1523 Tage zuvor: Stadt des Winds

Nun also Chicago. Ganze fünf Jahre hat es gedauert. Zumindest wurde eine Geschäftsreise mit freiem Wochenende daraus. Und das Frühstücksbuffet im Hotel erinnerte doch arg an alte Zeiten. Nicht des Essens wegen (grausam). Vielmehr kennt man fast jeden, der im Esssaal sitzt – alles Kollegen. Zuletzt passierte mir dies in einem ähnlich günstig (was das berufliche betrifft) gelegenen Hotel im Stuttgarter Raum.

Aber zurück zu Chicago, den sub-urbanen Teil in dem mein Hotel gelegen ist. Es erinnert einen doch arg Wohnsiedlungen die aussehen wie im Film: Lang-gezogene, grüne Vorgärten mit Auffahrten für die diversen Autos. Weiße Briefkästen am Straßenrand soweit die Strasse reicht. Chicago selbst hingegen ist anders. Anders als so vieles in diesem Land: Eine spürbar alte Stadt. Das wird einem nicht nur durch die tatsächlich nennenswert alte Geschichte auf, sondern man spürt es auch. Die überall vorhandenen Industriegebäude erinnern an die Zeiten der Industrialisierung, allerdings weniger dreckig als der Ruhrpott.

CHicago

Doch auch die klassischen Touristen-Attraktionen sind durchaus sehenswert: The Art Institute of Chicago (Zeit mitbringen! Auch wenn Google einem hier die Gemälde erklären kann), Grant Park , eine Boots-Tour über den Chicago-River oder auch einfach nur durch die Stadt zu spazieren. Chicago ist definitiv eine Reise wert! Und es gibt immer noch so viel zu sehen… Einzig mit der typischen Chicago-style Pizza konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Sei’s drum.

1621 Tage zuvor: Versichert?

In Deutschland ist man verwöhnt. Um nicht zu sagen geradewegs verhätschelt. Vermutlich könnte man sogar dasselbe über jeden Sozialstaat auf dieser Erde behaupten. Zumindest auf die Krankenversicherungen bezogen. Wann hat man denn schon mal eine Abrechnung des Arztes gegenüber der eigenen Krankenversicherung gesehen? Ich wurde von derlei kapitalistischen Entartungen stets wohl behütet, zumindest wenn man von der berühmt-berüchtigten (und mittlerweile wieder eingestampften) Praxis-Pauschale einmal absieht.

Die USA sind auch in dieser Hinsicht dem Kapitalismus folgsam. Ärzte wollen Geld direkt vom Patienten, Versicherung hin oder her. Sicher, man wird brav gefragt ob meine eine Versicherung hat (und welche). Aber da fängt es dann auch schon an: Hat der Arzt einen Rahmenvertrag mit der eigenen Versicherung? Wenn nicht zahlt die Versicherung weniger (prozentual).

Und was genau zahlt sie eigentlich? Auch hier herrscht weithin Unklarheit. Zwar ruft der Arzt brav bei der Versicherung an um sich zu erkundigen – allerdings scheinbar eher um den Maximal-Betrag für eine bestimmte Behandlung zu erfahren, der dann anschließend auch prompt auf der Rechnung ausgewiesen wird. Aufwands-gerechte Abrechnungen sehen anders aus. Sicher, man darf (und soll, laut Versicherung) eine detailliert aufgeschlüsselte Abrechnung einfordern. Allerdings werden diese scheinbar eher umgekehrt kalkuliert: Wie viel muss ein Wattestäbchen kosten damit an Ende der Maximalbetrag herauskommt?

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1877 Tage zuvor: Amerikanische Redewendungen II

Der Redewendungen zweiter Teil, diesmal mit weniger heroischem Hintergrund. Dennoch stellte sich mir dieselbe Frage: Was soll denn dieses dauernde Dibs heißen? Auch wenn es, zugegeben, wesentlich leichter aus dem Zusammenhang heraus zu verstehen ist: Erster!

Angeblich, so zumindest eine der Theorien dazu, kommt es aus dem Viehhandel: Wer zuerst seine Initialen auf ein Vieh geschrieben hat, hatte das erste Recht es auch zu kaufen. Und warum Dibs? Nun, man musste sich mit seinen Initialen im sogenannten Dealer Identification Book registrieren.

Nun, The Big Bang Theory (übrigens eine tolle Serie) hat auch dazu etliche Szenen parat. Mein Favorit in Bezug auf Dibs:

Sheldon: This is not your office. It hasn’t been assigned yet.
Kripke: Well, I called dibs at the Christmas party when Professor Wothman tried to have intercourse with the Toys for Tots collection box.
Sheldon: Dibs?! This is a university, not a playground. Offices are not assigned because someone called dibs.
Leonard: You just called dibs.
Sheldon: Shut it.

2013 Tage zuvor: Amerikanische Redewendungen I

I call Shotgun! – wer eine Zeit lang in den USA verweilt oder sich gerne Sitcoms in der Original-Version anschaut wird diese Aussage sicherlich schon einmal gehört haben. Doch was hat es damit eigentlich auf sich?

Dazu muss man zunächst einmal wissen, dass in den USA das fahren im Beifahrersitz eines Auto auch als Riding Shotgun bekannt ist. Hat man diese Hürde genommen erschließt sich auch die Aussage recht schnell: Derjenige, der Shotgun als erster ruft, sitzt im Beifahrersitz. Um das komplexe Regelwerk kurz zu halten. Doch woher kommt diese Bezeichnung? Einmal mehr handelt es sich dabei um eine – historisch nicht allzu ernst zu nehmende – Anspielung auf den Sitzplatz neben dem Kutscher in Western. Jener Beifahrer hielt, zumindest in Romanen und Filmen, eine Schrotflinte in der Hand.

Hat man dies verinnerlicht, ergeben Witze wie dieser auf einmal auch einen Sinn:

Leonard: Refresh my memory. Why didn’t I just put you in the trunk?
Sheldon: Because I called Shotgun, remember?

2290 Tage zuvor: Hin und Her

Vor nicht allzu langer Zeit – so circa vor neun Monaten) – wurde ich gefragt ob ich nicht einen wunderbaren Weg zur Arbeit hätte. Nunja, Ansichtssache. Und relativ obendrein. Aber hier ist die prompte Antwort:

In dem Video sind übrigens ein Feuerlöschzug sowie zwei Polizeiautos versteckt.
Den unwesentlich spektakuläreren Rückweg gibt es nach der Pause.

