und einen besseren Zeitpunkt ein neues zu kaufen gibt es wohl nicht. Ein Wink mit dem Zaunpfahl des Schicksals?

3285 Tage zuvor: Eingebrochen

  • Vom Eigenheim in zehn Minuten zum Strand gehen: Viele Tausend Dollar.
  • Mit den Kindern am Strand spielen und im Wasser planschen: Gratis.
  • Beim Schwimmen im Meer den Hausschlüssel verlieren: $ 250,-

Nicht eingerechnet sind der Autoschlüssel ($ 135,-) und die Fernbedienung für die Alarmanlage. Immerhin kam der Schlüsseldienst recht zügig. So hat es sich wenigstens gelohnt, dass wir vor knapp zwei Wochen einen zweiten Autoschlüssel haben anfertigen lassen.

3314 Tage zuvor: Geplänkel

Kennt vielleicht jemand einen guten Gitarren-Einsteiger-Kurs? Vorzugsweise im Internet. Und, dank mangelnder Musik-Stunden in der gesamten Schullaufbahn, ohne Notenkenntnisse.

3339 Tage zuvor: Cruisin'

Ich war ja nun letztens auf einer Kreuzfahrt in die Karibik. Eigentlich das erste Anzeichen dafür, dass man wirklich alt ist – auch wenn sich neuerdings immer jüngere Generationen diesem nautischen Vergnügen hingeben. In diesem speziellen Fall gehörten wir jedoch genau in die Zielgruppe: Es war eine Disney Cruise mit entsprechend vielen Kindern und Eltern an Bord.

Dennoch profitiert man auf so einer Kreuzfahrt doch endlich mal vom deutschen Rentensystem (alter Zeiten). Besteht das Bordpersonal nämlich zumeist aus Leuten der zweiten Welt, sind sämtliche Bordprospekte (sogar die Bad-Utensilien) in vorzügliches Deutsch übersetzt – dem Weltmeister im Reisen wird demnach entsprechend gehuldigt.

Der Vorteil einer Disney Cruise liegt für die Eltern dabei klar auf der Hand: Man kann die Kinder in professionelle Obhut übergeben um ruhig und entspannt Cocktails am Erwachsenen-Pool genießen zu können. Alternativ kann man auch die Füße im Sand des Erwachsenen-Strands vergraben. Dem ab-18-Bereich kommt dabei eine ganz andere Bedeutung zu. Und so ganz nebenbei kommt man dadurch noch in den Genuss einer privaten Insel mit dazugehörigem Disney-Park: Castaway Cay. Eltern sei eine derartige Kreuzfahrt also wärmstens empfohlen!

Abschließend sei noch gesagt, dass Schiffsschwankungen durchaus lustig sind. Gemeinhin kennt man das allerdings schon von diversen Promille Blutalkohol. Das geradeaus-gehen ist übrigens auch nüchtern nicht leichter.

3340 Tage zuvor: Nachschub

Es gibt neue Bilder zu sehen!

Entweder in der hiesigen Galerie, oder aber direkt bei flickr.

3461 Tage zuvor: Peek-a-boo!

Nur kurz soviel: Der Schreibtisch ist aufgebaut, der Rechner zusammen geschraubt und das Internet ist auch schon da. Also alles bestens.

Mila auf dem Schreibtisch

In den nächsten Tagen (oder Wochen) werde ich mich dann mal daran machen die aufgestauten Mails abzuarbeiten.

3541 Tage zuvor: Nachwuchs!

Nachdem ich am Donnerstag trotz aller Widrigkeiten (Details folgen später) endlich in Miami angekommen bin, haben wir auch keinerlei Zeit verloren: Freitag-Nachmittag ging es in’s Krankenhaus und gestern um 17:59h Ortszeit (23:59h in Deutschland) war es dann so weit: Mila Leonia war da! Mutter und Kind sind wohlauf – und meine Eltern noch lange genug vor Ort gewesen um einen kurzen Blick auf ihre Enkelin werfen zu können.

3543 Tage zuvor: Reisewirren

Nachdem der Flug in der letzten Woche bereits ausgefallen ist, sollte es am Donnerstag also endlich losgehen. Mit einem Ersatz-Reisepass bewaffnet ging es morgens also los zum Hannoverschen Flughafen. Übrigens einer der angenehmeren auf der Welt, wie ich den Tag mal wieder feststellt durfte – klein genug um gemütlich und gemächlich alles angehen zu können, aber dabei groß genug um bequem überall hinzukommen. So störte es mich auch nicht weiter, dass ich bereits zwei Stunden vor Abflug da sein sollte.

Im Gegenteil: Einmal angekommen und zum Check-In durchgekämpft stellte ich recht schnell fest, dass es sogar eine gute Idee war sehr frühzeitig aufzubrechen. Die Lufthansa hat an dem Tag wohl eine neue Software für den Check-In freigeschaltet und so kam es, dass die Mitarbeiter ein wenig umständlich vorgingen und dabei von – scheinbaren – Support-Leuten beobachtet wurden. Leider verhalf mir diese Unterstützung auch nicht zu meinem Ticket von Zürich nach Miami: Man könne mir leider nur das Ticket von Hannover nach Zürich ausgeben, da die Swiss auf dem Ticket des Anschlussflugs ein Sperrkennzeichen gesetzt habe. Und so durfte ich dann ohne weiterführendes Ticket zunächst nach Zürich starten.

Einmal dort angekommen hatte ich denn auch schon zwanzig Minuten Verspätung. Bei gerade einmal 90 Minuten Umsteigezeit kamen hier schon erste Stress-Symptome auf. Immerhin brauchte ich mich nicht um mein Gepäck kümmern und konnte direkt den ersten Swiss-Schalter ansteuern um dort mein Ticket für den Weiterflug abzuholen. Zu meiner Zufriedenheit gab es dort auch keinerlei Schlangen und ich konnte zügig meinem Begehren Ausdruck verleihen. Und zwar vornehmlich der 15-jährigen Tochter einer Swiss-Angestellten. An diesem Tag war offensichtlich Mutter-Kind-Tag in der Schweiz und alles wimmelte von kleinen Kindern die ihrer Mutter bei ihrer täglichen Arbeit über die Schulter schauten und tatkräftig mit halfen. So knuffig das auch ist, trug es leider nicht zur Beruhigung meiner Nerven bei. Eher im Gegenteil. Doch hier sollte alles schnell und vor allem glatt gehen: Nachdem mein Reisepass eingegeben (manuell, weil der Scanner nicht funktionierte) und mein Ticket gefunden war, musste nur noch fix das Ticket ausgedruckt werden (an einem anderen Platz, weil der Drucker scheinbar nicht ging). Bewaffnet mit diesem Ticket raste ich nun in Richtung Gate – bei Transatlantik-Flügen gibt es schließlich seit einiger Zeit immer einen zweiten Security-Check, durch den ich auch erstmal noch durch musste.

