2209 Tage zuvor: Amerikanische Redewendungen II

Der Redewendungen zweiter Teil, diesmal mit weniger heroischem Hintergrund. Dennoch stellte sich mir dieselbe Frage: Was soll denn dieses dauernde Dibs heiĂźen? Auch wenn es, zugegeben, wesentlich leichter aus dem Zusammenhang heraus zu verstehen ist: Erster!

Angeblich, so zumindest eine der Theorien dazu, kommt es aus dem Viehhandel: Wer zuerst seine Initialen auf ein Vieh geschrieben hat, hatte das erste Recht es auch zu kaufen. Und warum Dibs? Nun, man musste sich mit seinen Initialen im sogenannten Dealer Identification Book registrieren.

Nun, The Big Bang Theory (ĂĽbrigens eine tolle Serie) hat auch dazu etliche Szenen parat. Mein Favorit in Bezug auf Dibs:

Sheldon: This is not your office. It hasn’t been assigned yet.
Kripke: Well, I called dibs at the Christmas party when Professor Wothman tried to have intercourse with the Toys for Tots collection box.
Sheldon: Dibs?! This is a university, not a playground. Offices are not assigned because someone called dibs.
Leonard: You just called dibs.
Sheldon: Shut it.

2345 Tage zuvor: Amerikanische Redewendungen I

I call Shotgun! – wer eine Zeit lang in den USA verweilt oder sich gerne Sitcoms in der Original-Version anschaut wird diese Aussage sicherlich schon einmal gehört haben. Doch was hat es damit eigentlich auf sich?

Dazu muss man zunächst einmal wissen, dass in den USA das fahren im Beifahrersitz eines Auto auch als Riding Shotgun bekannt ist. Hat man diese HĂĽrde genommen erschlieĂźt sich auch die Aussage recht schnell: Derjenige, der Shotgun als erster ruft, sitzt im Beifahrersitz. Um das komplexe Regelwerk kurz zu halten. Doch woher kommt diese Bezeichnung? Einmal mehr handelt es sich dabei um eine – historisch nicht allzu ernst zu nehmende – Anspielung auf den Sitzplatz neben dem Kutscher in Western. Jener Beifahrer hielt, zumindest in Romanen und Filmen, eine Schrotflinte in der Hand.

Hat man dies verinnerlicht, ergeben Witze wie dieser auf einmal auch einen Sinn:

Leonard: Refresh my memory. Why didn’t I just put you in the trunk?
Sheldon: Because I called Shotgun, remember?

4173 Tage zuvor: Ein Bayer in Indien?

Kleines FundstĂĽck in einem Interview, das mir zum Korrekturlesen vorgelegt wurde und ich niemandem vorenthalten mag:

Person A: Haben Sie denn auch schon die Erfahrung gemacht, also ich habe jetzt schon gehört, dass die Inder ein schwer verständliches Englisch sprechen.
Person B: Die haben einen harten Dialekt, ne. Das ist das R, was ganz anders da. Das hört sich ein bisschen unterschiedlich an. Aber die Inder kann man schon alle an sich erkennen an diesem harten R. So wie die Bayern so ein bisschen (lacht). Oder die Franken vielleicht; ist noch besser, ne. […]

Fragt sich wie sich wohl ein englisch sprechender Bayer in Indien fĂĽhlt – wie zu Hause?