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2467 Tage zuvor: Wenn einer von seiner Reise zurück kehrt...

Letztens im Radio gehört und dabei herzlichst gelacht:

Zum lesen des (englischen) Transkriptes muss man sich leider, Copyright sei dank, auf die Seite von NPR weiter klicken.

2526 Tage zuvor: Bundesliga bei ESPN

EPSN hat eine wunderbare Web-Streaming Implementation. Und für die soeben gestartete Bundesliga-Saison hat ESPN auch ein wenig in die Tasche gegriffen und Lizenzen für ausgewählte Spiele von Gol-TV erworben. Interessant, welche Spiele da so ausgewählt wurden:

Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist es auch so eine Partie komplett ohne Kommentar zu schauen. Denn es werden gemeinhin nur die Internationalen Streams online gestellt.

2565 Tage zuvor: Schoko-Pretzels

Tolle Werbung, leider kann das Produkt nicht so recht mithalten:

2578 Tage zuvor: Ist es ein Flugzeug?

Neulich in Charleston im Himmel gesehen (und gewaltig erschrocken):

Ganz schön groß, diese C-17 von Boeing! Immerhin wusste ich danach, was den lokalen Wal-Mart so zum beben gebracht hatte – er liegt direkt in der Einflugschneise der Charleston Air Force Base.

2607 Tage zuvor: Einer dieser Tage

Gestern war also einer dieser Tage, an denen man besser im Bett geblieben wäre. Eigentlich hätte ich das direkt merken müssen als das Auto nicht an-sprang – für sich genommen schon Grund genug den 37km-Weg zur Arbeit gar nicht erst zu versuchen. Das es kurz darauf auch noch angefangen hat Sintflut-artig zu regnen, hat dann auch nicht zur Besserung beigetragen.

Dennoch habe ich es irgendwie auf den Highway geschafft. Direkt in den (für diese Uhrzeit und diesen Abschnitt sehr ungewöhnlichen) Stau. Scheinbar gab es einen Regen-bedingten Unfall und zwei der fünf Spuren waren blockiert. Während ich mich so durch den Stop-and-Go auf absehbaren zehn Kilometern schlich, viel mir auf, dass ich durch die morgendlichen Start-Schwierigkeiten auch noch etwas vergessen hatte: Tanken.

Grundsätzlich ist so etwas lapidares wie Tanken im Land des Automobils kein Problem. Leider braucht man auch hier dazu Geld – und das hatte ich samt Portemonnaie zu Hause vergessen. Wie passend. Wie auch immer, es blieb mir nichts anderes übrig als um zudrehen und zu hoffen, dass das Benzin noch reichen würde. Immerhin war der Stau in die andere Richtung (für diese Uhrzeit und diesen Abschnitt durchaus normal).

Es wäre nur passend gewesen, wenn es nicht gereicht hätte. Tat es aber. Als Belohnung war dann lediglich besagter stürmischer Regen zur Begrüßung zu Hause wieder präsent – und selbstredend kein Regenschirm im Auto. Aber immerhin hatte ich jetzt mein Portemonnaie und konnte mich, endlich, mit Umweg über die nächstgelegene Tankstelle auf den Weg zur Arbeit machen.

Dachte ich jedenfalls. Denn einmal an der Zapfsäule angekommen stellte sich heraus, dass die Kreditkarte nicht akzeptiert wurde. Durch den Regen wollte ich allerdings nicht zum Wärter gehen, also stieg ich wieder in mein Auto und fuhr die nächste Tankstelle an. Ein Glücksgriff, wie sich herausstellen sollte, denn die Gallone war hier stattliche $0,40 günstiger! Sollte sich mein Glück damit endlich zum besseren wenden?

Nicht ganz, denn auch hier wurde die Karte nicht akzeptiert. Weiterfahren war diesmal allerdings keine Option. Also ging es, diesmal zumindest mit Regenschirm, zum Wärter, der mir erklärte das die Kartenleser nicht funktionierten und er die Zapfsäule für mich freischalten würde. Tat er jedoch nicht, wie sich herausstellte als ich durch den Regen zurück zum Auto gegangen war. Denn ich sollte meine Karte bei ihm lassen, während ich tanke, wie er mir sagte als ich (wiederum durch den Regen) zurück zu ihm gegangen war. Ein paar andere Missverständnisse und Regen-Märsche später saß ich dann mit einer falschen Abrechnung (wie sich später herausstellen sollte) im voll-getankten Auto Richtung Fort Lauderdale.

Damit schien sich dann das Pech für den Tag endgültig aufgebraucht zu haben. Zwar musste ich mir nach wie vor durch den schweren Regen meinen Weg in den Norden bahnen, doch der Stau hatte sich mittlerweile aufgelöst. Und auch wenn ich stattliche zweieinhalb Stunden später als geplant ankam, war ich doch noch rechtzeitig zu einem Meeting mit der lokalen Geschäftsführung und meinem Manager dort.

2669 Tage zuvor: Führerscheinprüfung II

Nach GreenCard und Sozialversicherung fehlte bis gestern vor allem noch ein kritisches Dokument hiesiger Verwaltungsfreude: Der Führerschein. Abgesehen von seiner eigentlichen Bedeutung, der Erlaubnis Auto zu fahren, erfüllt er hierzulande bekannter maßen auch den Zweck eines Personalausweises in Deutschland. Im Gegensatz zur GreenCard bekommt man diesen allerdings recht unbürokratisch – jedenfalls solange man alle zuvor genannten Unterlagen beisammen hat. Und, ganz nebenbei, darf man mit einer ausländischen Fahrerlaubnis lediglich sechs Monate in Florida Auto fahren…

Also hieß es die letzten Tage wieder lernen, lernen, lernen. Die entsprechenden Regeln sind im Florida Driver’s Handbook übersichtlich und verständlich zusammen gefasst. Man kann es quasi herunter lesen wie ein Buch. Und auch wenn man nach einigen Jahren des Auto-Fahrens tatsächlich noch etwas dazu lernt, ist das meiste doch alt-bekannt. Oder gar lustig, wie zum Beispiel die Handzeichen als Blinker-Ersatz, das (Licht-) Hupen bevor man zum Überholen ansetzt oder die Fluchtrichtung wenn man mal schnell aus dem liegen gebliebenen Auto auf dem Bahnübergang flüchten muss. Auch Hinweise auf die richtige Vorgehensweise wenn das Auto mal ganz von alleine beschleunigt fehlen nicht.