Bei eben jenem zweiten Check angekommen musste ich mich brav in der Schlange einreihen – obwohl laut Ticket die Check-In Zeit bereits abgelaufen war und das Boarding schon begonnen hatte. In etwa zu dieser Zeit viel mir dann auch auf, dass auf dem Ticket der falsche Name stand! Scheinbar hat die Dame beim Schalter das falsche Ticket ausgedruckt. Aber immerhin war es derselbe Flug, so das ich durch den Sicherheits-Check problemlos durchkommen konnte. Endlich am Gate angekommen machte ich die Damen dort auf das Versehen aufmerksam. Mit einer gewissen Bleiche im Gesicht nahmen sie mir zügig mein Ticket ab und druckten mir ein neues – meines – aus. Leider wollten sie mich damit immer noch nicht an Bord lassen, denn das Ticket war nicht freigegeben. Ich sollte damit doch bitte zum Transferschalter in der Mitte der Halle gehen. Gehen ist gut, denn in diesem Fall gingen die ersten Passagiere schon an Bord und in 30 Minuten sollte der Flug starten. Ich rannte also zu eben jenem Transfer-Schalter und trug mein Anliegen erneut vor – zum dritten Mal.

Hier stellte sich dann heraus, dass das Ticket in der Woche zuvor von der Lufthansa-Hotline scheinbar nicht korrekt umgebucht wurde. Zwar hatte ich einen Sitzplatz reserviert und war auf dem Flug gelistet, das Ticket jedoch war angeblich nicht bezahlt worden. In diesem Moment war ich, nach Hannover, das zweite Mal ziemlich sauer auf die mangelnde Swiss-Lufthansa-Kooperation und brachte das, für mein Gefühl noch recht gemäßigt, auch zum Ausdruck. Die Damen dort zeigten Verständnis und entließen mich, 15 Minuten vor Abflug, mit dem bereits zuvor gedruckten Ticket wieder Richtung Gate. Über die Zahlungsfragen würde man sich später kümmern, ich solle erst einmal den Flug antreten. Das war denn auch die erste positive Nachricht des Tages und als ich dann fünf Minuten für Abflugtermin im Flugzeug saß, wurde ich auch wieder entspannter und konnte den durchaus angenehmen Service der Swiss-Stewardessen die gesamten elf Stunden lang genießen.

In den USA hingegen lief alles glatt: Es war zwar ziemlich voll, aber der Mann vom Department of Homeland Security war die Freundlichkeit und Person und hatte sogar einen Witz auf den lockeren Lippen. Mal schauen, was auf der Kreditkartenabrechnung stehen wird…

3547 Tage zuvor: Pass-Suche

Montag ist es. Der fünfte November, um genau zu sein. Eigentlich sollte ich ja schon seit gut fünf Tagen in Miami sein. Eigentlich. Wie bei so vielem im Leben kam es leider auch hier anders als gedacht. Ein kleiner Rückblick.

Da ich ja im kommenden Jahr ein wenig länger im vermeintlichen Land der unbegrenzten Möglichkeiten verweilen möchte, dachten wir es wäre eine gute Idee ein entsprechendes Visum beim US-Konsulat zu beantragen. Da laut Auskunft der entsprechenden Webseite die Bearbeitungszeit mit Vorbereitungen, Interview und anschließender Bearbeitung auch lediglich zwei Wochen betragen sollte, gingen wir davon aus dies zwischen zwei Flügen problemlos unterbringen zu können. Gesagt, getan und schon hatte ich einen Interview-Termin Anfang Oktober in Frankfurt. Das Interview im Konsulat war übrigens auch eine recht skurrile Geschichte, man kommt sich dort vor wie am Flughafen; bei all den Sicherheitsüberprüfungen und der Wartehalle. Skeptisch wurde ich denn auch hier zum ersten Mal, als ich nicht zu einem der “Hallo-hier-ist-ihr-Visum”-Schalter gerufen wurde, sondern darlegen musste warum meine Frau mir denn meine Papiere nicht beantragen würde (ganz einfach: Ich will ja gar nicht Einwandern). Danach wusste ich dann auch schon, dass die Bearbeitung statt drei Tagen wohl eine Woche in Anspruch nehmen würde. Was allerdings immer noch kein Problem darstellte.

Die Wochen zogen ins Land, der Abflugtermin rückte näher und vom Reisepass, den man beim Konsulat lassen muss, ward nichts mehr gehört. Zwischen Auszug und Wohnungsübergabe habe ich mir dann zwar noch einen vorläufigen Reisepass als Ersatz besorgt, musste dann aber recht schnell feststellen das er mir nicht wirklich weiterhilft: Seit Mai letzten Jahres darf man mit dem nicht mehr in die USA einreisen. Und so kam es wie es kommen musste und ich saß am Donnerstag-Abend immer noch in Deutschland – den Flug um eine Woche nach hinten geschoben.

Kommenden Donnerstag gibt es nun also den nächsten Anlauf. Diesmal allerdings höchstwahrscheinlich mit Reisepass: Das Visum wurde genehmigt und der Pass sollte die Tage bei mir eintrudeln. Hoffen wir mal, dass eine Kleinigkeit sich noch bis dahin gedulden kann.

3594 Tage zuvor: Golf - irgendwie

Abends halb-Neun in Florida. Miami Beach Golf Club. Nachdem die Sonne vor gut einer Stunde unter gegangen ist, herrschen die angenehmsten Temperaturen des ganzen Tages. Bepackt mit Taschenlampen machen wir uns auf die Jagd – eine Schnitzeljagd! An einigen Bunkern und Teichen vorbei geht es über sanfte Hügel und durch nasse Rasen-Sprenger. Immer den ausgelegten Spuren hinterher. Ein Riesen-Spaß für die ganze Familie! Was wohl der Greenkeeper davon hält, wenn er morgen die vielen kleinen Häufchen Sägespäne auf dem Rough und dem Fairway findet?

3597 Tage zuvor: Crandon Park Gardens

Am gestrigen Samstag waren wir in den Crandon Park Gardens, einem kleinen Park auf Key Biscayne – quasi die Nachbarinsel von Miami Beach. Todes-mutig haben wir uns gegen Mittag durch die gefühlten 45°C gekämpft um ein paar Tiere zu sehen, die hier frei leben. Neben einigen Leguanen gab es auch ein Mini-Krokodil zu sehen und etliche Vögel. Das interessanteste sind allerdings die leer stehenden Käfige gewesen, die allenthalben stark verrostet herumstanden.

Crandon Park Gardens

Dazu muss man wissen, dass der Park früher mal der Zoo von Miami war, bis dann ein Hurrikan aufzog und die Tiere evakuiert werden mussten. Seitdem ist der Zoo ein wenig außerhalb von Miami unter gekommen. Das Ambiente in diesem Park jedoch hat in meinen Augen davon profitiert. Es lag ein Hauch von 12 Monkeys in der Luft.

3621 Tage zuvor: So fern und doch so nah

Fernbeziehungen sind eine komische Sache: Man ist sich nah, aber irgendwie auch nicht. Man nimmt am Leben des anderen teil, aber irgendwie auch nicht. Man ist für einander da, aber irgendwie eben auch nicht. Und ab einer gewissen Entfernung kommt dann auch noch eine Zeitverschiebung hinzu, die sich in den illusteren Momenten bemerkbar macht.

Wie ich in den letzten Monaten erfahren konnte, bietet das Internet in dieser Hinsicht gänzlich neue Möglichkeiten. Zwar kann es die Hürden einer Fernbeziehung auch nicht abschaffen, aber zumindest ein wenig herabsetzen. Ein paar praktische Beispiele.

  • Skype – unangefochtene Nummer Eins nicht nur in Sachen Internet-Telefonie, sondern auch bei der Video-Telefonie. Und dabei auch noch völlig für lau! Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern bietet einem auch die Möglichkeit einander zu sehen. Kategorie Must-Have!
  • Instant Messaging – Sind Webcam und Mikrofon mal nicht zur Hand, sind Instant-Messaging-Services eine tolle Möglichkeit zur direkten Unterhaltung. Und Bilder kann man damit auch super verschicken.
  • Email – Die gute alte Email erlebt wahrlich eine Renaissance wenn man in abgeschotteten Netzwerk sitzt. Außerdem ist es auch nach wie vor das beste Medium zur indirekten Kommunikation.
  • Blumenläden – Komplett neue Möglichkeiten eröffnet das Internet mit dem Online-Shopping. Wie hätte man zuvor etwa einen Blumenstrauß in Übersee bestellen sollen? Fleurop war gestern, es lebe die lokalisierte Suche!
  • Amazon – Auch der Online-Shop Nummer Eins bietet selbstredend eine Fülle an Möglichkeiten um kleine Präsente auch an entfernte Orte liefern zu lassen.
  • Foto Dienste – In dieselbe Bresche wie die Blumenläden schlagen auch die lokalen Dienste für Digitalfoto-Abzüge. Warum sollten die immer nur zu Hause gedruckt werden, wenn man sie auch für jemand anderen drucken lassen kann? Digitalisierte Daten sind nun mal schnell am anderen Ende der Welt.

Aber es gibt natürlich auch noch andere Möglichkeiten miteinander Zeit zu verbringen, sei es ein gemeinsamer Kinobesuch (mit Online Ticket-Reservierung) oder eben auch das gute, alte Telefon (mit passenden Call-by-Call Anbietern). Aber das alles ist natürlich nur eine Übergangslösung bis man wieder in das nächste Flugzeug steigt (mit Online Ticket-Kauf).

Wie konnte man nur ohne das Internet leben?

3649 Tage zuvor: Dual-Kino

Neulich haben wir, also ich und meine Angetraute, beschlossen ins Kino zu gehen. Das war letzten Monat. Nun, mittlerweile trennt uns zwar ein Ozean, aber das hat uns nicht daran gehindert den Plan heute in die Tat umzusetzen. Als also in Miami Beach I Now Pronounce You Chuck and Larry gezeigt wurde (Kommentar: “interessant”), saß ich hier in Karlsruhe auch im Kino um, wie Homer so treffend gesagt hat, für etwas zu bezahlen was man im Fernsehen umsonst haben kann. Aber was tut man nicht alles um die Kinogutscheine endlich mal los zu werden. Besagter Gutschein lag ja auch erst seit zwei Jahren bei mir herum.

Simpsons - The movie

Was soll man nun von diesem Streifen halten? Sicherlich keine geistigen Höhenflüge, soviel steht schonmal fest. Aber der Film weiß genau mit der Art Humor zu begeistern, die einen auch schon immer im Fernsehen fasziniert hat: Derb und absurd mitunter aber auch feinsinnig oder subtil. Ergo: Prädikat kurzweilig.

Update
Beim Spiegel-Online gibt es jetzt auch einen interessanten Artikel aus einer anderen Perspektive dazu.

3670 Tage zuvor: ...zu erzählen.

Rückflüge zu verschieben ist ja eine unserer kleinsten Herausforderungen. Und so wurde der Aufenthalt in Übersee auch dieses Mal um eine Woche verlängert nachdem der Chef telefonisch nichts einzuwenden hatte (wofür man die Wartezeit in einer Schlange – diese spezielle war vor dem Disney-World in Orlando – nutzen kann). Im Gegensatz zum Abflugtermin in Richtung Las Vegas gute vier Wochen zuvor kamen wir dieses Mal auch pünktlich los. Somit war der Check-In auch problemlos und ziemlich unspektakulär abgehakt. Und da auch weit und breit keinerlei Schlange in Sicht war, viel der Abschied umso langwieriger und schmerzhafter aus. Es gibt einfach keine positiven Seiten daran seine schwangere Ehefrau auf einem anderen Kontinent zurück zu lassen.

Das Gate zu finden stellte diesmal übrigens auch keine Herausforderung dar und konnte resolut bewältigt werden. Einmal dort angekommen setzen zwar schon die ersten Gedanken über einen etwaigen Rückflug ein, aber da der Flug tatsächlich pünktlich war sollte man sich schon bald wieder auf andere Gedanken bringen können. Und so kam es denn auch, dass das Boarding tatsächlich pünktlich los ging, alle Passagiere zur Abflugzeit in der Kabine saßen und die Türen auch prompt geschlossen werden konnten. Auf die Sekunde pünktlich für eines jener lokalen Gewitter in Miami, die so stark ausfallen das auch ein Flughafen gesperrt werden muss. In diesem Fall für lange sechzig Sekunden.

Regen in Miami

Auf diese Weise wurde die Wartezeit im Umsteige-Flughafen Philadelphia ein wenig kürzer – statt vier nur noch drei Stunden. Was wiederum sehr gut ist, da ich diverse Flashbacks zu dem Umsteigen während meines Hinflugs hatte. Und ein am Telefon weinendes Kind, dass heiser “But I want you back!“ ins Telefon schluchzt bringt einen auch nicht auf positivere Gedanken. Immerhin ging der Anschlussflug nach Frankfurt überpünktlich zum Boarding über und startete dafür verspätet wegen fehlender Passagiere. Was allerdings nicht viel ausmachte da ich es tatsächlich einmal geschafft habe im Flugzeug zu schlafen – und zwar die komplette Strecke. Auf dem Weg von Hawaii nach Miami hätte ich auch soviel Glück nötig gehabt.