Bestanden habe ich dann direkt auf Anhieb.

Kurze Frage-Antwort-Stunde zu ein paar Fragen die ich persönlich immer hatte:

  • Muss man einen internationalen Führerschein haben?
    Nein. Der übliche (Euro-)Führerschein aus Deutschland ist ausreichend.

  • Wie lange darf man mit einem deutschen Führerschein in den USA Auto fahren?
    Dies ist von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich. In Florida sind es sechs Monate.
  • Muss man alle Prüfungen ablegen wenn man einen Führerschein in Florida machen möchte?
    Nein. Der Praxistest wird einem erlassen. Theorie-Prüfung sowie der vierstündige Drug-and-Alcohol-Test sind dennoch erforderlich.
  • Gibt es in den USA ein Rechts-Fahr-Gebot?
    Ja. Man darf lediglich auch rechts überholen wenn es der Verkehr zulässt und ausreichend Fahrspuren vorhanden sind.
  • Wieso gibt es gelbe und weiße Linien?
    Gelb trennt die Verkehrsrichtungen, Weiß trennt Fahrspuren mit Verkehr in dieselbe Richtung. Durchgezogene Gelbe Linien dürfen gar nicht, Weiße nur bei Verkehrshindernissen überquert werden.

2735 Tage zuvor: Fern-Fernsehen

Nachdem das ZDF seine Mediathek umgestaltet hat, funktionierte mein schöner Fern-Fernseher leider nicht mehr richtig. Das entsprechende Plug-In wurde nämlich leider nicht auf die neue Struktur umgestellt. Doch wie meinte mein alter Abteilungsleiter (streng genommen war es seine Frau) doch gleich? Darfst kein Depp sein. Ergo, selbst ist der Mann:

#!/bin/sh
d=`date +%y%m%d`
j="/media/public/heute_journal_$d.asx"
h="/media/public/heute_$d.asx"
s="/media/public/heuteshow$d.asx"

rm /media/public/heute_*.asx

wget -qO $j "http://wstreaming.zdf.de/zdf/veryhigh/"$d"_hjo.asx"
[ "$?" -ne "0" ] && \
        rm $j

wget -qO $h "http://wstreaming.zdf.de/zdf/veryhigh/"$d"_h19.asx"
[ "$?" -ne "0" ] && \
        rm $h

wget -qO $s "http://wstreaming.zdf.de/zdf/veryhigh/"$d"_heuteshow_hsh.asx"
[ "$?" -ne "0" ] && \
        rm $s

Das kleine Script läuft bei mir täglich um 18:00h (Mitternacht deutscher Zeit) und lädt die kleinen Streaming-Links herunter. Die wiederum kann XBMC problemlos abspielen. Leider bekommt man so nur die Auslands-Fassung mit (aus rechtlichen Gründen) weniger Beiträgen und an manchen Stellen ohne Bild. Aber immerhin.

2819 Tage zuvor: Brownouts

Das FPL die ein oder andere merkwürdige Auffassung hat ist ja nichts neues. Nachdem nun in den letzten Wochen wieder etliche Gerätschaften im Haushalt plötzlich den Geist aufgegeben haben (vornehmlich die Hausautomation, die selbstredend nicht von einer USV geschützt werden kann) habe ich mich heute daran gemacht das Log der Server-USV auszulesen (GridJunction ist ein tolles AddOn und er Autor sehr fix beim helfen!) und aufzuarbeiten. Dabei kam diese traurige Grafik heraus:

Gab es am Anfang des Jahres vielleicht ein bis zwei Brownouts pro Monat, verschlechterte sich die Lage im Juni imens. Trauriger Höhepunkt sind die 82 Ausfälle am letzten Samstag (die wieder zwei Geräte dahingerafft haben). Zwar bekommen wir bislang noch alles kostenlos ersetzt, aber das Austauschen und neu-konfigurieren dauert auch seine Zeit – und die ersetzt mir niemand. Vom Aufwand der damit einhergeht einmal ganz zu schweigen.

Mal schauen was unser Strom-Monopolist diesmal dazu zu sagen hat. Schließlich brennt es ja nirgends…

2843 Tage zuvor: Was gerade flimmert

Während gerade Eureka und Warehouse 13 in der Winter-Pause schlummern, ist es mal wieder Zeit für ein kleines Update der hiesigen TV Serien-Landschaft. Oder zumindest das, was ich davon verfolge.

Stargate Universe
Neuester Spin-Off des bekannten Films. Erst letzte Woche gestartet – heute lief der zweite Teil der Pilot-Folge. Soweit ist alles noch ein wenig ungeordnet, aber deutlich spannender als die letzten Serien. Vom Stil her erinnert es sehr stark an Battlestar Galactica. Gut ist vor allem, dass sämtlicher Balast von Bord geworfen und mit frischen Charakteren komplett neu gestartet wird. Im Auge behalten!

Fringe
Der drohende Krieg mit einem Parallel-Universum bildet den Hintergrund für diese eher im unklaren bleibende Serie. Ereignisse werden durch Verwerfungen in der Zeitlinie (und Gedanken-Rücksprünge) meist erst im Nachhinein klar. Nichts was man aufzeichnen muss, aber mal rein-schauen lohnt sich.

Enterprise
Aus der Kategorie Nachgeholt. Sehr kurzweilig, durchaus auch amüsant. Es fehlt ein wenig die erst-schießen-dann-fragen-Mentalität des klassischen Star Trek, aber es ist insgesamt doch sehr stimmig – auch dank der bisweilen Haar-sträubenden Naivität des Captain Archer.

2867 Tage zuvor: Shaq vs. Joel

Bin gerade beim lesen der letzten TIME über einen Text von Joel Stein gestolpert. Er hat einen Schreib-Wettkampf mit Shaquille O’Neal ausgerufen und bittet um Abstimmungen. Passt ja zufällig auch gut zu der Frage nach twitternden Blog-Lesern. Und Shaq’s Essay ist auch recht kurzweilig zu lesen.

Shaq vs. Joel

Shaq hat übrigens eine neue Sendung. hier in den USA, bei denen er es mit anderen Athleten aufnimmt. Zum Beispiel Michael Phelps im Schwimmen. Er möchte halt allen zeigen, dass er der beste Athlet der Welt ist. Oder zumindest ein gewisses Image aufrecht erhalten (im Artikel sagt Joel, dass er solange gegen Michael geschwommen ist bis er mal gewonnen hatte). Joel (~750.000 Follower bei Twitter) nahm das zum Anlass ihn (~2.250.000 Follower) auf einem anderen Gebiet heraus zu fordern.

Also: Lesen und klicken!

2874 Tage zuvor: Land of the free

Joe Klein von der Time ist der Ansicht, dass die Republikaner Obama nur deshalb so harsch wegen einer Gesundheitsreform angreifen, um ihn zu beschädigen. Sehe ich ganz genauso. Doch was sich Jim Greer, immerhin Vorsitzender der Republikaner in Florida, geleistet hat ist wirklich unglaublich:

As the father of four children, I am absolutely appalled that taxpayer dollars are being used to spread President Obama’s socialist ideology. The idea that school children across our nation will be forced to watch the President justify his plans for government-run health care, banks, and automobile companies, increasing taxes on those who create jobs, and racking up more debt than any other President, is not only infuriating, but goes against beliefs of the majority of Americans, while bypassing American parents through an invasive abuse of power.

Es gibt einige Leute, die seinem Beispiel folgen und ihre Kinder heute nicht zur Schule geschickt haben. Kurzer Hintergrund: Obama wird heute eine Rede halten, die direkt an alle Schülerinnen und Schüler dieses Landes adressiert ist. Er wird im Kern sagen, dass man zur Schule gehen und gute Leistungen erbringen soll:

I’m working hard to fix up your classrooms and get you the books, equipment and computers you need to learn. But you’ve got to do your part too. So I expect you to get serious this year. I expect you to put your best effort into everything you do. I expect great things from each of you. So don’t let us down – don’t let your family or your country or yourself down. Make us all proud. I know you can do it.

Immerhin sehen das diverse Medien genauso Haar-sträubend. Sogar die stille Grand Madame der Republikaner-Garde (4:30):

Ich werde mir die Rede um 12:00h mit der kleinen Sophia live anschauen – um ein kleines, stilles Signal für meine Kinder zu setzen.

2879 Tage zuvor: Gesundheitsreform in Übersee

Fragt man sich nur noch, warum es da so eine riesige Diskussion drüber gibt.

2880 Tage zuvor: Neue Schule, neue Sitten

Letzte Woche hat hier bekanntlich wieder die Schule angefangen. Nach zehn Wochen Ferien darf man wohl ohne Scham sagen: Endlich. Im neuen Schuljahr geht der älteste denn auch auf eine neue Schule. Kindergarten nennt sich diese Klasse, ist aber eher mit der Vorschule in Deutschland zu vergleichen – obwohl er auch schon letztes Jahr in die Schule gegangen ist (Vor-Vorschule sozusagen).

Nun ist also Kindergarten angesagt. In einer speziellen Schule, und das bezieht sich nicht nur auf die Schulform. Abgesehen von Hausaufgaben für die Schüler gibt es hier auch jede Menge für die Eltern zu tun. Zum Beispiel jeden Tag mit den Kleinen lesen. Oder freiwillige Hilfsstunden für die Schule leisten. Bei den Hausaufgaben helfen ist ja selbstverständlich, aber man muss sie auch noch Montäglich im Internet abrufen und ausdrucken – auch wenn ich noch rätsel was daran nun grün sein soll, denn so wurde es angepriesen. Langweilig machen sie es einem also nicht, die bewusste Einbindung der Eltern in den Lernprozess finde ich jedoch sehr gut.

Und vielleicht können die elterlichen Pflichtstunden für den Schuldienst ja auch mit der Erstellung einer neuen Webseite abgeleistet werden. Die aktuelle ist ja immerhin schone in paar Jährchen älter…

2882 Tage zuvor: Made in the USA

Wer schonmal ein Auto aus den USA besessen hat, dem sind vielleicht diverse Qualitätsunterschiede aufgefallen (Achtung: Verallgemeinerung!). Leider ist auch Volkswagen da keine Ausnahme – jedenfalls wenn das entsprechende Modell aus den USA stammt. Hier und heute ein paar Beispiele.

Da weiß man doch gleich wieder, warum es Made in Germany heißt. Oder zumindest warum die Autos in Deutschland ungleich teurer sind.

2896 Tage zuvor: Hurricane Weblets

Letztes Jahr habe ich noch danach gesucht, dieses Jahr gibt es erst seit kurzem die Notwendigkeit dazu: Eine kleine Karte mit den aktuellen Hurricanes:

Mal schauen ob ich die irgendwo in der Webseite fest veranker.

2916 Tage zuvor: Frequent Power Loss

Thank you for checking on the status of your concern.
We are sorry to hear about any trouble you are having with your power. We are aware of an electric problem in your area.
We have received your report and it has been entered into our system.

Ist ja nicht so, dass man denen das nicht schon Wochen im voraus vorhergesagt hat. Nunja, gebrannt hat es nun ein wenig. Und der Strom ist dafür jetzt ganz weg – inklusive Klimaanlage. Im Hochsommer ist das ja aber nicht weiter wild, wem machen denn die 30°C (steigend) im Haus schon was aus? Den Kindern etwa, die gerade in’s Bett gehen? Ach was…!

PS: 19:25h ging der Strom aus, 22:45h sollte er wieder angehen, 0:30 war er dann da. Da will man gar nicht weiter drüber nachdenken wie lange es dauert bis man nach einem Hurrikan wieder Strom hat.

2936 Tage zuvor: Sorgfalt in den USA

Der hiesige Stromanbieter nennt sich FPL. Das steht eigentlich für Florida Power & Light Company, wird aber auch gerne mit Frequent Power Loss bezeichnet. Aber das erwähnte ich ja bereits. Jedenfalls hatte ich mich, bedingt durch diverse Stromschwankungen bei stürmischen Regen in letzter Zeit, aufgemacht einen Baum auf der Webseite von FPL anzuzeigen, der die Stromleitungen berührt. Ganz wie dort verlangt.

Heute nun, nach einigen Wochen, kamen dann auch ein paar Herren von FPL vorbei um sich das mal anzuschauen. Mit geschultem Blick konnte die auch gleich (nach circa einer halben Sekunde)erkennen:

Some minor contact. But no fires. I’m not gonna send out a crew for that.

Aha. Gut. Solange das Problem nicht akut ist, ist es also kein Problem. Verstehe. Immerhin hat sein Kollege den Zynismus in meiner Antwort, I guess I will call you then once the tree is on fire, verstanden – er lachte kurz.