Einmal auf deutschem Boden angekommen musste ich schon ganz unbewusst auf die unterschiedlichen Mentalitäten achten. Abgesehen von vielen Kleinigkeiten ist mir vor allem der Zöllner im Gedächtnis haften geblieben: Wo in den USA jeder freundlich ist und einen nur dann grimmig anschaut um etwas damit zu bewirken schien der deutsche Beamte dort am Schalter vor mir von seiner Arbeit dermaßen angeödet zu sein das er sich nicht einmal zu einem direkten Augenkontakt durchringen konnte. Das also ist mein Heimatland und es scheint wirklich froh zu sein mich zurück zu haben.

Was also tut man in einer Heimat, in der man sich ziemlich fehl am Platze fühlt? Richtig, man fährt irgendwo hin um sich abzulenken. In diesem Fall ist die Wahl dann auch auf Hannover gefallen. Da es Freitag ist sollte das auch kein Problem darstellen – und so ging es direkt zum Bahnhof in Frankfurt und von dort aus gen Hildesheim, wo ein Privattaxi auf mich warten sollte um mich nach Hannover zu bringen. Die ersten Stunden waren dann auch damit voll gestopft viele Leute anzurufen und das ein oder andere Wiedersehen in Hannover zu organisieren. Vor allem auf das Essen im Bord-Restaurant habe ich mich dabei gefreut – doch das war leider ein wenig zu früh. Wie ich bereits in Miami mitbekommen hatte, gab es diverse Streik-Szenarien bei der Deutschen Bahn. Unter diesen Gesichtspunkten war ich ja schon froh, dass mein ICE überhaupt fuhr und dazu auch noch pünktlich war! Doch kaum hatte ich mich auf der reichhaltigen Karte für ein Mittagsmenü entschieden, wurde auch schon bekannt, dass es gar nichts mehr zu Essen gab. Da hat wohl irgendjemand gestreikt. Und so sollte denn auch das Eiersandwich vom Vortag das letzte sein, was sich bis zum Abend gegessen haben sollte.

Doch so richtig in Deutschland angekommen bin ich dann wirklich erst in Hildesheim, als ich bei 15°C im Regen auf der Straße stand und auf mein (verspätetes) Taxi gewartet habe: Ein Provinznest bei typischen Wetter mitten im Sommer holte mich recht schnell wieder auf den hiesigen Boden der Tatsachen zurück. Es war, als ob man nie weg gewesen wäre.

3685 Tage zuvor: A girl!

And now you guys will have a girl!, sagte die nette Dame gestern im Krankenhaus bei der Ultraschall-Untersuchung.

Woran man das erkennt? Ganz einfach daran, dass es kein Junge wird. Pragmatisch eben.

3686 Tage zuvor: ...eine Menge...

Sonntag, 21:36 – Lihu’e
Was ein Tag – heute früh mussten wir unser Zimmer räumen. Und unser Flug geht erst in einigen Minuten los. Der Tag war somit also schon entsprechend lang, was sich jetzt langsam bemerkbar macht. Vielleicht war die Idee heute Vormittag noch auf eine Klettertour zu gehen auch nicht unbedingt das passendste wenn man bedenkt das man in der Zwischenzeit keine Möglichkeit hat sich nochmal richtig unter eine Dusche zu stellen – aber was soll’s, immerhin hat es Spaß gemacht. Der Check-In am Flughafen ging übrigens wiederum gewohnt routiniert vonstatten. Diesmal auch wieder mit ein paar Einlagen des Flughafen-Zeitvertreibs Nummer Eins: Schlange-stehen. In Summe waren es vielleicht 45 Minuten. Damit nimmt Lihu’e einen mehr oder minder guten Platz in der Mitte ein. Einziges Manko war diesmal das Einkassieren meines Deos, der Zahnpasta und meines Parfums: Ich habe vergessen die drei Dinge, die zudem auch schon wie gefordert in einem durchsichtigen Beutel waren, aus meinem Rucksack zu nehmen. Das viel natürlich auch sofort auf. Doch anstatt den Beutel nochmals durch das Röntgengerät zu schicken (wie es mir bereits in Stuttgart passiert ist), wurden die drei Dinge einfach einbehalten. Man meinte es wäre ja ansonsten Schmuggel. Nunja, meine werte Frau meinte sie würden mein Parfum einfach nur behalten wollen.

Sonntag, 22:58 – Irgendwo über dem Pazifik
Mein Schicksal nicht in Autos, Zügen oder eben Flugzeugen schlafen zu können holt mich wieder ein. Ich bin müde – reichlich müde und würde vermutlich in jedem Bett innerhalb von Sekunden in den Schlaf fallen. Doch hier kann ich nur zwischen meiner schlafenden Familie sitzen und mich anderweitig beschäftigen. Nicht unbedingt die leichtestes Aufgabe wenn man noch drei Stunden Flug vor sich hat und selbst die Stewardessen hinter mir liegen und Schlafen. Immerhin kommt so die werte Leserschaft zu einem kleinen Update. Ich bin schon gespannt wie sich die insgesamt sechs Stunden Zeitversatz zusammen mit einem Schlafmangel auswirken werden. Das dürfte eine gute Probe für den Flug zurück über den Atlantik in anderthalb Wochen abgeben.

Montag, 07:13 – Los Angeles
Wo kommen um diese Uhrzeit all die Menschen her? Da denkt man sich es wäre eine gute und passende Idee den zweistündigen Zwischenstop für eine aufmunternde Tasse Kaffee zu nutzen, und dann macht die Schlange am Schalter von Starbucks denjenigen auf der Expo Konkurenz (zu Zeiten mit Besuchern, wohlgemerkt). Diese Schlange jedenfalls darf sich aus zweierlei Gründen nicht in den Flughafen-Vergleich einreihen: Zum einen hatte sich optionalen Charakter und zum anderen habe ich sie ausgelassen. Allerdings scheint es hier heute auch eine sehr imposante Schlange zu geben, nämlich der beim Security-Check. Etliche Flüge gehen mit fehlenden Passagieren oder Verspätung weg weil diese, so zumindest die Aussage eines mitleidenden Passagiers, in eben jener Schlange festhängen. Sei’s drum, für uns ist kein Schlange-stehen drin an diesem Flughafen.

Montag, 11:08 – Irgendwo über den USA
Meine Launa hat sich in den letzten drei Stunden dieses Fluges erheblich gebessert. An Schlaf war zwar immer noch nicht zu denken, aber ich war zumindest sehr erfolgreich am dösen. Eine gern gesehene Erholung, wie ich bereitwillig eingestehe. An Schlaf war schon allein des schreienden Babys drei Reihen und des plärrenden DVD-Spielers zwei Reihen vor uns nicht zu denken.

Montag, 18:43 – Miami
Der Tag nimmt einfach kein Ende. Auf Kaua’i ist es jetzt schon wieder12:43h und ich habe bislang keine Minute schlafen können. Vor 24 Stunden sind wir gerade den Kalalau-Pfad hoch-gekraxelt und jetzt bin ich tausende von Kilometern entfernt auf einer anderen Seite der Erde. Und die sechs Stunden Jetlag schlagen erst ab morgen zu. Immerhin verlief der Flug hierher problemlos. Die Koffer kamen mit als erste auf dem Förderband angefahren und Elena, die so nett war uns am Flughafen abzuholen, war auch bald da. So sitzen wir jetzt hier in Miami Beach und bereiten uns auf eine hoffentlich erholsame Nacht vor, denn morgen früh um 8:00h klingelt schon wieder der Wecker – die ersten Termine warten direkt am morgigen Tag auf uns.

3688 Tage zuvor: Aloha!

Das ist also dieses Hawai’i, von dem alle reden. Um genau zu sein ist es mitnichten Hawai’i im Sinne von Honululu (das ist auch eher auf Oah’u), sondern Kaua’i. Kaua’i wird auch “The Garden Island” genannt. Warum das so ist erfährt man auch schon beim Anflug auf die Insel: Sie ist grün – Urwald-Grün. Allerdings muss man mit ihr erst ein wenig warm werden. Vielleicht liegt das aber auch daran, wie unsere ersten 24 Stunden hier verlaufen sind. Denn in denen wurden wir nicht nur im Supermarkt über den Tisch gezogen (den Preise nach zu urteilen scheint es sich bei Princeville entweder um eine Touristen-Hochburg oder einen Millionärs-Club zu handeln) und bei der “Island Orientation” in eine anderthalb-stündige Verkausveranstaltung für Ausflüge gelotst (bei der Sandra um ihren Gewinn eines Segelboot-Ausflugs gebracht wurde), sondern es fehlte auch einer dieser umwerfenden Momente, in denen einem der Mund offen stehen bleibt und man einfach nur staunen kann (den gab es zum Beispiel in San Francisco als wir morgens aus dem Hotel gekommen sind und realisiert haben wo wir sind). Und die Hoola-Mädchen fehlten auch!

Dabei hat die Insel durchaus viel zu bieten. Hier gibt es wunderbare Strände, wie aus dem Bilderbuch, an denen weißer, feiner Sand den blauen Pazifik in wunderschönen Buchten umrandet und Palmen und andere Bäume einem direkt am Strand Schatten spenden. Es gibt alle Arten von Sportangeboten (die allerdings für meinen Geschmack zu sehr vermarktet werden). Und es gibt zahlreiche Wasserfälle, nicht nur in den grünen Bergen. Die vielen Vögel (vor allem Hühner, die frei herumlaufen und einen Morgens wecken) und die ausgeprägte, imposante Flora zusammen mit den wirklich schönen Panoramen sind übrigens das, was den Charakter dieser Insel denn auch ausmachen. Ich habe noch nirgends zuvor so viele verschiedene Arten von Pflanzen und Tieren auf einen Haufen gesehen. Und auch das Wetter passt sich dabei sehr gut ein: Es gibt Regen bei Sonnenschein, Regenbögen ohne Regen, Regen ohne Wolken und natürlich auch strahlend-blauen Himmel bei vollem Sonnenschein. Dabei ist das Wetter nicht nur sehr vielfältig, man hat auch das Gefühl das es sich mit jedem Meter ändert, den man sich bewegt.

Das interessanteste und kurzweiligste war allerdings das Wandern. Dabei sind wir bei einem Ausflug zu dem Waimea-Canyon eher zufällig auf den Pihea-Pfad gestossen, der direkt beim Pu’u o Kila-Aussichtspunkt beginnt. Der gerade mal eine Meile lange Weg (circa 1,8 km) ging dabei über einen Berg-Grat zu einem wirklich atemberaubenden Aussichtspunkt auf etlichen Fuß Höhe. Normaler Weise soll man von hier aus einen umwerfenden Ausblick auf den östlichen Teil der Insel und den Pazikfik haben, aber zu meinem Glück wurde die Aussicht auf dem Hinweg durch etliche Wolken verbaut, die sich teils unter und teils direkt auf dem Weg türmten. So konnte ich meiner Höhenangst ein Schnippchen schlagen und den Weg ohne weiche Knie abwandern.

Einen Quoten-Strandtag gab es aber auch. Schließlich kann man ja nicht einfach auf eine Insel mitten im Pazifik (um die halbe Erde herum!) fliegen ohne zumindest einmal in den Fluten geschwommen zu sein. Zumal mein Name auf Hawai’ianisch soviel wie Meer heißt. Und wie Murphy es schon so treffend beschrieben hat, war das auch der einzige Tag, an dem ich mich nicht komplett mit Sonnencreme eingeschmiert habe. Das übliche Schicksal der Deutschen auf Sonnen-Urlaub wollte ich dann zwar noch mit einer weiteren, nachträglichen Portion Sonnen-Blocker auf den zuvor ausgesparten Körperteilen abwenden, aber Murphy wusste schon was er schrieb und so habe ich nun auf den Schultern einen ziemlich unlustigen (wenn auch nicht wirklich schwerwiegenden) Sonnenbrand. Immerhin gab es ein interessantes Muster ab.

Wem also kann ich nun diese Insel empfehlen? Im Prinzip all jenen, die auch Madeira toll finden. Ich selbst war dort zwar noch nicht, hatte mich mit der Portugiesischen Insel im Atlantik aber bereits vor einigen Jahren beschäftigt. Und was ich von dem dortigen Angebot noch in Erinnerung habe (Wandern, immergrüne Fauna, eine einzige Straße rund um die Insel) kann es dort nicht alzu viel anders sein. Abgesehen vom Flair vielleicht. Aber eine amerikanisierte Sonnen-Insel ist schließlich auch nicht jedermanns Sache (scheinbar auch nicht jedem Hawai’ianer, wenn man den “Free Hawai’i”-Stickern auf diversen Autos Glauben schenken darf). Ich für meinen Teil muss sagen, dass es mir diese Insel durchaus angetan hat und ich es mir vorstellen kann in einigen Jahren wieder zu kommen. Dann vielleicht mit einem klareren Ziel vor Augen was es hier alles anzustellen gibt.

3695 Tage zuvor: ...und seine Familie...

08:02 – San Francisco
Neue Stadt, neuer Flughafen. Nach den Erfahrungen des Fluges von Miami nach Las Vegas sind wir diesmal schon ein wenig früher losgefahren – circa eine Stunde früher. Dafür ist man jetzt zwar entspannter, aber reichlich müde. Und spannend bleibt es auch diesmal: Der Check-In für den Anschlussflug von Honolulu nach Kaua’i hat für einen der drei Passagiere nicht geklappt. Mal schauen was die Damen auf Hawaii dazu sagen werden, wenn wir erst einmal da sind. Aber da wir dort gute vier Stunden Aufenthalt haben werden, sollte auch das eher eine Abwechslung denn eine stressige Nebenaufgabe darstellen. Es gab hier jedenfalls überhaupt keine Schlangen zum anstehen, und das ganz ohne das zu-spät-kommen aus Miami. Langweilig.