2951 Tage zuvor: Regenzeit

Die letzten Nächte waren ja – wie erwartet – eher kurz und laut. Heute morgen gegen 6:00h wurde ich denn auch erneut wach. Diesmal allerdings wegen eines Gewitters. Der unschöne Nebeneffekt ein Haus (mit einem noch nicht wieder komplett abgedichteten Dach) zu besitzen ist ja, das man in solchen Situationen schwerlich wieder einschlafen kann. Diesmal war allerdings alles trocken und ich konnte mich beruhigt wieder hinlegen – um eine halbe Stunde später vom Neuankömmling geweckt zu werden.

Mit den Kindern im Auto ging es dann einige Zeit später Richtung Kindergarten. Das Gewitter tobt noch immer und statt der die letzten Tage üblichen 29°C waren es auch nur 23°C draußen. Ganz zu schweigen davon, dass es statt des strahlenden Sonnenscheins ziemlich dunkel war. Unser Weg trug uns auch direkt durch das Zentrum des Gewitters hindurch (Blitz und Donner gleichzeitig ist schon recht beeindruckend). Und wie bereits vor einigen Wochen war South Beach auch heute früh wieder reichlich überschwemmt – wenn auch nicht ganz so extrem.

Trotz aller Widrigkeiten sind die Kinder sicher und (fast) trocken abgeliefert. Hätte ich die Umstände vorher gekannt, wäre ich allerdings eher zu Hause geblieben. Zumal es, kaum das ich dort wieder angekommen war, auch schon wieder im Büro tropft. Also werde ich mich jetzt erst einmal in den Dachstuhl aufmachen – Eimer zurecht rücken…

Kennt vielleicht jemand einen Dachdecker, der sich für einen kostenlosen Flug samt Kost & Logis mit US-amerikanischer Dacharchitektur beschäftigen will?

3002 Tage zuvor: Brücken-Bewohner

Letzte Woche noch drüber geredet und heute schon auf der Titelseite: A life of tension, fear for sexual predators living under Miami bridge. Manchmal schon ein wenig merkwürdig, solche Zufälle. Erschreckend allerdings finde ich, dass mittlerweile so viele Leute dort leben – vor gut zwei Jahren ist der erste dort zwangs-angesiedelt worden, wenn ich mich recht entsinne.

Dazu fällt mir immer wieder ein reichlich abgenutztes Zitat ein: Man messe eine Gesellschaft daran, wie sie mit ihren schwächsten Gliedern umgeht.

3024 Tage zuvor: Kabelsalat

Willkommen in den USA, der einzig verbliebenen Supermacht dieser Welt.

3035 Tage zuvor: Nur in Amerika...

Szene letztens bei einer hiesigen Burger-Bratbude.

Ich trete durch die Tür, weiß genau was ich will und möchte es nur schnell einpacken. Vor mir stehen eine Familie an der ersten Kasse, eine Frau mit Kind an der zweiten. An der dritten steht ein leicht genervt wirkender Mann, der mich abfällig mustert. Abseits davon eine Gruppe von vier Leuten – um die Ende zwanzig, zwei davon stark tätowiert, einer mit kahl-geschorenem Schädel – sich intensiv unterhaltend.

Auf eine schnelle Erfüllung meines Wunsches hoffend steht ich das Menü-lesend mitten im Raum, wandere ein wenig von links nach rechts. Weiß nicht genau ob ich mich einfach hinter einer Kasse einreihen soll, oder ob die Schlange vielleicht für alle Kassen gleichzeitig ist. Der Mann von Kasse drei schaut mich weiterhin skeptisch an. Denkt er, ich will mich vor drängeln?

Aus Richtung der Toiletten kommt ein Mann mir entgegen. Sich seine Hände an den Jeans abwischend. Der Frau an Kasse zwei, direkt vor mir stehen, fallen die Autoschlüssel aus der Hand. Mit seinen vermutlich noch feuchten Händen hebt der Mann ihr die Schlüssel auf – hoffentlich hat er sich die Hände gewaschen – um sich anschließend hinter mir in die Schlange einzureihen. Jetzt ist es also eine Warteschlange.

Warten… den Mitarbeitern hierzulande kann man sprichwörtlich im laufen die Schuhe besohlen. Eigentlich sollte hier, im Mutterland des goldenen M, doch alles viel schneller, effizienter laufen? Nichts passiert hier, alles ist ruhig. Jeder Burger wird einzeln nach Bestellung zusammengebaut. Mit vor gebratenen und warmgehaltenen Patties. Ich schaue auf die Uhr: fünf Minuten vor halb.

Die Familie an Kasse Eins bekommt ihr Essen. Alles genau nachzählend und Ketchup-verlangend (den gibt es drüben, bei den Servietten). Der Mitarbeiter hinter der Kasse, nennen wir ihn Chris, schreitet anschließend in Richtung Toiletten davon. Die Frau mit Kind an Kasse Zwei scheint ihre Bestellung gerade zum dritten Mal zu wiederholen. Der Mann an Kasse Drei schaut genervt zur Decke. Ich drehe mich um: Hinter mir steht der Mann aus der Toilette und noch ein anderer Kunde, der sich gerade eben hinten in der Schlange eingereiht hat. Ein Blick auf die Uhr: kurz vor halb.

Kasse Nummer Zwei piept bestätigend. Die Bestellung scheint endlich akzeptiert worden zu sein. Die Mitarbeiterin hinter der Kasse, nennen wir sie Concha, dreht sich um, irritiert? Verirrt? Verwirrt! Sie geht, gemütlich, zu den fertigen Burgern hinter ihr – immerhin ein guter Meter weit weg – und packt ein paar Dinge zusammen. Nachzählend. Sorgfältig. Nach jedem kleinen Burger auf den Bestellzettel schauend. Schließlich faltet sie die Tüte zusammen und geht zurück zu ihrer Kasse. Dort einmal angelangt öffnet sie die Tüte wieder und steckt einen Berg Servietten in die Tüte, die sie daraufhin wieder sorgfältig zusammenfaltet. Nun, da sie ihre gedankliche Checkliste offenbar abgehakt hat, macht sie sich auf zu Kasse Drei – dem wartenden Mann, der ihr allerdings schon entgegeneilt und schließlich die Tüte, mehr oder minder, aus der Hand reißt. Er ist zur Tür hinaus bevor Concha ihre Kasse wieder erreicht hat.