12:06 – Irgendwo über dem Pazifik
Gestern habe ich den Pazifik das erste Mal gesehen und heute schon werde ich ihn zur Hälfte überqueren. Auf der Karte sieht das nach einer ziemlich weiten Strecke aus. Und auch der Flug ist nicht der kürzeste. Aber die fünf Stunden stehen in guter Konkurrenz zum Flug nach Vegas und können mit einem Trans-Atlantik-Flug dann doch nicht mithalten. Nichtsdestotrotz bin ich auf Hawai’i ziemlich gespannt. Vor allem was die Sonne zu bieten hat. Denn der gestrige Tag hat mir eine Lektion gelernt: Man kann auch beim Frieren einen Sonnenbrand bekommen (nicht witzig).

12:25 (15:25) – Honolulu, Oha’u
Aloha! Endlich ist es wieder warm. Der erste Schritt aus dem Flugzeug auf die Insel ist schon als solcher sehr exotisch. Wie mein Arzt erst letztens mit leuchtenden Augen sagte: “Honolulu! Schon allein der Name!” Recht hatte er. Und meine Uhr geht – Dank der 12-stündigen Zeitverschiebung – auch wieder richtig. Lustig an diesem Flughafen ist jedenfalls, dass die Verbindungsgänge zwischen den einzelnen Terminals nicht etwa wie überall sonst verglast sind, sondern offen. So hat man hier tatsächlich die Gelegenheit direkt neben einem Flugzeug zu sitzen – und kann es vermutlich sogar anspucken. Das Ticket zu bekommen war sehr unspektakulär: Man hat es uns einfach ausgedruckt. Nachdem wir dann leider doch nicht auf den ersten Flug nach Kaua’i gekommen sind, sitzen wir jetzt am Flughafen und genießen die Aussicht auf das Flugfeld während wir auf unseren Anschlussflug warten. Wiederum ohne Schlangen.

14:52 – Lihu’e, Kaua’i
Jurassic Parc und Lost waren die ersten Vergleiche, die mir beim Anblick der Insel einfielen. Es ist ein grünes Stück Dschungel mitten im himmelblauen Pazifik. Aber dennoch muss gesagt werden: Man hat uns um den Blumenkranz betrogen. Ich meine mich erinnern zu können vor nicht alzu langer Zeit noch gelesen zu haben das jeder Ankommende einen dieser berühmten Blumenkränze zur Begrüßung bekommt. Wir leider nicht. Immerhin, ein wenig Abwechslung kam in Honolulu dann doch noch rein: Wir haben einen der früheren Flüge noch als Stand-By Passagiere bekommen – sehr spontan im Sinne von innerhalb einiger Sekunden. Zumindest in Bezug auf die einlullende Okulelen-Musik war es recht gut. Denn die wurde am Flughafen langsam aber beständig immer penetranter. Jetzt fehlt uns hier in Lihu’e eigentlich nur noch das Gepäck. Aber das kommt wohl erst mit einer späteren Maschine hinterher.

18:42 – Princeville, Kaua’i
Der Weg vom Flughafen um die halbe Insel herum zu unserem Domizil war wesentlich kürzer als erwartet. Statt der erwartete knappen Stunde haben wir nur circa 20 Minuten benötigt. Das durchaus warme Klima (irgendwo zwischen Las Vegas und Los Angeles anzusiedeln, oder einfacher gesagt: Miami ohne Luftfeuchtigkeit) ist mittlerweile auch sehr angenehm und den ersten Einkaufs-Schock (US-$ 6 für 64 Fl. Oz.) haben wir auch überwunden. Jetzt kann es also mit der Erholung so richtig losgehen. Eine in diese Gefilden denkbar einfache Aufgabe.

3696 Tage zuvor: ...haben er...

Donnerstag, 16:04 – Kalifornische Ödnis
Knappe vier Tage Tage Las Vegas waren das also. Nachdem die ersten Tage vor allem mit Orientierung und Heiraten vollgestopft waren, konnten wir den gestrigen und heutigen Tag dann also dazu nutzen uns voll und ganz den touristischen Attraktivitäten hin zu geben. Hover Dam, der Strip bei Nacht, Paris, Venetian, Treasure Island, Caesar’s Palace, Belagio und selbstredend unser Hotel, das Luxor: Alle Punkte wurden abgehakt. Abgesehen vom Stratosphere Tower jedenfalls – da hat mir meine Höhenangst dann doch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und nun also sind wir mitten im nirgendwo, auf dem Weg von Las Vegas nach Los Angeles. Es ist, das muss man wirklich so sagen, dass erste Mal das man wirklich merkt das man mitten in der Wüste ist. Auch wenn in Vegas auf den Hotelzimmer die üblichen Schilder darum bitte auf den Wasserverbrauch zu achten und Handtücher mehrmals zu benutzen: Wer sich Swimming Pools und illustre Wasserspiele leisten kann, der kann per Definition nicht unter einer Dürre leiden. Übrigens haben wir das Hotelzimmer heile gelassen, aber die Putzfrauen waren auch zu aufdringlich.

Freitag, 08:48 – Los Angeles
Wer hätte gedacht das es in Kalifornien so kalt ist? Zumindest in den einschlägigen Filmen, von denen man die Stadt ja schon mehr oder minder gut kennt, wird einem durchaus etwas anderes suggeriert. Und die Gegend, in der die Freunde der Braut wohnen bei denen wir heute übernachten, erinnert einen auch an durchaus an das, was man als Los Angeles in diversen Filmen vermittelt bekommt – Reservoir Dogs fällt mir da spontan ein, auch wenn es in diesem speziellen Fall eine durchaus ruhigere Gegend ist. Nach dem kleinen Zwischenstop geht es heute jedenfalls über den Highway 1 gen San Francisco.

Freitag, 12:23 – Highway 1
Kalifornien ist schon eine merkwürdige Gegend. Wir sind jetzt schon circa drei Stunden unterwegs aber die Dunstglocke von Los Angeles liegt immer noch wie ein gelber Film über allem. Die Sichtweite ist miserable auch wenn es ansonsten ein schöner, sonniger Tag ist. Kalt ist es übrigens trotzdem.

Freitag, 17:36 – Highway 1
Auch nach guten acht Stunden des Fahrens ist Kalifornien immer noch ein merkwürdiger Ort. Wenn auch ein schöner. Wir sind durch zahlreiche Gegenden gefahren, die uns an etliche Orte in Europa erinnert haben: Spanien, Italien, Frankreich, Dänemark und Korsika waren dabei, aber auch die Nordsee und der Schwarzwald. Mit der Fahrt durch die Wüste gestern kann man also durchaus sagen, dass es sich um ein abwechslungsreiches Land handelt. Dabei ist die Strecke, die an der Küste entlang läuft und sich dabei um die Berghügel und an den Klippen vorbei windet wirklich atemberaubend! Und das hängt diesmal nicht mit meiner Höhenangst zusammen. Bei einem kleinen Zwischenstop haben wir übrigens sofort Gesellschaft von diese kleinen Küstenbewohnern gemacht:

Squirrel?

Hat jemand einen Ahnung um was es sich dabei handelt?

Freitag, 23:13 – San Francisco
Aus dem “bis 21:00h fahren wir noch” wurde dann eine Ankunft gegen 22:00 in San Francisco – natürlich ohne ein Hotel in der Hinterhand. Somit hatte Roxy, die nette Dame aus Los Angeles, mit ihrer Zeitangabe von 12 Stunden für die Fahrt ziemlich gut gelegen (wenn man die Pausen rausrechnet). Jedenfalls sind wir dann recht ziellos durch Downtown San Francisco gekurvt (die Giants hatten überflüssiger Weise auch noch ein Spiel) und haben ein Hotel gesucht. Nur gut das Roxy’s Freund mal hier gewohnt hat und uns dann doch noch ein bezahlbares Hotel empfehlen konnte. Somit ist auch dieses Kapitel gut ausgegangen und wir können jetzt todmüde in die Betten fallen.

Samstag, 17:04 – San Francisco
Teil Eins der touristischen Erkundungen ist abgeschlossen. China-Town, Little.Italy, Peer 39 und die obligatorische Fahrt mit einem Cable-Car liegen somit hinter uns. Und San Francisco ist wirklich eine schöne Stadt! Neben New York und Chicago zählt sie auch nicht ohne Grund zu den drei Städten in den USA, die ich mir schon immer mal anschauen wollte. Jetzt, da die Stadt einige Stunden ihren Charme auf mich wirken lassen konnte, kann ich auch gut verstehen warum Roland Austinat hierher gegangen ist – diese Stadt ist so vielseitig, so abwechslungsreich und dabei so charmant und freundlich das man sich schwerlich vorstellen kann einen schöneren Ort auf Erden zu finden. Daher werden wir die letzten Stunden bis zur morgigen Abreise noch damit verbringen die Golden-Gate Bridge und vermutlich auch Lands End noch einen Besuch abzustatten bevor wir unsere Koffer wieder zusammen packen und morgen früh zum Flughafen fahren.

3700 Tage zuvor: Welcome to fabulous Las Vegas

Just married:

Just married

Bilder für die Familie werden beizeiten nachgereicht.

3702 Tage zuvor: ...eine Reise tut...

14:24 – Miami
Anderthalb Tage Miami. Gesehen habe ich nicht viel, aber deswegen bin ich ja auch nicht hier. Heute nun geht es also weiter nach Las Vegas. Nachdem der Vormittag daraus bestand endlich mal wieder auszuschlafen und die Koffer für die Weiterreise zu packen (nicht meiner, den habe ich erst garnicht ausgepackt), geht es jetzt also weitere drei Zeitzonen gen Westen.

16:32 – irgendwo über Florida
Airborne. Endlich! Die gute Nachricht dabei ist, dass ich jetzt vier Stunden Zeit habe mich von den letzten zwei Stunden zu erholen. Warum? Schauen wir mal zurück: Circa zehn Minuten nach dem letzten Eintrag sind wir am Flughafen angekommen, jedenfalls standen wir gegen 14:40 am Schalter – was ja eigentlich auch kein Problem wäre, wenn der Flug nicht um 15:30 gehen und um 14:45 der Check-In geschlossen würde. Nun, wir haben es also dennoch geschafft rechtzeitig dort zu sein. Beim Sicherheits-Check sind wir dann auch ein wenig bevorzugt behandelt worden, so das wir uns schon kurze Zeit später auf den Weg zu unserem Gate machen konnten. Die damit verbundenen 15 Minuten Schlange-Stehen sprechen somit im Vergleich der anderen Flughäfen auch eine klare Sprache. Wie auch immer, der Weg zum Gate war demnach eher sportlicher Natur. Im straffen Gang sind wir die diversen Gänge des Flughafens abgelaufen – immer Gate A35 entgegen. Für den kleinen Jeremy muss es ein kleiner Marathon gewesen sein, sind seine Beine mit drei Jahren doch noch ein wenig kürzer als die unseren. So sind wir denn auch recht zügig an Gate A angekommen. Aber leider gab es kein Gate A35. Warum eigentlich? Ein weiterer Blick auf die Tickets offenbarte es: Wir waren am falschen Gate! Und als ob das Schicksal Murphy ein weiteres mal bestätigen wollte, mussten wir ausgerechnet zu Gate E5 – der so ziemlich am anderen Ende des Terminals ist. Also das Kind in den Buggy gesetzt, die Taschen geschultert und denselben Weg, den wir gerade im Schnellgang abgelaufen haben nochmal in umgekehrter Reihenfolge abgerannt. Ein wenig peinlich war es ja schon, vor allem bei jenen Leuten, die uns vorhin entgegen gekommen sind. Aber was will man machen? Um 15:20, also nach ziemlich genau 15 Minuten für die Leibesertüchtigung, sind wir dann endlich am richtigen Gate angekommen. Alles war gut. Alles? Jedenfalls abgesehen von dem kleinen Detail das uns die Dame am Schalter enthüllte: Wir seien zu spät, unsere Sitze bereits an andere Passagiere vergeben und wir würden jetzt auf den Nachmittags-Flug umgebucht. Das also ist die berühmt Kunden-Orientierung der USA. Mein neuer kroatischer Bekannter hatte es mir ja bereits gesagt: Solange sie Geld von einem wollen sind sie alle nett und zuvorkommend – aber wenn man dann bezahlt hat interessiert sich niemand mehr für einen. Und so hat auch alles mosern nichts geholfen, die Dame wollte uns kategorisch nicht in das Flugzeug lassen. Ein Steward aus dem Flugzeug jedoch hatte sich netter Weise um den Ruf der Airline (übrigens American Airlines) bemüht und den Stand-By Passagier gefragt ob er uns wieder Platz machen würde. Das hat der gute Mann dann auch und so mussten wir lediglich mit der Schmach leben als letzte in das Flugzeug zu kommen (wer mal wissen möchte wie es sich anfühlt von geschätzten 200 Leuten gemustert zu werden, sollte mal zu spät ein Flugzeug besteigen) und unsere Sitzplätze verloren zu haben. Aber der gemeine Amerikaner scheint netter zu sein als so manche Airline, und so kam es das wir jetzt zumindest grob nebeneinander sitzen und doch noch mehr oder minder pünktlich zum nächsten Ziel fliegen.