Chris von Kasse Eins kommt zurück. Zügigen Schrittes. Sich auf seine Kasse stützend schaut er abwesend in meine Richtung und sagt: Next please. Mein Bein zuckt kurz, bevor ich zu der Gruppe neben mir schaue. Ich schaue dem mir am nächsten stehenden an und winke mit der Hand in Richtung Kasse. Ein freundliches Thank You sagend schreitet die Gruppe an mir vorbei in Richtung des wartenden Mitarbeiters. Ob sie auch so freundlich gewesen wären, hätte ich mich einfach an die Kasse gestellt? Mein Blick geht Richtung Kasse Zwei: Concha studiert die Bestellung der Frau mit Kind auf ihrem Monitor. Ich schaue auf die Uhr: Kurz nach halb.

Eine Tür rechts von mir öffnet sich. Eine ältere Dame, geschätzte 80, betritt den Laden. Grinsend. Hinter ihr kommt, langsamen Schrittes, ein noch älterer Herr hinterher. Die Dame schreitet an mir vorbei, stellt sich, ein wenig Abstand haltend, direkt hinter die Kasse eins. Die will sich doch vor drängeln! Aber… ältere Menschen stehen in den USA ja sozusagen unter Artenschutz. Darf man da was sagen? Ist es in diese Kultur nicht sogar vielleicht verankert, dass älteren Menschen immer Vorrang gewährt wird? Schließlich gibt es ja auch an allen noch so kleinen Geschäften Behindertenparkplätze – und gegen die auf den Mutter-Kind-Parkplätzen parkenden Rentner sagt ja schließlich auch niemand was. Was soll ich tun? Die Gruppe an Kasse Eins hat die Bestellung zusammengestellt – laut hin und her-rufend, denn die eine Hälfte sitzt bereits ein einem Tisch etwas abseits.

An Kasse Zwei ist Concha mittlerweile dazu übergangen die Burger langsam, aber sorgfältig, auf ein Tablett zu betten. Jeden einzeln. Während das Kind sich bereits durch die Happy-Meal-Tüte wühlt. Nachzählend fordert die Mutter noch Mayo und Ketchup – gibt’s da hinten bei den Servietten. Währenddessen stapeln sich bereits die ersten Burgen auf dem Tablett an Kasse Eins. Irgendeine Gerätschaft beginnt lautstark piepend um Aufmerksamkeit zu schreien. Chris wirbelt, die Burger auf dem Tablett immer höher stapelnd während Concha die Mutter anlächelt, darauf wartend ihr Sätzlein auf zusagen: Next please. Damit meint sie mich. Gut, denn an dieser Kasse steht die alte Dame gewiss nicht an.

Erleichtert gebe ich meine Bestellung auf. Four Cheseburgers please. That’s all?, fragt Concha. That’s all. In dem Moment sagt Chris: Next please. Der Toiletten-Mann begibt sich raschen Fußes an Kasse Eins, die ältere, grinsende Dame bewusst ignorierend. In dem Moment sehe ich, dass sich mittlerweile eine recht ansehnliche Schlange aufgestaut hat. Acht, vielleicht zehn Leute stehen dort aufgereiht – in einer einzigen Schlange, die die rechte Hälfte der Türen versperrt. Concha murmelt hinter mir etwas. Ich drehe mich um. Sie meinte wohl, dass es ein wenig dauern wird. Ich trete zur Seite, für den nächsten Kunden Platz machend.

Im selben Moment tritt auch der Toiletten-Mann zur Seite. An Kasse Eins beginnt die ältere Dame, die sich in der Zwischenzeit direkt hinter dem Toiletten-Mann aufgebaut hatte, ihre Bestellung los zu plappern, während an Kasse Zwei der nächste Kunde neben mir seine Bestellung in schnellen Worten aufgibt: Irgendein Special, das Concha nicht geläufig ist. Er gestikuliert in Richtung des Menüs und Concha schaut, mit einem leichten Anflug von Panik in den Augen, zu Chris hinüber.

Währenddessen gleitet mein Blick zu der Schlange hinüber. Die Frau, die eigentlich jetzt an Chris’ Kasse stehen würde, schüttelt ungläubig den Kopf. Mehrere andere Kunden stehen ebenfalls merklich empört an ihrem Platz in der Schlange. Die ältere Dame überlässt dem mittlerweile an Kasse Eins angelangtem älteren Herrn den Schauplatz und geht, langsamen Schrittes mit einem beständigen Grinsen auf dem Gesicht, an der Schlange entlang. Als sie den Gesichtsausdruck der Leute sieht, sagt sie, für jeden gut hörbar: I took my chances und grinst noch breiter. Sie scheint das wohl als besonders clever zu empfinden. Der Blick der in der Schlange stehenden Leute wird noch finsterer. Mir ein Grinsen nicht verkneifen könnend drehe ich mich zurück zu Concha und ihrem Problemkunden.

Der Kunde hat mittlerweile seine Sprechgeschwindigkeit an Conchas Arbeitstempo angenähert. Und auch wenn man von Conchas Gemurmel nichts verstehen kann, scheint es das gewünschte Special wohl nicht mehr zu geben. Mit lauten und für seinen starken US-Slang deutlichen gesprochenen Worten formuliert der Problemkunde seinen Altnertiv-Wunsch – das eine Diskussion über das werben mit Specials und deren Verfügbarkeit bei Concha zu nichts führt, hat er wohl von vornherein verstanden. Währenddessen schleppt Chris eine Eistüte mit einem viel zu großen Berg Softeis darauf an Kasse Eins, wo der ältere Herr bereits wartet. Ich schaue auf die Uhr: Fast zehn Minuten nach halb.

An Kasse Eins bekommt der Toiletten-Mann gerade seine eingetütete Bestellung in die Hand gedrückt als Concha die Bestellung ihres Problemkunden erfolgreich in die Kasse getippet hat. Die von der älteren Dame übersprungene Frau hechtet sofort an Chris’ Kasse und plappert los. Während ich noch so überlege wie viel weniger der Toiletten-Mann wohl bestellt haben könnte das seine Bestellung noch vor meiner fertig ist, sehe ich auch schon Concha an der Burger-Theke stehen. Chesseburger-abzählend und sie behutsam in einer Tüte ablegend. Sie macht das so übersichtlich, dass ich keinerlei Probleme habe mit zu zählen – nicht das man an ihrer Genauigkeit zweifeln könnte. Und während sie dann mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck zu mir herüber schlurft, beginne ich zu überlegen wann meine Parkzeit an der Parkuhr wohl abgelaufen gewesen sein könnte. Ich hatte, in Ermangelung kleinerer Münzen, einen Viertel-Dollar eingeworfen. Zwölf Minuten Parkzeit fand ich sehr übertrieben für eine kleine Bestellung in einem Fast-Foor-Restaurant.

3039 Tage zuvor: Moderne Zugvögel

Ganz schön was los, da oben am Himmel:

Ob es wohl jemals eine US-Debatte über das Nachtflugverbot gab? Kennt man die Idee dahinter hier überhaupt?

3279 Tage zuvor: Sehenswertes

Nachdem man sich ein wenig eingelebt hat – was in diesem Falle heißt, sich durch die circa 250 TV-Sender gearbeitet zu haben – bin ich nunmehr bei drei Fernsehserien hängen geblieben.

Dr. Who
Der Klassiker als Neuauflage. Auch wenn ich den Klassiker nie wirklich gesehen habe, zumindest die Neuauflage weiß mit einem lustigen Humor zu unterhalten. Die skurrilen Abenteuer, die Der Doktor dabei zu bewältigen hat, liefern dazu den passenden Hintergrund.

Burn Notice
Spielt zwar in Miami (und wird hier, im Gegensatz zu CSI Miami, auch gedreht), das hat allerdings weniger mit der Qualität der Serie zu tun. Michael Westen, ex-Agent, ist bemüht seinen guten Ruf – und damit auch seine Karriere – wiederherzustellen und erledigt dabei durchaus ernst zunehmende Herausforderungen, mit genialer Coolness.

Eureka
Was als eher zufällige Entdeckung von vorgestern angefangen hat, entpuppte sich heute als kleines Juwel des hiesigen Fernsehhimmels. Ein kleines Städtchen voller brillanter Wissenschaftler tüftelt an lustigen und teils bizarren Dingen. Fuer die kleinen Nebenwirkungen ist dann der Sheriff zuständig.

Ob und wann die Serien in Deutschland laufen, kann ich freilich nicht sagen. Aber es lohnt sich auf jeden Fall in der Programmzeitschrift darauf zu achten.

3317 Tage zuvor: Angloamerikanische Kopfrechenübungen

Da die USA zu jenen Ländern der Erde gehören, die noch imperialistische Maßeinheiten verwenden, kommt man leider des öfteren in den zweifelhaften Genuss eben jene Einheiten um zurechnen. Allein um ein Gefühl für die Entfernung, das Gewicht oder die Menge zu bekommen. Meilen kann man recht schnell abschätzen (1,61km), Gallonen machen meist auch keine Probleme (4,55l), bei Unzen wird es dann jedoch schon schwerer (2,84 cl). Doch die Krone des Umrechnens besteht im Benzinverbrauch.

Wird in Deutschland – und anderen metrischen Ländern, also quasi überall außer den USA – der Verbrauch in Litern auf 100 km angegeben, läuft es hier genau anders herum. Man betrachtet nicht den Verbrauch, den man auf einer bestimmten Strecke hat, sondern die Strecke, die man mit einer bestimmten Menge Benzin zurücklegen kann. MPG lautet die dazugehörige Einheit. Und der Kopfrechen-intensive Faktor ist 235.

3323 Tage zuvor: ESPN und die Euro 2008

Nach dem geschilderten, leicht holprigen Start, hat sich ESPN nun doch mit mir angefreundet. Bislang wurden alle Spiele gezeigt. Sofern es mich interessieren würde, könnte man sogar den südamerikanischen WM-Qualifier live mit ansehen. Heute jedoch gab es, quasi als Zuckerli, das Spiel Österreich – Deutschland in HD zu sehen. Sehr fein! Wenn auch nur in 720p.

Allein die Nachberichterstattung, vornehmlich die der ARD, vermisse ich. Vor allem nach derart amüsanten Entscheidungen wie jener in der heutigen 42. Minute…

3332 Tage zuvor: Die Euro 2008 und ich

Heute hat sie also angefangen, die Euro 2008. Im Gegensatz zu europäischen Gefilden bekommt man hierzulande allerdings wenig davon mit. Der hiesige, dem Fußball verschriebene TV-Sender GolTV zeigt zu Spielbeginn lediglich ein paar Wiederholungen – vermutlich mangels Lizenz. Also auf in die unendlichen Weiten des Internet!

  • Erster Ansatz: Auf der offiziellen Streaming-Seite bekommt man dann den für die jeweilige Region vorgesehenen Streaming-Partner serviert. In meinem Fall ist dies ESPN 360. Schön und gut, denkt man sich und klickert sich weiter durch die Netzwelten. Bis man dann leider verzweifelt feststellen muss, dass der Internet-Provider, bei dem man ist, mit ESPN nicht zusammenarbeitet und im Umkehrschluss der Stream nicht zur Verfügung gestellt wird.
  • Zweiter Ansatz: ARD und ZDF bieten ebenfalls einen Live-Stream ihres Fernsehprogramms an. In der ZDF-Mediathek wird man auch schnell fündig. Schnell den Media-Player eingerichtet und… es passiert nichts. Alles funktioniert, nur die Berichterstattung über die EM(Euro 2008) wird nicht angezeigt. Nachdem einige Freunde in Deutschland bestätigt haben, dass es bei ihnen funktioniert liegt also die Vermutung nahe, dass ich auch hier aufgrund meines Einwahlknotens außen vor bleiben muss – vermutlich wegen der Lizenz.

Bis hier hin konnte ich die Spiele lediglich über diverse Liveticker verfolgen. Das sah dann in etwa so wie hier aus:
bq.

  • Dritter Ansatz: Das Internet ist groß. Sehr groß. Und vor allem global. Nicht überall auf der Welt kümmert man sich derart vorbildlich um die Einhaltung der Lizenzbestimmungen. Wenn man also nur eine Liste aller Streaming-Angebote zur Euro hätte… Hat man. Ab hier kommen also die ersten Bewegt-Bilder ins Haus. Allerdings mit Thailändischen, Chinesischen oder Tschechischen Kommentaren. Über die Qualität braucht man gar nicht zu reden.
  • Vierter Ansatz: Es gibt ja einige Web2.0-Angeboten, die das Fernsehen globalisieren wollen und es dazu ins Netz stellen. Super Sache, vor allem in diesem Moment. Einer von diesen Anbietern ist zum Beispiel Zattoo. Leider gilt auch dort das Motto: Wo du bist, gibt’s uns nicht. Dabei zahle ich doch in Deutschland meine GEZ-Gebühren, zwangsweise, weiterhin. Nach einigen weiteren dieser Angebote bin ich dann bei TVU gelandet. Ohne Anmeldung kann man einfach den Player herunterladen und loslegen. Und, oh Wunder, hier gab es dann auch Fernsehsender mit der Euro im Programm. Einen, um genau zu sein. Auf Englisch. Und das Beste: Er funktioniert in annehmbarer Qualität. Es ist ESPN360.