21:07 – Las Vegas
Der erste Eindruck von Las Vegas verspricht nicht weniger als das, worum sich alles in dieser Stadt zu drehen scheint: Gambling. Kaum ist man aus dem Flugzeug ausgestiegen und verlässt sein Gate steht man schon neben den ersten Spielautomaten. So gesehen ergibt es für einige Leute vermutlich sogar einen tieferen Sinn Las Vegas als Ort zum umsteigen von einem Flug in den anderen zu wählen. Wie auch immer, Las Vegas mutet an wie ein Disney-Land für Erwachsene. Die Hotels des Strip ähneln den Burgen aus dem Traumreich für Kinder in frappierender Weise. Selbst die Attraktionen, die innerhalb der Hotels auf dem “Attraction Floor” angeboten werden, finden sich vermutlich in derselben Art auch in besagtem Kinderparadies wieder. Im Gegensatz zu der Ausgabe für die kleinen stehen hier allerdings vor allem besagtes Gambling und die üblichen Exzesse für Erwachsene im Vordergrund: Rauchen (vor allem in den riesigen Casinos), Alkohol (sogar ohne die stylischen braunen Papiertüten) und Sex (die Flyer haben in Sachen Freizügigkeit europäisches Niveau). Womit auch der Hintergrund der Redewendung “Happens in Vegas, stays in Vegas” zur Genüge hinterleuchtet wäre. Das Wetter ist hier übrigens noch wärmer als in Miami. Allerdings ist die Luftfeuchtigkeit hier nicht so hoch als das es eine derart drückende Wärme wäre. Aber man schafft es dennoch mit Leichtigkeit an Körperteilen zu schwitzen, von denen man nicht einmal wusste das sie Schweißdrüsen haben. Da bringt auch die Kühle der Nacht keine Abhilfe, da es nicht nennenswert kühler wird wenn die Sonne erst einmal hinter dem Horizont verschwunden ist – und so etwas nennt sich nun Wüste.

3704 Tage zuvor: Wenn einer...

6:45 – Ettlingen
Nachdem eine unruhige und nicht unbedingt erholsame Nacht überstanden ist, geht es nun also los. Das ungute Gefühl im Magen meiner Wohnung zu sehr zu vertrauen weil ich sie so lange sich selbst überlasse, trotte ich meinen Weg – unter einem wolkenverhangenen Himmel mit seichtem Regen bei gefühlten 15 Grad – der Straßenbahnhaltestelle entgegen. Etappe Eins beginnt.

7:36 – Karlsruhe
Wie viele Stunden habe ich eigentlich schon am Hauptbahnhof, diesem Gleis Drei, wartend verbracht? Es müssen etliche sein. Und heute kommen wieder einige Minuten hinzu. Langsam schreit der Kreislauf nach Schmiermittel, das Bord-Restaurant klingt daher ziemlich verlockend. Leider wird die Zeit nicht für ein Frühstück reichen.

8:06 – Mannheim
Sieben Minuten zum Umsteigen. Was auf dem Papier und vor allem während des gemütlichen Einrollens in den Bahnhof ziemlich wenig zu sein scheint, nach Lauferei und Hektik riecht, entpuppt sich dann doch als ideale Zeitspanne. Noch einen Kaffee trinken, einige weitere Minuten die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen – Routine aus den zahlreichen Bahnfahrten der letzten Jahre – und es beginnt die dritte Etappe.

10:07 – Frankfurt
Zwei Stunden Schlange-stehen später. Angesichts dieser doch recht imposanten, wenn auch nicht unbedingt langweiligen, Zeitspanne wundert es doch nicht weiter das man bei Auslands-Flügen zwei Stunden vor Abflug einchecken soll. Das mag allerdings auch daher rühren, dass es dieses Mal – im Gegensatz zum letzten Besuch des hiesigen Flughafens vor drei Wochen – überhaupt so etwas wie eine Schlange gab. An meiner Antipathie für die vermutlich größte Dauer-Baustelle mit permanentem Flugverkehr ändert das jedoch nichts. Auch wenn die Anreise mit dem Zug, das muss man tatsächlich so sagen, wesentlich angenehmer ist als jene mit dem Auto. Nichtsdestotrotz werde ich auch die vorerst letzte Stunde auf europäischem Boden vor allem mit einem verbringen: Warten.

19:05, oder doch 13:05? – Philladelphia
Da ist er also, der neue Kontinent. Acht Stunden dauerte der Flug über den Atlantik. Acht Stunden, in denen mir mein kroatischer Sitznachbar nicht nur seine Ansichten (keine wirklich guten) über seine Wahlheimat in den Staaten ausführlich beschrieben hat, sondern sich auch ausgesprochen gerne – und freiwillig – bereit erklärte meine Wissensdefizite über den Balkankrieg auszugleichen. Immerhin verging so die Zeit relativ schnell. Und so sitze ich nun also, nach nicht ganz so imposanten 45 Minuten weiteren Schlange-stehens, wiederum nichts-tuend herum und warte auf den Anschlussflug.

03:49 / 21:49 – irgendwo über der US-Ostküste
Erwähnte ich im Verlauf dieser Notizen eigentlich schon das alle Verbindungen (sei es die S-Bahn, der Zug als auch der Flug) pünktlich waren? Nun, der letzte Flug ist es jedenfalls nicht. Mit einer Verspätung von immerhin 20 Minuten begann das Boarding. Das ist nicht weiter wild. Unschöner war hingegen die (wiederum wirklich imposante) Warteschlange von circa 35 Flugzeugen vor uns auf dem Weg zur Runway. Diese Form das Schlange-stehens wiederum hat es dann auf recht beachtliche anderthalb Stunden gebracht. Immerhin ist der Flug als solcher wesentlich komfortabler als der Hüpfer über den Atlantik – auch wenn es durchaus schwer fällt wach zu bleiben in einem Flugzeug, dass alle Lichter ausgeknipst hat, in dem einige Leute lauthals schnarchen, viele andere dösen und sogar eine der Flugbegleiterinnen auf einem der leeren Plätze neben mir ein Nickerchen gehalten hat. Aber nun sollte ich ja auch langsam endlich am (vorläufigen Zwischen-) Ziel ankommen.

3721 Tage zuvor: Ich, Version 2.0

So ein toller Tag! Davon sollte es wirklich mehr geben. Und das schönste davon kann man sogar problemlos teilen. Aber ich lasse einfach mal das Bild hier für mich sprechen:

Leonie - vielleicht

3787 Tage zuvor: Verliebt, Verlobt...

Eine Woche ist es nun her, Zeit genug es auch der werten Stammleserschaft kundzutun.

Letzte Woche haben sich zwei Menschen, die sich schon seit Jahren kennen und erst vor einige Monaten wieder zueinander gefunden haben, dazu entschieden nicht noch einmal getrennte Wege einzuschlagen. Nach dreimaligem Nachfragen und dreimaliger positiver Antwort war es dann auch klar: Wir haben uns verlobt.

Verliebt, Verlobt...

Die lustige – und vor allem reichlich spontane – Vorstellung unserer Eltern gibt es dann auf Nachfrage, allerdings nur den interessierten persönlichen Gratulanten.