Update
ESPN hat sich seit gestern dazu entschlossen, die Spiele jetzt doch auch im Fernsehen zu zeigen, und nicht nur als Stream. Gut, denn die Qualität von Streams ist doch nichts im Vergleich zu einem richtigen Fernseh-Sender.

3419 Tage zuvor: Blaulicht im Rückspiegel

Langsam, geradezu bedächtig, zog er sich die Handschuhe aus und legte den Helm auf seinem Motorrad ab. Die Sonnenbrille zurecht-rückend ging er auf mich zu. You’ve been a little late on that light sagte der Officer zu mir, womit er – das muss ich unverhohlen zugeben – durchaus Recht hatte. Während ich noch nach meinem Führerschein kramte, schaute er auf die Rückbank des Autos, wo das Baby freundlich mit den Armen fuchtelte. Gerade als er mit den Zulassungspapieren und meinem Führerschein zurück zu seinem Motorrad gehen wollte, viel ihm auf das er einen europäischen Führerschein in den Händen hielt. Da ich keinen US-Führerschein besitze, gab er mir alles zurück und ließ uns mit dem Worten You not gonna do that again, right weiterfahren.

3502 Tage zuvor: Krimi ohne Mimi

Das Telefon klingelt aufgeregt. Die Frau ruft an. Bevor das Gespräch angenommen wird, fällt der Blick auf das Symbol für verpasste Anrufe. Es scheint nicht zum ersten Mal zu klingeln. Die Worten fließen schnell, mit einem leicht entsetzt geschockten Unterton. “Ausgeraubt” kommt darin vor. Und “Küche”. Von der Polizei ist die Rede. Und einem dreisten Handwerker. Doch was ist geschehen? Mit ein wenig Abstand lässt sich folgendes rekonstruieren.

Es ist Samstag-Abend und der Nachbar unseres neuen Hauses feiert eine Party. Bis in die Nacht hinein, fünf oder sechs Uhr morgens. Nachdem die Party vorbei ist, versperrt er seine Türen – ihm fällt auf unserem Grundstück nichts weiter auf. Am nächsten Morgen (oder eher Mittag) jedoch fällt ihm auf, dass die Hintertür unseres Hauses aufsteht. Er denkt sich dabei jedoch nichts weiter.

Sonntag-Nachmittags dann statten Bekannte von uns unserem Haus den täglichen Besuch ab um nach zuschauen ob alles in Ordnung ist. Ist es nicht. Die Türen sind nicht mehr verschlossen und in der Küche fehlen sämtliche Geräte: Herd, Mikrowelle, Geschirrspüler und Kühlschrank sind ordentlich ausgebaut worden und verschwunden. An ihrer statt klaffen jetzt offene Lücken in der Küche. Allein der Ofen ist noch da – vermutlich wusste jemand nicht wie man den ausbauen muss. Ein Koffer aus einem der Schlafzimmer fehlt ebenfalls.

Als die Polizei eintrifft ist es schon Abend. Genauer untersuchen wollen sie den Vorfall jedoch nicht; weil die Hausbesitzer nicht da sind. Sie schauen sich jedoch die Türen an und sagen, dass niemand eingebrochen sei – zwar finden sich Spuren eines Brecheisens an der Hintertür, damit sei sie jedoch nicht geöffnet worden. Der Einbrecher muss demnach einen Schlüssel gehabt haben. Und da er sich die Zeit genommen hat die Küchengeräte sorgfältig auszubauen und den Kühlschrank, der ohne ihn anzuheben und zu kippen gar nicht aus der Küche heraus gewuchtet werden kann, mitzunehmen, muss er auch gewusst haben das wir längere Zeit nicht da sein würden.

Montag-Nachmittags in Deutschland. Meine Frau bekommt den Anruf von unseren Bekannten das bei uns eingebrochen wurde. Wer alles einen Schlüssel hätte, wird sie gefragt. Die Antwort: Unsere Bekannten selbst, die nach dem Haus schauen sollen, und der Handwerker, der das Dach reparieren soll. Niemand sonst, da wir die Schlösser erst vor zwei Wochen haben austauschen lassen. Der Handwerker wird angerufen.

Er sagt zu unserem Bekannten, er sei in dem Haus gewesen um sich alles noch mal anzuschauen. Das Eingebrochen wurde scheint ihn nicht zu wundern. Das er nicht wieder zurückkommen braucht um das Dach zu machen auch nicht. Außerdem meint er, dass es dann wohl der Vormieter war, der ja schließlich auch noch einige Sachen im Wohnzimmer stehen habe. Der Vormieter hat jedoch gar keinen Schlüssel mehr – zumal die Schlösser in der Zwischenzeit ausgetauscht wurden. Ein Anruf beim Cousin des Handwerkers (jemand, der mit meiner Frau zusammenarbeitet und auch den Kontakt hergestellt hat) löste Entsetzen aus. Ihm (dem Cousin) wiederum wurde gesagt, dass er (der Handwerker) noch gar nicht wieder in dem Haus gewesen sei.

Anschließend haben wir noch die Polizei in Miami angerufen. Die Crime Scene Investigation Unit (ja, das ist der CSI-Miami) ist daraufhin zu unserem Haus gefahren, hat jedoch nichts weiter feststellen können. Ein Detective wird sich der Sache jetzt annehmen.

3842 Tage zuvor: Dir entgegen...

Die Richtung stimmt grob. Wieso also nicht einfach immer weiterfahren, bis man ankommt? Nun, neben einigen Ausreden (kein Licht, kein Geld, keine Karten) hat mich dann nach einigen wenigen Kilometern der wahre Grund zur Umkehr bewegt: Die (mangelnde) Kondition.

Gen Osten

Allerdings muss ich sagen, dass ich es niemandem ruhigen Gewissens Empfehlen kann im Januar Fahrrad zu fahren. Jedenfalls dann nicht, wenn man ansonsten nur bei deutlich über 20°C überhaupt daran denkt das Gefährt aus dem Keller zu holen.